Ora et labora - Bete und arbeite,
die Kurzformel benediktinischen Lebens besagt, daß Gott, der Schöpfer
und Herr des Lebens, im Mittelpunkt unseres Denkens und Tuns steht.
Deshalb ist das Leben des Mönches vom Gebet getragen und durchdrungen.
Es ist seine höchste Aufgabe, Gott, den Schöpfer, zu loben
und ihm zu danken.
Das Stundengebet ist nicht nur Lob- und Dankgebet,
sondern auch stellvertretende Bitte für alle Menschen.
Das gemeinsame Chorgebet beansprucht etwa drei Stunden des Tages.
Es umspannt, gliedert und weiht den klösterlichen Tagesablauf.
Es beginnt um fünf Uhr mit dem Morgenlob, erreicht seinen Höhepunkt
in der Eucharistiefeier, klingt ab in der gesungenen Vesper am Spätnachmittag
und schließt abends mit der Komplet. Danach herrscht die große Stille der Nacht.
Die Arbeit ist der zweite Grundpfeiler des benediktinischen Lebens.
Für Benedikt ist die Arbeit kein Gegensatz zum Gebet, sondern ihre Fortsetzung
in den Alltag hinein.
In seiner Regel schreibt er dazu: "Müßiggang ist der Feind der Seele.
Deshalb sollen die Brüder zu bestimmten Zeiten mit Handarbeit,
zu bestimmten Zeiten mit heiliger Lesung beschäftigt sein." (RB 48, 1).
Die Art der Tätigkeit richtet sich nach den Erfordernissen der Gemeinschaft
und auch nach den Anlagen und Fähigkeiten des einzelnen.