Montag
der Osteroktav
Wo der Ostermontag nicht als Feiertag begangen wird:
| Eröffnungsvers |
Vgl. Ex 13, 5.9 |
Der Herr hat euch in das Land
geführt,
wo Milch und Honig strömen.
Immer soll das Gesetz des
Herrn in euren Herzen sein.
Halleluja.
Oder:
Der Herr ist vom Tod
auferstanden, wie er gesagt hat.
Freut euch und frohlockt, denn
er herrscht in Ewigkeit. Halleluja.
Tagesgebet
Gott, du Herr allen Lebens,
durch die Taufe schenkst du deiner Kirche
Jahr für Jahr neue Söhne und Töchter.
Gib, dass alle Christen in ihrem Leben
dem Sakrament treu bleiben,
das sie im Glauben empfangen haben.
Darum bitten wir durch Jesus
Christus.
Zur Lesung Im
Mittelpunkt der Pfingstrede des Petrus (Apg 2,14-36) steht die Aussage über
Tod und Auferstehung Jesu. Die Auferstehung ist nicht nur durch Zeugen
verbürgt, die Jesus gesehen haben; Petrus gibt auch einen Schriftbeweis: er
deutet Ps 16,8-11 auf Christus. Psalm 16 war zunächst das vertrauensvolle
Gebet eines Menschen, der sein Leben bedroht sah. Aber wie andere Psalmen, so
ist such dieser erst durch das Christusereignis in seinem Vollsinn deutlich
geworden: Gott gibt den nicht der Vernichtung preis, der ihm treu ist. Der Tod
ist überwunden durch das Leben. Auch wir können diesen Psalm jetzt beten als
Ausdruck unserer Hoffnung auf Auferstehung und ewige Gemeinschaft mit Gott. -
Lk 24,19; Apg 10,38; 1 Thess 2,14-16.
| Erste Lesung |
Apg 2, 14.22-33 |
Gott hat Jesus auferweckt,
dafür sind wir alle Zeugen
Lesung aus der Apostelgeschichte
14Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen
mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle
Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte!
22Jesus, den Nazoräer, den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle
Taten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr
selbst wisst -
23ihn, der nach Gottes
beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand
von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht.
24Gott aber hat ihn von den
Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn es war unmöglich, dass er vom Tod
festgehalten wurde.
25David nämlich sagt über ihn:
Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke
nicht.
26Darum freut sich mein Herz
und frohlockt meine Zunge, und auch mein Leib wird in sicherer Hoffnung ruhen;
27denn du gibst mich nicht der
Unterwelt preis, noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen.
28Du zeigst mir die Wege zum
Leben, du erfüllst mich mit Freude vor deinem Angesicht.
29Brüder, ich darf freimütig
zu euch über den Patriarchen David reden: Er starb und wurde begraben, und sein
Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag.
30Da er ein Prophet war und
wusste, dass Gott ihm den Eid geschworen hatte, einer von seinen Nachkommen
werde auf seinem Thron sitzen,
31sagte er vorausschauend über
die Auferstehung des Christus: Er gibt ihn nicht der Unterwelt preis, und sein
Leib schaut die Verwesung nicht.
32Diesen Jesus hat Gott
auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.
33Nachdem er durch die rechte
Hand Gottes erhöht worden war und vom Vater den verheißenen Heiligen Geist
empfangen hatte, hat er ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.
| Antwortpsalm |
Ps 16 (15), 2 u. 5.7-8.9-11a (R. vgl. 1) |
| R Behüte mich, Gott, denn ich vertraue auf dich. - R |
(GL 527, 7) |
| Oder: | |
| R Halleluja. - R | |
| 2 Ich sage zum Herrn: „Du bist mein Herr; |
IV. Ton |
Mein ganzes Glück bist du allein.
5
Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst
mir den Becher;
du
hältst mein Los in deinen Händen. - (R)
7
Ich preise den Herrn, der mich beraten
hat.
Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht
8
Ich habe den Herrn beständig vor Augen.
Er steht mir zur Rechten, ich wanke
nicht. - (R)
9
Darum freut sich mein Herz und frohlockt
meine Seele;
auch mein Leib wird wohnen in
Sicherheit.
10
Denn du gibst mich nicht der Unterwelt
preis;
du lässt deinen Frommen das Grab nicht
schauen.
11a Du zeigst mir den Pfad zum Leben. - R
| Ruf vor dem Evangelium |
Vers: vgl. Ps 118 (117), 24 |
Halleluja.
Halleluja.
Das
ist der Tag, den der Herr gemacht;
lasst
uns jubeln und seiner uns freuen.
Halleluja.
Zum Evangelium Ein helles und ein dunkles
Bild wird uns im heutigen Evangelium gezeigt: die Frauen beten Jesus an und
sprechen damit ihr Bekenntnis zum auferstandenen Herrn aus (V. 8-10). Die
Hohenpriester und die Ältesten offenbaren noch über den Tod Jesu hinaus ihren
Hass gegen ihn und ihre geheime Furcht vor ihm. Und so ist es geblieben „bis
heute“ (V. 15): Glaube und Anbetung oder Hass und Lüge, das sind die möglichen
Weisen, dem Auferstandenen gegenüber Stellung zu beziehen. Freilich könnte man
sagen, das sei eine unerlaubte Vereinfachung; es gibt doch zum mindesten auch
die Möglichkeit, dass jemand die Schwierigkeiten nicht überwinden kann, die
sich seinem Glauben an die Auferstehung Jesu entgegenstellen. Aber wer Glaubensschwierigkeiten
hat, ist eben ein Glaubender, selbst wenn er mit den Schwierigkeiten nicht
fertig wird. - Mt 4,18-22; Mk 6,17-20; Joh 20,14-18; Lk 24,9-11; Apg 1,3;
1 Kor 15,4.
| Evangelium |
Mt 28, 8-15 |
Sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie
mich sehen
+ Aus dem heiligen Evangelium
nach Matthäus
Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten,
8verließen sie sogleich das Grab und eilten voll
Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu
verkünden.
9Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid
gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine
Füße.
10Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht
und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie
mich sehen.
11Noch während die Frauen unterwegs waren, kamen
einige von den Wächtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles,
was geschehen war.
12Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den
Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld
13und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind
bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.
14Falls der Statthalter davon hört, werden wir ihn
beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt.
15Die Soldaten nahmen das Geld
und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses
Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.
Fürbitten
In österlicher Freude beten wir zu Christus, der uns in seiner
Auferstehung neues Leben erwarb:
Für alle an Ostern Getauften: dass sie das neue Leben treu bewahren. -
Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme uns.
A.: Christus, erbarme uns.
Für alles, die im Dienst des Glaubens stehen: dass sie die Osterbotschaft
mit Zuversicht verkünden. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme uns.
Für alle Leidenden: dass der Ostersieg in ihnen Hoffnung wecke. - Lasset
zum Herrn uns beten: Herr, erbarme uns.
Für unsere Verstorbenen: dass sie zum Leben der Herrlichkeit gelangen. -
Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme uns.
Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes hast du uns Zukunft und Hoffnung gegeben. Gib, dass sich unser Lebensweg bei dir vollende durch Christus, unseren Herrn.
A.: Amen.
Gabengebet
Gott,
du hast deinem Volk
durch das Bekenntnis des Glaubens
und den Empfang der Taufe neues Leben geschenkt.
Nimm die Gaben (der
Neugetauften und aller)
deiner Gläubigen gnädig an
und lass uns in dir
Seligkeit und ewiges Leben finden.
Darum bitten wir durch
Christus, unseren Herrn.
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater, immer und überall zu
danken, diese Nacht (diesen Tag, diese Tage) aber aufs höchste zu feiern, da
unser Osterlamm geopfert ist, Jesus Christus. Denn er ist das wahre Lamm, das
die Sünde der Welt hinwegnimmt. Durch seinen Tod hat er unseren Tod vernichtet
und durch seine Auferstehung das Leben neu geschaffen. Darum jubelt in dieser
Nacht (heute) der ganze Erdkreis in österlicher Freude, darum preisen dich die
himmlischen Mächte und die Chöre der Engel und singen das Lob deiner
Herrlichkeit: Heilig .....
In den
Hochgebeten I-III eigene Einschübe
| Kommunionvers |
Vgl. Röm 6, 9 |
Christus ist vom Tod
auferstanden; er stirbt nicht mehr.
Gebrochen ist die Macht des
Todes. Halleluja.
Schlussgebet
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die österlichen Geheimnisse
auf den Weg des Lebens geführt.
Lass deine Gnade in uns mächtig werden,
damit wir uns deiner Gaben würdig erweisen
und unseren Weg zu dir vollenden.
Darum bitten wir durch Christus,
unseren Herrn.
„Da ist Jesus Christus über die Erde gegangen, hat über Schuld, Leid
und Tod sein Machtwort gesprochen; wir Menschen aber leben weiter dahin, als ob
alles überhaupt nicht passiert wäre, quälen uns mit unserem verwundeten
Gewissen, mit unbereinigter Schuld und mit Sorge gegenüber dem unbekannten X
der Zukunft - und in Wirklichkeit ist alles doch von Gott her so ganz anders gedacht
und besorgt worden. Es ist, wie wenn ein Mensch neben einem Stapel von
Brotlaiben verhungerte und an einer rauschenden Quelle verdurstete.
Wir sollten unseren inneren
Zustand einmal in diesem Lichte sehen lernen. Denn wir vertun und verschleudern
ja gar nicht nur das, was Jesus für uns getan und gelitten hat, wenn wir seine
Geben nicht in Anspruch nehmen und einfach weiterleben, als ob er Luft wäre.
Sondern wir verlieren ja auch den Schöpfer; wir verlieren schließlich auch die
Freude an der Welt, an der Natur, an den Bäumen und an den Tieren“ (H.
Thielicke).