26.
Sonntag im Jahreskreis
Ein
großer Optimismus steckt in der Predigt der Propheten. Wie soll jemand
predigen, wenn er nicht an das Gute im Menschen glaubt und auf das Erbarmen
Gottes hofft? Wo Gottes Herrschaft (das „Himmelreich“)
ausgerufen und die Umkehr der Menschen, die Rückkehr zu Gott gefordert wird, da
weiß der Mensch, dass Gott sich um ihn kümmert und ihn nicht auf seinen
verlorenen Wegen weitergehen lässt.
| Eröffnungsvers |
Vgl. Dan 3, 31.29.30.43.42 |
Alles,
was du uns getan hast, o Herr,
das
hast du nach deiner gerechten Entscheidung getan,
denn
wir haben gesündigt, wir haben dein Gesetz übertreten.
Verherrliche
deinen Namen und rette uns
nach
der Fülle deines Erbarmens.
Tagesgebet
Großer
Gott, du offenbarst deine Macht vor allem
im
Erbarmen und im Verschonen.
Darum
nimm uns in Gnaden auf,
wenn
uns auch Schuld belastet.
Gib,
dass wir unseren Lauf vollenden
und
zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.
Darum
bitten wir durch Jesus Christus.
Zur
1. Lesung Die
Jahre
des babylonischen Exils (6. Jh. v. Chr.) waren auch Jahre einer tief gehenden
Krise des Gottesglaubens. Ein Gott, der die Söhne für die Schuld der Väter
sterben lässt, ist ungerecht; ein ungerechter Gott ist aber kein Gott. Der
Prophet stellt richtig: Gott bestraft jeden nur für seine Schuld, und auch
dafür nicht, wenn er sich bekehrt hat. Gott ist auf göttliche Weise gerecht:
er ist barmherzig. In der Krise sollen die Menschen sich nicht zu Tode trauern,
vielmehr dem gnädigen Gott und sich selbst einen neuen Anfang zutrauen.
| ERSTE Lesung |
Ez 18, 25-28 |
Wenn sich der Schuldige von seinem Unrecht abwendet, wird er sein Leben bewahren
Lesung
aus dem Buch Ezechiel
So spricht der Herr:
25Ihr
sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus
Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht
richtig.
26Wenn
der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und unrecht tut, muss er dafür
sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.
27Wenn
sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht
und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren.
28Wenn er alle Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben.
| Antwortpsalm |
Ps 25 (24), 4-5.6-7.8-9 (R: 6ab) |
| R Denk an dein Erbarmen, Herr, |
(GL 170, 1) |
| und an die Taten deiner Huld! - R |
| 4 Zeige mir, Herr, deine Wege, |
II. Ton |
lehre mich deine Pfade!
5 Führe mich in deiner Treue und lehre mich;
denn du bist der Gott meines Heiles.
Auf
dich hoffe ich allezeit. -
(R)
6
Denk an
dein Erbarmen, Herr,
und an die Taten deiner Huld;
denn sie bestehen seit Ewigkeit.
7 Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel!
In
deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig. -
(R)
8 Gut und gerecht ist der Herr,
darum
weist er die Irrenden auf den rechten Weg.
9 Die Demütigen leitet er nach seinem Recht,
die
Gebeugten lehrt er seinen Weg. -
R
Zur 2. Lesung Die Eintracht in einer Gemeinschaft von Christen hat ihren Grund in der gemeinsamen Zugehörigkeit zu Christus Jesus, und diese ist das Werk des Heiligen Geistes. Das Christuslied im 2. Teil der Lesung (Verse 6-11) deutet die Situation, die sich aus dem Christusereignis ergibt: Eine neue Ordnung in der Welt, eine neue Freiheit wird dort erfahren, wo Christus in seiner Erniedrigung erkannt und in seiner Erhöhung als der Herr, der Kyrios, geehrt wird.
| ZWEITE Lesung |
Phil 2, 1-11 |
Seid so gesinnt wie Christus Jesus
Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper
Brüder!
1Wenn es Ermahnung in Christus gibt, Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, herzliche Zuneigung und Erbarmen,
2dann macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig,
3dass
ihr nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei tut. Sondern in Demut schätze
einer den andern höher ein als sich selbst.
4Jeder
achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das des anderen.
5Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:
6Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
7sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;
8er
erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
9Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
10damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
11und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ - zur Ehre Gottes, des Vaters.
Oder:
| Kurzfassung |
Phil 2, 1-5 |
Seid so gesinnt wie Christus Jesus
Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper
Brüder!
1Wenn es Ermahnung in Christus gibt, Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, herzliche Zuneigung und Erbarmen,
2dann macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig,
3dass
ihr nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei tut. Sondern in Demut schätze
einer den andern höher ein als sich selbst.
4Jeder
achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das des anderen.
5Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht.
| Ruf vor dem Evangelium |
Vers: Joh 10, 27 |
Halleluja.
Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Meine
Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie, und sie folgen mir.
Halleluja.
Zum
Evangelium Im
Ruf zur Umkehr offenbart sich Gott als der, zu dem man umkehren kann: der
geduldige, wartende, verzeihende Gott. Er öffnet den Menschen einen Weg, den
sie von sich aus weder finden noch gehen könnten. Den offiziellen Vertretern
der Religion ist es damals und auch „später“
schwer gefallen, an ihrer eigenen Rechtschaffenheit zu zweifeln und an Bekehrung
zu denken. Nur bei den Sündern, bei Zöllnern und Dirnen, fand Jesus die
Bereitschaft, sich zu bekehren. Sie sind es, die im Gleichnis zuerst nein
gesagt, später aber ja getan haben.
| Evangelium |
Mt 21, 28-32 |
Später
reute es ihn, und er ging doch. -
Zöllner
und
Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr
+ Aus
dem heiligen Evangelium nach Matthäus
In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes:
28Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!
29Er
antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht.
30Da
wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete:
Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch.
31Wer
von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der
zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen
gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.
32Denn
Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt
ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr
habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.
Zur
Eucharistiefeier Wenn
wir den Leib Christi empfangen, sagen wir: Amen. Wir sagen ja, aber alles kommt
darauf an, dass wir auch wissen, was wir sagen - und was wir tun.
Gabengebet
Barmherziger
Gott,
nimm
unsere Gaben an
und
öffne uns in dieser Feier
die
Quelle, aus der aller Segen strömt.
Darum
bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfationen
für die Sonntage im Jahreskreis
| Kommunionvers |
Ps 119 (118), 49-50 |
Herr,
denk an das Wort für deinen Knecht,
durch
das du mir Hoffnung gabst!
Sie ist mein Trost im Elend.
| Oder: |
Vgl. 1 Joh 3, 16 |
Die
Liebe Gottes haben wir daran erkannt,
dass
Christus sein Leben für uns gegeben hat.
So
müssen auch wir das Leben hingeben für die Brüder.
Schlussgebet
Allmächtiger
Gott,
in
der Feier der Eucharistie
haben
wir den Tod des Herrn verkündet.
Dieses
Sakrament stärke uns an Leib und Seele
und
mache uns bereit mit Christus zu leiden,
damit
wir auch mit ihm zur Herrlichkeit gelangen,
der
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Für
den Tag und die Woche
Die Umkehr tun
Die große Schuld des Menschen
sind nicht die Sünden, die er begeht -
die Versuchung ist mächtig und seine Kraft gering.
Die große Schuld des Menschen ist,
dass er in jedem Augenblick
die
Umkehr tun kann und nicht tut. (Rabbi
Bunam)