7.
Sonntag im Jahreskreis
B
Wer
vor dem Gesetz schuldig geworden ist, wird bestraft. Damit soll die Schuld
gesühnt, der Schuldige gebessert werden. So verlangt es das Recht. Aber die
Gerechtigkeit Gottes ist größer. Gott will die Menschen dadurch besser machen,
dass er ihnen die Schuld vergibt. Uns allen wurde viel vergeben. Das sollen wir
nicht vergessen, es soll uns aber nicht quälen, im Gegenteil: es soll uns
dankbar machen und gütig gegenüber dem, der unsere Vergebung braucht.
| Eröffnungsvers |
Ps 13 (12), 6 |
Herr,
ich baue auf deine Huld,
mein
Herz soll über deine Hilfe frohlocken.
Singen
will ich dem Herrn, weil er mir Gutes getan hat.
Tagesgebet
Barmherziger
Gott,
du
hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen.
Lass
uns immer wieder über dein Wort nachsinnen,
damit
wir reden und tun, was dir gefällt.
Darum
bitten wir durch Jesus Christus.
Zur
1. Lesung Dem
Volk,
das seit Jahren im babylonischen Exil lebt, kündet der Prophet die Befreiung
an. Gott selbst wird eingreifen, wie er es in der alten Zeit getan hat, als er
Israel aus Ägypten herausführte. Gott vergibt die Schuld, das ist die
eigentliche Rettung. Sie macht die innere Umkehr des Volkes und dann auch die
äußere Rückkehr in die Heimat erst möglich.
| ERSTE Lesung |
Jes 43, 18-19.21-22.24b-25 |
Um
meinetwillen lösche ich deine Vergehen aus
Lesung
aus dem Buch Jesaja
So spricht der Herr:
18Denkt
nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht
achten.
19Seht
her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es
nicht? Ja, ich lege einen Weg an durch die Steppe und Straßen durch die Wüste.
21Das
Volk, das ich mir erschaffen habe, wird meinen Ruhm verkünden.
22Jakob,
du hast mich nicht gerufen, Israel, du hast dir mit mir keine Mühe gemacht.
24bDu
hast mir mit deinen Sünden Arbeit gemacht, mit deinen üblen Taten hast du mich
geplagt.
25Ich,
ich bin es, der um meinetwillen deine Vergehen auslöscht, ich denke nicht mehr
an deine Sünden.
| Antwortpsalm |
Ps 41 (40), 2-3a.4-5.13-14 (R: 5b) |
| R Heile mich, Herr; |
(GL 527, 5) |
| denn ich habe gegen dich gesündigt. - R | |
| 2 Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt; |
IV. Ton |
zur Zeit des Unheils wird der Herr ihn retten.
3a Ihn wird der Herr behüten
und
am Leben erhalten. -
(R)
4 Auf dem
Krankenbett wird der Herr ihn stärken;
seine Krankheit verwandelst du in Kraft.
5 Ich sagte: Herr, sei mir gnädig,
heile
mich; denn ich habe gegen dich gesündigt. -
(R)
13 Weil ich aufrichtig bin, hältst du mich fest
und
stellst mich vor dein Antlitz für immer.
14 Gepriesen sei der
Herr, der Gott Israels,
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, ja amen. - R
Zur
2. Lesung Paulus
hatte der Gemeinde von Korinth seinen Besuch angekündigt, war dann aber nicht
gekommen. Die Situation in der Gemeinde war so, dass ein Besuch in diesem Moment
eher schädlich als nützlich gewesen wäre. Auf keinen Fall soll ein Zweifel an
der Zuverlässigkeit des Apostels aufkommen. Als Bote Gottes muss er ja Gottes
eigene Treue und Zuverlässigkeit verkörpern. Gott ist treu; dafür bürgt der
menschgewordene Sohn; er ist das Ja Gottes zu all seinen Verheißungen. Das
bezeugt uns der Heilige Geist, den wir in der Taufe empfangen haben. Auch das
Leben jedes Christen muss so klar und lauter sein wie das Amen, das wir in der
liturgischen Feier in der Kraft des Heiligen Geistes sprechen.
| ZWEITE Lesung |
2 Kor 1, 18-22 |
Jesus
Christus ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja
verwirklicht
Lesung
aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther
Brüder!
18Gott
ist treu, er bürgt dafür, dass unser Wort euch gegenüber nicht Ja und Nein
zugleich ist.
19Denn
Gottes Sohn Jesus Christus, der euch durch uns verkündigt wurde - durch mich,
Silvanus und Timotheus -, ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm
ist das Ja verwirklicht.
20Er ist
das Ja zu allem, was Gott verheißen hat. Darum rufen wir durch ihn zu Gottes
Lobpreis auch das Amen.
21Gott aber, der uns und euch in der Treue zu Christus festigt und der uns alle gesalbt hat,
22er
ist es auch, der uns sein Siegel aufgedrückt und als ersten Anteil am
verheißenen Heil den Geist in unser Herz gegeben hat.
| Ruf vor dem Evangelium |
Vers: vgl. Lk 4, 18 |
Halleluja.
Halleluja.
Der Herr hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und
den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja.
Zum
Evangelium Jesus
hat die Macht, zu lehren, Dämonen auszutreiben, Krankheiten zu heilen. Er tritt
aber auch mit dem Anspruch auf, Sünden vergeben zu können. Das ist nicht nur
ungewöhnlich; es ist in den Augen der Schriftgelehrten eine Gotteslästerung.
Und sie haben Recht: Niemand kann Sünden vergeben als Gott allein. Jesus
bestreitet das nicht; er beweist durch die Krankenheilung seine Vollmacht.
| Evangelium |
Mk 2, 1-12 |
Der
Menschensohn hat die Vollmacht, hier auf der Erde Sünden zu vergeben
+ Aus
dem heiligen Evangelium nach Markus
1Als
Jesus nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war.
2Und
es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür
Platz war; und er verkündete ihnen das Wort.
3Da
brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.
4Weil
sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten
sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den
Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.
5Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
6Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen:
7Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
8Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen?
9Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher?
10Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten:
11Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
12Der
Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da
gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch
nie gesehen.
Zur
Eucharistiefeier Durch
Jesus haben
wir die Vergebung der Sünden: durch sein Opfer am Kreuz und durch das Wort der
Vergebung. Auch das verbindet uns zur Gemeinschaft: zu wissen, dass uns allen
vergeben wurde.
Gabengebet
Allmächtiger
Gott,
in
der Feier der göttlichen Geheimnisse
erfüllen
wir den Dienst, der uns aufgetragen ist,
Gib,
dass wir deine Größe würdig loben und preisen
und
aus diesem Opfer Heil empfangen.
Darum
bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfationen
für die Sonntage im Jahreskreis
| Kommunionvers |
Ps 9, 2-3 |
Herr,
verkünden will ich all deine Wunder.
Ich
will jauchzen und an dir mich freuen,
für
dich, du Höchster, will ich singen und spielen.
| Oder: |
Joh 11, 27 |
Ja,
Herr, ich glaube, dass du der Messias bist,
der
Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Getreuer
Gott,
du
hast uns das heilige Sakrament
als
Unterpfand der kommenden Herrlichkeit gegeben.
Schenke
uns einst das Heil in seiner ganzen Fülle.
Darum
bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Er ist da Ob wir von Christus wissen oder nicht, er ist da, ganz nahe bei jedem. Wie ein unbemerkter Begleiter, wie Licht in unserer Finsternis, wie ein brennendes Feuer im Herzen des Menschen. Er hat sich so sehr an die Menschen gebunden, dass er bei ihnen bleibt, auch wenn sie es nicht wissen.
Aber
Christus ist, wie Gott, auch ein anderer als wir. Er ist das Gegenüber des
Menschen, der ihn unablässig sucht, von Angesicht zu Angesicht.
(Frère
Roger)