DIENSTAG DER 24. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Allmächtiger, ewiger Gott,

du hast uns im Sakrament der Taufe

neues Leben geschenkt.

Festige unsere Verbundenheit mit Christus,

damit wir Früchte bringen, die bleiben,

und die Freude des ewigen Lebens erlangen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 170)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung „Das Wort ist glaubwürdig“, so wurde in 1 Tim 1,15 eine Bekenntnisformel eingeführt; in der heutigen Lesung steht der gleiche Satz über einer Pflichtenlehre für kirchliche Ämter. Wahrscheinlich will der Verfasser mit diesem Satz „Das Wort ist glaubwürdig“ zu verstehen geben, dass er nicht etwas Eigenes oder Neues sagt oder anordnet; er erinnert nur an das, was überlieferte Lehre und Ordnung ist. Als Ämter in der Gemeinde werden hier „Bischof“ (episkopos) und „Diakone“ genannt (V. 1.8). Der Bischof nimmt im Kreis der Ältesten eine Vorrangstellung ein. Sein Amt wird mit dem des Familienvaters verglichen, der das Haus Gottes zu verwalten hat (Tit 1,7). - Was hier an Anforderungen und Voraussetzungen für das Amt des Bischofs und des Diakons genannt wird, geht nicht wesentlich über das hinaus, was man von einem guten Christen erwartet. An theologischen Aussagen über die kirchlichen Ämter finden wir in dieser Lesung nicht viel; aber was in der morgigen Lesung (3,14-15) über das Wesen der Kirche gesagt wird, vertieft die Aussagen über die Ämter in der Kirche. - Tit 1,6-9; Apg 20,28; 2 Tim 2,24; Apg 6,3; 1 Petr 5,1-4.

 

 

ERSTE Lesung

1 Tim 3, 1-13

Der Bischof soll ein Mann ohne Tadel sein:

die Diakone sollen mit reinem Gewissen am Geheimnis des Glaubens festhalten

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an Timotheus

Mein Sohn!

1Das Wort ist glaubwürdig: Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer großen Aufgabe.

2Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren;

3er sei kein Trinker und kein gewalttätiger Mensch, sondern rücksichtsvoll; er sei nicht streitsüchtig und nicht geldgierig.

4Er soll ein guter Familienvater sein und seine Kinder zu Gehorsam und allem Anstand erziehen.

5Wer seinem eigenen Hauswesen nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen?

6Er darf kein Neubekehrter sein, sonst könnte er hochmütig werden und dem Gericht des Teufels verfallen.

7Er muss auch bei den Außenstehenden einen guten Ruf haben, damit er nicht in üble Nachrede kommt und in die Falle des Teufels gerät.

8Ebenso sollen die Diakone sein: achtbar, nicht doppelzüngig, nicht dem Wein ergeben und nicht gewinnsüchtig;

9sie sollen mit reinem Gewissen am Geheimnis des Glaubens festhalten.

10Auch sie soll man vorher prüfen, und nur wenn sie unbescholten sind, sollen sie ihren Dienst ausüben.

11Ebenso sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern und in allem zuverlässig.

12Die Diakone sollen nur einmal verheiratet sein und ihren Kindern und ihrer Familie gut vorstehen.

13Denn wer seinen Dienst gut versieht, erlangt einen hohen Rang und große Zuversicht im Glauben an Christus Jesus.

 

 

Antwortpsalm

Ps 101 (100), 1-2b.2c-3.4-5b.5c-6 (R: vgl. 6c)

          R Wer auf rechten Wegen geht,

(GL neu 31, 1)

          der darf dir dienen, Herr. - R
1        Von Gnade und Recht will ich singen;

IV. Ton

          dir, o Herr, will ich spielen.

2ab    Ich will auf den Weg der Bewährten achten.

          Wann kommst du zu mir? - (R)

2c      Ich lebe in der Stille meines Hauses mit lauterem Herzen.

3        Ich richte mein Auge nicht auf Schändliches;

          ich hasse es, Unrecht zu tun,

          es soll nicht an mir haften. - (R)

4        Falschheit sei meinem Herzen fern;

          ich will das Böse nicht kennen

5ab    Wer den Nächsten heimlich verleumdet,

          den bring‘ ich zum Schweigen. - (R)

5cd    Stolze Augen und hochmütige Herzen

          kann ich nicht ertragen.

6        Meine Augen suchen die Treuen im Land;

          sie sollen bei mir wohnen.

          Wer auf rechten Wegen geht, der darf mir dienen. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung  Von den verschiedenen Geistesgaben in der christlichen Gemeinde spricht Paulus in den Kapiteln 12-14. Die Kirche ist der eine Leib Christi, sie stellt sich dar in der Vielheit und Verschiedenheit der Gaben und Wirkungen des Geistes. Diese Gaben kommen aus dem Reichtum des einen Gottes und aus der Liebe des einen Geistes, den der Sohn vom Vater her sendet. Wie es nur einen Geist und nur eine Taufe gibt, so gibt es auch nur den einen Leib Christi, und im Dienst dieses einen Leibes, d. h. der Gemeinde, stehen die einzelnen Gaben (Charismen). Jedes Glied hat seine besonderen Gaben und Aufgaben für die anderen und für das Ganze. Keiner hat alles, keiner kann alles. Die Gabe Gottes schlechthin ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn (Röm 6,23), und jedes einzelne Charisma hat es direkt und wesentlich mit dieser Gabe zu tun. Auch das, was wir heute in der Kirche als „Amt“ zu bezeichnen pflegen (vgl. V. 28-29), ist in diesem Sinn letzten Endes Charisma: Gabe des Geistes zum Dienst für die Gemeinde. - Zu 12,12-14: 1 Kor 6,15; 10,17; Röm 12,4-5; Eph 4,25; Kol 3,15; Gal 3,28; Eph 4,4-6; 3,11. - Zu 12,27-31a: Röm 12,6-8; Eph 4,11.

 

 

ERSTE Lesung

1 Kor 12, 12-14.27-31a

Ihr seid der Leib Christi, und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Brüder!

12Wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus.

13Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.

14Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern.

27Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm.

28So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Propheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede.

29Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Wunder zu tun?

30Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle solches Reden auslegen?

31aStrebt aber nach den höheren Gnadengaben!

 

 

Antwortpsalm

Ps 100 (99), 2-3.4-5 (R: vgl. 3c)

          R Wir sind das Volk des Herrn,

(GL neu 651, 5)

          die Herde seiner Weide. - R
2        Dient dem Herrn mit Freude!

V. Ton

          Kommt vor sein Antlitz mit Jubel

3        Erkennt: Der Herr allein ist Gott.

          Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,

          sein Volk und die Herde seiner Weide. - (R)

4        Tretet mit Dank durch seine Tore ein!

          Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!

          Dankt ihm, preist seinen Namen!

5        Denn der Herr ist gütig,

          ewig währt seine Huld,

          von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue. - R

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers : vgl. Lk 7, 16

Halleluja. Halleluja.

Ein großer Prophet trat unter uns auf:

Gott nahm sich seines Volkes an.

Halleluja.

 

 

ZuM eVangelium  Für das anwesende Volk ist die Auferweckung des Toten ein Zeichen dafür, dass Jesus ein großer Prophet ist, vielleicht der erwartete und von Mose vorausverkündete Prophet (vgl. Dtn 18,15.18). Für den Evangelisten gehört dieser Bericht zur Vorbereitung der Antwort, die Jesus den Jüngern des Johannes geben wird: Blinde sehen wieder ... Taube hören ... Tote stehen auf (Lk 7,22). Als Hintergrund der Darstellung ist deutlich die Elija-Erzählung zu erkennen. Jesus ist mehr als ein Prophet, er ist der Herr, hier (V. 13) zum erstenmal vom Evangelisten so genannt. Anders als Elija befiehlt Jesus mit Macht: Steh auf! Und er ist die Offenbarung von Gottes erbarmender Liebe. Furcht und dankbarer Lobpreis ist die Reaktion der Volksmenge, in der sich das neue Gottesvolk abzeichnet. - Lk 8,40-42.49-56; Joh 11,1-44; Röm 6,3-11; 1 Kor 15,12-57; Eph 2,4-6; Phil 1,21-26; Kol 3,1-4; Apg 9,36-42; 20,7-12; 1 Kön 17,17-24; 2 Kön 4,18-37.

 

 

Evangelium

Lk 7, 11-17

Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit

11ging Jesus in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm.

12Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.

13Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht!

14Dann ging er zu der Bahre hin und fasste sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!

15Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.

16Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen.

17Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

 

 

FÜRBITTEN

Wir beten zu Christus, der die Macht des Todes überwand:

Schenke deinen Geist allen, die im Dienst des Evangeliums sich mühen.

A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

Berühre die Herzen der Menschen, dass sie zum Glauben gelangen.

Mach die Kranken zuversichtlich, und gib ihnen Vertrauen in ihre Helfer.

Schenke unseren Verstorbenen die Auferstehung und das Leben.

Herr, unser Gott, du kannst Tote lebendig machen. Lass alle, für die wir beten, aus dem Tod in das Reich des Lebens gelangen durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Das Amt in der Kirche  ist an sich eine sehr nüchterne Sache. So nüchtern ist es, dass es nur der pilgernden Kirche dieser Zeit angehört, dass es jenem Bereich zugezählt werden muss, der ‚Gestalt dieser Welt‘ ist, wie das Zweite Vatikanische Konzil ausdrücklich sagt (Über die Kirche, 48). So geht es also auch mit dieser Geschichte unter, weil es seinen Dienst getan hat. Aber was dieses Amt bezeugt, das ist ewig, ja ist Gott selbst, der sich in seiner Herrlichkeit der endlichen und sündigen Welt so zugesagt hat, dass die Erneuerung der Welt schon unwiderruflich geworden ist. Von dem Bezeugten her hat dieses Amt das Zeugnis seiner Herrlichkeit, wird es erhoben und gedemütigt zugleich. Der Träger solchen Amtes darf und muss mit dem Apostel sprechen: ‚Nicht uns selbst verkünden wir, sondern Christus Jesus als den Herrn: uns aber als euere Sklaven um Jesu willen ... Diesen Schatz tragen wir freilich in irdenen Gefäßen, so dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt‘ (2 Kor 4,5.7)“ (Karl Rahner).

 

 

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