20. Sonntag im Jahreskreis B
In der
Art zu sprechen offenbart sich der Mensch. Die Sprache Jesu ist einfach und
klar, da ist kein fremdes Wort. kein komplizierter Satz. Und was er sagt, ist
die Wahrheit. Nicht irgendeine Wahrheit, die man zur Kenntnis nimmt wie eine
Zeitungsnotiz. Die Wahrheit Jesu ist er selbst. Er allein kann sagen: „Ich bin
die Wahrheit.“ Er allein ist das Licht der Welt, und er ist das Brot des
Lebens. Nur wer ihn selbst annimmt, versteht seine Wahrheit.
Eröffnungsvers Ps
84 (83), 10-11
Gott,
du unser Beschützer, schau auf das Angesicht deines Gesalbten.
Denn
ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums
ist
besser als tausend andere.
Tagesgebet
Barmherziger Gott,
was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört hat,
hast du denen bereitet, die dich lieben.
Gib uns ein Herz,
das dich in allem und über alles liebt,
damit wir
den Reichtum deiner Verheißungen erlangen,
der alles übersteigt, was wir ersehnen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Zur 1. Lesung Die Weisheit, von der die Bibel spricht, ist Gabe Gottes und eine große
Tugend. Durch sie lernt der Mensch,
die Wege Gottes und der Menschen zu verstehen und seinem eigenen Leben Form und
Richtung zu geben. In der Lesung wird die Weisheit mit einer Frau verglichen, die
ein großes Haus führt. Das Mahl, zu dem sie einlädt, ist die Weisheit selbst;
ihre Verheißung ist das Leben. Zu einem größeren Mahl hat uns Christus
eingeladen; in ihm ist Gottes ewige Weisheit Fleisch geworden und hat unter uns
Wohnung genommen; er selbst ist das Mahl, zu dem er uns einlädt: Brot für das
Leben der Welt.
1. Lesung Spr 9, 1-6
Kommt, esst von meinem Mahl,
und trinkt vom Wein, den ich mischte
Lesung aus dem Buch der Sprichwörter
1Die Weisheit hat ihr Haus
gebaut, ihre sieben Säulen behauen.
2Sie hat ihr Vieh
geschlachtet, ihren Wein gemischt und schon ihren Tisch gedeckt.
3Sie hat ihre Mägde
ausgesandt und lädt ein auf der Höhe der Stadtburg:
4Wer unerfahren ist, kehre
hier ein. Zum Unwissenden sagt sie:
5Kommt, esst von meinem Mahl,
und trinkt vom Wein, den ich mischte.
6Lasst ab von der Torheit,
dann bleibt ihr am Leben, und geht auf dem Weg der Einsicht!
Antwortpsalm Ps
34 (33), 2-3.10-11.12-13.14-15 (R: 9a)
R
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist! - R (GL
471)
2 Ich will den Herrn allezeit preisen; VI.
Ton
immer sei sein Lob in meinem Mund.
3 Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich
freuen. - (R)
10 Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen;
denn wer ihn fürchtet, leidet keine
Mangel.
11 Reiche müssen darben und hungern;
wer aber den Herrn sucht, braucht kein
Gut zu entbehren. - (R)
12 Kommt, ihr Kinder, hört mir zu!
Ich will euch in der Furcht des Herrn
unterweisen.
13 Wer ist der Mensch, der das Leben liebt
und gute Tage zu sehen wünscht? - (R)
14 Bewahre deine Zunge vor Bösem
und deine Lippen vor falscher Rede!
15 Meide das Böse, und tu das Gute;
suche Frieden, und jage ihm nach! - R
Zur 2. Lesung Wer die Wahrheit Gottes
begriffen hat und seine eigene Wahrheit, der kann nicht weiterleben, als wüsste
er nichts. Die Wahrheit befreit uns und zeigt uns den Weg. In der Taufe haben
wir den Geist Gottes empfangen; er macht uns fähig, aus der eigenen Enge
herauszutreten, Gott zu danken und in nüchterner Trunkenheit vor Gott zu
singen. Der Gesang kann nicht fehlen im Leben des erlösten Menschen und im
Gottesdienst der Gemeinde.
2. Lesung Eph 5, 15-20
Begreift, was der Wille des
Herrn ist
Lesung aus dem Brief an die Epheser
15Achtet also sorgfältig
darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug.
16Nutzt die Zeit; denn diese
Tage sind böse.
17Darum seid nicht
unverständig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist.
18Berauscht euch nicht mit
Wein - das macht zügellos -, sondern lasst euch vom Geist erfüllen!
19Lasst in eurer Mitte Psalmen,
Hymnen und Lieder erklingen, wie der Geist sie eingibt. Singt und jubelt aus
vollem Herzen zum Lob des Herrn!
20Sagt Gott, dem Vater,
jederzeit Dank für alles im Namen Jesu Christi, unseres Herrn!
Ruf vor dem
Evangelium Vers:
Joh 6, 56
Halleluja.
Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Wer
mein Fleisch isst und mein Blut trinkt,
der
bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.
Halleluja.
Zum Evangelium Das Brot, das Jesus geben will, ist sein „Fleisch“: sein eigenes Leben,
hingegeben für das Leben der Welt. Sein Fleisch essen und sein Blut trinken
bedeutet mehr, als nur an Jesus zu
glauben, es geht um ein wirkliches Essen; beim Letzten Abendmahl werden die
Jünger es begreifen. Und nach dem Weggang Jesu werden sie zusammenkommen, um
das heilige Mahl zu feiern, das Mysterium des Todes und der Auferstehung des
Herrn, das Zeichen des ewigen Bundes und der bleibenden Gemeinschaft. Teilnahme
an diesem Mahl bedeutet Teilhabe an der ewigen Gemeinschaft des Vaters und des
Sohnes im Heiligen Geist.
Evangelium Joh 6, 51-58
Mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein
Trank
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
51Ich bin das
lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst,
wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich
gebe es hin) für das Leben der Welt.
52Da stritten sich
die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
53Jesus sagte zu
ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht
esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
54Wer mein Fleisch
isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken
am Letzten Tag.
55Denn mein
Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.
56Wer mein Fleisch
isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.
57Wie mich der
lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder,
der mich isst, durch mich leben.
58Dies ist das
Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot,
das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst,
wird leben in Ewigkeit.
Zur Eucharistiefeier Jesus
lebt vom Vater her und zum Vater hin; er ist der Sohn, das ist seine ganze
Existenz. An dieser Seinsweise des Sohnes teilzuhaben ist ewiges Leben. Das und
nichts weniger ist es, was er uns geben will.
Gabengebet
Herr, wir bringen unsere Gaben dar
für die Feier,
in der sich ein heiliger Tausch vollzieht.
Nimm sie in Gnaden an
und schenke uns dich selbst
in deinem Sohn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis
Kommunionvers Ps
130 (129), 7
Beim Herrn ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in
Fülle.
oder: Joh 6, 51
So spricht der Herr:
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel
herabgekommen ist.
Wer von diesem Brote isst, wird leben in
Ewigkeit.
Schlussgebet
Barmherziger Gott,
im heiligen Mahl
schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes.
Dieses Sakrament
mache uns auf Erden Christus ähnlich,
damit wir im Himmel
zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Für den Tag und die Woche
Aufleuchten soll uns die Kenntnis von dir - heiligster Vater, unser Schöpfer,
Erlöser, Tröster und Heiland -, damit wir innewerden der Breite deiner
Wohltaten, der Länge deiner Verheißungen, der Höhe deiner Erhabenheit, der
Tiefe deiner Gerichte.
Unser
tägliches Brot gib uns: deinen geliebten Sohn, unseren Herrn Jesus Christus;
Gib
uns heute: zum Gedächtnis, zum Verstehen
und zur Verehrung der Liebe, die er zu uns hegte, und all dessen; was er für
uns gesprochen, getan und erduldet hat. (Franziskus von Assisi)