25. Sonntag im Jahreskreis  B

 

Solange wir im Gottesdienst nur Zuschauer und Zuhörer sind (wie beim Fernsehen), geschieht mit uns nichts, und wir verstehen den Weg Jesu nicht. Er wartet darauf, dass wir mitgehen, mittragen, mitleiden. Dann öffnet er uns sein Geheimnis.

 

 

Eröffnungsvers

Das Heil des Volkes bin ich - so spricht der Herr.

In jeder Not, aus der sie zu mir rufen, will ich sie erhören.

Ich will ihr Herr sein für alle Zeit.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Heiliger Gott,

du hast uns das Gebot der Liebe

zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen

als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.

Gib uns die Kraft,

dieses Gebot treu zu befolgen,

damit wir das ewige Leben erlangen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung In der Lesung ist von zwei Gruppen von Menschen die Rede: von „Gerechten“ und von „Frevlern“. Mit den Gerechten sind gesetzestreue Juden gemeint, die in der heidnischen Stadt Alexandrien (in Ägypten) lebten; sie wurden von den Heiden und auch von abgefallenen Juden beschimpft und angefeindet. Schon die bloße Existenz der „Gerechten“ und erst recht ihr Anspruch, die besonderen Lieblinge Gottes zu sein, waren für die „Frevler“ eine unerträgliche Herausforderung. Später in Jerusalem schien es den Juden ein todeswürdiges Verbrechen, als Jesus mit dem Anspruch auftrat, der Sohn Gottes zu sein.

 

 

ERSTE Lesung

Weish 2, 1a.12.17-20

Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen

Lesung aus dem Buch der Weisheit

1aDie Frevler tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen:

12Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung.

17Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie es mit ihm ausgeht.

18Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand seiner Gegner.

19Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, um seine Sanftmut kennen zu lernen, seine Geduld zu erproben.

20Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt.

 

 

Antwortpsalm

Ps 54 (53), 3-4.5-6.8-9 (R: 6)

          R Gott ist mein Helfer,

(GL neu 76, 1 oder 229 oder 307, 5)

          der Herr beschützt mein Leben. - R
3        Hilf mir, Gott, durch deinen Namen,

I. Ton

          verschaff mir Recht mit deiner Kraft!

4        Gott, höre mein Flehen,

          vernimm die Worte meines Mundes! - (R)

5        Denn es erheben sich gegen mich stolze Menschen,

          freche Leute trachten mir nach dem Leben;

          sie haben Gott nicht vor Augen.

6        Doch Gott ist mein Helfer,

          der Herr beschützt mein Leben. - (R)

8        Freudig bringe ich dir dann ein Opfer dar

          und lobe deinen Namen, Herr; denn du bist gütig.

9        Der Herr hat mich herausgerissen aus all meiner Not,

          und mein Auge kann auf meine Feinde herabsehn. - R

 

 

Zur 2. Lesung Weisheit ist das Wissen um die Wege Gottes und der Menschen und das entsprechende Verhalten; an ihren Früchten erkennt man, ob es echte, gottgeschenkte Weisheit ist. Wenn sich in einer Gemeinde Ehrgeiz und Streitsucht breit machen, ist kein christliches Leben und natürlich auch kein gemeinsames Beten mehr möglich.

 

 

ZWEITE Lesung

Jak 3, 16 - 4, 3

Wo Frieden herrscht, wird von Gott für die Menschen, die Frieden stiften, die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut

Lesung aus dem Jakobusbrief

Brüder!

16Wo Eifersucht und Ehrgeiz herrschen, da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art.

17Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedlich, freundlich, gehorsam, voll Erbarmen und reich an guten Früchten, sie ist unparteiisch, sie heuchelt nicht.

18Wo Frieden herrscht, wird von Gott für die Menschen, die Frieden stiften, die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut.

1Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern.

2Ihr begehrt und erhaltet doch nichts. Ihr mordet und seid eifersüchtig und könnt dennoch nichts erreichen. Ihr streitet und führt Krieg. Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet.

3Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in eurer Leidenschaft zu verschwenden.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. 2 Thess 2, 14

Halleluja. Halleluja.

Durch das Evangelium hat Gott uns berufen

zur Herrlichkeit Jesu Christi, unseres Herrn.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Jesus, der Menschensohn und Gottesknecht, wird den Menschen ausgeliefert werden, und sie werden ihn töten. Gott selbst, der Vater, wird ihn ausliefern, und er wird ihn von den Toten auferwecken. Den Jüngern bleibt dieses Wort fremd und unverständlich. Sie träumen von Macht und Größe, sie denken an gute Posten. Jesus aber lässt uns nicht im Zweifel darüber, worin die wahre Größe besteht. Er steht auf der Seite der Kleinen, der Unterdrückten; er hat sich zum Diener aller gemacht.

 

 

Evangelium

Mk 9, 30-37

Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert

Wer der Erste sein will, soll der Diener aller sein

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

In jener Zeit

30zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr;

31denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.

32Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.

33Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?

34Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei.

35Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.

36Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen:

37Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

 

Glaubensbekenntnis

Fürbitten: Im Jahreskreis

 

 

Zur Eucharistiefeier Die Worte Jesu über sein bevorstehendes Todesleiden waren nicht nur Worte. Sein ganzes Leben war ein großer Opfergang, eine Einübung für die große Stunde. Jesu hat ja gesagt zu diesem Weg. Er selber war das Ja.

 

 

Gabengebet

Herr, unser Gott,

nimm die Gaben deines Volkes an

und gib, dass wir im Geheimnis

der heiligen Eucharistie empfangen,

was wir im Glauben bekennen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis

 

 

Kommunionvers

Ps 119 (118), 4-5

Herr, du hast deine Befehle gegeben, damit man sie genau beachtet.

Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet,

deinen Gesetzen zu folgen.

 

Oder:

Joh 10, 14

So spricht der Herr:

Ich bin der Gute Hirt, ich kenne die Meinen,

und die Meinen kennen mich.

 

 

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,

du erneuerst uns durch deine Sakramente.

Gewähre uns deine Hilfe

und mache das Werk der Erlösung,

das wir gefeiert haben,

auch in unserem Leben wirksam.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Für den Tag und die Woche

Jesus  ist einer von uns, einer neben uns, er steht in der Reihe der Vielen. Aber er vermag wahrhaftig für uns und für die Welt zu stehen. Er ist gekommen, wirklich gekommen, aufgebrochen aus dem Herzen Gottes selbst, her zu uns. Er hat sein Menschsein angenommen, und indem er es annahm, Mensch zu sein, nahm er uns an, so wie wir sind, und nahm zugleich an unserer Stelle und für uns Gott an, die ganze, alles fordernde Wucht seines heiligen Willens. (Klaus Hemmerle)

 

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
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Liedvorschläge

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Amt für Kirchenmusik Augsburg


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