12. Sonntag im Jahreskreis A

 

Das Heidentum kennt nicht die erwählende Liebe Gottes und nicht die Geborgenheit in Gott; da ist nur ein dunkles Schicksal. Auch der Gott Israels, der Gott, den Jesus seinen Vater nennt, ist immer wieder der Verborgene, der Unfassbare - sonst wäre er nicht Gott. Aber er will, dass wir ihn suchen, nach ihm fragen. Er lässt sich finden.

 

 

Eröffnungsvers

Ps 28 (27), 8-9

Der Herr ist die Stärke seines Volkes,

er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.

Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe,

führe und trage es in Ewigkeit.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Heiliger Gott,

gib, dass wir deinen Namen allezeit

fürchten und lieben.

Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand,

der fest in deiner Liebe verwurzelt ist.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung Der Prophet ist ein einsamer Rufer und Warner. Er muss auf Missstände und auf drohendes Unheil hinweisen. Das trägt ihm Hass und Verfolgung ein. Manchmal möchte er selbst an seiner Sendung verzweifeln. Aber dann erfährt er wieder die rettende Nähe seines Gottes. Er gehört zu den Armen; er hat nichts, aber er weiß sich geborgen.

 

 

ERSTE Lesung

Jer 20, 10-13

Er rettet das Leben der Armen aus der Hand der Übeltäter

Lesung aus dem Buch Jeremia

Jeremia sprach:

10Ich hörte das Flüstern der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.

11Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und kommen nicht auf. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergesslicher Schmach.

12Aber der Herr der Heere prüft den Gerechten, er sieht Herz und Nieren. Ich werde deine Rache an ihnen erleben; denn dir habe ich meine Sache anvertraut.

13Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben der Armen aus der Hand der Übeltäter.



Antwortpsalm

Ps 69 (68), 8 u. 10. 14.33-34 (R: 14bc)

          R Erhöre mich in deiner großen Huld,

(GL neu 651,3)

          Gott, hilf mir in deiner Treue! - R
      Herr, deinetwegen erleide ich Schmach,

IV. Ton

          und Schande bedeckt mein Gesicht.

10      Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt;

          die Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen. - (R)

14      Ich bete zu dir,

          Herr, zur Zeit der Gnade.

          Erhöre mich in deiner großen Huld,

          Gott, hilf mir in deiner Treue! - (R)

33      Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch;

          ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!

34      Denn der Herr hört auf die Armen,

          er verachtet die Gefangenen nicht. - R

 

 

Zur 2. Lesung  Seit ihren Anfängen kennt die Menschheit das Lied von Leiden und Tod. Und der Mensch, anders als das Tier, weiß sich verantwortlich; er fühlt sich schuldig und ruft nach Erlösung. Christus hat einen neuen Anfang gemacht, er selbst ist der Anfang, er ist der neue Mensch. Durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus ist die Sünde grundsätzlich überwunden, der Tod hat seinen Schrecken verloren.

 

 

ZWEITE Lesung

Röm 5, 12-15

Anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

12Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten.

13Sünde war schon vor dem Gesetz in der Welt, aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt;

14dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht wie Adam durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten; Adam aber ist die Gestalt, die auf den Kommenden hinweist.

15Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade; sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheim gefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteil geworden.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Joh 15, 26b.27a

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Der Geist der Wahrheit wird Zeugnis geben für mich;

und auch ihr sollt Zeugen sein.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Was Gott im Alten Bund zu den Propheten gesagt hat, das sagt Jesus zu den Jüngern, die er als seine Boten aussendet: Fürchtet euch nicht! Weder um die Botschaft noch um sein eigenes Leben soll der Jünger Jesu sich Sorge machen. Die Botschaft wird gehört werden; Jesus steht zu denen, die sich zu ihm bekennen.

 

 

Evangelium

Mt 10, 26-33

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:

26Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.

27Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern.

28Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.

29Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.

30Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.

31Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

32Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.

33Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

 

Glaubensbekenntnis

Fürbitten: Im Jahreskreis

 

 

Zur Eucharistiefeier Weitersagen, was wir als Wort Gottes gehört und begriffen haben; weitergeben, was wir als Gabe Gottes empfangen haben: das wäre der wahre Gottesdienst, die richtige Danksagung.

 

 

Gabengebet

Barmherziger Gott,

nimm das Opfer des Lobes

und der Versöhnung an.

Löse uns durch diese Feier aus aller Verstrickung,

damit wir in freier Hingabe ganz dir angehören.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis

 

 

Kommunionvers

Ps 145 (144), 15

Aller Augen warten auf dich, o Herr,

und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.

 

Oder:

Joh 10, 11.15

Ich bin der gute Hirt. Ich gebe mein Leben für meine Schafe - so spricht der Herr.

 

 

Schlussgebet
Gütiger Gott,
du hast uns
durch den Leib und das Blut Christi gestärkt.
Gib, dass wir niemals verlieren,
was wir in jeder Feier der Eucharistie empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

           

 

Für den Tag und die Woche

Gott ist anders.  Nicht nur der Gott, den wir aus der Schöpfung erahnen, ist ein Geheimnis: das dunkle Geheimnis Gottes verdichtet sich erst ganz in der biblischen Offenbarung. Offenbarung als Verdunklung! Gott ist dadurch nicht leichter geworden, sondern schwerer; nicht begreiflicher, sondern unbegreiflicher. Gott ist nicht nur hie und da anders, als wir denken, als wir zunächst meinen; sondern Gott ist immer anders. Gott ist radikal anders, universal anders. Er bringt uns immer durcheinander. Ein Gott, der eingeht, der aufgeht, ist damit allein schon ein Götze. (Josef Eger)

 

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
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Liedvorschläge

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Amt für Kirchenmusik Augsburg


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