Donnerstag der
2. Woche nach Pfingsten
Hochfest des Leibes und Blutes Christi
Fronleichnam
C
Gott hat es gewagt: Er hat den
Menschen nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen. Und dann das zweite Wagnis:
die Menschwerdung des Sohnes, des ganz Heiligen, der in allem uns Menschen
gleich wurde. Und das dritte: dass der menschgewordene Sohn für seine Brüder
das Brot des Lebens sein will. Das ist seine Ostergabe, in göttlicher Liebe
jedem gereicht, der Hunger nach Gott hat. Nimm und iss! Du sollst leben.
| Eröffnungsvers |
Vgl. Ps 81 (80), 17 |
Er hat uns mit bestem Weizen genährt
und mit Honig aus dem Felsen gesättigt.
Tagesgebet
Herr Jesus Christus,
im wunderbaren Sakrament des Altares
hast du uns das Gedächtnis deines Leidens
und deiner Auferstehung hinterlassen.
Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse
deines Leibes und Blutes so zu verehren,
dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird.
Der du in der Einheit des Heiligen Geistes
mit Gott dem Vater lebst und herrschest in alle
Ewigkeit.
Zur 1. Lesung Melchisedek war nach Genesis 14 „Priester des höchsten Gottes“,
desselben Gottes, den Israel dann unter dem Namen „Jahwe“ verehrte. Melchisedek
kennt ihn als „Schöpfer des Himmels und der Erde“; ihm bringt er die Gaben der
Erde und der menschlichen Arbeit, Brot und Wein, als Opfer dar, ehe er sie
Abraham, dem Gast, zur Stärkung anbietet. Melchisedek, der heilige Heide,
Priester und König, ist Vorbild Jesu Christi; seine Opfergaben ein Vorbild des
neuen Opfers, das vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang Gott dargebracht
wird (vgl. Mal 1,11).
| ERSTE Lesung |
Gen 14, 18-20 |
Lesung aus dem Buch Genesis
In
jenen Tagen
18brachte Melchisedek, der König von Salem, Brot und
Wein heraus. Er war Priester des Höchsten Gottes.
19Er segnete Abram und sagte: Gesegnet sei Abram vom
Höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde,
20und gepriesen sei der Höchste Gott, der deine Feinde
an dich ausgeliefert hat. Darauf gab ihm Abram den Zehnten von allem.
| Antwortpsalm |
Ps 110 (109), 1-2.3.4-5 (R: 4b) |
| R Du bist Priester auf ewig |
(GL 684, 1) |
| nach der Ordnung Melchisedeks. - R | |
| 1 So spricht der Herr zu meinem Herrn: |
II. Ton |
Setze dich mir zur Rechten,
und ich lege die deine Feinde als
Schemel unter die Füße.
2
Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner
Macht aus:
Herrsche inmitten deiner Feinde! - (R)
3
Dein ist die Herrschaft am Tag deiner
Macht
wenn du erscheinst in heiligem
Schmuck;
ich habe dich gezeugt noch vor dem
Morgenstern,
wie den Tau in der Frühe. - (R)
4
Der Herr hat geschworen, und nie wird’s
ihn reuen:
„Du bist Priester auf ewig nach der
Ordnung Melchisedeks.“
5
Der Herr steht dir zur Seite,
er zerschmettert Könige am Tage seines
Zorns. - R
Zur 2. Lesung Im 1. Brief des heiligen Paulus an die Korinther ist uns der älteste
Text erhalten, der die apostolische Überlieferung von der Einsetzung der
Eucharistie wiedergibt. Dem Apostel geht es mehr um die Praxis als um die
Lehre, die ja nicht angefochten war. Man kann nicht Gemeinschaft mit Christus
haben und gleichzeitig die Bruderliebe verletzen. Das Sakrament ist Begegnung
mit dem Herrn, der für alle Menschen gestorben ist und der bei seiner
Wiederkunft alle richten wird, und zwar danach, ob sie den „Leib des Herrn“
(11,29) geehrt haben - im Sakrament und im Bruder.
| ZWEITE Lesung |
1 Kor 11, 23-26 |
Sooft ihr esst und trinkt,
verkündet ihr den Tod des Herrn
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther
Brüder!
23Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann
überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert
wurde, Brot,
24sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das
ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
25Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach:
Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus
trinkt, zu meinem Gedächtnis!
26Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem
Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Sequenz[1]
Deinem
Heiland, deinem Lehrer, / deinem Hirten und Ernährer, / Sion, stimm ein Loblied an!
Preis nach
Kräften seine Würde,/ da kein Lobspruch, keine Zierde / seinem Ruhm genügen
kann.
Dieses
Brot sollst du erheben, / welches lebt und gibt das Leben, / das man heut‘ den
Christen weist.
Dieses
Brot, mit dem im Saale / Christus bei dem Abendmahle / die zwölf Jünger hat
gespeist.
Laut
soll unser Lob erschallen / und das Herz in Freude wallen, / denn der Tag hat
sich genaht,
Da der
Herr zum Tisch der Gnaden / uns zum ersten Mal und geladen / und dies Mahl
gestiftet hat.
Neuer König, neue Zeiten, / neue Ostern, neue Freuden, / neues
Opfer allzumal!
Vor der Wahrheit muss das Zeichen, / vor dem Licht der Schatten weichen,
/ hell erglänzt des Tages Strahl.
Was
von Christus dort geschehen, / sollen wir fortan begehen, / seiner eingedenk zu
sein.
Treu
dem heiligen Befehle / wandeln wir zum Heil der Seele / in sein Opfer Brot und
Wein.
Doch wie uns der Glaube kündet, / der Gestalten Wesen schwindet, /
Fleisch und Blut wird Brot und Wein.
Was
das Auge nicht kann sehen, / der Verstand nicht kann verstehen, / sieht der
feste Glaube ein.
Unter
beiderlei Gestalten / hohe Dinge sind enthalten, / in den Zeichen tief
verhüllt.
Blut
ist Trank, und Fleisch ist Speise, / doch der Herr bleibt gleicherweise /
ungeteilt in beider Bild.
Wer
ihm nahet voll Verlangen, / darf ihn unversehrt empfangen, / ungemindert,
wunderbar.
Einer
kommt, und tausend kommen, / doch so viele ihn genommen, / er bleibt immer,
der er war.
Gute
kommen, Böse kommen, / alle haben ihn genommen, / die zum Leben, die zum Tod.
Bösen
wird er Tod und Hölle, / Guten ihres Lebens Quelle, / wie verschieden wirkt
dies Brot!
Wird die Hostie auch gespalten, / zweifle nicht an Gottes Walten, / dass
die Teile das enthalten, / was das ganze Brot enthält.
Niemals kann das Wesen weichen, / teilen lässt sich nur das Zeichen, /
Sach‘ und Wesen sind die gleichen, / beide bleiben unentstellt.
*Seht das Brot, die Engelspeise! / Auf des Lebens
Pilgerreise / nehmt es nach der Kinder Weise, / nicht den Hunden werft es hin!
Lang im Bild war‘s vorbereitet: / Isaak, der zum Opfer schreitet; /
Osterlamm, zum Mahl bereitet; / Manna nach der Väter Sinn.
Guter Hirt, du wahre Speise, / Jesus, gnädig dich erweise! / Nähre uns
auf deinen Auen, / lass uns deine Wonnen schauen / in des Lebens ewigem Reich!
Du, der alles weiß und leitet, / uns im Tal des Todes weidet, / lass an
deinem Tisch uns weilen, / deine Herrlichkeit uns teilen. / Deinen Seligen mach
uns gleich!
Oder:
Lobe, Zion, deinen Hirten; / dem Erlöser der Verirrten / stimme Dank und
Jubel an. / Lass dein Lob zum Himmel dringen; / ihn zu rühmen, ihm zu singen, /
hat kein Mensch genug getan.
Er ist uns im Brot gegeben, / Brot, das lebt und spendet Leben, / Brot
das Ewigkeit verheißt, / Brot, mit dem der Herr im Saale / dort beim
österlichen Mahle / die zwölf Jünger hat gespeist.
Lobt und preist, singt Freudenlieder; / festlich kehrt der Tag uns
wieder, / jener Tag von Brot und Wein, / da der Herr zu Tisch geladen / und
dies heilge Mahl der Gnaden / setzte zum Gedächtnis ein. Was bei jenem Mahl
geschehen, / sollen heute wir begehen / und verkünden seinen Tod. / Wie der
Herr uns aufgetragen, / weihen wir, Gott Dank zu sagen, / nun zum Opfer Wein
und Brot.
*Seht das Brot, der Engel Speise, / Brot auf
unsrer Pilgerreise, / das den Hunger wahrhaft stillt. / Abrams Opfer hat‘s
gedeutet, / war im Manna vorbereitet, / fand im Osterlamm sein Bild.
Guter Hirt, du Brot des Lebens, / wer dir traut, hofft nicht vergebens, /
geht getrost durch diese Zeit. / Die du hier zu Tisch geladen, / ruf auch dort
zum Mahl der Gnaden / in des Vaters Herrlichkeit.
Oder:
| Ruf vor dem Evangelium |
Vers: Joh 6, 51-52 |
Halleluja.
Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich
bin das lebendige Brot,
das
vom Himmel gekommen ist.
Wer
dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben.
Halleluja.
Zum Evangelium Jesus hat die Fünftausend gespeist,
weil sie Hunger hatten, so wie einst in der Wüste Gott das Volk Israel mit
Manna gespeist hat. Jesus wird auch das Gottesvolk des Neuen Bundes nicht ohne
das notwendige Brot lassen. Die Art, wie der Evangelist von der Brotvermehrung
erzählt, zeigt, dass er sie im Zusammenhang mit der Eucharistie gesehen hat.
Deutlich sind die Hinweise auf das Letzte Abendmahl Jesu und auf die
Eucharistiefeier der Urgemeinde, wie Lukas sie gekannt hat.
| Evangelium |
Lk 9, 11b-17 |
Alle aßen und wurden satt
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
In
jener Zeit
11redete Jesus zum Volk vom Reich Gottes und heilte
alle, die seine Hilfe brauchten.
12Als der Tag zur Neige ging, kamen die Zwölf zu ihm
und sagten: Schick die Menschen weg, damit sie in die umliegenden Dörfer und
Gehöfte gehen, dort Unterkunft finden und etwas zu essen bekommen; denn wir
sind hier an einem abgelegenen Ort.
13Er antwortete: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten:
Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; wir müssten erst weggehen
und für all diese Leute Essen kaufen.
14Es waren etwa fünftausend Männer. Er erwiderte
seinen Jüngern: Sagt ihnen, sie sollen sich in Gruppen zu ungefähr fünfzig
zusammensetzen.
15Die Jünger taten, was er ihnen sagte, und
veranlassten, dass sich alle setzten.
16Jesus aber nahm die fünf Brote und die zwei Fische,
blickte zum Himmel auf, segnete sie und brach sie; dann gab er sie den Jüngern,
damit sie diese an die Leute austeilten.
17Und alle aßen und wurden satt. Als man die übrig
gebliebenen Brotstücke einsammelte, waren es zwölf Körbe voll.
Zur Eucharistiefeier „Nimm
dieses Opfer an ... wie einst die Gaben deines gerechten Dieners Abel, wie das
Opfer unseres Vaters Abraham, wie die heilige Gabe, das reine Opfer deines Hohenpriesters
Melchisedek.“ (Erstes Eucharistisches Hochgebet).
Gabengebet
Herr, unser Gott,
wir bringen das Brot dar,
das aus vielen Körnern bereitet,
und den Wein,
der aus vielen Trauben gewonnen ist.
Schenke deiner Kirche,
was diese Gaben geheimnisvoll bezeichnen:
die Einheit und den Frieden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfationen von der heiligen Eucharistie
| Kommunionvers |
Joh 6, 56 |
So spricht der Herr:
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt,
der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.
Schlussgebet
Herr Jesus Christus,
der Empfang deines Leibes und Blutes
ist für uns ein Vorgeschmack der kommenden
Herrlichkeit.
Sättige uns im ewigen Leben
durch den vollen Genuss deiner Gottheit.
Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.
Der Leib Christi - Amen
Hier soll die Unterweisung wiedergegeben werden, die zu Beginn des 4.
Jahrhunderts der heilige Bischof Cyrill von Jerusalem seinen Täuflingen über
den Empfang der heiligen Kommunion gab:
„Beim Vortreten streck die
Hände flach aus und spreize die Finger nicht, sondern lege die linke Hand unter
die rechte wie einen Thron, um den König zu empfangen. Nimm mit hohler Hand den
Leib Christi auf und antworte: ,Amen‘. Behutsam heilige nun deine Augen durch
Berührung mit dem heiligen Leib; dann iss und achte sorgfältig darauf, dass dir
nichts davon verloren geht ... Noch viel behutsamer als bei Gold und
Edelsteinen musst du hier darauf achten, dass dir nicht das kleinste Teilchen
herunterfällt.
Nach deiner Vereinigung mit
dem Leib Christi tritt auch zum Kelch des Blutes hin. Streck aber nicht die
Hände aus, sondern verneige dich wie zur Anbetung und Verehrung und sprich das
‚Amen‘; heilige dich (mit dem Kreuzzeichen) und empfange das Blut Christi.
Solange sein Nass noch an deinen Lippen ist, führe davon an Augen und Stirn und
heilige auch die übrigen Sinne. Dann warte das (Schluss-)Gebet ab und danke
Gott, der dich solcher Geheimnisse gewürdigt hat.“ (Cyrill von Jerusalem,
Katechese V, 21 und 22.)
[1] Vor dem Ruf vor dem Evangelium kann die Sequenz eingefügt
werden. Sie wird entweder ganz genommen oder in ihrer Kurzform, beginnend mit *Seht das Brot.