Karfreitag
Die
Feier vom Leiden und Sterben Christi
„Durch
das heilige Ostergeschehen hat Christus der Herr, die Menschen erlöst und Gott
auf vollkommene Weise geehrt.
Er
hat durch seinen Tod unseren Tod überwunden, durch seine Auferstehung hat er das
Leben neu geschaffen.
Die
drei Tage des Leidens und der Auferstehung des Herrn sind deshalb der Höhepunkt
des ganzen Kirchenjahrs.“ (Missale Romanum)
Heute und am Karsamstag findet nach
altem Brauch keine Eucharistiefeier statt. Die Gedächtnisfeier vom Leiden
und Tod Christi wird am Nachmittag gehalten. Sie beginnt mit einem
Eröffnungsgebet und besteht aus drei Hauptteilen:
1.
Wortgottesdienst mit drei
Schriftlesungen und den großen Fürbitten,
2.
Erhebung und Verehrung des heiligen
Kreuzes,
3.
Kommunionfeier.
Gedenke,
Herr, der großen Taten,
die
dein Erbarmen gewirkt hat.
Schütze
und heilige deine Diener,
für
die dein Sohn Jesus Christus sein Blut vergossen
und
das österliche Geheimnis eingesetzt hat,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Oder:
Allmächtiger,
ewiger Gott,
durch
das Leiden deines Sohnes
hast
du den Tod vernichtet,
der
vom ersten Menschen
auf
alle Geschlechter übergegangen ist.
Nach
dem Gesetz der Natur tragen wir
das
Abbild des ersten Adam an uns;
hilf
uns durch deine Gnade,
das
Bild des neuen Adam in uns auszuprägen
und
Christus ähnlich zu werden,
der
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
I.
WORTGOTTESDIENST
Zur 1. Lesung Was sich im Leiden und Sterben des „Gottesknechtes“ ereignet hat, ist eigentlich unfassbar. Und es geht alle an: Israel und die Völker der Erde. Das 4. Lied vom Gottesknecht gibt eine prophetische Deutung des Geschehenen. Das Lied beginnt mit einer Gottesrede und verläuft dann in Rede und Gegenrede zwischen dem Volk (den Völkern) und dem Propheten; durch eine zweite Gottesrede wird das Lied abgeschlossen. Den vollen Sinn dieses prophetischen Liedes können wir erst verstehen, seitdem sich in Christus alles erfüllt hat. Er ist der Mann der Schmerzen, er hat die Schuld von uns allen auf sich genommen und gesühnt.
| ERSTE Lesung |
Jes 52, 13 - 53, 12 |
Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen (Viertes Lied vom Gottesknecht)
Lesung aus dem Buch Jesaja
13Seht, mein Knecht hat
Erfolg, er wird groß sein und hoch erhaben.
14Viele haben sich über
ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine
Gestalt war nicht mehr die eines Menschen.
15Jetzt aber setzt er
viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen. Denn was man
ihnen noch nie erzählt hat, das sehen sie nun; was sie niemals hörten, das
erfahren sie jetzt.
1Wer hat unserer Kunde
geglaubt? Der Arm des Herrn - wem wurde er offenbar?
2Vor seinen Augen wuchs
er auf wie ein junger Spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden. Er
hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen mochten. Er
sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm.
3Er wurde verachtet und
von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit
vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet;
wir schätzten ihn nicht.
4Aber er hat unsere
Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er
sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt.
5Doch er wurde
durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu
unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.
6Wir hatten uns alle
verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf
ihn die Schuld von uns allen.
7Er wurde misshandelt
und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das
man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so
tat auch er seinen Mund nicht auf.
8Durch Haft und Gericht
wurde er dahingerafft, doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land
der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode
getroffen.
9Bei den Ruchlosen gab
man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhestätte, obwohl er kein
Unrecht getan hat und kein trügerisches Wort in seinem Mund war.
10Doch der Herr fand
Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht), er rettete den, der sein Leben
als Sühneopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. Der Plan
des Herrn wird durch ihn gelingen.
11Nachdem er so vieles
ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht,
der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.
12Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen, und mit den Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. Denn er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.
| ANTWORTPSALM |
Ps 31 (30), 2 u. 6.12-13.15-16.17 u. 25 (R: Lk 23, 46) |
| R Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist. - R |
(GL 203, 1) |
| 2 Bei dir, Herr, suche ich Zuflucht, |
IV. Ton |
lass
mich nie zugrunde gehen;
in
deiner Gerechtigkeit rette mich!
6
du
hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
- (R)
12
ein
Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden;
wer
mich auf der Straße sieht, flieht vor mir.
13
bin
geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.
- (R)
15
ich
sage: „Du bist mein Gott.“
16
entreiß
mich der Hand meiner Feinde und Verfolger.
- (R)
17
hilf
mir in deiner Güte !
25
ihr alle, die ihr wartet auf den Herrn. - R
Zur 2. Lesung In Jesus haben wir einen Hohenpriester, dem wir vertrauen können. Er ist der Sohn Gottes, er ist aber auch einer von uns. Er kennt unsere Schwachheit. Weil er selbst ohne Sünde war, konnte er Sühne leisten für unsere Sünden. Nachdem er seinen Weg vollendet hat, ist er für immer unser Hoherpriester, unser Mittler bei Gott.
| ZWEiTE Lesung |
Hebr 4, 14-16; 5, 7-9 |
Erhat den Gehorsam gelernt und ist für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden
Lesung aus dem
Hebräerbrief
Brüder!
14Da wir nun einen
erhabenen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus,
den Sohn Gottes, lasst uns an dem Bekenntnis festhalten.
15Wir haben ja nicht
einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche,
sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber
nicht gesündigt hat.
16Lasst uns also voll
Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade
finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.
7Als er auf Erden
lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor
den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus
seiner Angst befreit worden.
8Obwohl er der Sohn
war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt;
9zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.
| RUF VOR DER PASSION |
Vers: vgl. Phil 2, 8b-9 |
Herr Jesus, die sei Ruhm und Ehre! - R
Christus
wurde für uns gehorsam bis zum Tod,
bis
zum Tod am Kreuz.
Darum
hat ihn Gott erhöht
und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen ist.
Herr Jesus, die sei Ruhm und Ehre!