MONTAG DER 31. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Gott.

Dein Sohn Jesus Christus

ist das Weizenkorn, das für uns starb.

Wir leben aus seinem Tod.

Nimm von uns die Angst,

für andere verbraucht zu werden.

Hilf uns, einander Gutes zu tun,

damit wir nicht vergeblich leben,

sondern Frucht bringen in Jesus Christus,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. (MB 311, 19)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Im Unglauben des jüdischen Volkes sind Schuld und Schicksal unlösbar verschlungen. Statt „Schuld“ sagt Paulus „Ungehorsam“ (11,30); von Schicksal kann in seiner Theologie nicht die Rede sein, wohl aber von unergründlichen Urteilen und von unerforschlichen Wegen Gottes (V. 33). Auch Paulus steht hier letzten Endes vor einem undurchdringlichen „Geheimnis“; was er davon begriffen hat, sagt er kurz in 11,25-26: „Verstockung liegt auf einem Teil Israels, bis die Heiden in voller Zahl das Heil erlangt haben; dann wird ganz Israel gerettet werden.“ Gott hat Juden und Heiden „in den Ungehorsam eingeschlossen, d.h., er beurteilt und behandelt beide grundsätzlich gleich: nicht so, wie sie es verdienen - dann müsste er alle verurteilen -, sondern nach seiner erbarmenden Liebe. Das heißt keineswegs, dass Glaube und Unglaube, Treue und Untreue vor ihm gleich gelten; aber Gott rechnet anders Menschen. - Zu 11,29-32: Röm 15,8-9; 1 Thess 2,15-16; Hebr 6,13-17. - Zu 11,33-36: 1 Kor 2,10-11; Jes 40,13-14; Jer 23,18.

 

 

ERSTE Lesung

Röm 11, 29-36

Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um sich aller zu erbarmen

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

29Unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt.

30Und wie ihr einst Gott ungehorsam wart, jetzt aber infolge ihres Ungehorsams Erbarmen gefunden habt,

31so sind sie infolge des Erbarmens, das ihr gefunden habt, ungehorsam geworden, damit jetzt auch sie Erbarmen finden.

32Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um sich aller zu erbarmen.

33O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege!

34Denn wer hat die Gedanken des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen?

35Wer hat ihm etwas gegeben, so dass Gott ihm etwas zurückgeben müsste?

36Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

 

 

Antwortpsalm

Ps 69 (68), 30-31.33-34.35-36b.36c-37 (R: 14bc)

          R Erhöre mich in deiner großen Huld,

(GL neu 664, 1)

          Gott, hilf mir in deiner Treue! - R
30      Ich bin elend und voller Schmerzen;

VIII. Ton

          doch deine Hilfe, o Gott, wird mich erhöhen.

31      Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied,

          in meinem Danklied ihn preisen. - (R)

33      Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch;

          ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!

34      Denn der Herr hört auf die Armen,

          er verachtet die Gefangenen nicht. - (R)

35      Himmel und Erde sollen ihn rühmen,

          die Meere und was sich in ihnen regt.

36ab   Denn Gott wird Zion retten,

          wird Judas Städte neu erbauen. - (R)

36c    Seine Knechte werden dort wohnen

          und das Land besitzen,

37      ihre Nachkommen sollen es erben;

          wer seinen Namen liebt, soll darin wohnen. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung Mahnung und Zuspruch in der christlichen Gemeinde haben ihren Ursprung in Christus, in der Liebe und im Heiligen Geist (V. 1). Nur „in Christus“ ist die Mahnung möglich; nur wenn sie aus Liebe kommt, kann sie der Liebe dienen. Wir wissen im Einzelnen nicht, was den Apostel veranlasst hat, die Gemeinde von Philippi zur Eintracht zu mahnen. Vermutlich waren es nicht nur die beiden in 4, 2 genannten Frauen, die Paulus vor Streitsucht und Prahlerei warnen wollte. Die Situation der Verfolgung, wie sie in Philippi vorauszusetzen ist, kann zwar die Einheit einer Gemeinde vertiefen, sie kann aber auch Gegensätze und Rivalitäten schaffen. Auch soziale Gegensätze innerhalb der Gemeinde könnten die Mahnung veranlasst haben, jeder solle in Demut den anderen höher einschätzen als sich selbst (V. 3). Dann könnte V. 4 eine Mahnung an die Reichen sein, sich um die ärmeren Gemeindemitglieder zu kümmern. ­ 2 Kor 13,13; Gal 5,26; Röm 12,10.16; 1 Kor 1,10-11.

 

 

ERSTE Lesung

Phil 2, 1-4

Macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper

Brüder!

1Wenn es Ermahnung in Christus gibt, Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, herzliche Zuneigung und Erbarmen,

2dann macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig,

3dass ihr nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei tut. Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst.

4Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.

 

 

Antwortpsalm

Ps 131 (130), 1.2-3

          R Herr, bewahre meine Seele in deinem Frieden! - R

(GL neu 72, 1)

1        Herr, mein Herz ist nicht stolz,

VI. Ton

          nicht hochmütig blicken meine Augen.

          Ich gehe nicht um mit Dingen,

          die mir zu wunderbar und zu hoch sind. - (R)

2        Ich ließ meine Seele ruhig werden und still;

          wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.

3        Israel, harre auf den Herrn

          von nun an bis in Ewigkeit! - R

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Joh 8, 31b-32a

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger.

Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Alles menschliche Tun hat eine sichtbare und eine unsichtbare Seite. Entscheidend ist nicht, was ein Mensch tut, sondern warum er es tut. Für viele Menschen ist das Einladen von Gästen ebenso wie das Geschenkemachen Sache nüchterner Berechnung: Lohnt es sich? Der Wert eines Menschen ist daran erkennbar, ob er etwas tun kann, was sich nicht lohnt. Die Liebe rechnet nicht. Gott rechnet nicht. Er selbst lädt zu seinem Gastmahl die ein, die nichts verdient haben und nichts vergelten können: die Armen und die Krüppel, die Lahmen und die Blinden von Vers 13 kommen im nachfolgenden Gleichnis (14,15-24) wieder vor. Das Tun der Jünger soll das Tun Gottes widerspiegeln; Gottes eigene, selbstlos schenkende Liebe soll im Jünger sichtbar werden. Aber steht am Ende (V. 14) nicht doch die Erwartung des Lohns? Sicher wird hier ein Lohn verheißen, aber doch nur dem, der nicht um Lohn arbeitet. - Lk 6,32-35; Dtn 14,29; Joh 5,25-29; Apg 24,15.

 

 

Evangelium

Lk 14, 12-14

Lade nicht deine Freunde ein, sondern Arme und Krüppel

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit

12sprach Jesus zu einem der führenden Pharisäer, der ihn zum Essen eingeladen hatte: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten.

13Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein.

14Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

 

 

FÜRBITTEN

Jesus Christus, die Quelle neuen Lebens, bitten wir:

Führe alle Gläubigen zur wahren Freiheit der Kinder Gottes. (Stille) Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich.

Bestärke alle, die sich für einen Ausgleich zwischen Arm und Reich einsetzen. (Stille) Herr, erbarme dich.

Steh den Menschen bei, die unter der Last des Lebens leiden. (Stille) Herr, erbarme dich.

Erneuere unsere Bereitschaft, mit den Hungernden zu teilen. (Stille) Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich.

Herr, unser Gott, auf dich setzen wir unsere Hoffnung. Höre auf unsere Bitten durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Die Welt

ist voller Mauern und Misstrauen,

aber die Liebe ist stärker.

Die Menschen sind voller Neid und Missgunst,

aber Jesus ist Sieger.

Die Völker sind voller Angst und Ichsucht,

aber die frohe Botschaft bringt Frieden.

Arme und Kranke warten auf Barmherzigkeit,

wir dürfen helfen.

Trauernde und Einsame warten auf Freude,

wir dürfen sie trösten.

Angefochtene und Mutlose warten auf Zuspruch,

wir dürfen ihnen beistehen.

Glaube überwindet die Welt.

Liebe hört niemals auf.

Hoffnung wird nicht zuschanden“ (Theologe – BRD).

 

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
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