Pfingstmontag
A
Der Ort, wo der Geist Gottes
spricht und handelt, ist vor allem die Kirche, konkret: die hier und jetzt
versammelte Gemeinde. Er schafft in der Gemeinde die Einheit, er gibt die
Freude zum gemeinsamen Beten und Singen, er hilft uns zu einem glaubwürdigen
christlichen Leben. Eine Gemeinde kann sich, ebenso wie der einzelne Mensch,
dem Wirken des Geistes öffnen oder sich ihm in starrer Unbeweglichkeit
verschließen. „Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder
Gottes.“
Eröffnungsvers Offb 1, 5-6
Christus liebt uns
und hat uns durch sein Blut befreit von unseren
Sünden;
er hat uns die Würde von Königen gegeben
und uns zu Priestern gemacht
für den Dienst vor seinem Gott und Vater.
Halleluja.
Tagesgebet
Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus,
im Neuen Bund
berufst du aus allen Völkern dein Volk
und führst es zusammen im Heiligen Geist.
Gib, dass deine Kirche ihrer Sendung treu bleibt,
dass sie ein Sauerteig ist für die Menschheit,
die du in Christus erneuern
und zu deiner Familie umgestalten willst.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Wo der Pfingstmontag als
Feiertag begangen wird, stehen alle Perikopen des Pfingstsonntages, sowie die
Perikopen zur Feier der Firmung (Votivmesse vom Heiligen Geist) zur Verfügung.
Aus diesen Texten sind die Lesungen zusammengestellt.
Zur 1. Lesung Durch eine Vision musste Petrus dazu bewogen werden, dem römischen
Offizier Kornelius die Taufe zu gewähren. Noch vor der Taufe kam der Heilige
Geist auf Kornelius und die anderen dort Versammelten herab; so wurden alle
Zweifel behoben, die bei den Judenchristen noch bestehen konnten: die
Scheidewand zwischen Juden und Heiden ist gefallen; vor Gott gibt es keinen
Unterschied, alle Menschen sind zur Umkehr und zum Heil berufen.
1. Lesung Apg 10, 34-35.42-48a
Ihm ist in jedem Volk
willkommen, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist
Lesung aus
Apostelgeschichte
In jenen Tagen
34begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass
Gott nicht auf die Person sieht,
35sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und
tut, was recht ist.
42Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen: Das
ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten.
43Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch
seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.
44Noch während Petrus dies sagte, kam der Heilige Geist auf alle herab,
die das Wort hörten.
45Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, konnten es
nicht fassen, dass auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes
ausgegossen wurde.
46Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott preisen. Petrus aber
sagte:
47Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir
den Heiligen Geist empfangen haben?
48aUnd er ordnete an, sie im Namen Jesu Christi zu taufen.
Oder:
1. Lesung Ez 36, 16-17a.18-28
Einführung
Nach der Zerstörung Jerusalems (587 v.
Chr.) empfängt der Prophet ein Gotteswort, das ihm das
Geschehene deutet und
die Zukunft enthüllt. Gott wird Israel nicht seinem Schicksal überlassen. Er
ist ja nicht irgendein Gott; er ist Jahwe Zebaot, der Herr der Heere, Israels
Gott. Die Rettung wird aber nicht nur darin bestehen, dass die Gefangenen
heimkehren dürfen; Gott wird ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist geben.
Mit einem erneuerten Volk wird er einen neuen Bund schließen.
Ich lege einen neuen Geist
Lesung aus dem
Buch Ezechiel
16Das Wort des Herrn erging an mich:
17Hör zu, Menschensohn! Als Israel in seinem Land wohnte, machten sie das
Land durch ihr Verhalten und ihre Taten unrein.
18Da goss ich meinen Zorn über sie aus, weil sie Blut vergossen im Land
und das Land mit ihren Götzen befleckten.
19Ich zerstreute sie unter die Völker; in alle Länder wurden sie
vertrieben. Nach ihrem Verhalten und nach ihren Taten habe ich sie gerichtet.
20Als sie aber zu den Völkern kamen, entweihten sie überall, wohin sie
kamen, meinen heiligen Namen; denn man sagte von ihnen: Das ist das Volk
Jahwes, und doch mussten sie sein Land verlassen.
21Da tat mir mein heiliger Name leid, den das Haus Israel bei den Völkern
entweihte, wohin es auch kam.
22Darum sag zum Haus Israel: So spricht Gott, der Herr: Nicht euretwegen
handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr bei
den Völkern entweiht habt, wohin ihr auch gekommen seid.
23Meinen großen, bei den Völkern entweihten Namen, den ihr mitten unter
ihnen entweiht habt, werde ich wieder heiligen. Und die Völker - Spruch Gottes,
des Herrn - werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mich an euch vor
ihren Augen als heilig erweise.
24Ich hole euch heraus aus den Völkern, ich sammle euch aus allen Ländern
und bringe euch in euer Land.
25Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich
reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren Götzen.
26Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich
nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.
27Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen
folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.
28Dann werdet ihr in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gab. Ihr
werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.
Antwortpsalm Ps
117 (116), 1-2 (R: Apg 1, 8)
R Ihr
werdet meine Zeugen sein (GL
646, 5)
bis an die Grenzen der Erde. - R
Oder:
R Halleluja. - R
1 Lobet
den Herrn, alle Völker, VI. Ton
preist
ihn, alle Nationen.
2 Denn
mächtig waltet über uns seine Huld,
die
Treue des Herrn währt in Ewigkeit. - R
Zur 2. Lesung Die Einheit der Christen ist nicht nur eine Frage des guten Willens.
Christus selbst hat am Kreuz alle Trennung überwunden: die Trennung zwischen
Gott und den Menschen, aber auch die Gegensätze der Menschen untereinander. Was
die Christen eint, ist größer als alles, was sie trennen könnte.
2. Lesung Eph 4, 1b-6
Ein Leib und ein Geist, ein Herr, ein Glaube und eine Taufe
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser
Brüder!
1Führt ein
Leben, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
2Seid demütig,
friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe,
3und bemüht
euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.
4Ein Leib und
ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben
ist;
5ein Herr, ein
Glaube, eine Taufe,
6ein Gott und
Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.
Ruf aus dem
Evangelium
Zum Vers Komm, Heiliger Geist ... knien alle.
Halleluja. Halleluja.
Komm, Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen,
und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!
Halleluja.
Zum Evangelium Jesus hat in der Welt Widerspruch erfahren,
den Jüngern wird es nicht anders gehen. Der Prozess gegen Jesus ist nicht zu Ende;
durch die Jahrhunderte hindurch werden die Jünger die Wahrheit Gottes bezeugen,
die in Jesus sichtbar geworden ist. Der „Geist der Wahrheit“, der in ihnen
wohnt, gibt ihrem Wort die Kraft der Überzeugung.
Evangelium Joh 15, 26 - 16, 3.12-15
Der Geist wird Zeugnis für mich ablegen, und auch ihr sollt Zeugnis
ablegen
+ Aus dem heiligen Evangelium
nach Johannes
In jener Zeit
sprach Jesus zu seinen Jüngern:
26Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der
Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich
ablegen.
27Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir
seid.
1Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt.
2Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in
der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten.
3Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben.
12Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht
tragen.
13Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die
ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern
er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.
14Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und
es euch verkünden.
15Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von
dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.
Zur Eucharistiefeier Die Teilnahme an dem einen Brot macht uns zu dem
einen Leib Christi. Das hat Folgen für unser Zusammenleben im Alltag. Dem
Bruder und der Schwester begegnen heißt von nun an: Christus selbst begegnen.
Gabengebet
Gott, unser Vater,
nimm unsere Gaben an,
in denen das Opfer deines Sohnes
gegenwärtig wird.
Aus seiner Seitenwunde
ist die Kirche hervorgegangen
als Werk des Heiligen Geistes.
Lass sie ihren Ursprung nie vergessen,
sondern daraus in dieser Feier
Heil und Leben schöpfen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfation für die Sonntage im Jahreskreis VIII
Kommunionvers Joh
16, 13
Wenn der Geist der Wahrheit kommt,
wird er euch in die volle Wahrheit einführen.
Halleluja.
Schlussgebet
Herr, du hast uns gestärkt
durch das Sakrament deines Sohnes.
Mache das Werk deiner Kirche fruchtbar
und enthülle durch sie den Armen
das Geheimnis unserer Erlösung;
denn die Armen hast du vor allen dazu berufen,
Anteil zu haben an deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Oder:
Gütiger Gott,
bewahre dem Volk der Erlösten
deine Liebe und Treue.
Das Leiden deines Sohnes hat uns gerettet,
sein Geist, der von dir ausgeht,
führe uns den rechten Weg.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Gebet um Hoffnung
Lieber himmlischer Vater, nun bitten wir dich,
dass du uns allen deinen heiligen Geist gebest,
immer wieder,
damit er uns erwecke, erleuchte, ermutige und
fähig mache,
den kleinen und doch so großen Schritt zu wagen:
aus dem Trost, mit dem wir uns selbst trösten können,
heraus,
und hinein in die Hoffnung auf dich.
Kehre du uns von uns selbst weg zu dir hin.
Zeige uns, wie herrlich du bist und wie herrlich
es ist,
dir vertrauen und gehorchen zu dürfen. (K. Barth)