7. Sonntag der Osterzeit

 

Jesus ist nicht gekommen, um alle Probleme zu lösen, sondern um in dieser Welt Gott sichtbar zu machen. Sein Name soll geheiligt werden. Jesus selbst ist der Weg Gottes zu den Menschen und der Weg, auf dem die Menschen zu Gott kommen. In dem Menschen Jesus ist für uns Gottes Wesen sichtbar und sein Geist erfahrbar geworden. Hier nimmt die neue Schöpfung ihren Anfang.

 

 

Eröffnungsvers

Ps 27 (26), 7-9

Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen;

sei mir gnädig und erhöre mich!

Mein Herz denkt an dein Wort: „Sucht mein Angesicht!“

Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.

Verbirg nicht dein Gesicht vor mir! Halleluja.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Allmächtiger Gott,

wir bekennen, dass unser Erlöser

bei dir in deiner Herrlichkeit ist.

Erhöre unser Rufen

und lass uns erfahren,

dass er alle Tage bis zum Ende der Welt

bei uns bleibt, wie er uns verheißen hat.

Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

Zur 1. Lesung   In Jerusalem hat Jesus sein irdisches Leben vollendet, hier beginnt nach seinem Weggang die Zeit der Kirche. Das „Obergemach“, in dem sich die Jünger zunächst aufhalten, war vielleicht der Ort des Letzten Abendmahls gewesen; jetzt war es für sie der Raum der Sammlung und der betenden Erwartung des verheißenen Geistes. Maria ist bei ihnen: die Mutter Jesu ist auch die Mutter der werdenden Kirche.

 

 

ERSTE Lesung

Apg 1, 12-14

Sie alle verharrten einmütig im Gebet

Lesung aus der Apostelgeschichte

12Als Jesus in den Himmel aufgenommen war, kehrten die Apostel vom Ölberg, der nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück.

13Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus.

14Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.

 

 

Antwortpsalm

Ps 27 (26), 1.4.7-8 (R: vgl. 13)

          R Ich schaue Gottes Güte im Land der Lebenden. - R

(GL neu 38,1)

             Oder:
          R Halleluja. - R
1        Der Herr ist mein Licht und mein Heil:

IV. Ton

          Vor wem sollte ich mich fürchten?

          Der Herr ist die Kraft meines Lebens:

          Vor wem sollte mir bangen? - (R)

4        Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich:

          Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens,

          die Freundlichkeit des Herrn zu schauen

          und nachzusinnen in seinem Tempel. - (R)

7        Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen;

          sei mir gnädig, und erhöre mich!

8        Mein Herz denkt an dein Wort: „Sucht mein Angesicht!“

          Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. - R

 

 

Zur 2. Lesung  Von den jüdischen Behörden und bald auch von der römischen Staatsgewalt wurden die Christen verfolgt wegen des „Namens“: weil sie sich zu Jesus als dem Christus bekannten und keinen Menschen als ihren Herrn und Gott anerkennen wollten. Solches Leiden für Christus ist Teilnahme an seinem Leiden; Gottes Macht wird darin sichtbar, jetzt schon und erst recht bei der Offenbarung der Herrlichkeit Christi.

 

 

ZWEITE Lesung

1 Petr 4, 13-16

Freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus

Brüder!

13Freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt; denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln.

14Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet, seid ihr selig zu preisen; denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch.

15Wenn einer von euch leiden muss, soll es nicht deswegen sein, weil er ein Mörder oder ein Dieb ist, weil er Böses tut oder sich in fremde Angelegenheiten einmischt.

16Wenn er aber leidet, weil er Christ ist, dann soll er sich nicht schämen, sondern Gott verherrlichen, indem er sich zu diesem Namen bekennt.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Joh 14, 18

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Ich lasse euch nicht als Waisen zurück.

Ich komme wieder zu euch. Dann wird euer Herz sich freuen.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Auf die Abschiedsreden Jesu folgt im Johannesevangelium das große Abschieds- und Weihegebet (17,1-26). Jetzt ist die „Stunde“ gekommen, auf die das ganze Leben Jesu ausgerichtet war. Dass die Stunde ihren Sinn erfülle, dass die Kreuzeshingabe Frucht bringe, ist das zentrale Anliegen dieses Gebets. Jesus bittet, der Vater möge ihn - durch den Tod hindurch - „verherrlichen“: ihn dadurch ehren, dass er ihn als seinen Sohn erweist. So werden die Menschen den Vater und den Sohn erkennen und ehren. Indem Jesus für sich selbst betet, betet er für die Jünger; indem er für die Jünger betet, betet er für alle, die durch sie zum Glauben kommen werden.

 

 

Evangelium

Joh 17, 1-11a

Vater, verherrliche deinen Sohn!

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit

1erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.

2Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.

3Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

4Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.

5Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.

6Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten.

7Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.

8Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.

9Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.

10Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.

11aIch bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

 

Glaubensbekenntnis

Fürbitten: Osterzeit

 

 

Zur Eucharistiefeier Jesus hat für uns gebetet, und er hat uns sein Wort, seine rettende Wahrheit anvertraut. In ihm und mit ihm sind auch wir verantwortlich für den Glauben der Menschen und für das Heil der Welt.

 

 

Gabengebet

Herr und Gott,

nimm die Gebete und Opfergaben

deiner Gläubigen an.

Lass uns diese heilige Feier

mit ganzer Hingabe begehen,

damit wir einst das Leben

in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Präfationen von Christi Himmelfahrt

 

 

Kommunionvers

Vgl. Joh 17, 22

Ich bitte dich, Vater, lass sie eins sein,

wie wir eins sind. Halleluja.

 

 

Schlussgebet

Erhöre uns, Gott, unser Heil,

und schenke uns die feste Zuversicht,

dass durch die Feier der heiligen Geheimnisse

die ganze Kirche jene Vollendung erlangen wird,

die Christus, ihr Haupt,

in deiner Herrlichkeit schon besitzt,

der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

Für den Tag und die Woche

Das Geheimnis Gottes

„Brüder, vor der Sünde der Menschen schreckt nicht zurück! Liebt den Menschen auch in seiner Sünde, denn das ist das Ebenbild der Liebe Gottes, das Höchste der Liebe. Liebt die ganze Schöpfung Gottes, das ganze All, wie jedes Sandkörnchen. Liebt jedes Blättchen und jeden Strahl Gottes. Liebt die Tiere, liebt jedes Gewächs und jedes Ding. Wenn du jedes Ding liebst, dann wird sich dir in den Dingen das Geheimnis Gottes offenbaren. Ist es dir offenbar geworden, so wirst du jeden Tag mehr und mehr die Wahrheit erkennen. Und schließlich wirst du die ganze Welt in allumfassender Liebe umspannen.“ (F.-M. Dostojewski)

 

 

Perikopen

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