Freitag der 3. Woche nach Pfingsten

Heiligstes Herz Jesu  A

Hochfest

 

Die Propheten des Alten Bundes haben als das größte Geheimnis Gottes seine Liebe erkannt, und zwar die Liebe zu seinem Volk, das dieser Liebe immer wieder davonlief. In Jesus ist die Liebe Gottes sichtbar und greifbar geworden, und am Kreuz wurde sie zur Torheit (1 Kor 1,23). Sie ist das Zeichen des Widerspruchs, sie ist aber auch die einzige Hoffnung für die Menschen in ihrer Not.

 

 

Eröffnungsvers

Vgl. Ps 33 (32), 11.19

Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen,

die Pläne seines Herzens überdauern die Zeiten:

Er will uns dem Tod entreißen

und in der Hungersnot unser Leben erhalten.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Allmächtiger Gott,

wir verehren das Herz deines geliebten Sohnes

und preisen die großen Taten seiner Liebe.

Gib, dass wir aus dieser Quelle göttlichen Erbarmens

die Fülle der Gnade und des Lebens empfangen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Oder:

Barmherziger Gott,

du öffnest uns den unendlichen Reichtum der Liebe

im Herzen deines Sohnes,

das unsere Sünden verwundet haben.

Gib, dass wir durch aufrichtige Umkehr

Christus Genugtuung leisten

und ihm mit ganzer Hingabe dienen,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

Zur 1. Lesung Warum hat sich Gott um das Volk Israel in dieser Weise angenommen? Auf diese Frage gibt es nur die eine Antwort: Weil er selbst es wollte. Das ist aber keine verstehbare Antwort, und dieses Nichtverstehbare nennt die Schrift Liebe. Das Leben des Gottesvolkes und das Leben des einzelnen Menschen entscheidet sich daran, dass er in Treue und Gehorsam auf die erfahrene Liebe antwortet. Das Herz eines einzigen Menschen, des Gottmenschen Jesus Christus, war fähig, die vollkommene Antwort zu geben.

 

 

ERSTE Lesung

Dtn 7, 6-11

Der Herr hat euch ins Herz geschlossen und ausgewählt

Lesung aus dem Buch Deuteronomium

Mose sprach zum Volk:

6Du bist ein Volk, das dem Herrn, deinem Gott, heilig ist. Dich hat der Herr, dein Gott, ausgewählt, damit du unter allen Völkern, die auf der Erde leben, das Volk wirst, das ihm persönlich gehört.

7Nicht weil ihr zahlreicher als die anderen Völker wäret, hat euch der Herr ins Herz geschlossen und ausgewählt; ihr seid das kleinste unter allen Völkern.

8Weil der Herr euch liebt und weil er auf den Schwur achtet, deshalb hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und euch aus dem Sklavenhaus freigekauft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.

9Daran sollst du erkennen: Jahwe, dein Gott, ist der Gott; er ist der treue Gott; noch nach tausend Generationen achtet er auf den Bund und erweist denen seine Huld, die ihn lieben und auf seine Gebote achten.

10Denen aber, die ihm Feind sind, vergilt er sofort und tilgt einen jeden aus; er zögert nicht, wenn einer ihm Feind ist, sondern vergilt ihm sofort.

11Deshalb sollst du auf das Gebot achten, auf die Gesetze und Rechtsvorschriften, auf die ich dich heute verpflichte, und du sollst sie halten.

 

 

Antwortpsalm

Ps 103 (102),1-2.3-4.6-7.8 u. 10 (R: 17a)

          R Die Huld des Herrn währt immer und ewig. - R

(GL neu 657,3)

1        Lobe den Herrn, meine Seele,

II. Ton

          und alles in mir seinen heiligen Namen!

2          Lobe den Herrn, meine Seele,

          und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: - (R)

3        der dir all deine Schuld vergibt

          und all deine Gebrechen heilt,

4        der dein Leben vor dem Untergang rettet

          und dich mit Huld und Erbarmen krönt. - (R)

6        Der Herr vollbringt Taten des Heiles,

          Recht verschafft er allen Bedrängten.

7        Er hat Mose seine Wege kundgetan,

          den Kindern Israels seine Werke. - (R)

8        Der Herr ist barmherzig und gnädig,

          langmütig und reich an Güte.

10      Er handelt an uns nicht nach unseren Sünden

          und vergilt uns nicht nach unserer Schuld. - R

 

 

Zur 2. Lesung Durch den menschgewordenen Sohn hat Gott zu uns allen das Ja seiner Liebe gesagt. Ob wir die Liebe Gottes annehmen, wird daran sichtbar, dass wir den Mitmenschen als Bruder, als Nächsten, in unser Leben hereinnehmen. Wenn wir ihn als den andern, als Fremden draußen stehen lassen, dann weisen wir die Liebe Gottes zurück. An Jesus glauben heißt an die Liebe glauben. Und nur wer liebt, kann glauben.

 

 

ZWEITE Lesung

1 Joh 4, 7-16

Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat

Lesung aus dem ersten Johannesbrief

7Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott.

8Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe.

9Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben.

10Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.

11Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.

12Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet.

13Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben.

14Wir haben gesehen und bezeugen,  dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt.

15Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er bleibt in Gott.

16Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Mt 11, 29ab

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir;

denn ich bin gütig und von Herzen demütig.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium   Die Weisen und Klugen, die angesehenen Leute in Israel, zufrieden mit sich und ihrer Position, haben Jesus nicht verstanden; sie waren ja satt. Jesus kennt die Absicht Gottes; er wendet sich den Armen zu, den hungrigen und müden Menschen gilt seine Einladung und seine Verheißung.

 

 

Evangelium

Mt 11, 25-30

Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

25In jener Zeit sprach Jesus: Ich  preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

26Ja, Vater, so hat es dir gefallen.

27Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

28Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

29Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.

30Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

 

Glaubensbekenntnis

 

 

Zur Eucharistiefeier Das Herz-Jesu-Fest ist im Grunde kein besonderes, kein abgesondertes Fest; wir feiern es Tag um Tag, immer wenn wir der Einladung Jesu folgen: Kommt alle zu mir.  

 

 

Gabengebet

Allmächtiger Gott,

sieh auf das durchbohrte Herz deines Sohnes,

der uns geliebt und sich für uns hingegeben hat.

Lass unser Opfer dir wohlgefallen

und zur Sühne für unsere Sünden werden.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Präfation vom heiligsten Herzen Jesu

Das Herz des Erlösers und die Gläubigen

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben durch unseren Herrn Jesus Christus. Am Kreuz erhöht, hat er sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe und alle an sich gezogen. Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles. Durch ihn rühmen dich deine Erlösten und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig ...

 

 

Kommunionvers

Joh 7, 37-38

Wer Durst hat, komme zu mir,

und es trinke, wer an mich glaubt!

Die Schrift sagt:

Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen.

 

Oder:

Joh 19, 34

Ein Soldat stieß mit der Lanze in seine Seite,

und sogleich floss Blut und Wasser heraus.

 

 

Schlussgebet

Herr, unser Gott,

du hast uns gestärkt

mit dem Sakrament jener Liebe,

durch die dein Sohn alles an sich zieht.

Entzünde auch in uns das Feuer seiner Liebe,

damit wir in unseren Brüdern

ihn erkennen und ihm dienen.

Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

 

 

Brennende Glut

O Feuer, das immer loht und nie erlischt;

o immer brennende Glut, die nie erkaltet:

entzünde auch mich, damit ich

in deiner Liebe nur dich allein liebe. (Augustinus)

 

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
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Liedvorschläge

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Amt für Kirchenmusik Augsburg


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