6. Sonntag der Osterzeit
Die Osterpredigt ergibt sich
aus dem Osterereignis. In der Auferstehung Jesu ist das Geheimnis Gottes
offenkundig geworden. Durch Jesus wissen wir, was Liebe ist. Die Liebe kommt
von Gott, die Liebe hat Menschengestalt angenommen. Die Liebe ist treu bis in
den Tod. Sie ist klar und weit, und sie macht frei - den, der liebt, und den,
der geliebt wird. Daran erkennt man die Liebe.
Eröffnungsvers Vgl.
Jes 48,20
Verkündet es jauchzend, damit man es hört!
Ruft es hinaus bis ans Ende der Erde!
Ruft: Der Herr hat sein Volk befreit. Halleluja.
Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
lass uns die österliche Zeit in herzlicher Freude
begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Wo Christi Himmelfahrt an
dem darauf folgenden Sonntag gefeiert wird, können heute die Zweite Lesung und
das Evangelium vom Siebten Sonntag der Osterzeit genommen werden.
Zur 1. Lesung Die Bekehrungsgeschichte des römischen Hauptmanns Kornelius ist der
ausführlichste Einzelbericht in der Apostelgeschichte. Mir der Taufe des
Kornelius hat die Kirche den ersten Schritt in die Welt der Heidenvölker getan.
Der Geist von Pfingsten kommt, zum Staunen der frommen Judenchristen, auch über
diesen Heiden und seine Familie. Gott ist in jedem Volk und bei alle Menschen,
die ihn aufrichtig suchen. Kennzeichen des Heiligen: das gemeinsame Hören auf
Gottes Wort im Glauben an Jesus und im Gebet.
1. Lesung Apg 10, 25-26.34-35.44-48
Auch auf die Heiden wurde
die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen
Lesung aus der Apostelgeschichte
25Als nun Petrus ankam, ging
ihm Kornelius entgegen und warf sich ehrfürchtig vor ihm nieder.
26Petrus aber richtete ihn auf
und sagte: Steh auf! Auch ich bin nur ein Mensch.
34Da begann Petrus zu reden
und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person
sieht,
35sondern dass ihm in jedem
Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.
44Noch während Petrus dies
sagte, kam der Heilige Geist auf alle herab, die das Wort hörten.
45Die gläubig gewordenen
Juden, die mit Petrus gekommen waren, konnten es nicht fassen, dass auch auf
die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde.
46Denn sie hörten sie in
Zungen reden und Gott preisen. Petrus aber sagte:
47Kann jemand denen das Wasser
zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?
48Und er ordnete an, sie im
Namen Jesu Christi zu taufen. Danach baten sie ihn, einige Tage zu bleiben.
Antwortpsalm Ps
98 (97), 1.2-3b.3c-4 (R: vgl. 2)
R Der
Herr hat sein Heil enthüllt (GL 149, 1)
vor den Augen der Völker. - R
Oder:
R
Halleluja. - R
1 Singet dem Herrn ein neues Lied; VIII. Ton
denn er hat wunderbare Taten
vollbracht.
Er hat mit seiner Rechten geholfen
und mit seinem heiligen Arm. - (R)
2 Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht
und sein gerechtes Wirken enthüllt vor
den Augen der Völker.
3ab Er dachte an seine Huld
und an seine Treue zum Hause Israel. - (R)
3cd Alle Enden der Erde
sahen das Hei1 unsres Gottes.
4 Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der
Erde,
freut euch, jubelt und singt! - R
Zur 2. Lesung Die
Liebe, die uns in Christus begegnet, ist göttlich nach ihrem Ursprung und in
ihrer Wesensart. Ob wir die Liebe annehmen, die Gott uns schenkt, wird daran
sichtbar, dass wir den Mitmenschen als Bruder, als Nächsten, in unser Leben
hineinnehmen. Die Liebe Christi in uns zerstört nicht die menschliche Liebe;
sie gibt ihr im Gegenteil die Glut der Reinheit und das Siegel der Ganzheit.
2. Lesung 1 Joh 4, 7-10
Gott ist die Liebe
Lesung aus dem ersten Brief des Johannes
7Liebe Brüder, wir wollen
einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von
Gott und erkennt Gott.
8Wer nicht liebt, hat Gott
nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe.
9Die Liebe Gottes wurde unter
uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat,
damit wir durch ihn leben.
10Nicht darin besteht die
Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn
als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
RUF VOR DEM EVANGELIUM Vers:
vgl. Joh 14, 23
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält fest an meinem Wort.
Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden bei ihm wohnen.
Halleluja.
Zum Evangelium Weinstock und Rebzweig bilden eine lebendige
Einheit. So fließt auch der Strom des Lebens, die Liebe, vom Vater zum Sohn,
vom Sohn zu den Jüngern. Durch die Taufe wurden wir in diese Gemeinschaft
hineingeboren. Kennzeichen des Bleibens in der Liebe ist die Treue des Glaubens
und des Gehorsams. Ihre Frucht ist die gemeinsame Freude und das Vertrauen.
Evangelium Joh 15, 9-17
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine
Freunde hingibt
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
9Wie mich der Vater geliebt
hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
10Wenn ihr meine Gebote
haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters
gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
11Dies habe ich euch gesagt,
damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.
12Das ist mein Gebot: Liebt
einander, so wie ich euch geliebt habe.
13Es gibt keine größere Liebe,
als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
14Ihr seid meine Freunde, wenn
ihr tut, was ich euch auftrage.
15Ich nenne euch nicht mehr
Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch
Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater
gehört habe.
16Nicht ihr habt mich erwählt,
sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und
Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles
geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
17Dies trage ich euch auf:
Liebt einander!
Zur Eucharistiefeier Die Eucharistie ist uns als Sakrament
der Gemeinschaft gegeben. Die gemeinsame Feier verbindet uns immer neu und
immer tiefer mit all denen, die von dem einen Brot leben, in dem Christus uns
sich selber gibt.
Gabengebet
Herr und Gott
lass unser Gebet zu dir aufsteigen
und nimm unsere Gaben an.
Reinige uns durch deine Gnade,
damit wir fähig werden,
das Sakrament deiner großen Liebe zu empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Kommunionvers Joh 14, 15-16
So spricht der Herr:
Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote
halten.
Ich werde den Vater bitten,
und er wird euch einen anderen Beistand geben,
damit er immer bei euch bleibt. Halleluja.
Schlussgebet
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die Auferstehung Christi
neu geschaffen für das ewige Leben.
Erfülle uns
mit der Kraft dieser heilbringenden Speise,
damit das österliche Geheimnis
in uns reiche Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Für
den Tag und die Woche
Die
Tiefe Das Gebet, in dem wir in die Tiefen Gottes hinabsteigen, ist nicht dazu
da, dass wir uns in unserer Haut wohler fühlen; Beten - nicht um irgendeines
Gewinnes willen, sondern um als freie Menschen in die lebendige Gemeinschaft
mit Christus hineinzufinden. Wenn der Mensch versucht, diese Gemeinschaft in
Worte zu fassen, ist es bewusstes Beten. Es ist kein Privileg für einige
wenige. Er ist ein Weg, der gangbar ist für die Jüngsten wie für die Ältesten.
Im Gebet gewinnt unser Herz Klarheit und Durchsichtigkeit. Christus ist
gegenwärtig. (Frère Roger)