FREITAG DER 24. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Gott.

Du hast uns verschiedene Gaben geschenkt.

Keinem gabst du alles - und keinem nichts.

Jedem gibst du einen Teil.

Hilf uns,

dass wir uns nicht zerstreiten,

sondern einander dienen mit dem,

was du einem jeden zum Nutzen aller gibst.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 309, 14)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung  Von Irrlehrern hat der Verfasser schon in 1,3-7 u 4,1-11 gesprochen. Die Verse 3-5 der heutigen Lesung erinnern vor allem an 1,3-7. Irrlehrer sind solche, die von den „gesunden Worten Jesu Christi, unseres Herrn“, und von der „Lehre unseres Glaubens“ abweichen. Der Verfasser denkt nicht daran, sich mit ihren Lehren auseinander zu setzen. und warnt Timotheus vor „Auseinandersetzungen und Wortgefechten“ (V. 4); hierin ist ein bemerkenswerter Unterschied zwischen den Pastoralbriefen und den echten Paulusbriefen. - Aus der schlechten Lehre ergibt sich die schlechte Lebensführung; wir haben dieser Lesung geradezu das Paradestück einer Ketzerbeschimpfung. Der Lasterkatalog endet mit dem Vorwurf der Habgier. Diese ist dann besonders widerlich, wenn sie den Mantel der Frömmigkeit umlegt. Und sie ist nicht nur Folge der falschen Lehre; sie kann auch deren Ursache sein. - Vor all dem, der falschen Lehre und der schlechten Praxis, wird der „Bischof“ gewarnt; auch er ist davor nicht ohne weiteres sicher. Er soll aber nicht nur fliehen (V. 11); er ist auch zum Wächter bestellt und als solcher für die gesunde Lehre verantwortlich. - 1 Tim 1,10; Röm 1,28-32; Tob 4,21; Ps 49,18; Ijob 1,21; Koh 5,14; Mt 6,24. - Zu 6,11-12: 2 Tim 2,22; 1 Kor 13,13; Gal 5,22; 2 Tim 4,7; Tit 2,2.

 

 

ERSTE Lesung

1 Tim 6, 3b-12

Du aber, ein Mann Gottes, strebe nach Gerechtigkeit

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an Timotheus

Mein Sohn!

3bWer sich nicht an die gesunden Worte Jesu Christi, unseres Herrn, und an die Lehre unseres Glaubens hält,

4der ist verblendet; er versteht nichts, sondern ist krank vor lauter Auseinandersetzungen und Wortgefechten. Diese führen zu Neid, Streit, Verleumdungen, üblen Verdächtigungen

5und Gezänk unter den Menschen, deren Denken verdorben ist; diese Leute sind von der Wahrheit abgekommen und meinen, die Frömmigkeit sei ein Mittel, um irdischen Gewinn zu erzielen.

6Die Frömmigkeit bringt in der Tat reichen Gewinn, wenn man nur genügsam ist.

7Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen.

8Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen.

9Wer aber reich werden will, gerät in Versuchungen und Schlingen, er verfällt vielen sinnlosen und schädlichen Begierden, die den Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen.

10Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht. Nicht wenige, die ihr verfielen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich viele Qualen bereitet.

11Du aber, ein Mann Gottes, flieh vor all dem. Strebe unermüdlich nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut.

12Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast.

 

 

Antwortpsalm

Ps 49 (48), 6-7.8-9.17-18.19-20 (R: Mt 5, 3)

          R Selig, die arm sind vor Gott;

(GL neu 41, 1)

          denn ihnen gehört das Himmelreich. - R
6        Warum soll ich mich in bösen Tagen fürchten,

IV. Ton

          wenn mich der Frevel tückischer Feinde umgibt?

7        Sie verlassen sich ganz auf ihren Besitz

          und rühmen sich ihres großen Reichtums. - (R)

8        Loskaufen kann doch keiner den andern

          noch an Gott für ihn ein Sühnegeld zahlen

9        - für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch;

          für immer muss man davon abstehn -. - (R)

17      Lass dich nicht beirren, wenn einer reich wird

          und die Pracht seines Hauses sich mehrt;

18      denn im Tod nimmt er das alles nicht mit,

          seine Pracht steigt nicht mit ihm hinab. - (R)

19      Preist er sich im Leben auch glücklich

          und sagt zu sich: „Man lobt dich, weil du dir‘s wohl sein lässt,

20      so muss er doch zur Schar seiner Väter hinab,

          die das Licht nie mehr erblicken.

          R Selig, die arm sind vor Gott;

          denn ihnen gehört das Himmelreich.

 

 

Jahr II

Zur Lesung  Der Glaube an die Auferstehung Jesu meint nicht allein die Tatsache, dass Jesus aus dem Tod auferstanden ist. Die Auferstehung ist mehr als eine Tatsache, sie ist das „Mysterium“, das alle Worte und Taten Jesu erklärt und bestätigt und das auch die Existenz des Christen begründet und deutet. Das Credo in 1 Kor 15,3-5 hat das Mysterium des Todes Jesu und seine Auferstehung kurz angedeutet: „für unsere Sünden“ „gemäß der Schrift“. Der Glaube an die Auferstehung Jesu kommt zustande durch die Verkündigung (Röm 10,17), aber Verkündigung und Glaube wären nichts, wenn sie nicht begründet wären durch die wirklich geschehene Auferstehung. Diese Tatsache wird in Korinth nicht bestritten, sie steht fest (V. 20). Was dort nicht so feststeht, ist die eigene Auferstehung: dem Glauben an die Auferstehung Jesu entspringt keine Hoffnung. Dann aber ist die Auferstehung Jesu sinnlos, und da Gott nichts Sinnloses tut, wäre es nur logisch, auch die Auferstehung Jesu zu leugnen, (was die Korinther einstweilen nicht tun). - Apg 2,22-24; 26,16; 1,8; Röm 4,23-25; 10,9; 8,11; Kol 1,18; 1 Thess 4,14.

 

 

ERSTE Lesung

1 Kor 15, 12-20

Ist Christus nicht auferweckt worden, dann ist unser Glaube sinnlos

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Brüder!

12Wenn verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht?

13Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden.

14Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos.

15Wir werden dann auch als falsche Zeugen Gottes entlarvt, weil wir im Widerspruch zu Gott das Zeugnis abgelegt haben: Er hat Christus auferweckt. Er hat ihn eben nicht auferweckt, wenn Tote nicht auferweckt werden.

16Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden.

17Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, und ihr seid immer noch in euren Sünden;

18und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren.

19Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.

20Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.

 

 

Antwortpsalm

Ps 17 (16), 1-2.6-7.8 u. 15 (R: vgl. 15)

          R Dein Angesicht werde ich schauen, wenn ich erwache. - R

(GL neu 46, 1)

1        Höre, Herr, die gerechte Sache,

II. Ton

          achte auf mein Flehen,

          vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch!

2        Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil;

          denn deine Augen sehen, was recht ist. - (R)

6        Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.

          Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!

7        Wunderbar erweise deine Huld!

          Du rettest alle, die sich an deiner Rechten vor den Feinden bergen. - ( R)

8        Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges,

          birg mich im Schatten deiner Flügel.

15      Ich will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen,

          mich satt sehen an deiner Gestalt, wenn ich erwache. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Mt 11, 25

Halleluja. Halleluja.

Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde;

du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Den folgenden Abschnitten (Kap. 8-9) stellt Lukas eine summarische Angabe über die Predigttätigkeit Jesu voraus. Jesus hat keinen festen Wohnsitz mehr, er geht von Ort zu Ort, von Dorf zu Dorf, um für die Botschaft vom Reich Gottes zu werben. Die Erwähnung der galiläischen Frauen ist in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Auf die Frage, wovon Jesus in dieser Zeit gelebt hat, erhalten wir hier eine nüchterne Auskunft. Jesus nimmt die Hilfe von wohlhabenden Frauen an, die ihm auf diese Weise ihren Glauben und ihre Dankbarkeit bezeugen. Ihre besondere Aufgabe ist zunächst die „Diakonie“; aber sie gehören zum Kreis der Jünger, zu den Zeugen aus Galiläa; sie werden mit Maria der Mutter Jesu, auch Zeugen der Kreuzigung und der Auferstehung sein. - Lk 4,43-44; Mt 4,23; 9,35; Mk 1,39; Mt 27,55-56; 15,40-41; Lk 23,49; 24,10; Joh 19,25.

 

 

Evangelium

Lk 8, 1-3

Einige Frauen begleiteten Jesus und die Zwölf und unterstützten sie mit dem, was sie besaßen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

1In jener Zeit wanderte Jesus von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf begleiteten ihn,

2außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt hatte: Maria Magdalene, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren,

3Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen.

 

 

FÜRBITTEN

Wir beten zu Jesus Christus, der die Schmach des Kreuzes auf sich nahm:

Führe die Kirche durch das Dunkel der Zeit zu deiner Herrlichkeit. (Stille) Christus, höre uns.

A.: Christus, erhöre uns.

Bestärke die Menschen, ihre Gegensätze gewaltlos auszutragen. (Stille) Christus, höre uns.

Gib den Kranken Kraft, ihr Leiden anzunehmen und mit deinem Leiden zu vereinen. (Stille) Christus, höre uns.

Steh allen Frauen bei, die sich für das Evangelium einsetzen. (Stille) Christus, höre uns.

Barmherziger Gott, durch das Leiden und den Tod deines Sohnes hast du uns erlöst. Schau auf seine Hingabe, und erhöre unsere Bitten durch ihn, Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Mag auch der Augenschein dagegen sprechen und mögen wir an Särgen stehen oder mag der Tod bei uns selbst anklopfen: Wer an den Auferstandenen glaubt, wer in solchem Glauben aus der Sünde herausgenommen ist und darum jetzt schon in der Welt Gottes lebt, der weiß, dass der Tod besiegt ist und dass der Glaubende Hoffnung hat. Aber stimmt das denn? Wie kann man denn prüfen, dass Gott etwas Neues begonnen hat? Das kann man überhaupt nicht prüfen; das kann man sich nur verkündigen lassen - und kann es dann ausprobieren. Man kann es sich nur gesagt sein lassen (dass die Auferstehung mir gilt!) und dann daraus leben und es tun. Dann (erst dann; aber dann wirklich!) - dann wird man es erfahren. - Nur wer diesen Glauben wagt, erfährt, dass das Leben aus solchem Glauben das Leben aus Gottes Neuanfang ist“ (W. Marxsen).

 

 

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