Freitag der 17. Woche im Jahreskreis

 

Tagesgebet

Herr, unser Gott,

wir haben uns im Namen deines Sohnes

versammelt und rufen zu dir:

Erhöre die Bitten deines Volkes,

mach uns hellhörig

für unseren Auftrag in dieser Zeit

und gib uns die Kraft, ihn zu erfüllen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 292)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung In die Darstellung des Sinai-Ereignisses ist die ganze Ordnung des Gottesdienstes eingebaut, die in späterer Zeit für Israel Geltung hatte. Die Hauptfeste des Jahres waren l. das Pascha und das anschließende Fest der ungesäuerten Brote, 2. das Wochen-(Pfingst-)Fest, sieben Wochen nach dem Pascha, 3. das Laubhüttenfest. Fünf Tage vor dem mit dem Laubhüttenfest verbundenen Jahresanfang (im Herbst) wurde das Versöhnungsfest gefeiert (darüber ausführlich Dtn 16). Diese Feste stammen aus ältester Zeit und haben ihren Ursprung im Lebensbereich der Hirten und der Ackerbauern: das Pascha hängt mit dem Weidewechsel der Herden zusammen, das Fest der ungesäuerten Brote und das Wochenfest mit der Getreideernte, das Laubhüttenfest mit der Weinlese. In Israel wurden diese Feste aus ihrer Naturgebundenheit herausgelöst, man feierte die großen Ereignisse der Geschichte: den Auszug aus Ägypten, den Bundesschluss am Sinai, die Wanderung durch die Wüste. Im Christentum haben Pascha und Pfingsten einen neuen Sinn erhalten, der in den alten Festen nur angedeutet war. Unser Pascha ist Christus, er ist das Osterlamm, er ist der Neue Bund, er hat dem neuen Gottesvolk den Heiligen Geist als das neue Gesetz gegeben. - Ex 12,1-28; 23,14-17; Dtn 16,1-17; 26,1-10; Num 29,7-39.

 

 

ERSTE Lesung

Lev 23, 1.4-11.15-16.27.34b-37

Das sind die Festzeiten des Herrn, die ihr als Tage heiliger Versammlung ausrufen sollt

Lesung aus dem Buch Levitikus

1Der Herr sprach zu Mose:

4Das sind die Feste des Herrn, Tage heiliger Versammlungen, die ihr zur festgesetzten Zeit ausrufen sollt:

5Im ersten Monat, am vierzehnten Tag des Monats, zur Abenddämmerung, ist Pascha zur Ehre des Herrn.

6Am fünfzehnten Tag dieses Monats ist das Fest der Ungesäuerten Brote zur Ehre des Herrn. Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen.

7Am ersten Tag habt ihr heilige Versammlung; ihr dürft keine schwere Arbeit verrichten.

8Sieben Tage hindurch sollt ihr ein Feueropfer für den Herrn darbringen. Am siebten Tag ist heilige Versammlung; da dürft ihr keine schwere Arbeit verrichten.

9Der Herr sprach zu Mose:

10Rede zu den Israeliten, und sag zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, und wenn ihr dort die Ernte einbringt, sollt ihr dem Priester die erste Garbe eurer Ernte bringen.

11Er soll sie vor dem Herrn hin- und herschwingen und sie so darbringen, damit ihr Annahme findet. Am Tag nach dem Sabbat soll der Priester den Ritus ausführen.

15Vom Tag nach dem Sabbat, an dem ihr die Garbe für die Darbringung gebracht habt, sollt ihr sieben volle Wochen zählen.

16Zählt fünfzig Tage bis zum Tag nach dem siebten Sabbat, und dann bringt dem Herrn ein neues Speiseopfer dar!

27Am zehnten Tag dieses siebten Monats ist der Versöhnungstag. Da sollt ihr heilige Versammlung halten. Ihr sollt euch Enthaltung auferlegen und dem Herrn ein Feueropfer darbringen.

34Am fünfzehnten Tag dieses siebten Monats ist sieben Tage hindurch das Laubhüttenfest zur Ehre des Herrn.

35Am ersten Tag, einem Tag heiliger Versammlung, dürft ihr keine schwere Arbeit verrichten.

36Sieben Tage hindurch sollt ihr ein Feueropfer für den Herrn darbringen. Am achten Tag habt ihr heilige Versammlung, und ihr sollt ein Feueropfer für den Herrn darbringen. Es ist der Tag der Festversammlung; da dürft ihr keine schwere Arbeit verrichten.

37Das sind die Festzeiten des Herrn, die ihr als Tage heiliger Versammlung ausrufen sollt, dazu bestimmt, für den Herrn Feueropfer, Brandopfer, Speiseopfer, Schlachtopfer und Trankopfer darzubringen, dem jeweiligen Tag entsprechend.

 

 

Antwortpsalm

Ps 81 (80), 3-4.5-6b.6c-8b.10-11 (R: vgl. 2a)

          R Lobet Gott, den Herrn;

(GL neu 49,1)

          denn er ist unsere Zuflucht. - R
3        Stimmt an den Gesang, schlagt die Pauke,

VI. Ton

          die liebliche Laute, dazu die Harfe!

4        Stoßt in die Posaune am Neumond

          und zum Vollmond, am Tag unsres Festes! - (R)

5        Denn das ist Satzung für Israel,

          Entscheid des Gottes Jakobs.

6ab    Das hat er als Gesetz für Josef erlassen,

          als Gott gegen Ägypten auszog. - (R)

6c      Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm:

7        Seine Schulter hab‘ ich von der Bürde befreit,

          seine Hände kamen los vom Lastkorb.

8ab    Du riefst in der Not,

          und ich riss dich heraus. - (R)

10      Für dich gibt es keinen andern Gott.

          Du sollst keinen fremden Gott anbeten.

11      Ich bin der Herr, dein Gott,

          der dich heraufgeführt hat aus Ägypten.

          Tu deinen Mund auf! Ich will ihn füllen. - R

 

 

Zur Lesung In Jer 26 fasst Baruch, der Sekretär des Propheten Jeremia, die Tempelrede (Jer 7,1-15; Samstag der 16. Woche) kurz zusammen und berichtet dann von ihrer Wirkung und den Folgen für Jeremia. Zweck der Rede war die Umkehr des Volkes und die Rettung Jerusalems: Aber die Priesterschaft des Tempels und die Festpilger hörten aus der Rede nur die Drohung gegen den Tempel heraus. Das ist nicht nur eine ärgerliche Störung der Festesfreude, es ist auch eine Lästerung gegen Gott und muss mit dem Tod bestraft werden. So weit kommt es dann allerdings nicht; bei der nachfolgenden Gerichtsverhandlung zeigt es sich, dass Jeremia doch viele Freunde hinter sich hat. Seine Feinde sind die Priester und falschen Propheten, die offiziellen Vertreter der Religion, die es nicht fassen und nicht glauben können, dass Jahwe mit ihnen und ihrer religiösen Praxis unzufrieden ist, und noch weniger, dass er seinen Tempel der Zerstörung preisgeben kann. - Jona 3,10; Jer 32,21-24; 44,10.23; Dtn 28,15; Dan 9,10; Jer 7,25-26; 11,7-8; 24,9; Ps 78,60-61; Lk 19,41- 44.

 

 

ERSTE Lesung

Jer 26, 1-9

Das ganze Volk rottete sich beim Haus des Herrn um Jeremia zusammen

Lesung aus dem Buch Jeremia

1Im Anfang der Regierung Jojakims, des Sohnes Joschijas, des Königs von Juda, erging vom Herrn dieses Wort:

2So spricht der Herr: Stell dich in den Vorhof des Hauses des Herrn, und sag zu den Leuten, die aus allen Städten Judas kommen, um im Haus des Herrn anzubeten, alles, was ich dir ihnen zu verkünden aufgetragen habe; kein Wort sollst du weglassen.

3Vielleicht hören sie und kehren um, jeder von seinem bösen Weg, so dass mich das Unheil reut, das ich ihnen wegen ihrer schlechten Taten zugedacht habe.

4Sag also zu ihnen: So spricht der Herr: Wenn ihr nicht auf mein Wort hört und meiner Weisung nicht folgt, die ich euch gegeben habe,

5wenn ihr nicht auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, hört, die ich immer wieder zu euch sende, obwohl ihr nicht hört,

6dann verfahre ich mit diesem Haus wie mit Schilo und mache diese Stadt zu einem Fluch bei allen Völkern der Erde.

7Die Priester, die Propheten und das ganze Volk hörten, wie Jeremia diese Worte vor dem Haus des Herrn vortrug.

8Als Jeremia alles gesagt hatte, was er im Auftrag des Herrn vor dem ganzen Volk zu verkünden hatte, ergriffen ihn die Priester, die Propheten und alles Volk und schrien: Jetzt musst du sterben.

9Warum weissagst du im Namen des Herrn: Wie Schilo wird es diesem Haus gehen, und diese Stadt wird verwüstet und entvölkert werden? Das ganze Volk rottete sich beim Haus des Herrn um Jeremia zusammen.

 

 

Antwortpsalm

Ps 69 (68), 5.8-9.10 u. 13.14 (R: vgl. 14bc)

          R Erhöre mich, Herr, in deiner großen Huld,

(GL neu 664, 1)

          hilf mir in deiner Treue! - R
5        Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf

VIII. Ton

          sind die, die mich grundlos hassen.

          Zahlreich sind meine Verderber, meine verlogenen Feinde.

          Was ich nicht geraubt habe, soll ich erstatten. - (R)

8        Denn deinetwegen erleide ich Schmach,

          und Schande bedeckt mein Gesicht.

9        Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern,

          den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd. - (R)

10      Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt;

          die Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen.

          Man redet über mich in der Versammlung am Tor,

          von mir singen die Zecher beim Wein. - (R)

11      Ich aber bete zu dir,

          Herr, zur Zeit der Gnade.

          Erhöre mich in deiner großen Huld,

          Gott, hilf mir in deiner Treue!

          R Erhöre mich, Herr, in deiner großen Huld,

          hilf mir in deiner Treue!

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. 1 Petr 1, 25

Halleluja. Halleluja.

Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit,

das Evangelium, das euch verkündet wird.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Nach Beendigung der Gleichnisrede (13,1-52) berichtet Matthäus im Anschluss an Markus eine Reihe weiterer Ereignisse, in denen Jesus immer deutlicher als der Messias erkennbar wird. Aber auch die Scheidung zwischen glaubendem Verstehen und ungläubiger Ablehnung wird klarer. In seiner Heimatstadt Nazaret begegnet Jesus einer abweisenden Skepsis. Dort kennt man ihn und seine Familie, und gerade dieser Umstand erschwert das richtige Hinhören. Woher hat er das alles?, fragen sie und meinen damit: Wer ist er denn? Was bildet er sich ein, dass er so zu uns spricht, ist er denn mehr als wir? Ähnlich fragen auch heute nicht wenige Gelehrte; sie wollen wissen, woher er das hat, um dann sagen zu können, wer er ist. Mit solcher Fragestellung kann man gelehrte Bücher schreiben und berühmt werden, zum Glauben kommt man damit schwerlich. Man wird sich, wie die Leute von Nazaret, daran stoßen, dass Jesus einer von uns ist, ein Mensch wie die anderen, und dass Gott sich nicht auf göttlichere Weise offenbart hat. - Mk 6,1-6; Lk 4,16-30; Joh 6,42; 4,44; 1 Kor 1,23.

 

 

Evangelium

Mt 13, 54-58

Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Woher hat es das alles?

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit

54kam Jesus in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen dort in der Synagoge. Da staunten alle und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Kraft, Wunder zu tun?

55Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria, und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder?

56Leben nicht alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles?

57Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat und in seiner Familie.

58Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.

 

 

Fürbitten

Jesus Christus, den die Menschen ablehnten, bitten wir:

Für alle, die sich zu dir bekennen: lass sie nicht an dir irrewerden.

A.: Herr, erhöre uns.

Für alle, die Macht und Einfluss haben: hindere sie, Arme und Wehrlose auszunützen.

Für alle, die ungerecht verfolgt werden: sei ihnen eine Zuflucht, und rette sie.

Für unsere Gemeinde: mach uns dankbar, dass du uns zum Glauben berufen hast.

Gütiger Vater, bewahre uns den Glauben an deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.     A.: Amen.

 

 

„An Gott glauben, das erfordert, dass man nicht Begriffe, nicht theologische Lehrsätze stapelt, sondern dem Lebendigen begegnet. Einem lebendigen Wesen. Dass Entgegengehen, Verbindung, Berühren, Austausch, Bewegung stattgefunden haben. Die Menschen, die Christus be­gegnet sind, besaßen alle ihre Religion. Sie alle glaubten an einen Gott, wie man es sie gelehrt hatte. Diejenigen aber, die Jesus folgten, fanden sich bereit, die überkommenen Vorstellungen, die sie sich doch so beflissen angeeignet hatten, aufzugeben, um seinen Lehren, die so ganz anders waren, Raum zu schaffen. Die schwierigste Bekehrung ist die Bekehrung zu der wir alle aufgerufen sind: die Wandlung im Innern unserer Religion“ (Louis Evely).

 

 

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