Donnerstag der 19. Woche im Jahreskreis

 

TAGESGEBET

Guter Gott.

Durch deinen Sohn Jesus Christus

hast du begonnen,

unter uns Menschen

dem Frieden und der Versöhnung Raum zu schaffen.

Mach uns

zu einer offenen und brüderlichen Gemeinde.

Hilf uns, dass wir um seinetwillen

einander annehmen und zu verstehen suchen,

auch wo wir verschiedener Meinung sind.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 317, 34)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Das Buch Josua ist die direkte Fortsetzung von Deuteronomium Kapitel 34. Josua hatte den Auftrag erhalten, die Stämme Israels in das Land Kanaan hineinzuführen; dafür war ihm die mächtige Hilfe Gottes zugesichert (Dtn 31,7-8). Die Verleihung des Landes bildet den Abschluss der großen Heilsgeschichte Israels: „Dann brachte er uns diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließen (Dtn 26,9). Über die Einwanderung der israelitischen Stämme in Kanaan hat der biblische Verfasser eine Reihe von Überlieferungen, an denen sichtbar wird, wie langsam und mühevoll die Landnahme vor sich ging. Das hinderte nicht, dass in der späteren Vorstellung Josua das ganze Land mit einem Schlag in Besitz genommen hat (Jos 10,42); die vielen Einzelunternehmungen haben ihre Einheit im Geschichtswalten Jahwes, vor dem die Stämme Israels als „ganz Israel“ stehen (Jos 3,7). Der Übergang über den Jordan bedeutet das Ende der Wüstenwanderung, an deren Anfang der Durchzug durch das Rote Meer stand. – Zu Vers 7: Jos 1,5.17. - Zu Vers 14-17: Sir 24,26; Ex 14,21-22.

 

 

ERSTE Lesung

 Jos 3, 7-10a.11.13-17

Die Bundeslade des Herrn der ganzen Erde zieht vor euch her durch den Jordan

Lesung aus dem Buch Josua

In jenen Tagen

7sagte der Herr zu Josua: Heute fange ich an, dich vor den Augen ganz Israels groß zu machen, damit alle erkennen, dass ich mit dir sein werde, wie ich mit Mose gewesen bin.

8Du aber sollst den Priestern, die die Bundeslade tragen, befehlen: Wenn ihr zum Ufer des Jordan kommt, geht in den Jordan hinein, und bleibt dort stehen!

9Darauf sagte Josua zu den Israeliten: Kommt her, und hört die Worte des Herrn, eures Gottes!

10Dann sagte Josua: Daran sollt ihr erkennen, dass ein lebendiger Gott mitten unter euch ist: Er wird die Kanaaniter vor euren Augen vertreiben.

11Seht, die Bundeslade des Herrn der ganzen Erde zieht vor euch her durch den Jordan.

13Sobald die Füße der Priester, die die Lade des Herrn tragen, des Herrn der ganzen Erde, im Wasser des Jordan stehen, wird das Wasser des Jordan, das von oben herabkommt, wie abgeschnitten sein und wie ein Wall dastehen.

14Als dann das Volk seine Zelte verließ und aufbrach, um den Jordan zu überschreiten, gingen die Priester, die die Bundeslade trugen, an der Spitze des Volkes.

15Und als die Träger der Lade an den Jordan kamen und die Füße der Priester, die die Lade trugen, das Wasser berührten - der Jordan war aber während der ganzen Erntezeit über alle Ufer getreten -,

16da blieben die Fluten des Jordan stehen. Das von oben herabkommende Wasser stand wie ein Wall in weiter Entfernung, bei der Stadt Adam, die in der Nähe von Zaretan liegt. Die zum Meer der Araba, zum Salzmeer, hinabfließenden Fluten dagegen liefen vollständig ab, und das Volk zog Jericho gegenüber durch den Jordan.

17Die Priester, die die Bundeslade des Herrn trugen, standen, während ganz Israel trockenen Fußes hindurchzog, fest und sicher mitten im Jordan auf trockenem Boden, bis das ganze Volk den Jordan durchschritten hatte.

 

 

Antwortpsalm

Ps 114 (113A), 1-2.3-4.5-6

          R Halleluja. - R

(GL neu 63, 1)

1        Als Israel aus Ägypten auszog,

IX. Ton

          Jakobs Haus aus dem Volk mit fremder Sprache,

2        da wurde Juda Gottes Heiligtum,

          Israel das Gebiet seiner Herrschaft. - (R)

3        Das Meer sah es und floh,

          der Jordan wich zurück.

4        Die Berge hüpften wie Widder,

          die Hügel wie junge Lämmer. - (R)

5        Was ist mit dir, Meer, dass du fliehst,

          und mit dir, Jordan, dass du zurückweichst?

6        Ihr Berge, was hüpft ihr wie Widder,

          und ihr Hügel, wie junge Lämmer? - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung  Es genügt nicht, dass der Prophet mit Worten das kommende Gericht über Jerusalem ansagt; er muss mit seiner eigenen Person und seinem seltsamen Gebaren für das Haus Israel ein Vorzeichen sein (V. 6). Symbolhafte Handlungen werden uns von verschiedenen Propheten berichtet: Hosea, Amos, Jesaja, Jeremia. Ezechiel erhält den Befehl, seine Sachen zu packen wie einer, der ins Exil gehen muss, und am Abend die Stadt zu verlassen, aber so, dass alle es sehen können. Es soll für sie eine Warnung sein, eine Mahnung zur Umkehr, ein Angebot der Rettung. „Vielleicht sehen sie es“ (V. 3). Aber sie haben es nicht gesehen und auch die deutenden Worte des Propheten (V. 10-11) nicht gehört. Dann haben die Ereignisse selbst ihre Sprache gesprochen. Wort, symbolische Handlung und geschichtliches Ereignis, alles ist Sprache Gottes: „damit sie erkennen, dass ich der Herr bin“. Aber die Menschen haben eine seltsame Fähigkeit, nichts zu sehen und nichts zu hören und auch das Begriffene und Erlittene bald wieder zu vergessen. - Jer 18,1-12; Ez 2,5-7; Jer 5,21; Mk 8,18; Jes 8,18.

 

 

ERSTE Lesung

Ez 12, 1-12

Geh am hellen Tag vor ihren Augen weg wie ein Mann, der verschleppt wird

Lesung aus dem Buch Ezechiel

1Das Wort des Herrn erging an mich:

2Menschensohn, du wohnst mitten unter einem widerspenstigen Volk, das Augen hat, um zu sehen, und doch nicht sieht, das Ohren hat, um zu hören, und doch nicht hört; denn sie sind ein widerspenstiges Volk.

3Du, Menschensohn, pack deine Sachen, als würdest du verschleppt, und geh am hellen Tag vor ihren Augen weg, als ob du vor ihren Augen von deinem Wohnsitz an einen andern verschleppt würdest. Vielleicht sehen sie es; aber sie sind ja ein widerspenstiges Volk.

4Trag dein Gepäck bei Tag vor ihren Augen hinaus, wie ein Mann, der verschleppt wird. Am Abend aber geh selbst vor ihren Augen hinaus, wie die Leute, die in die Verbannung ziehen.

5Brich dir vor ihren Augen ein Loch in die Wand, und kriech hindurch!

6Vor ihren Augen nimm das Gepäck auf die Schulter! Bring es in der Dunkelheit weg! Verhülle dein Gesicht, damit du das Land nicht mehr siehst. Denn ich habe dich zum Mahnzeichen für das Haus Israel gemacht.

7Ich tat, was mir befohlen wurde. Bei Tag trug ich mein Gepäck hinaus, wie ein Mann, der verschleppt wird. Am Abend brach ich mit den Händen ein Loch durch die Wand; in der Dunkelheit kroch ich hindurch. Dann nahm ich vor ihren Augen das Gepäck auf die Schulter.

8Am nächsten Morgen erging das Wort des Herrn an mich:

9Menschensohn, hat nicht das Haus Israel, das widerspenstige Volk, zu dir gesagt: Was machst du da?

10Sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Dieses drohende Wort gilt dem Fürsten von Jerusalem und dem ganzen Volk Israel, das in Jerusalem wohnt.

11Sag: Ich bin ein Mahnzeichen für euch: Was ich getan habe, das wird mit ihnen geschehen; in die Verbannung, in die Gefangenschaft werden sie ziehen.

12Ihr Fürst wird in der Dunkelheit sein Gepäck auf die Schulter nehmen und hinausgehen. In die Mauer wird man ein Loch brechen, um hindurchzugehen. Er wird sein Gesicht verhüllen, um mit seinen Augen das Land nicht zu sehen.

 

 

Antwortpsalm

Ps 78 (77), 56-57.58-59.61-62 (R: 7b)

          R Vergesst die Taten Gottes nicht! - R

(GL neu 69, 1)

56      Sie versuchten Gott und trotzten dem Höchsten;

IX. Ton

          sie hielten seine Satzungen nicht.

57      Wie ihre Väter, fielen sie treulos von ihm ab,

          sie wandten sich ab wie ein Bogen, der versagt. - (R)

58      Sie erbitterten ihn mit ihrem Kult auf den Höhen

          und reizten seine Eifersucht mit ihren Götzen.

59      Als Gott es sah, war er voll Grimm

          und sagte sich los von Israel. - (R)

61      Er gab seine Macht in Gefangenschaft,

          seine heilige Lade fiel in die Hand des Feindes.

62      Er lieferte sein Volk dem Schwert aus;

          er war voll Grimm über sein Eigentum. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Ps 119 (118), 135

Halleluja. Halleluja.

Herr, lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,

und lehre mich deine Gesetze!

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Den ersten Teil dieser Rede hat der Evangelist mit dem Gleichnis vom verirrten Schaf abgeschlossen (18,12-14), am Ende des zweiten Teils steht das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht, das nur bei Matthäus überliefert ist (18,23-35). Gottes Wesen ist Liebe, vollkommene Liebe. Aus seinem Herzen kommt die Vergebung unserer Sünden, und er allein trägt die Kosten der Versöhnung. Seine Liebe ist unbegrenzt, aber sie ist nicht billig; sonst wäre Gott nicht mehr Gott. Von dem, der die Vergebung empfängt, wird unerbittlich gefordert, dass auch er zum Vergeben bereit ist, so unbegrenzt wie Gott selbst: „Nicht sieben Mal, sondern siebenundsiebzig Mal“ (V. 22). Sieben Mal scheint dem Petrus ein schon fast unzumutbares Maß, aber siebenundsiebzig Mal. das ist überhaupt kein Maß mehr. Und doch, sagt das Gleichnis, ist alles, was ihr einander zu vergeben habt, lächerlich wenig im Vergleich zu dem, was Gott euch vergibt. - Zu Vers 21-22: Mt 6,12; Sir 10,6; Lk 17,4; Kol 3,13;Gen 4,23-24. - Zu Vers 23-35: Sir 28,4; 1 Joh 4,11; Jak 2,13.

 

 

Evangelium

Mt 18, 21 - 19, 1

Nicht nur sieben Mal musst du vergeben, sondern siebenundsiebzig Mal

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit

21trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Sieben Mal?

22Jesus sagte zu ihm: Nicht sieben Mal, sondern siebenundsiebzig Mal.

23Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.

24Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.

25Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.

26Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.

27Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.

28Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!

29Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.

30Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe.

31Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.

32Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast.

33Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?

34Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.

35Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

1Als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.

 

 

Fürbitten

Vertrauensvoll beten wir zu Christus, der uns seine Liebe schenkt:

Mache die Diener der Kirche zu glaubwürdigen Zeugen deines Erbarmens. (Stille) Christus, höre uns.

A.: Christus, erhöre uns.

Öffne die verschlossenen Herzen durch die Erfahrung deiner Güte. (Stille) Christus, höre uns.

Vergib den Sündern ihre Schuld. und schenke ihnen dein Heil. (Stille) Christus, höre uns.

Mach uns bereit, jenen zu verzeihen. die an uns schuldig wurden. (Stille) Christus, höre uns.

Herr, unser Gott, du bist der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes. Höre auf unser Gebet. und erhöre es durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Da die Sünde  so tausendfältig in der Welt ist, kann sie nur aufgehalten werden, wenn ihr ein ebenso großes Maß an Gutem entgegengestellt wird. Da die Vergebung immer das letzte Wort bleiben soll, das letzte Wort, das niemals der Beleidiger haben soll, so wird jedes Mal das Gute zum Sieg gebracht. Nur so scheint es möglich zu sein, der Sturzflut der Sünde Einhalt zu gebieten oder sie durch die frei gewährte Liebe zu überwinden. So sagt es der hl. Paulus: ‚Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute‘ (Röm 12,21“ (Wolfgang Trilling).

 

 

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