SAMSTAG DER 28. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Gott, du hast die Herzen deiner Gläubigen

durch die Erleuchtung

des Heiligen Geistes gelehrt.

Gib, dass wir in diesem Geist

erkennen, was recht ist,

und allezeit seinen Trost und seine Hilfe erfahren.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 1101)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Schon im Galaterbrief (4,21-31) hat Paulus zwei Seiten des Alten Testaments unterschieden: das Gesetz (Hagar, das irdische Jerusalem) und die Verheißung (Sara, das obere Jerusalem). Auch das Gesetz ist von Gott, aber die Frage ist, ob aus dem Gesetz die Gerechtigkeit kommt, d. h. ob die Beobachtung des Gesetzes einen Anspruch des Menschen vor Gott begründet. Wenn es das gibt, dann regelt sich alles Recht und Verdienst. Aber das gibt es eben nicht, einmal weil Gott mit dem Menschen nicht auf gleicher Ebene steht, und außerdem weil es keinen Menschen gibt, der das Gesetz erfüllt. Es gibt in Wirklichkeit zwei Linien: 1. Gesetz - Übertretung - Zorn Gottes, und 2. Verheißung - Glaube - Gnade. Abraham empfing die Segensverheißung, und er glaubte: nicht weil die Verheißung alle Wahrscheinlichkeit für sich hatte - das hatte sie ganz und gar nicht -, sondern weil er sich auf Gottes Macht und Treue verließ. Glauben gibt es nur als Glauben an den Gott, „der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft“ (V. 17). Mit einem solchen Glauben wird Gott als Gott geehrt. - Gen 12,2-3.7; 22,15-18; Hebr 11,8-12; Gal 3,15-16; Dtn 32,39; Ez 37,1-10; Hebr 11,19.

 

 

ERSTE Lesung

Röm 4, 13.16-18

Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

13Denn Abraham und seine Nachkommen erhielten nicht aufgrund des Gesetzes die Verheißung, Erben der Welt zu sein, sondern aufgrund der Glaubensgerechtigkeit.

16Deshalb gilt: „aus Glauben“, damit auch gilt: „aus Gnade“. Nur so bleibt die Verheißung für alle Nachkommen gültig, nicht nur für die, welche das Gesetz haben, sondern auch für die, welche wie Abraham den Glauben haben.

17Nach dem Schriftwort: Ich habe dich zum Vater vieler Völker bestimmt, ist er unser aller Vater vor Gott, dem er geglaubt hat, dem Gott, der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft.

18Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt, dass er der Vater vieler Völker werde, nach dem Wort: So zahlreich werden deine Nachkommen sein.

 

 

Antwortpsalm

Ps 105 (104), 6-7.8-9.42-43 (R: 7a.8a)

          R Der Herr ist unser Gott;

(GL neu 60, 1)

          ewig denkt er an seinen Bund. - R
          (Oder: Halleluja.)
6        Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham,

VI. Ton

          ihr Kinder Jakobs, die er erwählt hat.

7        Er, der Herr, ist unser Gott.

          Seine Herrschaft umgreift die Erde. - (R)

8        Ewig denkt er an seinen Bund,

          an das Wort, das er gegeben hat für tausend Geschlechter,

9        an den Bund, den er mit Abraham geschlossen,

          an den Eid, den er Isaak geschworen hat. - (R)

42      Er dachte an sein heiliges Wort

          und an Abraham, seinen Knecht.

43      Er führte sein Volk heraus in Freude,

          seine Erwählten in Jubel. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung Nach dem großen Lobpreis (V. 3-14) folgt die in den Paulusbriefen übliche Danksagung und das Gebet für die Empfänger des Briefs. Um was der Schreiber des Briefs betet, sagen die Verse 17-19: die klare Erkenntnis, damit sie den Plan Gottes und das Ziel ihrer Berufung begreifen. Paulus kennt die Gemeinde (oder die Gemeinden) nicht, an die er schreibt; dennoch erwähnt er sie in seinen Gebeten, bringt sie vor Gott in Erinnerung: vor dem Gott Jesu Christi, unseres Herrn, dem Gott des neuen Bundesvolkes. Im Einzelnen sollen die Leser (wir) erkennen: 1. den Ruf, der in der gegenwärtigen Zeit an sie ergangen ist und der ihre Hoffnung begründet; 2. das Erbe, d. h. die erhoffte Heilsvollendung, die Teilnahme an der Gottesherrlichkeit; 3. die Leben schaffende Macht Gottes. An die Erwähnung der Macht Gottes schließen sich die Aussagen über die Auferweckung und Erhöhung Jesu (V. 20-21), der das Haupt der Kirche und der ganzen Schöpfung geworden ist (V. 22-23). Das alles sehen nur die erleuchteten Augen des Herzens (V. 18): der Glaube der Getauften, der fortschreitet von Klarheit zu Klarheit. - Zu 1,15-16: Kol 1,4; Jes 62,6-7. - Zu 1,17-19: 1 Petr 1,3-5; Kol 1,5; Röm 9,23. - Zu 1,20-23: 1 Petr 3,18-22; 1 Kor 15,24-25; Kol 1,18-19.

 

 

ERSTE Lesung

Eph 1, 15-23

Er hat Christus, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt; sie ist sein Leib

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser

Brüder!

15/16Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört.

17Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt.

18Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt

19und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.

20Er hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat,

21hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird.

22Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt.

23Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht.

 

 

Antwortpsalm

Ps 8, 2-3.4-5.6-7 (R: vgl. 7)

          R Deinen Sohn hast du eingesetzt als Herrscher

(GL neu 33, 1)

          über das Werk deiner Hände. - R
2        Herr, unser Herrscher,

VII. Ton

          wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;

          über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.

3        Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob,

          deinen Gegnern zum Trotz,

          deine Feinde und Widersacher müssen verstummen. - (R)

4        Seh‘ ich den Himmel, das Werk deiner Finger,

          Mond und Sterne, die du befestigt:

5        Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,

          des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? - (R)

6        Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,

          hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.

7        Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,

          hast ihm alles zu Füßen gelegt. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Joh 15, 26b.27a

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Der Geist der Wahrheit wird Zeugnis geben für mich,

und auch ihr sollt Zeugen sein.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Das Evangelium, die Botschaft von der Gottesherrschaft, ist ein Geschehen von Gott her. Es verlangt vom Jünger eine doppelte Antwort, die im Grunde doch nur eine einzige ist: Glauben und Bekennen. Bekennen ist nicht das Gleiche wie Verkündigen. Mit der Verkündigung tritt das Wort aus dem Dunkel heraus in den hellen Tag (V. 3); das Bekennen geschieht ebenfalls im Wort, aber es ist das Wort in der Situation der Verfolgung, das Wort, hinter dem die Bereitschaft zum letzten Einsatz steht. Mit dem Bekenntnis stellt sich der Jünger auf die Seite des Menschensohnes, und dieser wird sich im Gericht Gottes auf die Seite dessen stellen, der sich zu ihm bekannt hat. Das ist eine Verheißung und eine Warnung. - Zwei Aussagen über den Heiligen Geist stehen in diesem Abschnitt (V. 10 u. 12); beide sollen den Jüngern Mut machen. Ihre Botschaft wird, wie die Botschaft Jesu selbst, auf Widerspruch stoßen. Derselbe Geist, der ihnen die Kraft zum Glauben und Bekenntnis gibt, wird die richten, die sich gegen bessere Einsicht der Botschaft endgültig verschließen, und er wird in keinem Augenblick die im Stich lassen, die für Jesus Zeugnis geben. - Zu 12,8-9: Mt 10,32-33; Mk 8,38. - Zu 12,10: Mt 12,32; Mk 3,29; 1 Joh 5,16; Hebr 6,4-8; 10,26-31. - Zu 12,11-12: Lk 21,12-15; Mt 10,17-20; Mk 13,11; Joh 14,26.

 

 

Evangelium

Lk 12, 8-12

Der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

8Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen.

9Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden.

10Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben.

11Wenn man euch vor die Gerichte der Synagogen und vor die Herrscher und Machthaber schleppt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt.

12Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst.

 

 

FÜRBITTEN

Im Gebet wenden wir uns an Christus, den Sohn der Jungfrau Maria:

Für alle, die in Ordensgemeinschaften leben: lass sie ungehindert dem Reich Gottes dienen. (Stille) Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich.

Für die Machthaber in dieser Welt: lenke ihre Schritte zu Frieden und Versöhnung. (Stille) Herr, erbarme dich.

Für die verfolgten Christen: mach sie stark durch deine Kraft. (Stille) Herr, erbarme dich.

Für unsere Wohltäter: schenke ihnen das ewige Leben. (Stille) Herr, erbarme dich.

Gütiger Gott, du hast die Jungfrau Maria erwählt, die Mutter deines Sohnes zu werden. Mit Maria bitten wir dich um Erhörung durch ihn, Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

WEIL PAULUS hinter der armseligen Wirklichkeit eine andere Dimension und Hoffnung sieht, kann er unaufhörlich und überall danken. In diesen unzulänglichen Gemeinden ist Gott am Werk. An sie ist der Ruf des Evangeliums ergangen, ihnen hat Gott sein Antlitz zugewendet, in ihnen wird der Name des Kyrios Jesus angerufen und bekannt. Er ist in ihrer Mitte als die große Hoffnung auf Herrlichkeit. Sein Geist wirkt inmitten menschlicher Schwachheit in diesen Gemeinden und wird offenbar in Zeugnissen des Glaubens, der Liebe, in Charismen und Diensten. Trotz aller Verschlossenheit, Starrheit und Enge, ja trotz Tod und Sünde kündigt sich in diesen Gemeinden das Leben und die Zukunft Christi des Auferstandenen an“ (Franz Huber).

 

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