Mittwoch der 10. Woche im Jahreskreis

 

Tagesgebet

Herr, unser Gott

sende uns den Geist der Einsicht,

der Wahrheit und des Friedens.

Lass uns erkennen, was du von uns verlangst,

und gib uns die Bereitschaft,

einmütig zu erfüllen,

was wir als deinen Auftrag erkannt haben.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 270)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Der Apostel steht im Dienst der neuen Heilsordnung, des „Neuen Bundes“. Die neuen Wirklichkeiten dieses Bundes sind der Geist, die Gerechtigkeit und die Herrlichkeit. Nur durch den Geist gibt es wirkliches Heil: heiliges, ewiges Leben. Mit dem Geist ist die kommende Welt in die gegenwärtige eingebrochen; das Neue, das mit Christus begonnen hat, ist endgültig und bleibt. Im Vergleich damit war der Alte Bund nur „Buchstabe“: eine geschriebene Mitteilung, die auf die zukünftige Wirklichkeit hinwies, aber nicht die Kraft besaß, diese Wirklichkeit herbeizuführen. Daraus folgert Paulus in den Versen 7-11 die ungleich größere Würde des apostolischen Dienstes im Vergleich mit dem Dienst des Mose. Der Unterschied liegt in der verschiedenen „Herrlichkeit“. Paulus spricht zwar Mose und dem Alten Bund überhaupt den Anteil an der göttlichen Offenbarungsherrlichkeit nicht einfach ab; auch dort war Gottes Größe und Macht sichtbar, sie strahlte insbesondere auf dem Gesicht des Mose wider, wenn er von der Begegnung mit Gott zurückkam. Aber diese Herrlichkeit war vergänglich, sie verblasste im helleren Schein des Neuen Bundes. Zur Überheblichkeit besteht deswegen kein Anlass, weder für den Apostel noch für die Gemeinde. Gott allein macht uns fähig, die neue Wirklichkeit überhaupt zu erfassen und ihr zu dienen. Und wir haben „diesen Schatz“ in irdenen Gefäßen (4,7): Durch Not und Tod hindurch erweist innerhalb dieser Welt das Leben Jesu seine Kraft. - Joh 3,27; Eph 3,7; Kol 1,23-25; Röm 2,29; 7,5-6; Ex 32,16; 34,29-35; Hebr 3,3.

 

 

ERSTE Lesung

2 Kor 3, 4-11

Gott hat uns zu Dienern des Neuen Bundes gemacht, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Brüder!

4Wir haben durch Christus so großes Vertrauen zu Gott.

5Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; unsere Befähigung stammt vielmehr von Gott.

6Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.

7Wenn aber schon der Dienst, der zum Tod führt und dessen Buchstaben in Stein gemeißelt waren, so herrlich war, dass die Israeliten das Gesicht des Mose nicht anschauen konnten, weil es eine Herrlichkeit ausstrahlte, die doch vergänglich war,

8wie sollte da der Dienst des Geistes nicht viel herrlicher sein?

9Wenn schon der Dienst, der zur Verurteilung führt, herrlich war, so wird der Dienst, der zur Gerechtigkeit führt, noch viel herrlicher sein.

10Eigentlich kann von Herrlichkeit in jenem Fall gar nicht die Rede sein, wo das Verherrlichte vor der größeren Herrlichkeit verblasst.

11Wenn nämlich schon das Vergängliche in Herrlichkeit erschien: die Herrlichkeit des Bleibenden wird es überstrahlen.

 

 

Antwortpsalm

Ps 99 (98), 4b-5.6-7.8-9 (R: vgl. 9c)

          R Heilig bist du, Herr, unser Gott. - R

(GL 233, 7)

4bc    Du hast die Weltordnung fest begründet,

VI. Ton

          hast Recht und Gerechtigkeit in Jakob geschaffen.

5        Rühmt den Herrn, unsern Gott;

          werft euch am Schemel seiner Füße nieder!

          Denn er ist heilig. - (R)

6        Mose und Aaron sind unter seinen Priestern,

          Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen;

          sie riefen zum Herrn, und er hat sie erhört.

7        Aus der Wolkensäule sprach er zu ihnen;

          seine Gebote hielten sie,

          die Satzung, die er ihnen gab. - (R)

8        Herr, unser Gott, du hast sie erhört;

          du warst ihnen ein verzeihender Gott,

          aber du hast ihre Frevel vergolten.

9        Rühmt den Herrn, unsern Gott,

          werft euch nieder an seinem heiligen Berge!

          Denn heilig ist der Herr, unser Gott. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung  Der Berg Karmel mit seinen zwei Altären, einem für Baal und einem für Jahwe, macht die religiöse Situation des Volkes sichtbar, das nach beiden Seiten schwankt (V. 21). Wie lange noch? fragt der ungeduldige Prophet und zwingt die Entscheidung herbei. Für das Volk mag die Frage gelautet haben: Welches ist der mächtigere Gott, Baal oder Jahwe? Für Elija kann die Frage nur sein: Wer ist der wahre Gott, der einzige Gott? Antwort: Der Gott, der mit Feuer antwortet. Der Blitz. der auf das Opfer Elijas herabfährt, ist aber nur ein Teil der Antwort; das größere, göttlichere Wunder besteht darin, dass er das Herz des Volkes „zur Umkehr wendet“ (V. 37). - Hos 11,7; Dan 9,21; Gen 32,29; Sir 48,3; Lev 9,24; Num 11,1; 16,35; Ri 6,21.

 

 

ERSTE Lesung

1 Kön 18, 20-39

Dieses Volk soll erkennen, dass du, Herr, der wahre Gott bist und dass du sein Herz zur Umkehr wendest

Lesung aus dem ersten Buch der Könige

In jenen Tagen

20schickte der König Ahab in ganz Israel umher und ließ die Propheten auf dem Karmel zusammenkommen.

21Und Elija trat vor das ganze Volk und rief: Wie lange noch schwankt ihr nach zwei Seiten? Wenn Jahwe der wahre Gott ist, dann folgt ihm! Wenn aber Baal es ist, dann folgt diesem! Doch das Volk gab ihm keine Antwort.

22Da sagte Elija zum Volk: Ich allein bin als Prophet des Herrn übrig geblieben; die Propheten des Baal aber sind vierhundertfünfzig.

23Man gebe uns zwei Stiere. Sie sollen sich einen auswählen, ihn zerteilen und auf das Holz legen, aber kein Feuer anzünden. Ich werde den andern zubereiten, auf das Holz legen und kein Feuer anzünden.

24Dann sollt ihr den Namen eures Gottes anrufen, und ich werde den Namen des Herrn anrufen. Der Gott, der mit Feuer antwortet, ist der wahre Gott. Da rief das ganze Volk: Der Vorschlag ist gut.

25Nun sagte Elija zu den Propheten des Baal: Wählt ihr zuerst den einen Stier aus, und bereitet ihn zu; denn ihr seid die Mehrheit. Ruft dann den Namen eures Gottes an, entzündet aber kein Feuer!

26Sie nahmen den Stier, den er ihnen überließ, und bereiteten ihn zu. Dann riefen sie vom Morgen bis zum Mittag den Namen des Baal an und schrien: Baal, erhöre uns! Doch es kam kein Laut, und niemand gab Antwort. Sie tanzten hüpfend um den Altar, den sie gebaut hatten.

27Um die Mittagszeit verspottete sie Elija und sagte: Ruft lauter! Er ist doch Gott. Er könnte beschäftigt sein, könnte beiseite gegangen oder verreist sein. Vielleicht schläft er und wacht dann auf.

28Sie schrien nun mit lauter Stimme. Nach ihrem Brauch ritzten sie sich mit Schwertern und Lanzen wund, bis das Blut an ihnen herabfloss.

29Als der Mittag vorüber war, verfielen sie in Raserei, und das dauerte bis zu der Zeit, da man das Speiseopfer darzubringen pflegt. Doch es kam kein Laut, keine Antwort, keine Erhörung.

30Nun forderte Elija das ganze Volk auf: Tretet her zu mir! Sie kamen, und Elija baute den zerstörten Altar Jahwes wieder auf.

31Er nahm zwölf Steine, nach der Zahl der Stämme der Söhne Jakobs, zu dem der Herr gesagt hatte: Israel soll dein Name sein.

32Er fügte die Steine zu einem Altar für den Namen des Herrn, zog rings um den Altar einen Graben und grenzte eine Fläche ab, die zwei Sea Saat hätte aufnehmen können.

33Sodann schichtete er das Holz auf, zerteilte den Stier und legte ihn auf das Holz.

34Nun befahl er: Füllt vier Krüge mit Wasser, und gießt es über das Brandopfer und das Holz! Hierauf sagte er: Tut es noch einmal! Und sie wiederholten es. Dann sagte er: Tut es zum dritten Mal! Und sie taten es zum dritten Mal.

35Das Wasser lief rings um den Altar. Auch den Graben füllte er mit Wasser.

36Zu der Zeit nun, da man das Speiseopfer darzubringen pflegt, trat der Prophet Elija an den Altar und rief: Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, heute soll man erkennen, dass du Gott bist in Israel, dass ich dein Knecht bin und all das in deinem Auftrag tue.

37Erhöre mich, Herr, erhöre mich! Dieses Volk soll erkennen, dass du, Herr, der wahre Gott bist und dass du sein Herz zur Umkehr wendest.

38Da kam das Feuer des Herrn herab und verzehrte das Brandopfer, das Holz, die Steine und die Erde. Auch das Wasser im Graben leckte es auf.

39Das ganze Volk sah es, warf sich auf das Angesicht nieder und rief: Jahwe ist Gott, Jahwe ist Gott!

 

 

Antwortpsalm

Ps 16 (15), 1-2 u. 4.5 u. 8.9 u. 11 (R: vgl. 1)

          R Behüte mich, Gott, denn ich vertraue auf dich. - R

(GL 527, 7)

1        Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir.

IV. Ton

2        Ich sage zum Herrn: „Du bist mein Herr;

          mein ganzes Glück bist allein.“

4        Viele Schmerzen leidet, wer fremden Göttern folgt.

          Ich will ihnen nicht opfern,

          ich nehme ihre Namen nicht auf meine Lippen. - (R)

5        Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher;

          du hältst mein Los in deinen Händen.

8        Ich habe den Herrn beständig vor Augen.

          Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. - (R)

9        Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele;

          auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.

11      Du zeigst mir den Pfad zum Leben.

          Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle,

          zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.

          R Behüte mich, Gott, denn ich vertraue auf dich.

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Ps 25 (24), 4a.5a

Halleluja. Halleluja.

Zeige mir, Herr, deine Wege,

führe mich in deiner Treue und lehre mich!

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Unter „Gesetz und Propheten“ versteht Jesus die eine, einheitliche „Äußerung des Gotteswillens, wie sie im Alten Testament vorliegt. Von diesem Gesetz versichert Jesus feierlich: Es bleibt bestehen und muss verwirklicht werden. Dieser „jüdischste“ aller Sätze im Neuen Testament (V. 18) steht nicht zufällig an dieser Stelle der Bergpredigt; im nachfolgenden Abschnitt (V. 21-48) spricht Jesus in sechsmaliger Gegenüberstellung („... ich aber sage euch“) von der neuen „Gerechtigkeit“, die im Gegensatz steht zu dem, was „den Alten“ gesagt wurde. Wenn das alles nicht Aufhebung, sondern Erfüllung des alttestamentlichen Gesetzes ist, dann wird von uns ein Verständnis des Alten Testamentes gefordert, das weit über das hinausgeht, was jüdische Gesetzesgelehrsamkeit zu sagen wusste. Jesus ist mehr als Mose; er verkündet den Gotteswillen neu und in Vollmacht; er selbst bringt durch sein Wort und seine Tat das Alte Testament zu seinem vollen Maß und gibt ihm seinen endgültigen Sinn. - Röm 3,31; 10,4; Lk 16,17; Jak 2,10.

 

 

Evangelium

Mt 5, 17-19

Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

17Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.

18Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

19Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

 

Fürbitten

Wir beten zu Christus, der unsere Schuld vergibt:

Rufe alle Christen zur Umkehr, und versöhne sie mit dem Vater. (Stille) Herr, erbarme dich.

Lass verfeindete Völker ihre Streitigkeiten beilegen. (Stille) Herr, erbarme dich.

Lindere die Schmerzen der Kranken, und mach sie gesund. (Stille) Herr, erbarme dich.

Schenke uns unermüdliche Ausdauer auf dem Weg deiner Gebote. (Stille) Herr, erbarme dich.

Heiliger Gott, schau nicht auf unsere Sünden, sondern höre auf unsere Bitten durch Christus, unseren Herrn.

A.: Amen.

 

 

„Immer noch gleicht das Evangelium  einem vergrabenen Schatz, und dringlicher denn je warten auf seine Hebung Menschen, die der Druck der absoluten Gesetzessysteme verschiedenster, auch kirchlicher Provenienz entweder in Isolation, Gefängnis und Tod oder ins Chaos gebracht hat. Dieser Schatz ist die Einsicht, dass der menschgewordene Gott das Maß des Menschen, des Einzelnen wie der Gesellschaft. ist und dass die Menschwerdung Gottes nichts anderes bedeutet als den Herrschaftsverzicht, der allein Vermenschlichung bewirkt. Das Gesetz erfüllen heißt: Ernst machen mit der Erkenntnis, dass das Gesetz um des Menschen willen, nicht aber der Mensch um des Gesetzes willen da ist ... Diesen Sachverhalt erkennen wäre die erste Voraussetzung dafür, dass den Christen noch einmal die Aufgabe zufiele, zu der sie berufen wurden: das Salz der Erde zu sein, das heißt: alle sich die Welt unterwerfenden Mächte mit dem Gran Menschlichkeit zu durchdringen, das allein die Erde zu einer Wohnstatt von Menschen machen würde“ (Gisela Uellenberg).

 

 

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