DONNERSTAG DER 22. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Gott, du willst,

dass alle Menschen gerettet werden

und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Sende Arbeiter in deine Ernte,

damit sie der ganzen Schöpfung

das Evangelium verkünden.

Sammle dein Volk durch das Wort des Lebens

und stärke es durch die Kraft des Sakramentes,

damit es auf dem Weg des Heiles voranschreitet.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 1047)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Glaube und Liebe bestehen nur, solange sie wachsen. Darum schließt sich an das Dankgebet des Apostels die Bitte (V. 9-12). „Wir“ bitten, sagt er: Paulus, Timotheus, Epaphras und alle Brüder, die in Rom und überall an die Gemeinde von Kolossä denken. Zwei Dinge wünscht Paulus den Kolossern, die zwei, in denen das ganze Leben einer Gemeinde beschlossen ist: fortschreitende Erkenntnis und rechtes Tun. Wer den Willen Gottes begreift, wird ihn auch tun, und in dem Maß, als er ihn tut, wird sein Erkennen klarer werden. Beides zusammen beansprucht und vollendet den Menschen „in allem“ (V. 10): in allen Schichten seines Menschseins, in jeder Situation, in die er sich gestellt sieht. Die Vollendung aber ist nicht irgendeine innerweltliche Selbstverwirklichung; sie ist die Erfüllung der Hoffnung (V. 5), „das Los der Heiligen“ (V. 12), das für die bereitliegt, die der Sohn erlöst hat (V. 14). Der Sohn: damit ist Paulus bei dem großen Thema dieses Briefs angekommen. - Eph 1,15-16; Kol 3,9b-10; Eph 5,17; Phil 1,9; Phlm 6. - Zu 1,1: Eph 1,11-13; 1 Petr 2,9; Apg 26,18. - Zu 1,13-14: Joh 8,12; Eph 1,6-7.

 

 

ERSTE Lesung

Kol 1, 9-14

Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser

Brüder!

9Seit dem Tag, an dem wir davon erfahren haben, hören wir nicht auf, inständig für euch zu beten, dass ihr in aller Weisheit und Einsicht, die der Geist schenkt, den Willen des Herrn ganz erkennt.

10Denn ihr sollt ein Leben führen, das des Herrn würdig ist und in allem sein Gefallen findet. Ihr sollt Frucht bringen in jeder Art von guten Werken und wachsen in der Erkenntnis Gottes.

11Er gebe euch in der Macht seiner Herrlichkeit viel Kraft, damit ihr in allem Geduld und Ausdauer habt.

12Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind.

13Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.

14Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.

 

 

Antwortpsalm

Ps 98 (97), 2-3b.3c-4.5-6 (R: vgl. 2)

          R Der Herr hat sein Heil enthüllt

(GL neu 55, 1 oder 264, 2)

          vor den Augen der Völker. - R
2        Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht

VIII. oder VII. bzw. VI. Ton

          und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.

3ab    Er dachte an seine Huld

          und an seine Treue zum Hause Israel. - (R)

3cd    Alle Enden der Erde

          sahen das Heil unsres Gottes.

4        Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde,

          freut euch, jubelt und singt! - (R)

5        Spielt dem Herrn auf der Harfe,

          auf der Harfe zu lautem Gesang!

6        Zum Schall der Trompeten und Hörner

          jauchzt vor dem Herrn, dem König!

          R Der Herr hat sein Heil enthüllt

          vor den Augen der Völker.

 

 

Jahr II

Zur Lesung Durch die Bilder von der Pflanzung und vom Hausbau (3,6-9.10-15) hat Paulus verdeutlicht, wie der apostolische Dienst der Gemeinde zu verstehen und zu tun ist. „Tempel Gottes“ ist die ganze Gemeinde. Die Gegenwart des Heiligen Geistes macht die Gemeinde „heilig“; wer sie verderben will, indem er ihre Einheit zerstört, „den wird Gott verderben“ (V. 17). Wo der Heilige Geist gegenwärtig ist, kann man nicht Menschen vergöttern oder gegeneinander ausspielen. Christus allein ist Herr der Gemeinde. In ihm hat sie Gottes Weisheit und Gottes Macht, durch ihn ist sie selbst eine göttliche Wirklichkeit in dieser Welt. - 2 Kor 6,16; Eph 2,20-22; 1 Kor 6,19; Röm 8,11.

 

 

ERSTE Lesung

1 Kor 3, 18-23

Alles gehört euch; ihr aber gehört Christus, und Christus gehört Gott

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Brüder!

18Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu werden.

19Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. In der Schrift steht nämlich: Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List.

20Und an einer anderen Stelle: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen; er weiß, sie sind nichtig.

21Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen. Denn alles gehört euch;

22Paulus, Apollos, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: alles gehört euch;

23ihr aber gehört Christus, und Christus gehört Gott.



Antwortpsalm

Ps 24 (23), 1-2.3-4.5--6 (R: vgl. 1)

          R Dem Herrn gehört die Erde,

(GL neu 52, 1)

          der Erdkreis und seine Bewohner. - R
1        Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt,

VIII. Ton

          der Erdkreis und seine Bewohner.

2        Denn er hat ihn auf Meere gegründet,

          ihn über Strömen befestigt. - (R)

3        Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn,

          wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?

4        Der reine Hände hat und ein lauteres Herz,

          der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. - (R)

5        Er wird Segen empfangen vom Herrn

          und Heil von Gott, seinem Helfer.

6        Das sind die Menschen, die nach ihm fragen,

          die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Mt 4, 19

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Folgt mir nach!

Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Mit Lk 5 tritt Jesus vor die breite Öffentlichkeit; bisher hatte er vorwiegend in den Synagogen gelehrt. Der heutige Abschnitt berichtet von der Predigt Jesu, dann vom reichen Fischfang und schließlich vom Erschrecken und der Berufung der ersten Jünger. In der Darstellung des Lukas tritt Simon Petrus stärker hervor als bei Markus; vom Schiff des Simon aus lehrt Jesus das Volk, in dem Lukas bereits das neue Gottesvolk vorgebildet sieht; Simon erhält den Auftrag zur Ausfahrt, er fasst auch in Worte, was nach dem Fischfang die anderen Jünger „ebenso“ spürten (V. 10): den Schrecken vor der Heiligkeit Gottes. Petrus erhält auch die Zusage: Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Eine ausdrückliche Berufung zur Jüngerschaft und Nachfolge wird hier bei Lukas nicht berichtet, aber in Vers 11 ist sie deutlich vorausgesetzt. Etwas Entscheidendes ist an diesem Tag im Leben des Petrus und seiner Gefährten geschehen. - Mt 4,18-22; Mk 1,16-20; Joh 21,1-8.15-17.

 

 

Evangelium

Lk 5, 1-11

Sie ließen alles zurück und folgten ihm nach

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit,

1als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören.

2Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze.

3Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.

4Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus!

5Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.

6Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten.

7Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen.

8Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder.

9Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten;

10ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.

11Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

 

 

FÜRBITTEN

Jesus Christus, der uns zu seinem Volk berufen hat, bitten wir:

Steh den Hirten der Kirche bei, dass sie unermüdlich dem Heil der Menschen dienen.

A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

Hilf, dass unter den Menschen Verständnis und Vertrauen wachsen.

Gib den Hungernden ihren Anteil an den Gütern der Erde.

Bewahre uns vor Mutlosigkeit, wenn unser Mühen nur wenig Erfolg hat.

Gott, himmlischer Vater, dein Reich steht jedem Menschen offen. Lass uns auf deine Einladung hören durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Vor der Begegnung mit Jesus  war Petrus selbst zufrieden; er hatte Vertrauen in seine Hilfsmittel, er war sich seines Wertes bewusst; seine natürliche Autorität drängte sich seinen Gefährten auf.

Aber der Vorübergang des Herrn hat ihn all seiner Eigenliebe entblößt. Von der ersten Begegnung an hat ihn der Herr aus seiner natürlichen Behaglichkeit herausgerissen. Das Reich Gottes öffnet sich nur den Armen! Petrus hat das ohne Zaudern begriffen. Die beste Vorbereitung für sein Apostolat und für seine Würde als oberster Leiter der Kirche war die Enthüllung seiner völligen Unfähigkeit, seiner Schwäche von Grund auf. Das ging so weit, dass der arme Petrus, der für gewöhnlich so ungestüm, so selbstsicher und eilig war, Verantwortungen und Initiativen auf sich zu nehmen, den Herrn zu bitten begann. Er möge von ihm fortgehen. Er möge ihn verlassen und ihm nicht seine unerträgliche Gegenwart auferlegen: Geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch“ (Louis Evely).

 

 

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