Dritter
Fastensonntag
B
Der Mensch
ist in dieser geschaffenen Welt das Wesen, das von Gott angesprochen wurde und
immer neu angesprochen wird. Gottes Wort an den Menschen ist Offenbarung,
Verheißung und Forderung. Auch die Verheißung ist Forderung, und die Forderung
Gottes ist Offenbarung und Verheißung; sie sagt uns, wer Gott ist, und zeigt
uns den Weg, den wir gehen können.
| Eröffnungsvers |
Ps 25 (24), 15-16 |
Meine
Augen schauen stets auf den Herrn;
denn
er befreit meine Füße aus dem Netz.
Wende
dich zu mir und sei mir gnädig;
denn ich bin einsam und gebeugt.
|
Oder: |
Ez 36, 22-26 |
Wort
Gottes, des Herrn:
Ich
werde euch beweisen, dass ich heilig bin.
Ich
sammle euch aus allen Ländern.
Ich
gieße reines Wasser über euch, damit ihr rein werdet,
und
gebe euch einen neuen Geist.
Tagesgebet
Gott,
unser Vater,
du
bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir
stehen als Sünder vor dir,
und
unser Gewissen klagt uns an.
Sieh
auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch
Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum
bitten wir durch Jesus Christus.
Es können auch die Lesungen und das Evangelium vom Lesejahr A genommen werden
Zur
1. Lesung Durch
den Bundesschluss am Sinai hat Gott das Volk Israel zu seinem Volk, zu seinem
besonderen Eigentum gemacht. Die Zehn Gebote sind die Satzung des Bundes, und
sie geben dem Volk Gottes die lebensnotwendige Ordnung. Grundlegende Forderung
ist die Treue zum einen und einzigen Gott, dem Retter und Befreier. Die
einzelnen Gebote sind eine Art Grenzwall zum Schutz des einzelnen und der
Gemeinschaft.
| ERSTE Lesung |
Ex 20, 1-17 |
Das
Gesetz wurde durch Mose gegeben (Joh 1,17)
Lesung
aus dem Buch Exodus
In jenen Tagen
1sprach Gott auf dem Berg Sinai alle diese Worte:
2Ich
bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.
3Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
4Du
sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am
Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
5Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation;
6bei
denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine
Huld.
7Du
sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr
lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.
8Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!
9Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.
10Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinem Stadtbereich Wohnrecht hat.
11Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Mond gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und ihn für heilig erklärt.
12Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
13Du sollst nicht morden.
14Du sollst nicht die Ehe brechen.
15Du sollst nicht stehlen.
16Du
sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.
17Du
sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der
Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem
Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.
Oder:
| Kurzfassung |
Ex 20, 1-3.7-8.12-17 |
Das
Gesetz wurde durch Mose gegeben (Joh 1,17)
Lesung
aus dem Buch Exodus
In jenen Tagen
1sprach Gott auf dem Berg Sinai alle diese Worte:
2Ich
bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.
3Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
7Du
sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr
lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.
8Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!
12Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
13Du sollst nicht morden.
14Du sollst nicht die Ehe brechen.
15Du sollst nicht stehlen.
16Du
sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.
17Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.
| Antwortpsalm |
Ps 19 (18), 8.9.10.11-12 (R: Joh 6, 68c) |
| R Herr, du hast Worte des ewigen Lebens. - R | (GL 465) |
| 8 Die Weisung des Herrn ist vollkommen, | II. Ton |
sie erquickt den Menschen.
Das
Gesetz des Herrn ist verlässlich,
den Unwissenden macht es weise. -
(R)
9 Die Befehle des Herrn sind richtig,
sie
erfreuen das Herz;
das Gebot des Herrn ist lauter,
es
erleuchtet die Augen. -
(R)
10 Die Furcht des
Herrn ist rein,
sie besteht für immer.
Die Urteile des Herrn sind wahr,
gerecht sind sie alle. -
(R)
11 Sie sind kostbarer als Gold, als Feingold in Menge.
Sie
sind süßer als Honig, als Honig aus Waben.
12 Auch dein Knecht lässt sich von ihnen warnen:
wer
sie beachtet, hat reichen Lohn. - R
Zur
2. Lesung Die
jüdische Messiaserwartung hatte von einem glanzvollen, siegreichen Messias
geträumt. Die Heiden aber, damals und heute, wollen interessante Weisheiten
hören: Lösung der Lebensrätsel, Bewusstseinserweiterung, Selbstverwirklichung
... Aber Gott ist größer. Er vollendet sein größtes Werk in der Schwachheit
des irdischen Jesus und in der Torheit des Kreuzes.
| ZWEITE Lesung |
1 Kor 1, 22-25 |
Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten
Lesung
aus
dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther
Brüder!
22Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit.
23Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit,
24für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
25Denn
das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist
stärker als die Menschen.
| Ruf vor dem Evangelium |
Vers: vgl. Joh 3, 16a.15 |
Lob
dir, Christus, König und Erlöser! -
R
So sehr hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit
jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
Lob
dir, Christus, König und Erlöser!
Zum
Evangelium Jesus
hat den Tempel von Jerusalem geliebt und geehrt; er hat ihn das Haus seines
Vaters genannt. Eben deshalb erträgt er es nicht, dass dieser Tempel durch
Geschäftemacher entwürdigt wird. Nach seiner Vollmacht gefragt, antwortet
Jesus mit einem verborgenen Hinweis auf seinen Tod und seine Auferstehung am
dritten Tag. Das haben die Jünger erst später verstanden; nachdem Jesus von
den Toten auferstanden war, hat der Heilige Geist sie an dieses Wort erinnert.
| Evangelium |
Joh 2, 13-25 |
Reißt
diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten
+ Aus
dem heiligen Evangelium nach Johannes
13Das
Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
14Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.
15Er
machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu
die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische
stieß er um.
16Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
17Seine
Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus
verzehrt mich.
18Da
stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis,
dass du dies tun darfst?
19Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.
20Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?
21Er
aber meinte den Tempel seines Leibes.
22Als
er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies
gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen
hatte.
23Während er zum Paschafest in Jerusalem war, kamen viele zum Glauben an seinen Namen, als sie die Zeichen sahen, die er tat.
24Jesus aber vertraute sich ihnen nicht an, denn er kannte sie alle
25und
brauchte von keinem ein Zeugnis über den Menschen; denn er wusste, was im
Menschen ist.
Zur
Eucharistiefeier Gott
ist gegenwärtig und erreichbar, wo er aufrichtig gesucht und geehrt wird. Für
uns ist in besonderer Weise Jesus selbst der Ort Gottes, der lebendige Tempel,
in dem die Fülle der Gottheit wohnt. Er ist auch der wahre Beter; durch ihn und
mit ihm beten wir zum Vater.
Gabengebet
Barmherziger
Gott,
befreie
uns durch dieses Opfer
von
unseren Sünden
und
schenke uns die Kraft,
auch
den Brüdern zu vergeben,
wenn
sie an uns schuldig geworden sind.
Darum
bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfation
vom 3. Fastensonntag
oder
Präfationen
für die Fastenzeit
| Kommunionvers |
Joh 4, 13-14 |
Wenn das Evangelium von der
Samariterin gelesen wurde:
Wer
von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde,
wird
niemals mehr Durst haben.
Es
wird in ihm zur Quelle,
deren
Wasser ins ewige Leben sprudelt - so spricht der Herr.
|
Wenn ein anderes Evangelium gelesen wurde: |
Ps 84 (83), 4-5 |
Der
Sperling findet ein Haus
und
die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen
-
deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein Gott und mein
König!
Selig,
die wohnen in deinem Haus, die dich allzeit loben!
Schlussgebet
Herr
und Gott,
du
hast uns mit dem Brot des Himmels gesättigt
und
uns in dieser Speise
ein
Unterpfand dessen gegeben,
was
unseren Augen noch verborgen ist.
Lass
in unserem Leben sichtbar werden,
was
wir im Sakrament empfangen haben.
Darum
bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Für
den Tag und die Woche
Raum
und Zeit Die
Religion
hat ihre Riten, ihr Wissen, ihre Stätten und ihre bevorzugten Zeiten. Dadurch
geht von ihr menschliche Anziehungskraft aus. Der Glaube hingegen heiligt alle
Dinge, er sondert nichts ab. Unser Glaube beansprucht keinen eigenen Raum für
sich. Er umfängt die Gesamtheit des Raumes und der Zeit. Er bezieht sich auf
den Sinn alles Wirklichen. Mit anderen Worten: der Glaube ist der Widerhall auf
die universale Herrschaft Gottes über die ganze Welt. Er will vor aller Augen
sichtbar gelebt werden, gemeinsam, alles umfassend. Das ist sein Sinn für unser
Leben. (Claude
Geffré)