MITTWOCH DER 24. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Heiliger Gott.

Du bist unsagbar größer,

als wir Menschen begreifen,

du wohnst im unzugänglichen Licht,

und doch bist du uns nahe.

Gib, dass wir heute mit Ehrfurcht vor dir stehen

und froh werden in deiner Nähe.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 306, 4)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung  Mit ihren Aussagen über die „Kirche des lebendigen Gottes“ (V. 14-15) und über das „Geheimnis unseres Glaubens“ (V. 16) bilden die Verse 3,14-16 einen Höhepunkt des ersten Timotheusbriefs. Was hier von der Gemeinde Gottes gesagt wird, gilt zunächst von der örtlichen Gemeinde, aber auch von der Gesamtkirche. Sie ist l. das „Hauswesen Gottes“: sein lebendiger Tempel, seine Wohnung, seine Familie; sie ist 2. die Gemeinde des lebendigen Gottes: die durch Gottes Wort zusammengerufene heilige Versammlung; und sie ist 3. die „Säule und das Fundament der Wahrheit“: die Wahrheit, die Christus gebracht hat und die er selbst ist, wird in der Kirche mit Sicherheit gefunden. Diese Wahrheit ist das Geheimnis („Mysterium“, V. 16), die rettende Gotteswirklichkeit, die in Christus Jesus offenbar geworden ist. Der Verfasser spricht davon mit den Worten eines alten christologischen Hymnus. Hier wird in kürzester Form so etwas wie eine Geschichte des „Mysteriums“ aufgezeigt: Menschwerdung-Offenbarung, Verkündigung-Glaube, Erhöhung-Verherrlichung. - Zu 3,15a: Num 12,7; 1 Petr 4,17; Hebr 3,6. - Zu 3,15b: Num 16,3; 1 Thess 1,9; Hebr 12,22. - Zu 3,15c: Jes 28,16; Mt 16,18; 1 Kor 3,10-11. - Zu 3,16: 1 Tim 1,15; 2,5-6; Tit 2,11-14; Kol 1,15-20.

 

 

ERSTE Lesung

1 Tim 3, 14-16

Das Geheimnis unseres Glaubens ist groß

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an Timotheus

Mein Sohn!

14Ich schreibe dir das alles, obwohl ich hoffe, schon bald zu dir zu kommen.

15Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muss, das heißt in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist.

16Wahrhaftig, das Geheimnis unseres Glaubens ist groß: Er wurde offenbart im Fleisch, gerechtfertigt durch den Geist, geschaut von den Engeln, verkündet unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

 

 

Antwortpsalm

Ps 111 (110), 1-2.3-4.5-6 (R: 2a)

          R Groß sind die Werke des Herrn. - R

(GL neu 60, 1)

          (Oder: Halleluja.)
1        Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen

VI. Ton

          im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.

2        Groß sind die Werke des Herrn,

          kostbar allen, die sich an ihnen freuen. - (R)

3        Er waltet in Hoheit und Pracht,

          seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.

4        Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet,

          der Herr ist gnädig und barmherzig. - (R)

5        Er gibt denen Speise, die ihn fürchten,

          an seinen Bund denkt er auf ewig.

6        Er hat seinem Volk seine machtvollen Taten kundgetan

          um ihm das Erbe der Völker zu geben. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung  Man nennt 1 Kor 13 „das Hohelied der Liebe“. Aber nicht ums Dichten geht es dem Apostel. Er hat von den verschiedenen Geistesgaben in der Gemeinde gesprochen; ihretwegen war es in Korinth zu Spaltungen gekommen. Nun schiebt er allen kleinen Kram beiseite: nichts hat Wert ohne die Liebe, und nur sie hat Dauer. Die Größe eines Menschen und die Vollkommenheit des Christen werden an der Liebe gemessen; das jedenfalls ist der Maßstab Gottes. - Röm 13,8-10; 1 Joh 3,13-18; 1 Thess 5,14-15; Röm 12,9-10.

 

 

ERSTE Lesung

1 Kor 12, 31 – 13, 13

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: doch am größten unter ihnen ist die Liebe

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Brüder!

31Strebt nach den höheren Gnadengaben! Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt:

1Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.

2Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.

3Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.

4Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.

5Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.

6Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.

7Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

8Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht.

9Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden;

10wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.

11Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.

12Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.

13Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

 

 

Antwortpsalm

Ps 33 (32), 2-3.4-5.12 u. 22 (R: vgl. 12b)

          R Selig das Volk, das der Herr sich zum Erbteil erwählt hat. - R

(GL neu 651, 5)

2        Preist den Herrn mit der Zither,

V. Ton

          spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe!

3        Singt ihm ein neues Lied,

          greift voll in die Saiten und jubelt laut! - (R)

4        Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig,

          all sein Tun ist verlässlich.

5        Er liebt Gerechtigkeit und Recht,

          die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn. - (R)

12      Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist,

          der Nation, die er sich zum Erbteil erwählt hat.

          Lass deine Güte über uns walten, o Herr,

          denn wir schauen aus nach dir.

          R Selig das Volk, das der Herr sich zum Erbteil erwählt hat.

 

 

Jahr I und II

RUF VOR DEM Evangelium

Vers: vgl. Joh 6, 63b.68c

Halleluja. Halleluja.

Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben.

Du hast Worte des ewigen Lebens.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Die Zeichen der Gottesherrschaft sind für alle sichtbar, die sie sehen wollen. Johannes der Täufer hat Buße gepredigt und das nahe Gericht angesagt. Der Menschensohn hält Mahl mit Zöllnern und Sündern und verkündet die Botschaft von der Liebe Gottes. Beide werden von den „Menschen dieser Generation“ abgelehnt. „Diese Generation“ ist „böse“ (11,29) und fordert Zeichen und Wunder, aber ist nicht bereit, sich zu bekehren. Die anklagende Mahnrede Jesu gilt in erster Linie den Pharisäern und Gesetzeslehrern, die den Willen Gottes verachten (7,30) und auch das Volk daran hindern, die Botschaft Jesu anzunehmen. Trotzdem gibt es „Kinder der Weisheit“ (V. 35): Menschenherzen, die fähig sind, die Sprache Gottes zu verstehen. Es sind nach Lk 10,21 die Kleinen und Unmündigen, die Armen. - Mt 11,16-19. ­ Zu 7,35: Spr 8,32-36.

 

 

Evangelium

Lk 7, 31-35

Wir haben auf der Flöte gespielt, und ihr habt nicht getanzt;

wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:

31Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie ähnlich?

32Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.

33Johannes der Täufer ist gekommen, er isst kein Brot und trinkt keinen Wein, und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen.

34Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagt ihr: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder!

35Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder Recht bekommen.

 

 

FÜRBITTEN

Jesus Christus ist gekommen, um zu dienen und sein Leben hinzugeben. Zu ihm rufen wir:

Dränge alle Christen, in brüderlicher Liebe den Menschen zu dienen. (Stille) Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich.

Steh allen bei, die sich um Frieden und Abrüstung mühen. (Stille) Herr, erbarme dich.

Fördere die Anstrengungen der Menschen, Hunger und Seuchen zu besiegen. (Stille) Herr, erbarme dich.

Nimm unsere Verstorbenen auf in das ewige Leben. (Stille) Herr, erbarme dich.

Allmächtiger Gott, du hast uns den Geist der Liebe geschenkt. Lass uns in ihm erstarken durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Worüber man nachdenken könnte, wenn man den ganzen Text (1 Kor 13) gelesen hat:

1. Weder überragende natürliche Talente noch geistliche Fähigkeiten, wie sie einzelnen verliehen werden, halten die Gemeinde zusammen, sondern die stetige Bereitschaft zur Liebe, die sich aktiv als Aufmerksamkeit, als Wegbahnung, als helfende Tat, passiv als Geduld und Tragfähigkeit bewährt.

2. Liebe ist noch nicht verstanden, wenn man sie für eine Tugend ansieht und als solche honorieren will. Sie ist vielmehr ein Wesenszug, der ins Menschenbild gehört; eine Kraft, die sich ausreift, wenn sie nicht entmutigt oder verdorben wird. Wo sie gar ihre Wurzeln bis in jene Tiefe senken kann, in der die Wirksamkeit des heiligen Geistes ansetzt, wird sie zu einer Erscheinungsweise Christi. Eben das meint die Rede von der Liebe.

3. Es gibt eine Möglichkeit, diese Liebe zu erspüren. Dem einen mag sie rätselhaft, dem andern vertraut erscheinen, beiden ist sie ein Verheißungszeichen. Sie ermutigt den Glauben an den lebendigen Gott und erweckt eine hoffende Zuversicht. Aber sie wirkt auch ansteckend; verlockt dazu, den Regungen, die sich in guten Augenblicken melden, in vorsichtigen Versuchen Raum zu geben. In all diesen Vorgängen realisiert sich, was im Neuen Testament mit Erlösung gemeint ist“ (Heinrich Kahlefeld).

 

Perikopen

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