Dienstag der 5. Woche der Fastenzeit

 

Eröffnungsvers

Ps 27 (26), 14

Hoffe auf den Herrn und sei stark!

Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn.

 

 

Tagesgebet

Gütiger Gott,

schenke uns Beharrlichkeit und Ausdauer

auf dem Weg deiner Gebote,

damit auch in unseren Tagen

viele Menschen zu dir finden

und deine Kirche dir immer eifriger dient.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur Lesung Die Erzählung von der kupfernen Schlange geht vermutlich auf eine Schlangenplage während des Wüstenzugs zurück (V. 6). Die Hilfe kam nicht durch irgendeine Zauberei, sondern durch die Reue des Volkes, durch die Fürbitte des Mose (V. 7) und den Glauben derer, die zur kupfernen Schlange aufschauten. Mit jener Schlange muss irgendwie das Schlangenbildnis zu tun gehabt haben, das noch in viel späterer Zeit (2 Kön 18,4) vom Volk in Jerusalem verehrt wurde. Aberglaube ist jedoch keine Nebenform des Glaubens, sondern Zeichen und schlechter Ersatz eines nicht vorhandenen Glaubens. Der fromme König Hiskija hat schließlich jene bronzene Schlange zerstört. - Dtn 8,14-15; Jer 8,17; Weish 16,1-7; Joh 3,13-16; 1 Kor 10,9-10.

 

 

ERSTE Lesung

Num 21, 4-9

Wenn jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben

Lesung aus dem Buch Numeri

In jenen Tagen

4brachen die Israeliten vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den Mut,

5es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig.

6Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen, und viele Israeliten starben.

7Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk.

8Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.

9Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.

 

 

Antwortpsalm

Ps 102 (101), 2-3.16-17.18-19.20-21 (R: vgl. 2)

          R Herr erhöre mein Gebet,  (GL neu 307,5 oder 75,1)
          und lass mein Rufen zu dir kommen! - R
2        Herr, höre mein Gebet! I. oder III. Ton

          Mein Schreien dringe zu dir.

3        Verbirg dein Antlitz nicht vor mir!

          Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu!

          Wenn ich dich anrufe, erhöre mich bald! - (R)

16      Die Völker werden fürchten den Namen des Herrn

          und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.

17      Denn der Herr baut Zion wieder auf

          und erscheint in all seiner Herrlichkeit. - (R)

18      Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu,

          ihre Bitten verschmäht er nicht.

19      Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht,

          damit das Volk, das noch erschaffen wird, den Herrn lobpreise. - (R)

20      Der Herr schaut herab aus heiliger Höhe,

          vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;

21      er will auf das Seufzen der Gefangenen hören

          und alle befreien, die dem Tod geweiht sind. - R

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R

Der Samen ist das Wort Gottes, der Sämann ist Christus.

Wer Christus findet, der bleibt in Ewigkeit.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

 

Zum Evangelium Die Kluft zwischen Jesus und den Pharisäern scheint unüberbrückbar. „Ihr kennt weder mich noch meinen Vater“ (8,19). Die Diskussion wird immer schärfer; immer deutlicher sagt Jesus, wer er ist („Ich bin“: V. 12.24.28). Denen, die seine Offenbarung nicht annehmen, wird sie zum Gericht: „Ihr werdet in eurer Sünde (wegen eurer Sünde) sterben.“ Der Gegensatz von oben und unten, göttlicher und widergöttlicher Welt ist jedoch kein ewiger und endgültiger Gegensatz. Jesus ist ja gerade dazu in die Welt gekommen, um ihr das Licht zu bringen: die Wahrheit, das Leben, die Freude Gottes. Und er wird sein Leben hingeben, damit die Menschen wenigstens dann, wenn er erhöht ist, zu ihm aufschauen und ihn wirklich „suchen“. - Ps 27; Hos 5,6; Am 5,4-6; Joh 1,9-10; 7,33-36; 3,31; 17,14; 3,14; 12,48-50.

 

 

Evangelium

Joh 8, 21-30

Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 

In jener Zeit

21sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.

22Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen?

23Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt.

24Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.

25Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch?

26Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt.

27Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte.

28Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat.

29Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt.

30Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

 

 

Fürbitten

Lasst uns rufen zu Jesus Christus, der mit dem Vater lebt und wirkt:

Für alle Christen: dass sie dir mit Eifer dienen. - Lasset zum Herrn uns rufen: Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich.

Für jene Menschen, die sich von dir abgewandt haben: dass sie umkehren und leben. - Lasset zum Herrn uns rufen: Herr, erbarme dich.

Für die Hungernden: dass sie nicht verzweifeln. - Lasset zum Herrn uns rufen: Herr, erbarme dich.

Für die Sterbenden: dass du dich ihrer annimmst. - Lasset zum Herrn uns rufen: Herr, erbarme dich.

Denn du tust allezeit den Willen deines Vaters. Lass uns dir folgen auch in schweren Stunden. Dir sei Lob und Ehre in Ewigkeit.

A.: Amen.

 

 

Gabengebet

Allmächtiger Gott,

wir bringen dir das Opfer der Versöhnung dar.

Tilge unsere Schuld

und gib unserem unbeständigen Sinn

Richtung und Halt.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Präfationen vom Leiden des Herrn

 

 

Kommunionvers

Joh 12, 32

Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen -

so spricht der Herr.

 

 

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,

du hast uns das Brot des Himmels geschenkt.

Gib uns die Gnade,

die göttlichen Geheimnisse

mit solcher Ehrfurcht zu feiern,

dass wir dir immer näher kommen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

„Es müsste alle  frommen Menschen, die ‚treu‘ festhalten an ihren gewohnten frommen Übungen, immer wieder heilsam erschrecken, dass die in Jesus Christus erschienene Barmherzigkeit Gottes wohl mit den Sündern fertig wurde, dass es aber nicht einmal dieser leibhaftig erschienenen Liebe und Güte Gottes gelang, die verhärteten Gletscherpartien einer in genauer Gesetzeserfüllung erstarrten Frömmigkeit aufzutauen und dass letztlich doch nicht die Sünder; sondern die ‚Frommen‘ Christus gekreuzigt haben. ,Wir haben ein Gesetz, und nach diesem Gesetz muss er sterben!‘“ (Josef Eger).

 

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
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Amt für Kirchenmusik Augsburg


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