Mittwoch der 3. Woche der Fastenzeit

 

Eröffnungsvers

Ps 119 (118), 133

Festige meine Schritte, Herr, wie du es verheißen hast.

Lass kein Unrecht über mich herrschen.

 

 

Tagesgebet

Barmherziger Gott,

erneuere uns im Geist

durch die Feier der heiligen vierzig Tage,

damit wir für dein Wort empfänglich werden,

bereit zu Gehorsam und Verzicht,

einmütig im Gebet

und eifrig in Werken der Liebe.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur Lesung Die Gesetzespredigt des Deuteronomiums wird uns als Rede berichtet, die Mose vor seinem Tod an ganz Israel gerichtet hat. Jahrhunderte später steht Israel noch immer zwischen Verheißung und Erfüllung, und im Grunde ist das heute noch die Situation des Gottesvolkes. Die Mahnungen „Höre ...“, „Nimm dich in acht ...“, „Vergiss nicht ...“ haben nichts von ihrer Dringlichkeit eingebüßt. Israel soll die Weisungen Gottes hören; damit ehrt es Gott und zugleich sich selbst; damit hat es die Gewissheit seiner Erwählung und seines Bestandes. Nur wenn Israel aus seinen Ursprüngen lebt, hat es Zukunft. Die Ursprünge Israels: Gottes Eingreifen beim Auszug aus Ägypten und der Bundesschluss am Sinai. Damals empfing Israel das „Gesetz“, die Weisung Gottes, die alle Weisheit der Völker übertrifft. - Dtn 5,1; 6,1; 8,1; 11,8-9; Tob 4,19; Ps 19,8; Ijob 28,28; Lev 26,11-12; 2 Sam 7,23; Ps 145,18; 147,19-20; 148,14.

 

 

ERSTE Lesung

Dtn 4, 1.5-9

Ihr sollt auf die Gesetze achten und sollt sie halten

Lesung aus dem Buch Deuteronomium

Mose sprach zum Volk: 

1Israel, höre die Gesetze und Rechtsvorschriften, die ich euch zu halten lehre. Hört, und ihr werdet leben, ihr werdet in das Land, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch gibt, hineinziehen und es in Besitz nehmen.

5Hiermit lehre ich euch, wie es mir der Herr, mein Gott, aufgetragen hat, Gesetze und Rechtsvorschriften. Ihr sollt sie innerhalb des Landes halten, in das ihr hineinzieht, um es in Besitz zu nehmen.

6Ihr sollt auf sie achten und sollt sie halten. Denn darin besteht eure Weisheit und eure Bildung in den Augen der Völker. Wenn sie dieses Gesetzeswerk kennen lernen, müssen sie sagen: In der Tat, diese große Nation ist ein weises und gebildetes Volk.

7Denn welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind, wie Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen?

8Oder welche große Nation besäße Gesetze und Rechtsvorschriften, die so gerecht sind wie alles in dieser Weisung, die ich euch heute vorlege?

9Jedoch, nimm dich in acht, achte gut auf dich! Vergiss nicht die Ereignisse, die du mit eigenen Augen gesehen, und die Worte, die du gehört hast. Lass sie dein ganzes Leben lang nicht aus dem Sinn! Präge sie deinen Kindern und Kindeskindern ein!

 

 

Antwortpsalm

Ps 147, 12-13.15-16.19-20 (R: 12a)

          R Jerusalem, preise den Herrn! - R (GL neu 78,1)
12      Jerusalem, preise den Herrn, V. Ton

          lobsinge, Zion, deinem Gott!

13      Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht,

          die Kinder in deiner Mitte gesegnet. - (R)

15      Er sendet sein Wort zur Erde,

          rasch eilt sein Befehl dahin.

16      Er spendet Schnee wie Wolle,

          streut den Reif aus wie Asche. - (R)

19      Er verkündet Jakob sein Wort,

          Israel seine Gesetze und Rechte.

20      An keinem andern Volk hat er so gehandelt,

          keinem sonst seine Rechte verkündet.

          R Jerusalem, preise den Herrn!

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Joh 6, 63b.68c

Lob dir, Christus, König und Erlöser! - R

Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben.

Du hast Worte des ewigen Lebens.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

 

 

Zum Evangelium Jesus stellt grundsätzlich klar, wie er zum Alten Testament steht. „Das Gesetz (= die fünf Bücher Mose) und die Propheten“ werden als Einheit gefasst und als Äußerung des Willens Gottes verstanden. Jesus will das, was im Alten Testament begonnen, vorbereitet und angedeutet war, „erfüllen“, d. h. verwirklichen und vollenden. Gottes ursprünglicher, unverfälschter Wille soll ganz geschehen. Dabei ist, wie die Fortsetzung der Bergpredigt zeigt, nicht die äußere Tat das Entscheidende, sondern das „Herz“ (vgl. zum Evangelium am 6. Sonntag - Jahr A). - Röm 3,31; 10,4; Lk 16,17; Jak 2,10.

 

 

Evangelium

Mt 5, 17-19

Wer die Gebote hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

17Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.

18Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

19Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

 

Fürbitten

Christus ist der Herr über Zeit und Ewigkeit. Ihn wollen wir bitten:

Für alle Ordensleute: dass sie dir und den Mitmenschen mit ganzer Hingabe dienen. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich.

Für die Vereinten Nationen: dass sie die Spannungen zwischen den Völkern überwinden helfen. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

Für die Armen und Verachteten: dass sie tatkräftige Helfer finden. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

Für die Sterbenden: dass sie deinen Trost erfahren. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

Barmherziger Gott, mach uns einmütig im Gebet und eifrig in den Werken der Liebe. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn.

A.: Amen.

 

 

Gabengebet

Herr,

nimm die Gebete und Gaben deines Volkes an

und beschütze alle, die sich zur Feier

dieses heiligen Opfers versammelt haben,

vor jeder Gefahr.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Präfationen für die Fastenzeit

 

 

Kommunionvers

Ps 16 (15), 11

Herr, du zeigst mir den Pfad zum Leben,

vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle.

 

 

Schlussgebet

Herr, unser Gott,

in diesem Mahl hast du uns

mit dem Brot des ewigen Lebens gespeist.

Befreie uns von Falschheit und Irrtum,

heilige uns und erfülle an uns deine Verheißungen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

„Gottes tätiges Wort ist auch gebieterisches Wort. Beides gehört untrennbar zusammen, doch so, dass Gottes Werk immer das Erste, sein Gebot immer das Zweite ist. Die Initiative liegt immer bei Gott. Er allein wirkt aus absoluter Spontaneität und Freiheit. Des Menschen Wirken ist nur möglich als Antwort, als solche aber auch unbedingt geboten: Es ist in jedem Fall entweder Gehorsam oder Ungehorsam ...

Durch alle Gebote, so verschieden auch ihr Inhalt sei, will Gott im Grunde immer nur das eine vom Menschen, ihn selbst. Es kann für den Menschen nur das unbedingt geboten sein, worin sich seine totale Preisgabe an Gott Ausdruck geben kann und soll“ (Bruno Schüller).

 

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
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