SAMSTAG DER 33. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Allmächtiger, ewiger Gott,

der Heilige Geist, der von dir ausgeht,

erleuchte unser Herz und unseren Sinn.

Er führe uns in die volle Wahrheit ein,

wie dein Sohn verheißen hat,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. (MB 1104)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Nach der Tempelweihe des Jahres 164 ging der Kampf weiter. Über den Tod des Verfolgers Antiochus IV. Epiphanes gibt es verschiedene Nachrichten. Nach 2 Makk 9 starb er an einer schrecklichen Unterleibskrankheit (Blinddarmentzündung?), die als Strafe Gottes bezeichnet wird; ein Sturz aus dem Wagen scheint die Sache noch weiter verschlimmert zu haben. Von Gewissensbissen des Antiochus berichtet auch der griechische Geschichtsschreiber Polybios (gest. um 120 v. Chr.). Es scheint sicher zu sein, dass Antiochus in Verbitterung und Depression, wenn nicht in Geistesgestörtheit gestorben ist. Aber was hat das alles zu bedeuten? Auch Judas der Makkabäer wird sterben, und seine Nachfolger werden mehr und mehr eine reine Machtpolitik betreiben, die keinen bleibenden Erfolg haben kann. - 2 Makk 1,11-17. - Zu 6,7: 1 Makk 54; 4,45.

 

 

ERSTE Lesung

1 Makk 6, 1-13

Wegen der bösen Dinge, die ich in Jerusalem getan habe, sterbe ich nun ganz verzweifelt in einem fremden Land

Lesung aus dem ersten Buch der Makkabäer

In jenen Tagen

1durchzog König Antiochus die östlichen Provinzen. Er hörte von einer Stadt in Persien namens Elymaïs, die berühmt war wegen ihres Reichtums an Silber und Gold.

2Auch gibt es in ihr einen sehr reichen Tempel; der mazedonische König Alexander, der Sohn des Philippus, der als erster Grieche König geworden war, hatte dort goldene Schilde, Rüstungen und Waffen hinterlassen.

3Antiochus marschierte also hin und versuchte, die Stadt zu erobern und zu plündern. Doch er blieb ohne Erfolg; denn die Einwohner der Stadt hatten von seinem Plan erfahren

4und leisteten ihm bewaffneten Widerstand. Er musste fluchtartig abziehen und machte sich sehr niedergeschlagen auf den Rückweg nach Babylon.

5Noch in Persien erreichte ihn ein Bote mit der Nachricht, dass die Heere, die in Judäa einmarschiert waren, geschlagen worden waren.

6Auch Lysias, der an der Spitze einer starken Streitmacht in den Kampf gezogen war, habe gegen die Juden eine schwere Niederlage erlitten. Deren Bewaffnung und Kampfkraft habe sich durch die große Beute, die sie bei den geschlagenen Armeen machten, verstärkt.

7Den Gräuel, den er auf dem Altar in Jerusalem hatte aufstellen lassen, hätten sie wieder entfernt und den Tempelbezirk wie früher mit hohen Mauern umgeben, ebenso seine Stadt Bet-Zur.

8Als der König das hörte, war er bestürzt und sehr beunruhigt. Er musste sich niederlegen, da ihn eine Schwäche befiel; so niedergeschlagen war er, weil seine Pläne gescheitert waren.

9So ging es mehrere Tage. Er bekam immer neue Anfälle tiefer Schwermut und rechnete schon damit, dass er sterben müsse.

10Er rief seine Freunde zusammen und sagte zu ihnen: Der Schlaf flieht meine Augen, und ich bin vor Sorgen zusammengebrochen.

11Ich habe mich gefragt: Wie bin ich nur in diese große Not und Bedrängnis geraten, in der ich mich jetzt befinde? Ich war während meiner Regierung doch immer leutselig und beliebt.

12Jetzt fallen mir die bösen Dinge ein, die ich in Jerusalem getan habe. Ich habe dort alle Geräte aus Silber und Gold mitgenommen, ja, ich habe ohne Grund den Auftrag gegeben, die Bewohner Judäas auszurotten.

13Deswegen ist dieses Unglück über mich gekommen, das weiß ich jetzt. Und nun sterbe ich ganz verzweifelt in einem fremden Land.

 

 

Antwortpsalm

Ps 9 (9A), 2-3.4 u. 6.16 u. 19 (R: 15b)

          R Ich frohlocke, weil du mir hilfst. - R

(GL neu 64, 1)

2        Ich will dir danken, Herr, aus ganzem Herzen,

II. Ton

          verkünden will ich all deine Wunder.

3        Ich will jauchzen und an dir mich freuen,

          für dich, du Höchster, will ich singen und spielen. - (R)

4        Zurückgewichen sind meine Feinde,

          gestürzt und vergangen vor deinem Angesicht.

6        Du hast die Völker bedroht, die Frevler vernichtet,

          ihren Namen gelöscht für immer und ewig. - (R)

16      Völker versanken in der Grube, die sie selber gegraben;

          im Netz, das sie heimlich gelegt, hat ihr Fuß sich verfangen.

19      Doch der Arme ist nicht auf ewig vergessen,

          des Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung  Die Kirche der Endzeit ist die heilige Stadt Gottes, die „zweiundvierzig Monate lang“ von den Heiden zertreten wird; auch die Vorhöfe des Tempels werden preisgegeben, nur das innere Heiligtum bleibt bewahrt (11,1-2). Das ist die Wirklichkeit, mit der wir in unserer Zeit und in der Zukunft rechnen müssen. In diesem Zusammenhang ist auch der Abschnitt 11,3-13 zu verstehen. Hier ist von zwei „Zeugen“ die Rede, die als Propheten charakterisiert werden. Sie tragen die Züge des Mose und des Elija. Immer wenn es scheint, als sei die Sache Gottes verloren und die Weltgeschichte gehe ohne Gott weiter, werden solche Propheten berufen. Sie erleiden das Schicksal der Propheten: Sie sterben da, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde (11,8): in „Jerusalem“, das seit dem Tod Jesu nicht mehr Ort des Heils, sondern Ort des Gerichts ist. Es ist nicht mehr das geographische Jerusalem; es kann ebenso gut Sodom oder Ägypten oder ... heißen. Überall sind diese Propheten den „Bewohnern der Erde“, d. h. den Heiden, lästig; die Stimme Gottes wird zum Verstummen gebracht: die Zeugen sterben einen ruhmlosen Tod. Das wird je länger je eindeutiger der Weg derer sein, die sich zu Christus bekennen. Sie gehen den Weg Jesu, den Weg des Martyriums, aber dann auch mit Christus den Weg der Erhöhung. - Sach 4,1-3.11-14; Lk 13,33-34; Mt 23,35-39; Ez 37,10; Eph 2,6-7; Phil 3,10.

 

 

ERSTE Lesung

Offb 11, 4-12

Meine beiden Zeugen

Lesung aus der Offenbarung des Johannes

Die Stimme aus dem Himmel sprach: Das sind meine beiden Zeugen.

4Sie sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen.

5Wenn ihnen jemand Schaden zufügen will, schlägt Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; so muss jeder sterben, der ihnen schaden will.

6Sie haben Macht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihres Wirkens als Propheten. Sie haben auch Macht, das Wasser in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit allen möglichen Plagen, sooft sie wollen.

7Wenn sie ihren Auftrag als Zeugen erfüllt haben, wird sie das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, bekämpfen, besiegen und töten.

8Und ihre Leichen bleiben auf der Straße der großen Stadt liegen. Diese Stadt heißt, geistlich verstanden: Sodom und Ägypten; dort wurde auch ihr Herr gekreuzigt.

9Menschen aus allen Völkern und Stämmen, Sprachen und Nationen werden ihre Leichen dort sehen, dreieinhalb Tage lang; sie werden nicht zulassen, dass die Leichen begraben werden.

10Und die Bewohner der Erde freuen sich darüber, beglückwünschen sich und schicken sich gegenseitig Geschenke; denn die beiden Propheten hatten die Bewohner der Erde gequält.

11Aber nach den dreieinhalb Tagen kam von Gott her wieder Lebensgeist in sie, und sie standen auf. Da überfiel alle, die sie sahen, große Angst.

12Und sie hörten eine laute Stimme vom Himmel her rufen: Kommt herauf! Vor den Augen ihrer Feinde stiegen sie in der Wolke zum Himmel hinauf.

 

 

Antwortpsalm

Ps 144 (143), 1-2c.9-10 (R: 1a)

          R Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist. - R

(GL neu 559)

1        Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist,

IV. Ton

          der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg

2abc   Du bist meine Huld und Burg,

          meine Festung, mein Retter,

          mein Schild, dem ich vertraue. - (R)

9        Ein neues Lied will ich, o Gott, dir singen,

          auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,

10      der du den Königen den Sieg verleihst

          und David, deinen Knecht, errettest. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. 2 Tim 1, 10

Halleluja. Halleluja.

Unser Retter Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen

und uns das Licht des Lebens gebracht durch das Evangelium.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium In Jerusalem setzt sich Jesus mit den Vertretern des Judentums auseinander. Die Partei der Sadduzäer anerkannte als Norm ihres Glaubens nur das „Gesetz“, d. h. die fünf Bücher Mose. Weil sie dort nichts über die Auferstehung der Toten fanden; lehnten sie diese Lehre als eine rein menschliche Überlieferung ab, im Gegensatz zu den Pharisäern. Mit der Geschichte, die sie vorbringen (vgl. Dtn 25,5f.), wollen sie Jesus, der in diesem Fall auf der Seite der Pharisäer steht, lächerlich machen. Er aber sagt ihnen zunächst, dass ihre Frage von falschen Voraussetzungen ausgeht, nämlich von der Annahme, die kommende Welt sei nur eine Verlängerung der gegenwärtigen - eine armselige Vorstellung. Die Wirklichkeit ist größer: der Tod wird überwunden sein, die Auferstandenen werden an Gottes Herrlichkeit und an seinem Leben teilhaben, die biologischen Gesetze der gegenwärtigen Welt werden hinfällig sein. Dann gibt er den Sadduzäern einen Schriftbeweis aus dem Buch Exodus (3,6), das auch sie als heilige Schrift annehmen. Gott ist nicht ein Gott der Toten; das wäre er aber, wenn Abraham, Isaak und Jakob tot wären. Nicht von den Toten wird Gott geehrt, sondern von den Lebenden. Damit ist auch gesagt: Nur wer für Gott lebt (V. 38), wer Gott ehrt, lebt wirklich; tot ist, wer nicht für Gott lebt. - Ex 3,1-6; Röm 7,14-25; 1 Kor 6,12-20; 15; 2 Kor 4,7 - 5,10.

 

 

Evangelium

Lk 20, 27-40

Er ist kein Gott von Toten, sondern von Lebenden

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit

27kamen einige von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen, zu Jesus und fragten ihn:

28Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen.

29Nun lebten einmal sieben Brüder. Der Erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos.

30Da nahm sie der Zweite,

31danach der Dritte, und ebenso die anderen bis zum Siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben.

32Schließlich starb auch die Frau.

33Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt.

34Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen.

35Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten.

36Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind.

37Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.

38Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig.

39Da sagten einige Schriftgelehrte: Meister, du hast gut geantwortet.

40Und man wagte nicht mehr, ihn etwas zu fragen.

 

 

FÜRBITTEN

Im Gebet wenden wir uns an Christus, der uns die Gnade Gottes offenbart:

Gib den Verkündern des Glaubens das rechte Wort, und lass sie lebendige Zeugen der Liebe sein.

A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

Unterstütze alle Bemühungen, die Welt vor einem Krieg zu bewahren.

Lade die Sünder ein, ihr Leben zu ändern.

Führe unsere Verstorbenen zur Auferstehung und zum Leben.

Ewiger Gott, durch deinen Sohn bist du uns nahe gekommen. Darum können wir auf dich vertrauen durch ihn, Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Alles Fleisch ist wie Gras (Ps 103,15), der Mensch ist von Erde gemacht und wird wieder zu Erde werden. Und keine Erlösung erspart uns den Weg des Weizenkorns in die Erde, in der es ersterben und Staub werden muss, um dann zu neuem Leben erweckt zu werden ...

Weil wir so teuer erkauft sind und weil unser Bild im Herzen Gottes geborgen und bewahrt ist, darum hört seine Treue nie auf, wenn wir als Weizenkorn in die Erde sinken. Dann wird uns sein schöpferisches Wort aufs Neue treffen und in seine ewige Gegenwart entbieten: geheimnisvoll verwandelt, aus der Verweslichkeit in eine neue, nicht aussagbare Existenz berufen, und doch in unserer Identität behaftet und wiedererkannt und bei unserem Namen gerufen, den wir schon hier empfingen und zu dem sich Gott auch in Ewigkeit bekennen will“ (Helmut Thielicke).

 

 

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