9. November

Weihetag der Lateranbasilika

Fest

 

Die dem allerheiligsten Erlöser und seit dem 12. Jahrhundert auch dem hl. Johannes dem Täufer geweihte Lateranbasilika ist die älteste Papstkirche und führt den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises“. Im anliegenden Lateranpalast residierten die Päpste vom 4. bis zum 14. Jahrhundert. Die Kirche wurde von Kaiser Konstantin errichtet und im Jahr 324 von Papst Silvester I. eingeweiht. Die durch Brand, Erdbeben und Plünderungen heimgesuchte Kirche wurde im Lauf der Jahrhunderte wiederholt restauriert. Papst Benedikt XIII. hat sie am 28. April 1726 nach größeren Restaurationsarbeiten neu eingeweiht und den 9. November als Kirchweihtag der Basilika bestätigt.

 

Eröffnungsvers

Offb 21, 2

Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem,

von Gott her aus dem Himmel herabkommen.

Sie war bereit wie eine Braut,

die sich für ihren Mann geschmückt hat.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet
Erhabener Gott,

du erbaust dir aus lebendigen

und erlesenen Steinen ein ewiges Haus.

Mache die Kirche reich an Früchten des Geistes,

den du ihr geschenkt hast,

und lass alle Gläubigen in der Gnade wachsen,

bis das Volk, das dir gehört,

im himmlischen Jerusalem vollendet wird.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Oder:

Allmächtiger Gott,

du hast gewollt, dass dein Volk Kirche hieße,

denn wir sind das Haus,

in dem deine Herrlichkeit wohnt.

Gib, dass die Gläubigen,

die sich in deinem Namen versammeln,

dich ehren, dich lieben und dir gehorchen,

damit sie unter deiner Führung

das ewige Erbe erlangen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur Lesung Der Prophet Ezechiel hatte in einer früheren Vision gesehen, wie Jahwe aus dem Tempel und aus Jerusalem fortzog (10,18-22; 11,22-23). Dann durfte er, wieder in einer Vision, die Rückkehr Jahwes in den neuerbauten Tempel schauen (43,1-9; 44,1-2). In der heutigen Lesung schildert der Prophet die heilbringende Wirkung dieser neuen Gegenwart Gottes bei seinem Volk. Dabei verbindet er geographische Erinnerungen an die Tempelquelle (vgl. Jes 8,6-8; Ps 16) und die Vorstellung vom Wasserreichtum des Paradieses (Gen 2, 10-14) zu einem Bild, in dem aller Segen vom Heiligtum, d. h. von Gott selber, ausgeht. Das Neue Testament hat dieses Bild vor allem in Offb 22 aufgegriffen, aber auch im Johannesevangelium (Kap. 4 und 5). Wasser ist in der Bibel Symbol des Lebens, der Freude, des Heiligen Geistes (vgl. 7,37-39). - Sach 13,1; 14,8; Joel 4,18.

 

 

ERSTE Lesung

Ez 47, 1-2.8-9.12

Ich sah, wie vom Tempel Wasser hervorströmte. Und alle, zu denen das Wasser kam, wurden gerettet (vgl. Messbuch: Antiphon zum sonntäglichen Taufgedächtnis)

Lesung aus dem Buch Ezechiel

1Der Mann, der mich begleitete, führte mich zum Eingang des Tempels zurück, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar.

2Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und ich sah das Wasser an der Südseite hervorrieseln.

8Er sagte zu mir: Dieses Wasser fließt in den östlichen Bezirk, es strömt in die Araba hinab und läuft in das Meer, in das Meer mit dem salzigen Wasser. So wird das salzige Wasser gesund.

9Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen, alles, was sich regt, leben können, und sehr viele Fische wird es geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden die Fluten gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben.

12An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihr Laub wird nicht welken, und sie werden nie ohne Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.

 

Oder:

ERSTE Lesung

1 Kor 3, 9c-11.16-17

Einführung Durch die Bilder von der Pflanzung und vom Hausbau (1 Kor 3,9) verdeutlicht Paulus, wie der apostolische Dienst in der Gemeinde zu verstehen und zu tun ist. „Tempel Gottes“ ist die ganze Gemeinde. Die Gegenwart des Heiligen Geistes macht die Gemeinde „heilig“ (3,16); sie ist die Gemeinde Gottes. Wer sie zugrunde richtet, indem er ihre Einheit zerstört, muss sich vor dem Gericht Gottes verantworten (3,17). Wo Gottes heiliger Geist anwesend ist, hat es keinen Sinn, Menschen zu vergöttern oder gegeneinander auszuspielen, wie es in der Gemeinde von Korinth vorkam. Christus allein ist der Herr der Gemeinde, er ist das Fundament, auf dem das Haus ruht (3,11); durch ihn ist die Gemeinde eine göttliche Wirklichkeit in dieser Welt. - Zu 3,9-13: Mt 13,3-9; Eph 2,20; - Zu 3,16-17: 1 Kor 6,19; 2 Kor 6,16; Röm 8,11.

 

Ihr seid Gottes Tempel: der Geist Gottes wohnt in euch

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Brüder!

9Ihr seid Gottes Bau.

10Der Gnade Gottes entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich wie ein guter Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter. Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut.

11Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus.

16Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

17Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr.

 

 

Antwortpsalm

  Ps 46 (45), 2-3.5-6.8-9 (R: vgl. 5)

          R Des Stromes Wasser erquicken die Gottesstadt, 

(GL neu 653, 5)

          des Höchsten heilige Wohnung. - R

2        Gott ist uns Zuflucht und Stärke,

VII. Ton

          ein bewährter Helfer in allen Nöten.

3        Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt,

          wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres. - (R)

5        Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt,

          des Höchsten heilige Wohnung.

6        Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken;

          Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht. - (R)

8        Der Herr der Heerscharen ist mit uns,

          der Gott Jakobs ist unsre Burg.

9        Kommt und schaut die Taten des Herrn,

          der Furchtbares vollbringt auf der Erde. - R

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. 2 Chr 7, 16

Halleluja. Halleluja.

(So spricht Gott, der Herr:)

Ich habe dieses Haus erwählt und geheiligt,

damit mein Name hier sei auf ewig.

Halleluja.


Zum Evangelium Der wahre Tempel ist da, wo Gott im Geist und in Wahrheit angebetet wird (Joh 4,23). Wo das nicht geschieht, bleibt vom Tempel vielleicht noch das Gebäude stehen, aber dieses ist in Wirklichkeit leer und überflüssig geworden; es kann verschwinden. Jesus hat, wie jeder fromme Jude, den Tempel von Jerusalem geliebt und ist dorthin gegangen, um zu beten. Er hat auch die Menschen geliebt, die zum Tempel kamen und dort mehr an ihre Geschäfte als an Gott dachten. Der heilige Zorn, der ihn antreibt, die Verkäufer samt ihrer Ware vom Tempelplatz zu vertreiben, ist Ausdruck seiner leidenschaftlichen Liebe. Aber die Tempelreinigung ist auch Anzeichen des nahen Gerichts. Der Tempel wird zerstört werden. Gott will in einem lebendigen Heiligtum wohnen: in Christus, dem Mensch gewordenen und auferstandenen Herrn, und in der Kirche, d. h. in der Gemeinde derer, die an Christus glauben und mit ihm Gemeinschaft haben. - Zu 2,13-16: Joh 11,55;Lk 2,49. - Zu 2,17-22: Ps 69,10; Mt 26,61; 27,40; 1 Kor 6,19; Lk 24,6-8; Joh 12,16. 


 

Evangelium

Joh 2, 13-22

Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Er meinte den Tempel seines Leibes

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

13Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.

14Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.

15Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um.

16Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!

17Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich.

18Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst?

19Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.

20Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?

21Er aber meinte den Tempel seines Leibes.

22Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

 

 

Fürbitten

Wir beten zu Jesus Christus, der uns in seine Kirche gerufen hat:

Erfülle unseren Papst N. mit deinem Geist, damit er die ganze Kirche nach deinem Willen leite.

A.: Herr, erhöre unser Gebet.

Lass die christlichen Gotteshäuser alle Menschen an ihre Berufung erinnern.

Schenke in der Feier der heiligen Geheimnisse den Verzagten neuen Mut und den Trauernden deine Freude.

Gib, dass unser Leben von deiner Liebe geprägt wird, die uns in der Taufe geschenkt wurde. Herr Jesus Christus, erhöre uns, die wir an heiliger Stätte versammelt sind und zu dir rufen. Dir sei Lob und Ehre in alle Ewigkeit.     A.: Amen.


Gabengebet

Herr und Gott,

nimm unsere Gaben an,

schenke uns durch deine Sakramente

Kraft und Zuversicht

und erhöre alle, die an heiliger Stätte zu dir beten.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Präfation

Die Kirche als Braut Christi und Tempel des Heiligen Geistes

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu danken und deine Größe zu rühmen. In jedem Haus des Gebetes wohnst du als Spender der Gnade, als Geber alles Guten: Denn du erbaust uns zum Tempel des Heiligen Geistes, dessen Glanz im Leben der Gläubigen aufstrahlt. Im sichtbaren Bau erkennen wir das Bild deiner Kirche, die du zur Braut deines Sohnes erwählt hast. Du heiligst sie Tag für Tag, bis du sie, unsere Mutter, in die Herrlichkeit aufnimmst mit der unzählbaren Schar ihrer Kinder. Darum preisen wir dich in deiner Kirche und vereinen uns mit allen Engeln und Heiligen zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit: Heilig ...

 

 

Kommunionvers

1 Petr 2, 5

Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen,

zu einer heiligen Priesterschaft.

 

 

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,

du hast uns in der Kirche auf Erden

ein Abbild des himmlischen Jerusalem geschenkt.

Mache uns durch diese heilige Kommunion

zum Tempel deiner Gnade

und lass uns dorthin gelangen,

wo deine Herrlichkeit thront.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Perikopen

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