SAMSTAG DER 9. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Herr, unser Gott,

sende uns den Geist der Einsicht,

der Wahrheit und des Friedens.

Lass uns erkennen, was du von uns verlangst,

und gib uns die Bereitschaft,

einmütig zu erfüllen,

was wir als deinen Auftrag erkannt haben.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 1052)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Erst am Ende der Erzählung wird den Beteiligten ihr Sinn gedeutet. Der Bote Gottes, der den jungen Tobias begleitet, Sara von der Macht des Dämons befreit und Tobit von seiner Blindheit geheilt hat, offenbart nun das Geschehene als Taten Gottes und sich selbst als Gottes Engel. Sein Name Rafa-El („Gott hat geheilt“) spricht das aus, was Gott ständig im Lauf der Geschichte tut: Wunden heilen, Verlorene retten. Am Ende dieses Buches verstehen wir, dass es auch ein geschichtlich wahres Buch ist; denn was hier als die Erfahrung einer Familie erzählt wird, geschieht immer wieder im Leben einzelner Menschen und im Leben der Menschheit. Auch eine verblendete und von allen Dämonen bedrohte Menschheit kann auf Heilung und Rettung hoffen, solange es gute Menschen gibt, die nicht nur beten, sondern auch helfen, nicht nur klagen, sondern auch hoffen, nicht nur bitten, sondern auch bekennen, dass Gott groß und heilig ist. - Spr 25,2; Tob 4,7-10; Spr 11,4; 16,8; Sir 29,9-13; 3,30; Dan 4,24; Ijob 33,23-24; Apg 10,4; Sach 4,10b; Lk 1,19; Offb 8,2.

 

 

ERSTE Lesung

Tob 12, 1.5-15.20

Jetzt aber dankt Gott! Ich steige wieder auf zu dem, der mich gesandt hat

Lesung aus dem Buch Tobit

In jenen Tagen

1rief Tobit seinen Sohn Tobias zu sich und sagte: Mein Sohn, vergiss nicht den Lohn für den Mann, der dich begleitet hat. Du musst ihm aber mehr geben, als wir ihm versprochen haben.

5Dann rief er den Engel zu sich und sagte: Nimm die Hälfte von allem, was ihr mitgebracht habt.

6Der Engel aber nahm die beiden beiseite und sagte zu ihnen: Preist Gott, und lobt ihn! Gebt ihm die Ehre, und bezeugt vor allen Menschen, was er für euch getan hat. Es ist gut, Gott zu preisen und seinen Namen zu verherrlichen und voll Ehrfurcht seine Taten zu verkünden. Hört nie auf, ihn zu preisen.

7Es ist gut, das Geheimnis eines Königs zu wahren; die Taten Gottes aber soll man offen rühmen. Tut Gutes, dann wird euch kein Unglück treffen.

8Es ist gut, zu beten und zu fasten, barmherzig und gerecht zu sein. Lieber wenig, aber gerecht, als viel und ungerecht. Besser, barmherzig sein, als Gold aufhäufen.

9Denn Barmherzigkeit rettet vor dem Tod und reinigt von jeder Sünde. Wer barmherzig und gerecht ist, wird lange leben.

10Wer aber sündigt, ist der Feind seines eigenen Lebens.

11Ich will euch nichts verheimlichen; ich habe gesagt: Es ist gut, das Geheimnis eines Königs zu wahren; die Taten Gottes aber soll man offen rühmen.

12Darum sollt ihr wissen: Als ihr zu Gott flehtet, du und deine Schwiegertochter Sara, da habe ich euer Gebet vor den heiligen Gott gebracht. Und ebenso bin ich in deiner Nähe gewesen, als du die Toten begraben hast.

13Auch als du ohne zu zögern vom Tisch aufgestanden bist und dein Essen stehen gelassen hast, um einem Toten den letzten Dienst zu erweisen, blieb mir deine gute Tat nicht verborgen, sondern ich war bei dir.

14Nun hat mich Gott auch gesandt, um dich und deine Schwiegertochter Sara zu heilen.

15Ich bin Rafael, einer von den sieben heiligen Engeln, die das Gebet der Heiligen emportragen und mit ihm vor die Majestät des heiligen Gottes treten.

20Jetzt aber dankt Gott! Ich steige wieder auf zu dem, der mich gesandt hat. Doch ihr sollt alles, was geschehen ist, in einem Buch aufschreiben.

 

 

Antwortpsalm

Tob 13, 2.6.7.8 (R: 2a)

          R Gepriesen sei Gott, der in Ewigkeit lebt. - R

(GL 477)

2        Gepriesen sei Gott, der in Ewigkeit lebt,

V. Ton

          sein Königtum sei gepriesen.

          Er züchtigt und hat auch wieder Erbarmen;

          er führt hinab in die Unterwelt

          und führt auch wieder zum Leben.

          Niemand kann seiner Macht entfliehen. - (R)

6        Wenn ihr zu ihm umkehrt, von ganzem Herzen und aus ganzer Seele,

          und euch an seine Wahrheit haltet,

          dann kehrt er sich euch zu

          und verbirgt sein Angesicht nicht mehr vor euch. - (R)

7        Wenn ihr dann seht, was er für euch tut,

          bekennt euch laut und offen zu ihm!

          Preist den Herrn der Gerechtigkeit,

          rühmt den ewigen König! - (R)

8        Ich bekenne mich zum Herrn im Land der Verbannung,

          ich bezeuge den Sündern seine Macht und erhabene Größe.

          Kehrt um, ihr Sünder, tut, was recht ist in seinen Augen.

          Vielleicht ist er gnädig und hat mit euch Erbarmen. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung Der Apostel Paulus kann auf ein großes und erfülltes Leben zurückblicken. Er hat dem die Treue gehalten, der ihn berufen hat und der sein Richter sein wird. Treue wird, mehr als alles andere, von dem erwartet, dem in der Kirche Führung und Verantwortung übertragen sind. Treu sein heißt aber nicht nur, das Überlieferte hüten; es verlangt, dass man zur rechten Zeit das rechte Wort sagt, dass man im Leiden standhält, die Gegenwart ernst nimmt und für die Zukunft lebt. Die Zukunft aber heißt Christus. Ob wir „sehnsüchtig auf sein Erscheinen warten“, daran können wir messen, wie weit unser Glaube gereift ist. - In diesem Abschiedswort richtet sich der Apostel zunächst an den Amtsträger in der Kirche; es ist aber klar, dass das Gesagte für jeden Christen gilt. - 1 Tim 6,11-12; Apg 10,42; 1 Tim 6,14; 1 Petr 4,5; 1 Tim 4,1; 1,3-4; Phil 2,17; Apg 20,24.28-30; 1 Kor 9,24-27.

 

 

ERSTE Lesung

2 Tim 4, 1-8

Verkünde das Evangelium! Denn ich werde nunmehr geopfert, und der Herr wird mir den Kranz der Gerechtigkeit geben

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus

Mein Sohn!

1Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich:

2Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.

3Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln;

4und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden.

5Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verkünde das Evangelium, erfülle treu deinen Dienst!

6Denn ich werde nunmehr geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.

7Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten.

8Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sehnsüchtig auf sein Erscheinen warten.

 

 

Antwortpsalm

Ps 71 (70), 8-9.14-15b.16-17.22 (R: 15a)

          R Mein Mund soll künden von deiner Gerechtigkeit. - R

(GL 496)

8        Mein Mund ist erfüllt von deinem Lob,

VI. Ton

          von deinem Ruhm den ganzen Tag.

9        Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin,

          verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden. - (R)

14      Ich aber will jederzeit hoffen,

          all deinen Ruhm noch mehren.

15ab  Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden

          und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag. - (R)

16      Ich will kommen in den Tempel Gottes, des Herrn

          deine großen und gerechten Taten allein will ich rühmen.

17      Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf,

          und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten. - (R)

22      Ich will dir danken mit Saitenspiel

          und deine Treue preisen;

          mein Gott, du Heiliger Israels

          ich will dir auf der Harfe spielen. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Mt 5, 3

Halleluja. Halleluja.

Selig, die arm sind vor Gott;

denn ihnen gehört das Himmelreich.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Überall, wo ein Mensch Macht hat, ist er in Versuchung, sie zu missbrauchen. Das gilt nicht nur von der weltlichen Macht. Wenn aber eine religiös begründete Vorrangstellung für Sonderinteressen ausgenützt wird, ist das vor Gott und den Menschen abscheulich. Da wurden schon die Propheten des Alten Bundes zu „Antiklerikalen“, und Jesus stellt sich in ihre Reihe. - Die Beispielerzählung vom Scherflein der Witwe (V. 41-44) hat mit dem 1. Teil des Evangeliums nur das Wort „Witwe“ gemeinsam. Mit ihren zwei Pfennigen hat die Witwe mehr gegeben als die reichen Spender. Vom Überfluss geben ist nichts Besonderes. Aber das Lebensnotwendige hergeben kann nur, wer sich selbst in die Hände Gottes gegeben hat. - Mt 23,6-7; Lk 11,43; 20,45-47; 21,1-4.

 

 

Evangelium

Mk 12, 38-44

Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle anderen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

In jener Zeit

38lehrte Jesus eine große Menschenmenge und sagte: Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt,

39und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben.

40Sie bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber umso härter wird das Urteil sein, das sie erwartet.

41Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel.

42Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein.

43Er rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern.

44Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.

 

 

FÜRBITTEN

Im Gebet wenden wir uns an Christus, der uns die Gnade Gottes offenbart:

Gib den Verkündern des Glaubens das rechte Wort, und lass sie lebendige Zeugen der Liebe sein.

A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

Unterstütze alle Bemühungen, den Frieden zu erhalten oder wiederherzustellen.

Hilf allen, die nur an sich denken, ihr Herz den Notleidenden zu öffnen.

Bestärke uns, selbstlos Gutes zu tun.

Ewiger Gott, durch deinen Sohn bist du uns nahe gekommen. Darum können wir auf dich vertrauen durch ihn, Christus, unseren Herrn.

A.: Amen.

 

 

„Wie sieht das aus, wenn man Christi Wiederkunft liebt? Die Heilige Schrift macht es uns in Bildern klar. Da ist die Braut, die sich schmückt für den Bräutigam; da sind die Jungfrauen, die aufgebrochen sind, um dem nächtlichen Hochzeitszug mit Lichtern festlichen Glanz zu geben und so mit einzugehen in die Freude des Bräutigams; die treuen Knechte, die sich, gegürtet und mit brennenden Lampen in den Händen, für die nächtliche Heimkehr ihres Herrn von der Hochzeit bereithalten ... Gemeinsam ist all diesen Gleichnissen eines: dass da Menschen sind, die auf eine kommende Wirklichkeit hin leben, an der ihr ganzes Dasein sich orientiert und um die beständig ihr Denken kreist. Noch ist das Ziel nicht in Sicht, aber dem inneren Auge ist es gewährt, es ist verbürgt durch einen, auf den sie Herz und Leben gesetzt haben und der nicht trügen kann - das Ziel ist identisch mit ihm; immer wieder neu tritt es hin vor die Seele, tröstend, aufrichtend, wegweisend, kräftigend, nährend wie das Leben selbst und Distanz gebend zum Gegenwärtigen, so dass seine Bewältigung möglich, Widriges in Geduld ertragen, Unwichtiges aus den Händen gelassen wird“ (Heinrich Spaemann).

 

 

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