MONTAG DER 24. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Gott.

Du bist uns nahe,

noch bevor wir zu dir kommen.

Du bist bei uns,

noch bevor wir uns aufmachen zu dir.

Sieh deine Gemeinde, die auf dich schaut:

Sieh unsere Sehnsucht nach Glück,

unseren Willen zum Guten

und unser Versagen.

Erbarme dich unserer Armut und Leere.

Fülle sie mit deinem Leben, mit deinem Glück,

mit deiner Liebe.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 314, 25)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Die Ordnung des Gottesdienstes ist die erste, wenn auch nicht die einzige Sorge dieses Briefs. Dem Bekenntnis zu dem einen Gott, der alle Menschen zum Heil beruft, und zu dem einen Mittler Jesus Christus, der sich „für alle“ zum Opfer hingab, entspricht der Universalismus im Gebet der Gemeinde. Für „alle Menschen“ soll die Gemeinde bitten und danken, auch für die staatliche Obrigkeit. Für den (heidnischen) Herrscher und seine Beamten zu beten war auch im späten Judentum Brauch (z.B. Esra 6,10 für den persischen Großkönig). Die Begründung klingt nach „christlicher Bürgerlichkeit“, wie sie auch an anderen Stellen der Pastoralbriefe zu spüren ist (vgl. 1 Tim 2,15; 3,4-5). Doch wäre es nicht richtig, hier schon von einer Verbürgerlichung des Christentums zu sprechen; für eine solche fehlten die inneren wie die äußeren Voraussetzungen. Überdies hätte eine „verbürgerlichte“ christliche Gemeinde in damaliger Zeit nicht für den Kaiser. sondern zum Kaiser beten müssen, und gerade davon kann nicht die Rede sein. - Zu 2,1-2: Bar 1,11; Röm 13,1-7; Tit 3,1.- Zu 2,5-6: Hebr 8,6; Mt 20,28; 2 Kor 5,15; Gal 1,4; Eph 5,2. - Zu 2,7: Apg 9,15; Gal 2,7; 2 Tim 1,11.

 

 

ERSTE Lesung

1 Tim 2, 1-8

Ich fordere auf zu Bitten und Gebeten für alle Menschen, denn Gott will, dass alle gerettet werden

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an Timotheus

1Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen,

2für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.

3Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter;

4er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

5Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus,

6der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit,

7als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde - ich sage die Wahrheit und lüge nicht -, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit.

8Ich will, dass die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei von Zorn und Streit.

 

 

Antwortpsalm

Ps 28 (27), 1ab u. 2.7.8-9 (R: 6)

          R Der Herr sei gepriesen,

(GL neu 651, 3)

          er hat mein lautes Flehen erhört. - R
1ab    Zu dir rufe ich, Herr, mein Fels.

IV. Ton

          Wende dich nicht schweigend ab von mir!

2        Höre mein lautes Flehen, wenn ich zu dir schreie,

          wenn ich die Hände zu deinem Allerheiligsten erhebe. - (R)

7        Der Herr ist meine Kraft und mein Schild,

          mein Herz vertraut ihm.

          Mir wurde geholfen. Da jubelte mein Herz;

          ich will ihm danken mit meinem Lied. - (R)

8        Der Herr ist die Stärke seines Volkes,

          er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.

9        Hilf deinem Volk, und segne dein Erbe,

          führe und trage es in Ewigkeit! - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung  Die Situation einer Gemeinde offenbart sich in ihrem Gottesdienst. Die Christen von Korinth feierten zwar Eucharistie, aber bei dem vorausgehenden gemeinsamen Mahl kränkten die wohlhabenden Gemeindemitglieder die ärmeren durch ihre Rücksichtslosigkeit. Diesem Missstand, den Paulus unerträglich findet, verdanken wir die älteste Niederschrift der apostolischen Überlieferung von der Einsetzung der Eucharistie. Im Zusammenhang geht es also weniger um die Lehre als um die Praxis. Man kann nicht sakramentale Gemeinschaft mit Christus haben und gleichzeitig die Bruderliebe verletzen, den Bruder missachten, für den Christus gestorben ist. Das Sakrament ist Gabe des Heils; das Heil aber geschieht in der Begegnung mit dem Herrn, der bei seiner Wiederkunft alle richten wird, und zwar danach, ob sie den „Leib des Herrn (V. 29) geehrt haben - im Sakrament und im Bruder. - Mt 26,26-29; Mk 14,22-25; Lk 22,14-20; Mt 25,31-46; Lk 22,24-27; Joh 6,26-59; 2 Kor 1,18-20; Offb 21,3-6; 22,17.20.

 

 

ERSTE Lesung

1 Kor 11, 17-26.33

Wenn es Spaltungen unter euch gibt, ist das, was ihr tut, keine Feier des Herrenmahls mehr

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Brüder!

17Wenn ich schon Anweisungen gebe: Das kann ich nicht loben, dass ihr nicht mehr zu eurem Nutzen, sondern zu eurem Schaden zusammenkommt.

18Zunächst höre ich, dass es Spaltungen unter euch gibt, wenn ihr als Gemeinde zusammenkommt; zum Teil glaube ich das auch.

19Denn es muss Parteiungen geben unter euch; nur so wird sichtbar, wer unter euch treu und zuverlässig ist.

20Was ihr bei euren Zusammenkünften tut, ist keine Feier des Herrenmahls mehr;

21denn jeder verzehrt sogleich seine eigenen Speisen, und dann hungert der eine, während der andere schon betrunken ist.

22Könnt ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder verachtet ihr die Kirche Gottes? Wollt ihr jene demütigen, die nichts haben? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch etwa loben? In diesem Fall kann ich euch nicht loben.

23Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot,

24sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!

25Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!

26Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

33Wenn ihr also zum Mahl zusammenkommt, meine Brüder, wartet aufeinander!

 

 

Antwortpsalm

Ps 40 (39), 7-8.9-10.17 (R: vgl. 1 Kor 11, 26b)

          R Verkündet den Tod des Herrn, bis er kommt! - R

(GL neu 201, 1)

7        An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen,

VI. Ton

          Brand- und Sündopfer forderst du nicht.  

          Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;

8        darum sage ich: Ja, ich komme.

          In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen. - (R)

9        Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,

          deine Weisung trag‘ ich im Herzen.

10      Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde,

          meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es. - (R)

17      Alle, die dich suchen, frohlocken;

          sie mögen sich freuen in dir.

          Die dein Heil lieben, sollen immer sagen:

          Groß ist Gott der Herr. - R

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Joh 3, 16a.15

Halleluja. Halleluja.

So sehr hat Gott die Welt geliebt,

dass er seinen einzigen Sohn hingab,

damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Der Hauptmann von Kafarnaum, ein Heide, beschämt die Vertreter der Synagoge durch seinen Glauben an Jesus und an die heilende Kraft seines Wortes. Das Wort Jesu über den Glauben dieses Heiden konnte für das jüdische Ohr eine gewisse Härte haben; Lukas hat sie dadurch gemildert, dass er den Hauptmann als einen gütigen und ehrfürchtigen Menschen und einen „Freund unseres Volkes“ darstellt. Der heidnische Leser des Evangeliums aber soll von ihm die Hochschätzung des jüdischen Glaubens lernen. Lukas zeigt sich hier wie auch sonst als der ökumenische Evangelist, der mehr das Verbindende und Versöhnende als das Trennende betont. - Mt 8,5-13; Joh 4,46-53.

 

 

Evangelium

Lk 7, 1-10

Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit

1als Jesus seine Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein.

2Ein Hauptmann hatte einen Diener, der todkrank war und den er sehr schätzte.

3Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten.

4Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst;

5denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut.

6Da ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst.

7Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.

8Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.

9Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.

10Und als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Diener gesund war.

 

 

FÜRBITTEN

Zu Jesus Christus, der inständiges Bitten erhört, wollen wir beten:

Für die Kirche: dass in ihr das Vertrauen auf deine Hilfe wachse. (Stille) Christus, höre uns.

A.: Christus, erhöre uns.

Für alle, die nicht glauben: dass sie zum Licht der Wahrheit gelangen. (Stille) Christus, höre uns

Für die alten Menschen: dass du ihnen Geborgenheit gibst. (Stille) Christus, höre uns

Für unsere Gemeinde: dass wir erlangen, was du verheißen hast. (Stille) Christus, höre uns

Gott, unser Vater, unser Leben ruht in deiner Hand. Erhöre unsere Bitten durch Christus, unseren Herrn.

A.: Amen.

 

 

„Fürbitten  heißt alle zu Gott mitnehmen, die uns am Herzen liegen, alle, die wir kennen, oder alle, von denen wir wissen, dass sie eines Menschen bedürfen, der sie vor Gott hin mitnimmt. Es heißt aber auch: diesen Menschen selbst näher kommen. Es gibt nicht nur ein Kennen von Mensch zu Mensch, sondern auch ein Kennen auf dem Umweg über die Augen Gottes. Das Licht Gottes fällt gleichsam auf das Gesicht des Menschen neben mir und macht es klarer, deutlicher, verständlicher. Fürbitten heißt auch: die Gnade empfangen, lieben zu können. Indem ich mit einem anderen Menschen zusammen vor Gott stehe und er mir verständlicher wird, entsteht Liebe zu ihm. Ich beginne, mit ihm zu leben, mich mit ihm zu ängstigen, mit ihm zu trauern, mich mit ihm zu freuen, mit ihm zu hoffen“ (Helmut Gollwitzer).

 

 

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