14. Sonntag im Jahreskreis

 

Die Jünger Jesu sollen in der Welt den Frieden ausrufen. Friede hat nichts mit Untätigkeit zu tun. Der Friede muss getan und gewonnen werden, im Leben jedes Menschen und im Leben der Völker. In dieser Welt gibt es Frieden nur durch Versöhnung, durch Verzeihung. Gott will die Versöhnung, er bietet sie an. Wenn ein Mensch begreift, dass ihm verziehen wurde, kann er neu anfangen. Dann hört er den Bach wieder rauschen und spürt die Wärme der Sonne.

 

 

Eröffnungsvers

Ps 48 (47), 10-11

Deiner Huld, o Gott, gedenken wir in deinem heiligen Tempel.

Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde;

deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Barmherziger Gott,

durch die Erniedrigung deines Sohnes

hast du die gefallene Menschheit

wieder aufgerichtet

und aus der Knechtschaft der Sünde befreit.

Erfülle uns mit Freude über die Erlösung

und führe uns zur ewigen Seligkeit.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung Nach der Rückkehr des Volkes aus dem babylonischen Exil (seit 538 v. Chr.) waren die Anfänge in Jerusalem schwierig, und der Wiederaufbau ging nur langsam voran. Noch schwieriger war die innere Erneuerung des Volkes in der Reinheit des Glaubens und der Kraft der Hoffnung. Die Propheten dieser Zeit, späte Schüler des großen Jesaja, mahnten und trösteten. Gott hat die Macht, Leben und Frieden und Freude zu schaffen. Und alle Völker sollen daran teilhaben.

 

 

ERSTE Lesung

Jes 66, 10-14c

Wie ein Strom leite ich den Frieden zu ihr

Lesung aus dem Buch Jesaja

10Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt. Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr über sie traurig wart.

11Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt euch an ihrem mütterlichen Reichtum!

12Denn so spricht der Herr: Seht her: Wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr und den Reichtum der Völker wie einen rauschenden Bach. Ihre Kinder wird man auf den Armen tragen und auf den Knien schaukeln.

13Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch; in Jerusalem findet ihr Trost.

14abcWenn ihr das seht, wird euer Herz sich freuen, und ihr werdet aufblühen wie frisches Gras. So offenbart sich die Hand des Herrn an seinen Knechten.

 

 

Antwortpsalm

Ps 66 (65), 1-3.4-5.6-7.16 u. 20 (R: 1)

          R Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde! - R

(GL neu 376)

1        Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde!

VIII. Ton

2        Spielt zum Ruhm seines Namens!

          Verherrlicht ihn mit Lobpreis!

3        Sagt zu Gott: „Wie Ehrfurcht gebietend sind deine Taten;

          vor deiner gewaltigen Macht müssen die Feinde sich beugen.“ - (R)

4        Alle Welt bete dich an und singe dein Lob,

          sie lobsinge deinem Namen!

5        Kommt und seht die Taten Gottes!

          Staunenswert ist sein Tun an den Menschen: - (R)

6        Er verwandelte das Meer in trockenes Land,

          sie schritten zu Fuß durch den Strom;

          dort waren wir über ihn voll Freude.

7        In seiner Kraft ist er Herrscher auf ewig;

          seine Augen prüfen die Völker.

          Die Trotzigen können sich gegen ihn nicht erheben. - (R)

16      Ihr alle, die ihr Gott fürchtet, kommt und hört;

          ich will euch erzählen, was er mir Gutes getan hat.

20      Gepriesen sei Gott; denn er hat mein Gebet nicht verworfen

          und mir seine Huld nicht entzogen. - R

 

 

Zur 2. Lesung Am Schluss des Galaterbriefs fasst der Apostel das Wesentliche kurz zusammen. Der ganze Streit, ob Jude oder Heide, ist überholt, seitdem Christus am Kreuz für alle gestorben ist. Eine neue Schöpfung ist im Werden. Ihr Gesetz heißt Glaube und Liebe. Glaube, der in der Liebe wirksam ist.

 

 

ZWEITE Lesung

Gal 6, 14-18

Ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leib

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater

Brüder!

14Ich will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.

15Denn es kommt nicht darauf an, ob einer beschnitten oder unbeschnitten ist, sondern darauf, dass er neue Schöpfung ist.

16Friede und Erbarmen komme über alle, die sich von diesem Grundsatz leiten lassen, und über das Israel Gottes.

17In Zukunft soll mir niemand mehr solche Schwierigkeiten bereiten. Denn ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leib.

18Die Gnade Jesu Christi, unseres Herrn, sei mit eurem Geist, meine Brüder. Amen.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Kol 3, 15a.16a

Halleluja. Halleluja.

In euren Herzen herrsche der Friede Christi.

Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Nach der Aussendung der Zwölf (Lk 9,1-6) berichtet Lukas die Aussendung einer größeren Gruppe von Jüngern. Die Zahl 72 (oder 70) entspricht der Zahl der Völker der Erde nach Genesis 10; zu allen Völkern soll die Botschaft gelangen, dass Gottes Herrschaft und Reich nahe gekommen ist. Noch in anderem Sinn ist die universale Zahl 72 von Bedeutung: Der Auftrag, die frohe Botschaft in die Welt zu tragen, ergeht an alle Jünger, an alle wachen Christen. Die Ernte ist groß. Und die Weisungen Jesu bleiben gültig: Gewaltlosigkeit, Armut, Selbstlosigkeit, aber auch Entschiedenheit, wo die Situation es fordert.

 

 

Evangelium

Lk 10, 1-12.17-20

Der Friede, den ihr dem Haus wünscht, wird auf ihm ruhen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

1In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.

2Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

3Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.

4Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs!

5Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus!

6Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.

7Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!

8Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt.

9Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

10Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft:

11Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe.

12Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

17Die Zweiundsiebzig kehrten zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen.

18Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.

19Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können.

20Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.

 

Oder:

Kurzfassung

Lk 10, 1-9

Der Friede, den ihr dem Haus wünscht, wird auf ihm ruhen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

1In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.

2Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

3Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.

4Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs!

5Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus!

6Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.

7Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!

8Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt.

9Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

 

Glaubensbekenntnis

Fürbitten: Im Jahreskreis

 

 

Zur Eucharistiefeier Die Sendung hat ihren Rang und ihre Kraft von der Mitte her, von dem, der aussendet. Jesus hat sein Leben und seine Sendung vom Vater her verstanden; und „wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“.

 

 

Gabengebet

Herr, zu deiner Ehre feiern wir dieses Opfer.

Es befreie uns vom Bösen

und helfe uns,

Tag für Tag das neue Leben sichtbar zu machen,

das wir von dir empfangen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis

 

 

Kommunionvers

Ps 34 (33), 9

Kostet und seht, wie gütig der Herr ist.

Selig der Mensch, der bei ihm seine Zuflucht nimmt.

 

Oder:

Mt 11, 28

Kommt alle zu mir,

die ihr euch plagt und unter Lasten stöhnt!

Ich will euch Ruhe verschaffen - so spricht der Herr.

 

 

SCHLUSSGEBET

Herr du hast uns mit reichen Gaben beschenkt.

Lass uns in der Danksagung verharren

und einst die Fülle des Heils erlangen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE

Dem Licht dienen Wer an Jesus Christus glaubt, der muss wissen, dass ihm ein Licht in großer Dunkelheit anvertraut ist, und dann soll er nicht auf die anderen sehen und danach fragen, wie sie das beurteilen. Nein, gerade wenn wir uns ganz diesem Licht hingeben und gar nicht auf die Seite sehen, nicht nach dem Urteil der anderen fragen, gerade dann wird das Licht, dem wir dienen, am ehesten noch ernst genommen werden. (G. von Rad)

 

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
perikopen.de


Liedvorschläge

Hier finden Sie Liedvorschläge für den Gottesdienst
Amt für Kirchenmusik Augsburg


Psalmtöne

Zum Online-Kantorale antwortpsalm.de


Schott Messbuch bestellen

Schott Messbuch für die Sonn- und Festtage Lesejahre A, B, C (auch als CD-Rom-Ausgabe) in der Klosterbuchhandlung bestellen:

Bestellformular