SAMSTAG DER 32. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Barmherziger Gott,

du versammelst deine Kirche im Heiligen Geist.

Gib, dass sie dir von ganzem Herzen dient

und in aufrichtiger Liebe die Einheit bewahrt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 196)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Die Weisheit Gottes hat sich in der Geschichte gezeigt, als er Israel aus Ägypten herausführte. Die heutige Lesung erinnert in ih­rem ersten Teil an die zehnte und letzte der ägyptischen Plagen. Das allmächtige Wort, das in jener unvergesslichen Nacht vom Himmel in das dem Verderben geweihte Land „herabsprang“, war Gottes richtendes und rettendes Wort. Das scharfe Schwert, das es trug, war der Befehl, alle Erstgeburten der Ägypter zu töten. - Tod auf der einen, Rettung und Freiheit auf der anderen Seite kennzeichnen auch das letzte, entscheidende Wunder beim Auszug aus Ägypten: den Durchgang durch das Schilfmeer. Gottes Wort ist nicht in gleicher Weise richtendes und rettendes Wort; es will die Rettung, und es stellt Menschen und Völker vor die Entscheidung. Wo das Wort die Antwort des Gehorsams findet, kann aus trostlosem Durcheinander neue Schöpfung werden (9,6). - Zu 18,14-16: Ex 11,4; 12,29; Jes 55,11; Offb 19,11-16. - Zu 19,6-9: Weish 16,24; Ex 14,19-22; Jes 63,11-14; Mal 3,20; Ex 15.

 

 

ERSTE Lesung 

Weish 18, 14-16; 19, 6-9

Es zeigte sich ihnen ein Weg ohne Hindernisse durch das Rote Meer: und sie lobten dich, Herr, ihren Retter

Lesung aus dem Buch der Weisheit

14Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war,

15da sprang dein allmächtiges Wort vom Himmel, vom königlichen Thron herab als harter Krieger mitten in das dem Verderben geweihte Land.

16Es trug das scharfe Schwert deines unerbittlichen Befehls, trat hin und erfüllte alles mit Tod; es berührte den Himmel und stand auf der Erde.

6Das Wesen der ganzen Schöpfung wurde neugestaltet; sie gehorchte deinen Befehlen, damit deine Kinder unversehrt bewahrt blieben.

7Man sah die Wolke, die das Lager überschattete, trockenes Land tauchte auf, wo zuvor Wasser war; es zeigte sich ein Weg ohne Hindernisse durch das Rote Meer, eine grüne Ebene stieg aus der gewaltigen Flut.

8Von deiner Hand behütet, zogen sie vollzählig hindurch und sahen staunenswerte Wunder.

9Sie weideten wie Rosse, hüpften wie Lämmer und lobten dich, Herr, ihren Retter.

 

 

Antwortpsalm

Ps 105 (104), 2-3.36-37.42-43 (R: vgl. 5a)

          R Gedenkt der Wunder, die der Herr getan! - R

(GL neu 60, 1)

          (Oder: Halleluja.)
       Singt ihm und spielt ihm,

VI. Ton

          sinnt nach über all seine Wunder!

       Rühmt euch seines heiligen Namens!

             Alle, die den Herrn suchen, sollen sich von Herzen freuen. - (R)

36      Er erschlug im Land jede Erstgeburt,

             die ganze Blüte der Jugend.

37      Er führte sein Volk heraus mit Silber und Gold;

             in seinen Stämmen fand sich kein Schwächling. - (R)

42     Denn er dachte an sein heiliges Wort

            und an Abraham, seinen Knecht.

43     Er führte sein Volk heraus in Freude,

            seine Erwählten in Jubel. -R

 

 

Jahr II

Zur Lesung  Der dritte Johannesbrief ist nicht an eine Gemeinde gerichtet; es ist ein Privatbrief an einen Gaius, über den wir nur das wissen, was in diesem Brief steht. Er war ein Mann, der Freunde hatte (V. 15) und von dem man auch etwas erbitten konnte. Hochherzigkeit, Gastfreundschaft und missionarische Gesinnung zeichnen diesen Freund aus. Der Sendungsauftrag Christi an seine Jünger (Joh 20,21) war in dieser zweiten Generation durchaus lebendig, wenn auch die missionarische Tätigkeit durch innere Probleme, vor allem durch die umgehenden Irrlehren, geschwächt war. - Mt 10,10.41; 1 Tim 5,18.

 

 

ERSTE Lesung 

3 Joh 5-8

Wir sind verpflichtet, die Brüder aufzunehmen, damit auch wir zu Mitarbeitern für die Wahrheit werden

Lesung aus dem dritten Johannesbrief

5LieberGaius! Du handelst treu in allem, was du an den Brüdern, sogar an fremden Brüdern tust.

6Sie haben vor der Gemeinde für deine Liebe Zeugnis abgelegt. Du wirst gut daran tun, wenn du sie für ihre Reise so ausrüstest, wie es Gottes würdig ist.

7Denn für seinen Namen sind sie ausgezogen und haben von den Heiden nichts angenommen.

8Darum sind wir verpflichtet, solche Männer aufzunehmen, damit auch wir zu Mitarbeitern für die Wahrheit werden.

 

 

Antwortpsalm

Ps 112 (111), 1-2.3-4.5-6 (R: vgl. 1a)

          R Selig, der Mensch, der den Herrn fürchtet und ehrt. - R

(GL neu 31, 1)

          (Oder: Halleluja.)
1        Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt

IV. Ton

          und sich herzlich freut an seinen Geboten.

2        Seine Nachkommen werden mächtig im Land,

          das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet. - (R)

3        Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus,

          sein Heil hat Bestand für immer.

4        Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht:

          der Gnädige, Barmherzige und Gerechte. - (R)

5        Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,

          der das Seine ordnet, wie es recht ist.

6        Niemals gerät er ins Wanken;

          ewig denkt man an den Gerechten. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. 2 Thess 2, 14

Halleluja. Halleluja.

Durch das Evangelium hat Gott uns berufen

zur Herrlichkeit Jesu Christi, unseres Herrn.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Jesus hat seine Jünger beten gelehrt: Dein Reich komme! Das Kommen der Gottesherrschaft vollendet und offenbart sich im Kommen des Menschensohnes (18,8; vgl. 2 Tim 4,1). Bis dahin ist die Zeit beharrlichen Betens, Zeit, sich zu bewähren, und immer wieder Zeit großer Not und Unsicherheit, auch für die „Auserwählten“ Gottes. Wird er, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben antreffen? Die Frage ist nicht dazu angetan, uns zu beruhigen, so wenig wie die Zeit, in der wir leben. Tag und Nacht zu Gott schreien (V. 7): das kommt uns dann übertrieben vor, wenn wir die Not der Welt und unsere eigene Not noch nicht begriffen haben. Gott ist nicht taub wie der Richter dieses Gleichnisses. Er wird uns „unverzüglich Recht verschaffen“, wenn wir „schreien“: wenn wir alle Kraft zusammennehmen und um Glauben beten für uns und für andere. Im Glauben, in der Liebe und im Gebet ausharren, bis er kommt, das ist der Weg. der uns gezeigt wird. - Lk 21,36; Ps 82,2-7; Lk 22,40-46; Sir 35,20-22; Offb 6,9-11.

 

 

Evangelium

Lk 18, 1-8

Sollte Gott seinen Auserwählten, die zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen?

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit

1sagte Jesus den Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten:

2In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm.

3In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind!

4Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht;

5trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.

6Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt.

7Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern?

8Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?

 

 

FÜRBITTEN

Im Gebet wenden wir uns an Christus, den Sohn der Jungfrau Maria:

Für alle, die in Ordensgemeinschaften leben: lass sie ungehindert dem Reich Gottes dienen. (Stille) Herr, erbarme dich.

A.: Christus; erbarme dich.

Für die Machthaber in dieser Welt: lenke ihre Schritte zu Frieden und Versöhnung. (Stille) Herr, erbarme dich.

Für alle Schwachen: mach sie stark durch deine Kraft. (Stille) Herr, erbarme dich.

Für unsere Gemeinde: stärke unser Vertrauen in die Kraft des Gebetes. (Stille) Herr, erbarme dich.

Gütiger Gott, du hast die Jungfrau Maria erwählt, die Mutter deines Sohnes zu werden. Mit Maria bitten wir dich um Erhörung durch ihn, Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Es ist ein unheimliches Schweigen, da Gott in die Welt eintrat, ein Schweigen, das die Menschheit schlafend und unvorbereitet findet, in das darum das allgewaltige, richtende Wort Gottes plötzlich hereinbricht, um die Welt und die in ihr herrschenden dämonischen Mächte in Schrecken zu versetzen. Das alles durchlichtende Wort 'leuchtet in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht erfasst' (Joh 1,5). Solche Finsternis ist das Werk der Sünde, die den, der ihrer Macht verfallen ist, mit Blindheit schlägt, mit jener letzten Blindheit, die Gottes heilbringendes Walten nicht mehr gewahrt, auch dort nicht, wo es mit Händen zu greifen ist, in seinem Sohn. Was von der Sterbestunde Jesu gesagt wird, gilt auch von seiner Geburtsstunde: 'Finsternis kam über das ganze Land' (Mk 15,33).

Die Nacht, die beim Eintritt des Gottessohnes in die Welt die Mitte ihres Laufes erreicht hatte, erweist sich als Nacht der Sünde und darum des Gerichtes ... Das Kind in der Krippe, geboren aus Maria, der Jungfrau, 'um uns und unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen', fordert darum die ungläubige Welt; es fordert eine Entscheidung: den Glauben an seine Sendung und die Anerkennung seiner Herrschaft. Für den, der sich ihm schuldhaft verweigert, für jede gottfeindliche Macht, wird es zum scharfen Schwert, das Gottes unerbittlichen Befehl trägt: 'dastehend erfüllt es alles mit Tod. Es berührt den Himmel und steht auf der Erde'“ (F. Wulf).

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
perikopen.de


Liedvorschläge

Hier finden Sie Liedvorschläge für den Gottesdienst
Amt für Kirchenmusik Augsburg


Psalmtöne

Zum Online-Kantorale antwortpsalm.de


Schott Messbuch bestellen

Schott Messbuch für die Sonn- und Festtage Lesejahre A, B, C (auch als CD-Rom-Ausgabe) in der Klosterbuchhandlung bestellen:

Bestellformular