6. Sonntag der Osterzeit
A
Von Anfang an ist die Kirche
Christi verfolgte Kirche, aber zugleich missionarische Kirche. Das gehört zu
ihrem Wesen. Sie hat den Geist Christi empfangen, den Geist der Liebe und den
Geist der Wahrheit. Sie muss das Empfangene weitergeben, das ist das Gesetz
ihres Lebens.
Eröffnungsvers Vgl.
Jes 48, 20
Verkündet es jauchzend, damit man es hört!
Ruft es hinaus bis ans Ende der Erde!
Ruft: Der Herr hat sein Volk befreit. Halleluja.
Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
lass uns die österliche Zeit
in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Wo Christi Himmelfahrt an
dem darauf folgenden Sonntag gefeiert wird, können heute die Zweite Lesung und
das Evangelium vom Siebten Sonntag der Osterzeit genommen werden.
Zur 1. Lesung Nach dem Martyrium des Stephanus war gegen die Jüngergemeinde in
Jerusalem eine Verfolgung ausgebrochen. Die Gläubigen flohen in die Städte von
Judäa und Samaria. Überall, wohin sie kamen, sprachen sie von Jesus, dem
gekreuzigten und auferstandenen Messias. In Samaria predigte Philippus, einer
der sieben Diakone. Um den Glauben der Neubekehrten zu stärken (um zu „firmen“,
könnten wir sagen), kommen aus Jerusalem die Apostel Petrus und Johannes; sie
sichern auch die Verbindung dieser Gemeinde mit der Kirche von Jerusalem.
1. Lesung Apg 8, 5-8.14-17
Petrus und Johannes legten
ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist
Lesung aus der
Apostelgeschichte
In jenen Tagen
5kam Philippus
in die Hauptstadt Samariens hinab und verkündigte dort Christus.
6Und die Menge
achtete einmütig auf die Worte des Philippus; sie hörten zu und sahen die
Wunder, die er tat.
7Denn aus
vielen Besessenen fuhren unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus; auch
viele Lahme und Krüppel wurden geheilt.
8So herrschte
große Freude in jener Stadt.
14Als die
Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte,
schickten sie Petrus und Johannes dorthin.
15Diese zogen
hinab und beteten für sie, sie möchten den Heiligen Geist empfangen.
16Denn er war
noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen Jesu, des
Herrn, getauft.
17Dann legten
sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.
Antwortpsalm Ps
66 (65), 1-3.4-5.6-7.16 u. 20 (R: 1)
R
Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde! Halleluja. - R (GL 233, 2)
Oder:
R Halleluja. - R
1 Jauchzt
vor Gott, alle Länder der Erde! VI. Ton
2 Spielt
zum Ruhm seines Namens!
Verherrlicht
ihn mit Lobpreis!
3 Sagt
zu Gott: „Wie Ehrfurcht gebietend sind deine Taten;
vor
deiner gewaltigen Macht müssen die Feinde sich beugen.“ - (R)
4 Alle
Welt bete dich an und singe dein Lob,
sie
lobsinge deinem Namen!
5 Kommt
und seht die Taten Gottes!
Staunenswert
ist sein Tun an den Menschen: - (R)
6 Er
verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie
schritten zu Fuß durch den Strom;
dort
waren wir über ihn voll Freude.
7 In seiner
Kraft ist er Herrscher auf ewig;
seine
Augen prüfen die Völker.
Die
Trotzigen können sich gegen ihn nicht erheben. - (R)
16 Ihr
alle, die ihr Gott fürchtet, kommt und hört;
ich
will euch erzählen, was er mir Gutes getan hat.
20 Gepriesen
sei Gott; denn er hat mein Gebet nicht verworfen
und
mir seine Huld nicht entzogen.
R Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde! Halleluja.
Oder:
R Halleluja.
Zur 2. Lesung Der
Christ unterscheidet sich vom Heiden darin, dass er Hoffnung und Zukunft hat,
und dass er es weiß. Er hat Gemeinschaft mit Christus, dem Auferstandenen. Es
erschreckt ihn auch nicht, mit ihm und für ihn zu leiden. Er kann ruhig und
sicher Rede und Antwort stehen für seinen Glauben.
2. Lesung 1 Petr 3, 15-18
Dem Fleisch nach wurde er getötet,
dem Geist nach lebendig gemacht
Lesung aus dem
ersten Brief des Apostels Petrus
Brüder!
15Haltet in
eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und
Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt;
16aber antwortet
bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen. Dann werden die,
die euch beschimpfen, weil ihr in der Gemeinschaft mit Christus ein
rechtschaffenes Leben führt, sich wegen ihrer Verleumdungen schämen müssen.
17Es ist besser,
für gute Taten zu leiden, wenn es Gottes Wille ist, als für böse.
18Denn auch
Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er, der Gerechte, für
die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen; dem Fleisch nach wurde er
getötet, dem Geist nach lebendig gemacht.
RUF VOR DEM EVANGELIUM Vers:
vgl. Joh 14, 23
Halleluja. Halleluja.
(So
spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält fest an meinem Wort.
Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden bei ihm wohnen.
Halleluja.
Zum Evangelium Die
Liebe, von der Jesus spricht, ist nicht bloßes Gefühl, sondern Tat. Sie ist
aber mehr als nur Erfüllung von Pflichten; Jesus verheißt den Heiligen Geist,
die Liebe Gottes in Person, die Freude Gottes, die Kraft Gottes. Dem glaubenden
und liebenden Menschen verheißt Jesus noch mehr: „Wir“ - Jesus und der Vater -
„werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (14, 23). Göttliche Weite und Fülle
wird dem Menschen geschenkt, der bereit ist, die Gabe Gottes anzunehmen.
Evangelium Joh 14, 15-21
Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand
geben
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit
sprach Jesus zu seinen Jüngern:
15Wenn ihr mich
liebt, werdet ihr meine Gebote halten.
16Und ich werde
den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer
bei euch bleiben soll.
17Es ist der
Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht
und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein
wird.
18Ich werde euch
nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch.
19Nur noch kurze
Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und
weil auch ihr leben werdet.
20An jenem Tag
werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in
euch.
21Wer meine
Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird
von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm
offenbaren.
Zur Eucharistiefeier In der Eucharistiefeier
empfangen wir den Leib und das Blut Christi, und wir empfangen den Heiligen
Geist, „damit wie ein Leib und ein Geist werden in Christus“. (Drittes
eucharistisches Hochgebet)
Gabengebet
Herr und Gott,
lass unser Gebet zu dir aufsteigen
und nimm unsere Gaben an.
Reinige uns durch deine Gnade,
damit wir fähig werden,
das Sakrament deiner großen Liebe zu empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Kommunionvers Joh 14, 15-16
So spricht der Herr:
Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote
halten.
Ich werde den Vater bitten,
und er wird euch einen anderen Beistand geben,
damit er immer bei euch bleibt. Halleluja.
Schlussgebet
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die Auferstehung Christi
neu geschaffen für das ewige Leben.
Erfülle uns
mit der Kraft dieser heilbringenden Speise,
damit das österliche Geheimnis
in uns reiche Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Für
den Tag und die Woche
Raum für Gott
Wenn man einmal Gott in sich hat, dann ist das
fürs Leben. Es gibt keinen Zweifel. Man kann andere Zweifel haben, aber dieser
besondere wird sich niemals mehr einstellen ... Ohne ihn kann ich nichts tun.
Aber selbst Gott könnte nichts für jemand tun, der keinen Raum für ihn gelassen
hat. Man muss völlig leer sein, um ihn einzulassen, damit er sein Werk tun
kann. (Mutter Teresa)