DIENSTAG DER 26. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Allmächtiger, ewiger Gott,

deinem Willen gehorsam,

hat unser Erlöser Fleisch angenommen,

er hat sich selbst erniedrigt

und sich unter die Schmach des Kreuzes gebeugt.

Hilf uns,

dass wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen

und an seiner Auferstehung Anteil erlangen.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus. (MB [8])

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Das neue Jerusalem, das Sacharja ankündigt; ist keine verschlossene Stadt, noch weniger ein Getto (vgl. 2,15). Am der Ende Spruchsammlung (Kap. 8) stehen zwei Verheißungen über die weltweite Ausdehnung der Gottesherrschaft. Die erste Verheißung (V. 20-22) sieht die Völker nach Jerusalem wallfahren, um dem einen Gott zu huldigen. Der Universalismus Sacharjas bleibt also immer noch an die geographische Gegebenheit gebunden, die für ihn ebenso wie für Jesaja und Micha nur Jerusalem heißen kann. In der zweiten Verheißung (V. 23) sind es nicht Völker, sondern einzelne Menschen, freilich in sehr großer Zahl sich der Jahwereligion anschließen. Auch das wird in einem zeitbedingten Bild gesehen; aber es handelt sich nicht mehr um einen irgendwie politisch-nationalen Anschluss, sondern: Gott ist mit euch, deshalb wollen mit euch gehen. - 1 Kön 8,41-43; Tob 13,11; Jes 2,2-5; Mi 4,1-5; 1 Kor 14,25.

 

 

ERSTE Lesung

Sach 8, 20-23

Viele Völker werden kommen, um in Jerusalem den Herrn der Heere zu suchen

Lesung aus dem Buch Sacharja

20So spricht der Herr der Heere: Es wird noch geschehen, dass Völker herbeikommen und die Einwohner vieler Städte.

21Die Einwohner der einen Stadt werden zur andern gehen und sagen: Wir wollen gehen, um den Zorn des Herrn zu besänftigen und den Herrn der Heere zu suchen. - Auch ich will hingehen. -

22Viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um in Jerusalem den Herrn der Heere zu suchen und den Zorn des Herrn zu besänftigen.

23So spricht der Herr der Heere: In jenen Tagen werden zehn Männer aus Völkern aller Sprachen einen Mann aus Juda an seinem Gewand fassen, ihn festhalten und sagen: Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört: Gott ist mit euch.

 

 

Antwortpsalm

Ps 87 (86), 2-3.4.5 u. 7 (R: vgl. Sach 8, 23)

          R Gott ist mit uns. - R

(GL neu 76, 1)

2        Der Herr liebt Zion, seine Gründung auf heiligen Bergen;

I. Ton

          mehr als all seine Stätten in Jakob liebt er die Tore Zions.

3        Herrliches sagt man von dir,

          du Stadt unseres Gottes. - (R)

4        Leute aus Ägypten und Babel

          zähle ich zu denen, die mich kennen;

          auch von Leuten aus dem Philisterland, aus Tyrus und Kusch

          sagt man: Er ist dort geboren. - (R)

5        Von Zion wird man sagen:

          Jeder ist dort geboren.

          Er, der Höchste, hat Zion gegründet.

7        Und sie werden beim Reigentanz singen:

          All meine Quellen entspringen in dir. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung Mit einer Verwünschung beginnt die heutige Lesung, und sie schließt mit einer quälenden Frage: Warum? Wozu? Ijob ist nicht der Erste, der den Tag seiner Geburt verflucht; Jeremia hat es mit ähnlichen Worten getan, als er eines Tages sein Prophetenschicksal beklagte. Ijob, der Mann, dem alles zerschlagen wurde, wünscht, er wäre nie geboren, oder er wäre gleich bei seiner Geburt gestorben. Dann nimmt seine Auflehnung die Form bitterer Fragen an. Der Mensch fragt nach dem Warum des Leides: er betrachtet es weder als normal noch als notwendig mit der menschlichen Existenz selbst gegeben. Es muss einen Grund, eine Ursache haben. Und hier öffnet sich der Abgrund des Problems: die Ursache kann letzten Endes nur „er“ sein, der den Menschen „von allen Seiten einschließt“ (V. 23). - Jer 20,14-18; Koh 4,2; 6,3. - Zu 3,20-23: Sir 41,2; Offb 9,6; Klgl 3,7.

 

 

ERSTE Lesung

Ijob 3, 1-3.11-17.20-23

Warum schenkt Gott dem Elenden Licht?

Lesung aus dem Buch Ijob

1Ijob tat seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag.

2Ijob ergriff das Wort und sprach:

3Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin, die Nacht, die sprach: Ein Mann ist empfangen.

11Warum starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich?

12Weshalb nur kamen Knie mir entgegen, wozu Brüste, dass ich daran trank?

13Still läge ich jetzt und könnte rasten, entschlafen wäre ich und hätte Ruhe

14bei Königen, bei Ratsherren im Land, die Grabkammern für sich erbauten,

15oder bei Fürsten, reich an Gold, die ihre Häuser mit Silber gefüllt.

16Wie die verscharrte Fehlgeburt wäre ich nicht mehr, Kindern gleich, die das Licht nie geschaut.

17Dort hören Frevler auf zu toben, dort ruhen aus, deren Kraft erschöpft ist.

20Warum schenkt er dem Elenden Licht und Leben denen, die verbittert sind?

21Sie warten auf den Tod, der nicht kommt, sie suchen ihn mehr als verborgene Schätze.

22Sie würden sich freuen über einen Hügel; fänden sie ein Grab, sie würden frohlocken.

23Wozu Licht für den Mann auf verborgenem Weg, den Gott von allen Seiten einschließt?

 

 

Antwortpsalm

  Ps 88 (87), 2-3.4-5.6.7-8 (R: 3a)

          R Lass mein Gebet zu dir dringen! - R

(GL neu 307, 5)

2        Herr, du Gott meines Heils,

I. Ton

          zu dir schreie ich am Tag und bei Nacht.

3        Lass mein Gebet zu dir dringen,

          wende dein Ohr meinem Flehen zu! - (R)

4        Denn meine Seele ist gesättigt mit Leid,

          mein Leben ist dem Totenreich nahe.

5        Schon zähle ich zu denen, die hinabsinken ins Grab,

          bin wie ein Mann, dem alle Kraft genommen ist. - (R)

6        Ich bin zu den Toten hinweggerafft,

          wie Erschlagene, die im Grabe ruhen;

          an sie denkst du nicht mehr,

          denn sie sind deiner Hand entzogen. - (R)

7        Du hast mich ins tiefste Grab gebracht,

          tief hinab in finstere Nacht.

8        Schwer lastet dein Grimm auf mir,

          all deine Wogen stürzen über mir zusammen. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Mk 10, 45

Halleluja. Halleluja.

Der Menschensohn ist gekommen, um zu dienen

und sein Leben hinzugeben als Lösepreis für viele.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Das Lukasevangelium hält sich im Großen und Ganzen an den Aufbau des Markusevangeliums, den auch Matthäus übernommen hat. Mit Lk 9,51 beginnt aber eine große Einschaltung des Lukas, der so genannte Reisebericht, der etwa ein Drittel dieses Evangeliums ausmacht (9,51 - 19,27). Ziel dieser Reise ist Jerusalem (V 51), über ihre Dauer ist nichts Genaues auszumachen. Die Reise nach Jerusalem beginnt im Anschluss an die Leidensweissagung von 9,44. In Jerusalem, nirgendwo anders, muss der Menschensohn getötet werden (Lk 13,33), und dort wird er auferweckt werden. Jesus geht seinen Weg mit großer Entschiedenheit, vergleichbar mit Elija, als er von der Erde weggenommen werden sollte (2 Kön 2). Aber hier ist mehr als Elija; Jesus lässt kein Feuer vom Himmel regnen, wie es Elija tat (2 Kön 1,10.12). Sein Geist ist von anderer Art. - Lk 18,31; 19,28; Mt 19,1; Mk 10,1.

 

 

Evangelium

Lk 9, 51-56

Er entschloss sich, nach Jerusalem zu gehen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

51Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen.

52Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen.

53Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.

54Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?

55Da wandte er sich um und wies sie zurecht.

56Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

 

 

FÜRBITTEN

Jesus Christus wurde unser Bruder, damit wir Kinder Gottes werden. Zu ihm wollen wir beten:

Für unseren Papst und alle Bischöfe: behüte und bestärke sie in ihrem Dienst. (Stille) Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich.

Für alle, die ein öffentliches Amt haben: lass sie zum Wohl aller beitragen. (Stille) Herr, erbarme dich.

Für alle Notleidenden: nimm dich ihrer an, und gib ihnen Hoffnung. (Stille) Herr, erbarme dich.

Für unsere Gemeinde: hilf, dass bei uns Verständnis und Vertrauen zunehmen. (Stille) Herr, erbarme dich.

Herr, unser Gott, du hast deinen Sohn uns Menschen gleichgemacht. Erhöre unser Gebet durch ihn, Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Dadurch, dass Ijob  alles, was er erlebt und erleidet, auf Gott beziehen muss, werden seine Leiden nur noch größer und abgründiger. Denn das Schlimmste sind für Ijob ja gar nicht seine juckenden Schwären, seine geschäftlichen Verluste und seine Familientragödie. Dagegen könnte vielleicht noch ein stoischer Gleichmut helfen. Das Aufwühlende und Quälende bei ihm kommt erst dadurch zustande, dass er Gott nicht mehr begreift, dass er irre an ihm wird und dadurch ins Leere und in die Sinnlosigkeit stürzt ... Wer Gott einmal begegnet ist, kann gar nicht mehr anders, als sich ständig und in allen Situationen so mit ihm auseinander zu setzen: ihm einerseits zu danken für viele Erfüllungen in seinem Leben; andererseits aber auch zu protestieren, wenn Gott zu versagen scheint; ihn zu bitten, wenn wir Wünsche haben, aber ihn auch zu warnen, falls er sie nicht erfüllen sollte“ (Helmut Thielicke).

 

 

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