DONNERSTAG DER 29. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Gott,

nach deinem geheimnisvollen Ratschluss

lässt du die Kirche

am Leiden deines Sohnes teilhaben.

Stärke unsere Brüder,

die wegen des Glaubens verfolgt werden.

Gib ihnen Geduld und Liebe,

damit sie in ihrer Bedrängnis auf dich vertrauen

und sich als deine Zeugen bewähren.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 1050)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

Jahr I

Zur Lesung   r Menschen gibt es letzten Endes nur zwei Möglichkeiten, und die beiden schließen sich gegenseitig aus: Tod oder Leben. Dieses Entweder-oder ist der Grundton des ganzen Abschnitts 6,15-23. Tod und Leben sind zwei Welten, die nicht zeitlich voneinander geschieden sind; sie sind Mächte und Möglichkeiten, die in der Gegenwart (Jetzt, V. 22) gegeneinander im Kampf stehen (Gesetz-Gnade, V. 15; Sünde-Gehorsam, V. 16; Sünde-Gerechtigkeit, V. 18). Ewiges Leben oder ewiger Tod sind in unserem gegenwärtigen Handeln verborgen immer schon mitgegeben. Durch die Taufe ist der Christ von der Welt der Sünde geschieden, vom Dienst der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit (V. 19) frei geworden. Die entscheidende Frage ist, ob er zu dieser seiner Vergangenheit, die immer noch ihre Anziehungskraft hat, zurückkehrt oder in klarer Eindeutigkeit den Weg in die Zukunft, in das Leben geht. - Röm 12,1; Joh 15,8.16; Gal 6,8; Röm 5,12-21; Jak 1,15.

 

 

ERSTE Lesung

Röm 6, 19-23

Jetzt seid ihr, aus der Macht der Sünde befreit, zu Sklaven Gottes

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

19Wegen eurer Schwachheit rede ich nach Menschenweise: Wie ihr eure Glieder in den Dienst der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit gestellt habt, so dass ihr gesetzlos wurdet, so stellt jetzt eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit, so dass ihr heilig werdet.

20Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, da wart ihr der Gerechtigkeit gegenüber frei.

21Welchen Gewinn hattet ihr damals? Es waren Dinge, deren ihr euch jetzt schämt; denn sie bringen den Tod.

22Jetzt, da ihr aus der Macht der Sünde befreit und zu Sklaven Gottes geworden seid, habt ihr einen Gewinn, der zu eurer Heiligung führt und das ewige Leben bringt.

23Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

 

 

Antwortpsalm

Ps 1, 1-2.3.4 u. 6 (R: vgl. Jer 17, 7)

          R Gesegnet, wer auf den Herr sich verlässt. - R

(GL 708, 1)

1        Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,

IV. Ton

          nicht auf dem Weg der Sünder geht,

          nicht im Kreis der Spötter sitzt,

2        sondern Freude hat an der Weisung des Herrn,

          über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. - (R)

3        Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist,

          der zur rechten Zeit seine Frucht bringt

          und dessen Blätter nicht welken.

          Alles, was er tut,

          wird ihm gut gelingen. - (R)

4        Nicht so die Frevler:

          Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.

6        Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,

          der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung   Der ganze Epheserbrief ist in einer Atmosphäre des Gebets geschrieben. Mit einem feierlichen Gebet und mit Amen (3,21) schließt der lehrhafte Teil dieses Briefs. Hier kommt das in Kapitel 1 begonnene Gebet erst zum Ende; die Ausführungen über Gottes ewigen Geschichtsplan und dessen Verwirklichung in Christus und in der Kirche münden in den Wunsch, dass durch die Kirche und durch Christus Jesus Gott verherrlicht werde. Kein anderes Ziel konnte Gott der geschaffenen Welt geben als „das Lob seiner Herrlichkeit“ (1,6.12.14). Aber Lob setzt Wissen voraus; man lobt sinnvollerweise nur das, was man kennt. Darum bittet der Apostel für die Gemeinde um eine Erkenntnis, die bis in die Tiefen der Gottheit reicht. Eine solche Erkenntnis ist Glaube und Liebe zugleich. Durch sie wohnt Christus im Herzen der Menschen, in jener tiefen Mitte, aus der alles Erkennen und Lieben hervorquillt. Mit der Erkenntnis wächst die Liebe und mit der Liebe die Erkenntnis. Nur eine lebendige Kirche, nur eine Gemeinde, die ständig im Glauben und in der Liebe wächst, kann der Welt die frohe Botschaft weitergeben. - Zu 3,14-15: Röm 14,11; Phil 2,10-11. - Zu 3,16-19: Röm 7,22; 2 Kor 4,16; Joh 14,23; 2 Kor 7,5; Röm 12,9-21; Ez 40. - Zu 3,20-21: Röm 16,25-27; 2 Kor 3,10; 9,14; Phil 4,7.

 

 

ERSTE Lesung

Eph 3, 14-21

In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt werden

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser

Brüder!

14Ich beuge meine Knie vor dem Vater,

15nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird,

16und bitte, er möge euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit schenken, dass ihr in eurem Innern durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt.

17Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet,

18sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen

19und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt.

20Er aber, der durch die Macht, die in uns wirkt, unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können,

21er werde verherrlicht durch die Kirche und durch Christus Jesus in allen Generationen, für ewige Zeiten. Amen.

 

 

Antwortpsalm

Ps 33 (32), 1-2.4-5.11-12.18-19 (R: vgl. 5b)

          R Von deiner Huld, o Herr, ist die Erde erfüllt. - R

(GL 646, 1)

1        Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn;

V. Ton

          für die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben.

2        Preist den Herrn mit der Zither,

          spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe! - (R)

4        Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig,

          all sein Tun ist verlässlich.

5        Er liebt Gerechtigkeit und Recht,

          die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn. - (R)

11      Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen,

          die Pläne seines Herzens überdauern die Zeiten.

12      Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist,

          der Nation, die er sich zum Erbteil erwählt hat. - (R)

18      Das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren,

          die nach seiner Güte ausschaun;

19      denn er will sie dem Tod entreißen

          und in der Hungersnot ihr Leben erhalten. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Phil 3, 8.9

Halleluja. Halleluja.

Ich habe alles aufgegeben, um Christus zu gewinnen

und in ihm zu sein.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium   „Feuer“ ist im Alten und Neuen Testament Bildwort für das Gericht (vgl. Mal 3,2.19; Lk 9,54; Offb 8,5). Jesus ist (seit Lk 9,51) auf dem Weg nach Jerusalem, und er weiß, was dort geschehen wird. Es ist die Zeit der Entscheidung (Joh 12,31), und Jesus sehnt die Stunde herbei (vgl. Lk 22,15). Das Wort von der Taufe (12,50) meint nichts anderes; es ist das Untertauchen im Meer des Leidens (vgl. Jer 38,4-6.8-10). Feuer und Taufe: beides ist zugleich Gericht und Reinigung und Heil. Jesus, der Gekreuzigte, wird das Zeichen sein, an dem die Geister und Geschicke sich scheiden. Das Kreuz ist Angebot und Anspruch Gottes; wer sich ihm verschließt, ist schon gerichtet (Joh 3,18). Feuer und Taufe können auch vom Heiligen Geist verstanden werden; das Endergebnis ist aber das Gleiche; der Geist Gottes ist das Feuer, in dem alles geprüft und geläutert und in Reinheit vollendet wird. - 2 Kön 1,9-15; Jes 8,12-15; Mt 10,34-36; Joh 14,27.

 

 

Evangelium

Lk 12, 49-53

Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern Spaltung

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

49Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!

50Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist.

51Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung.

52Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei,

53der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

 

 

FÜRBITTEN

Zu Jesus Christus, dem guten Hirten, rufen wir voll Vertrauen:

Für alle Christen: führe sie zur Einheit im Glauben, und versammle sie um deinen Tisch. (Stille) Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich.

Für die Völker der Erde: schenke ihnen Freiheit und Frieden. (Stille) Herr, erbarme dich.

Für die Kranken: stärke sie durch das Brot des Lebens. (Stille) Herr, erbarme dich.

Für unsere Gemeinde: beschütze sie, und fördere ihren Zusammenhalt. (Stille) Herr, erbarme dich.

Denn du willst, dass wir mit dir eins sind, wie du mit dem Vater eins bist. Dir sei Lobpreis und Ehre in Ewigkeit.     A.: Amen.

 

 

„In Liebe, Gnade, Zorn, Vergebung und Gerechtigkeit ist Gott der Herr dieser Welt und meines Lebens. Wenn sich einer prüfen will, ob er ein gläubiger Christ sei, sollte er sich die Frage stellen, ob er Gott lieb hat. In Christus, in seiner in die Welt einbrechenden Liebe wirkt Gott als der uns bergende und schützende Gott. Er ist das Licht, das in die Dunkelheit der Welt und unseres Lebens scheint.

Wer Gott und Welt in eins setzt, verleugnet die Spannung zwischen Gott und Welt und zwischen Mensch und Welt. Doch diese Spannung können und dürfen wir nicht wegleugnen. Sie wird aber ,weginterpretiert, wenn Gott in der ,Tiefeder Welt und des Lebens allein gesucht wird. Was sich zwischen Mensch und Gott abspielt, ist ein Heilsdrama: das Kommen, Kämpfen, Leiden, Sterben, Auferstehen und Siegen des Christus. Nur in dieser Spannung, in der wir uns selbst wiederfinden, weil sie durch unser eigenes Leben hindurchgeht, haben wir die ganze Wahrheit der Bibel (Georg Huntemann).

 

„Beten sie für mich, dass ich mich niemals dazu hinreißen lasse, etwas anderes zu wollen als das Feuer (Teilhard de Chardin).

 

Perikopen

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