3. Sonntag der Osterzeit
A
Die Liebe Gottes schafft
Ewigkeit für den sterblichen Menschen; sie lässt ihn nicht im Grab vermodern.
Darum ist der Grundton im Leben des Christen die Freude. Vieles bleibt auch
jetzt noch schwer und dunkel. Aber Jesus lebt, und er liebt uns.
Eröffnungsvers Ps 66 (65), 1-2
Jauchzt vor Gott, alle
Menschen der Erde!
Spielt zum Ruhm seines Namens!
Verherrlicht ihn mit Lobpreis!
Halleluja.
Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
lass die österliche Freude in uns fortdauern,
denn du hast deiner Kirche
neue Lebenskraft geschenkt
und die Würde unserer Gotteskindschaft
in neuem Glanz erstrahlen lassen.
Gib, dass wir den Tag der Auferstehung
voll Zuversicht erwarten
als einen Tag des Jubels und des Dankes.
Darum bitten wir durch Jesus
Christus.
Zur
1. Lesung Im Mittelpunkt der Rede des Petrus an
Pfingsten steht die Aussage über den Tod Jesu und seine Auferstehung. Die
Auferstehung ist durch Zeugen verbürgt, die Jesus gesehen haben; Petrus
verweist außerdem auf den Psalm 16, den er auf Christus deutet. Dieser Psalm,
zunächst das Gebet eines Menschen, der sein Leben bedroht sieht, ist durch das
Christusereignis in seinem Vollsinn deutlich geworden: Gott gibt den, der ihm
treu ist, nicht dem Tod preis. Seit der Auferstehung Jesu haben auch wir
Hoffnung auf ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott.
1. Lesung Apg 2, 14.22-33
Es war unmöglich, dass er
vom Tod festgehalten wurde
Lesung aus der
Apostelgeschichte
14Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine
Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies
sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Israeliten, hört diese Worte:
22Jesus, den Nazoräer, den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle
Taten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr
selbst wisst -
23ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben
wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und
umgebracht.
24Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn
es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde.
25David nämlich sagt über ihn: Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er
steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.
26Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge, und auch mein
Leib wird in sicherer Hoffnung ruhen;
27denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis, noch lässt du deinen
Frommen die Verwesung schauen.
28Du zeigst mir die Wege zum Leben, du erfüllst mich mit Freude vor
deinem Angesicht.
29Brüder, ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden: Er
starb und wurde begraben, und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den
heutigen Tag.
30Da er ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm den Eid geschworen
hatte, einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen,
31sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus: Er gibt ihn
nicht der Unterwelt preis, und sein Leib schaut die Verwesung nicht.
32Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.
33Nachdem er
durch die rechte Hand Gottes erhöht worden war und vom Vater den verheißenen
Heiligen Geist empfangen hatte, hat er ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.
Antwortpsalm Ps 16 (15), 1-2 u. 5.7-8.9-10 (R: 11a)
R Du zeigst mir, Herr, den Pfad zum Leben. - R (GL 528, 3)
Oder:
R Halleluja. - R
1 Behüte
mich, Gott, denn ich vertraue dir. VI. Ton
2 Ich
sage zum Herrn: „Du bist mein Herr;
mein
ganzes Glück bist du allein.“
5 Du,
Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher;
du
hältst mein Los in deinen Händen. - (R)
7 Ich preise den Herrn, der mich beraten hat.
Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.
8 Ich
habe den Herrn beständig vor Augen.
Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. - (R)
9
Darum
freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele;
auch mein Leib
wird wohnen in Sicherheit.
10
Denn du gibst
mich nicht der Unterwelt preis:
du lässt deinen Frommen das
Grab nicht schauen. - R
Zur 2. Lesung Christlicher Osterglaube ist Glaube an den Gott, der Jesus von den Toten
auferweckt hat (1 Petr 1,21; Röm 4,24). Gott hat sich als Gott erwiesen: der
treue und der lebendige Gott. Wir können ihm vertrauen. Wir können ihn, den
Vater Jesu Christi, ehrfürchtig auch unseren Vater nennen. Dem muss freilich
auch unser Leben entsprechen.
2. Lesung 1 Petr 1, 17-21
Ihr wurdet losgekauft mit
dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel
Lesung aus der
ersten Brief des Apostels Petrus
Brüder!
17Wenn ihr den
als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt,
dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht.
18Ihr wisst,
dass ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um
einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold,
19sondern mit
dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel.
20Er war schon
vor der Erschaffung der Welt dazu ausersehen, und euretwegen ist er am Ende der
Zeiten erschienen.
21Durch ihn seid
ihr zum Glauben an Gott gekommen, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die
Herrlichkeit gegeben hat, so dass ihr an Gott glauben und auf ihn hoffen könnt.
Ruf vor dem Evangelium Vers:
vgl. Lk 24, 32
Halleluja. Halleluja.
Herr Jesus, erschließ uns die Schrift!
Lass unser Herz entbrennen, wenn du zu uns redest.
Halleluja.
Zum
Evangelium Mit dem Tod Jesu ist für die Jünger eine
Welt voller Hoffnungen zusammengebrochen. Der Auferstandene selbst belehrt sie,
dass alles so geschehen „musste“: so
war es in den heiligen Schriften vorausgesagt. Den Jüngern brannte das Herz,
als Jesus ihnen „den Sinn der Schriften erschloss“; aber erst beim Brotbrechen
gingen ihnen die Augen auf. Als Zeugen des Auferstandenen kehrten sie nach
Jerusalem zurück.
Evangelium Lk 24, 13-35
Sie erkannten ihn, als er
das Brot brach
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
13Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein
Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
14Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
15Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und
ging mit ihnen.
16Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht
erkannten.
17Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg
miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen,
18und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so
fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort
geschehen ist?
19Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus
Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen
Volk.
20Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und
ans Kreuz schlagen lassen.
21Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und
dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.
22Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in
große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab,
23fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie,
es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe.
24Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen
gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.
25Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es
euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.
26Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit
zu gelangen?
27Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in
der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
28So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als
wolle er weitergehen,
29aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald
Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu
bleiben.
30Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den
Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen.
31Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie
ihn nicht mehr.
32Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als
er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?
33Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem
zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt.
34Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon
erschienen.
35Da erzählten
auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das
Brot brach.
Oder (wo Ostermontag als Feiertag begangen wird und das
Emmausevangelium bereits an diesem Tag gelesen wurde):
Ruf vor dem Evangelium
Halleluja. Halleluja.
Christus ist auferstanden.
Er, der Schöpfer des Alls, hat sich aller Menschen
erbarmt.
Halleluja.
Zum
Evangelium Seit ihren Anfängen versucht die Kirche
Christi, ihre eigene Existenz zu verstehen, ihr Wesen zu deuten. Im
Schlusskapitel des Johannesevangeliums (Joh 21) erscheint als Bild der Kirche
das Schiff des Petrus: eine mühsame Arbeit, bei der aller Erfolg am Wort und
Willen Jesu hängt.
Evangelium Joh 21, 1-14
Jesus trat heran, nahm das
Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch
+ Aus dem
heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit
1offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von
Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
2Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, Natanaël aus Kana
in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren
zusammen.
3Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir
kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser
Nacht fingen sie nichts.
4Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten
nicht, dass es Jesus war.
5Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie
antworteten ihm: Nein.
6Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes
aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht
wieder einholen, so voller Fische war es.
7Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als
Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um,
weil er nackt war, und sprang in den See.
8Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht
weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den
Fischen hinter sich her.
9Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf
Fisch und Brot.
10Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen
habt.
11Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit
hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren,
zerriss das Netz nicht.
12Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte
ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.
13Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.
14Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte,
seit er von den Toten auferstanden war.
Zur Eucharistiefeier Die
Auferstehung Jesu ist Evangelium: Nachricht und Anrede. Durch die Taufe und das
heilige Mahl nimmt der Auferstandene uns in seine Gemeinschaft hinein und in
die des dreifaltigen Gottes.
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die deine Kirche in österlicher Freude darbringt.
Du hast ihr Grund gegeben zu solchem Jubel,
erhalte ihr die Freude bis zur Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Kommunionvers Vgl. Lk 24, 25
Die Jünger erkannten den Herrn Jesus,
als er das Brot brach. Halleluja..
Ewiger Gott,
du hast uns durch die Ostergeheimnisse erneuert.
Wende dich uns voll Güte zu
Und bleibe bei uns mit deiner Huld,
bis wir mit verklärtem Leib
zum unvergänglichen Leben auferstehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Vorangehen mit deinem Lob
Wissen,
dass du jeden Menschen auf der Erde aufnimmst;
Wissen,
dass wer dich erfahren will,
sich im Innersten öffnet,
wenn er an deiner Seite geht;
Wissen,
dass uns keine Anfechtung von dir trennen kann,
und dass du uns froh machst,
selbst wenn wir traurig sind.
All das wissen
heißt vorangehen mit deinem Lob auf den Lippen.
(Frère Roger)