13. Sonntag im Jahreskreis

 

Die Entscheidung für Christus ist den meisten von uns zunächst abgenommen worden; andere haben bei der Taufe für uns geantwortet: Ich glaube. Ich widersage. Ich gelobe. Aber dann haben wir auch selbst die Frage und den Ruf gehört. Unser Herz hat geantwortet, wir haben ja gesagt. Die große Entscheidung vermindert unsere Freiheit nicht, aber sie bestimmt unsere Richtung.

 

 

Eröffnungsvers

Ps 47 (46), 2

Ihr Völker alle, klatscht in die Hände,

jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Gott, unser Vater,

du hast uns in der Taufe

zu Kindern des Lichtes gemacht.

Lass nicht zu,

dass die Finsternis des Irrtums

über uns Macht gewinnt,

sondern hilf uns,

im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung Von Jüngerschaft und Nachfolge ist in der 1. Lesung und im Evangelium die Rede. Elija, der gewaltige Kämpfer für die reine Jahwe-Religion, gibt im Auftrag Gottes sein Prophetenamt an Elischa weiter. Elischa begreift sofort, um was es geht, als Elija seinen Mantel über ihn wirft. Er lässt sich vom Geist Gottes ergreifen und in Dienst nehmen. Sein Abschied von der Familie ist radikal und steht nur scheinbar im Widerspruch zu dem, was Jesus von seinen Jüngern fordern wird (Lk 9,61-62).

 

 

ERSTE Lesung

1 Kön 19, 16b.19-21

Elischa stand auf und folgte Elija

Lesung aus dem ersten Buch der Könige

In jenen Tagen sprach der Herr zu Elija:

16bSalbe Elischa, den Sohn Schafats aus Abel-Mehola, zum Propheten an deiner Stelle.

19Als Elija von dort weggegangen war, traf er Elischa, den Sohn Schafats. Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen, und er selbst pflügte mit dem zwölften. Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel über ihn.

20Sogleich verließ Elischa die Rinder, eilte Elija nach und bat ihn: Lass mich noch meinem Vater und meiner Mutter den Abschiedskuss geben; dann werde ich dir folgen. Elija antwortete: Geh, aber komm dann zurück! Bedenke, was ich an dir getan habe.

21Elischa ging von ihm weg, nahm seine zwei Rinder und schlachtete sie. Mit dem Joch der Rinder kochte er das Fleisch und setzte es den Leuten zum Essen vor. Dann stand er auf, folgte Elija und trat in seinen Dienst.

 

 

Antwortpsalm

Ps 16 (15), 1-2 u. 5.7-8.9 u. 11 (R: vgl. 5a u. 2b)

          R Du, Herr, bist mein Erbe,

(GL neu 649, 5)

          mein ganzes Glück bist du allein. - R
1        Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir.

VII. Ton

2        Ich sage zum Herrn: „Du bist mein Herr;

          mein ganzes Glück bist du allein.“

5        Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher;

          du hältst mein Los in deinen Händen. - (R)

7        Ich preise den Herrn, der mich beraten hat.

          Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.

8        Ich habe den Herrn beständig vor Augen.

          Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. - (R)

9        Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele;

          auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.

11      Du zeigst mir den Pfad zum Leben.

          Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle,

          zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit. - R

 

 

Zur 2. Lesung Die Freiheit ist wie ein frischer Wind; nicht jeder weiß sie zu schätzen. Den Christen von Galatien muss Paulus eindringlich sagen, dass sie durch Christus freie Menschen geworden sind und dass sie ihre Freiheit weder missbrauchen noch preisgeben dürfen. Fremde Mächte und Zwänge stellen sich heute wie damals der Freiheit des Christen entgegen: der Hass, die Lüge, die Maßlosigkeit in jeder Form; das, was der Apostel kurz „das Begehren des Fleisches“ nennt. Die Freiheit, zu der Christus uns befreit hat, ist Verheißung und Forderung.

 

 

ZWEITE Lesung

Gal 5, 1.13-18

Ihr seid zur Freiheit berufen

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater

Brüder!

1Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!

13Ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder. Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe!

14Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!

15Wenn ihr einander beißt und verschlingt, dann gebt acht, dass ihr euch nicht gegenseitig umbringt.

16Darum sage ich: Lasst euch vom Geist leiten, dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen.

17Denn das Begehren des Fleisches richtet sich gegen den Geist, das Begehren des Geistes aber gegen das Fleisch; beide stehen sich als Feinde gegenüber, so dass ihr nicht imstande seid, das zu tun, was ihr wollt.

18Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: 1 Sam 3, 9; Joh 6, 68c

Halleluja. Halleluja.

Rede, Herr, dein Diener hört.

Du hast Worte des ewigen Lebens.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Mit großer Entschiedenheit begibt sich Jesus auf den Weg nach Jerusalem. Dort wird sich alles vollenden, wie es ihm bestimmt ist. Jesus will keine Gewalt anwenden, er gibt sich ganz in die Hand des Vaters. - Im zweiten Teil dieses Evangeliums stehen drei Weisungen für die Nachfolge. Sie sind radikal; der ganze Mensch wird gefordert. Keine Halbheit und kein Rückzug ist erlaubt. Wer ist zu einer solchen Nachfolge tauglich? Wer gerufen wird und den freien Mut hat, sich wie Jesus in die Hand Gottes zu geben.

 

 

Evangelium

Lk 9, 51-62

Er entschloss sich, nach Jerusalem zu gehen.

Ich will dir folgen, wohin du auch gehst

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

51Als die Zeit herankam, in der er in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen.

52Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen.

53Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.

54Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?

55Da wandte er sich um und wies sie zurecht.

56Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

57Als sie auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.

58Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.

59Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben.

60Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!

61Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen.

62Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

 

Glaubensbekenntnis

Fürbitten: Im Jahreskreis

 

 

Zur Eucharistiefeier Jesus ist der ganz Gehorsame und deshalb auch der ganz Freie. „Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe ... Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen“ (Joh 10,17-18).

 

 

Gabengebet

Herr unser Gott,

in den Geheimnissen, die wir feiern,

wirkst du unser Heil.

Gib, dass wir den Dienst an diesem Altar

würdig vollziehen,

von dem wir deine Gaben empfangen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis

 

 

Kommunionvers

Ps 103 (102), 1

Lobe den Herrn, meine Seele!

Alles in mir lobe seinen heiligen Namen.

 

Oder:

Joh 17, 20-21

Vater, ich bitte für sie, dass sie in uns eins seien,

damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast - so spricht der Herr.

 

 

SCHLUSSGEBET

Gütiger Gott,

die heilige Opfergabe,

die wir dargebracht und empfangen haben,

schenke uns neues Leben.

Lass uns Frucht bringen in Beharrlichkeit

und dir auf immer verbunden bleiben.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE

Nachfolge vollzieht sich, schon vom ersten Ansatz an, im konkreten Lebensvollzug. Erst wenn und so viel einer ‚auf dem Weg‘ ist, wird ihm Belehrung, kommen Einsichten und geschehen Erfahrungen. - Jesus bietet keine Aussichten, ja nicht einmal Sicherungen im Irdischen und auch keine Nestgeborgenheit. Wer einmal in die Nachfolge eingetreten ist, muss mehr und mehr darauf verzichten, bürgerlich zu denken und zu hoffen ... Der Nachfolger ist auf den Acker der Welt gestellt, ihn hat er für den Samen des göttlichen Wortes aufzureißen. Er darf nicht nach dem schauen, was hinter ihm liegt. (C. Küven).

 

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
perikopen.de


Liedvorschläge

Hier finden Sie Liedvorschläge für den Gottesdienst
Amt für Kirchenmusik Augsburg


Psalmtöne

Zum Online-Kantorale antwortpsalm.de


Schott Messbuch bestellen

Schott Messbuch für die Sonn- und Festtage Lesejahre A, B, C (auch als CD-Rom-Ausgabe) in der Klosterbuchhandlung bestellen:

Bestellformular