25. Sonntag im Jahreskreis  C

 

Die Armut ist keine Tugend und der Reichtum kein Laster. Aber die Sucht, reicher und noch reicher zu werden, schafft nicht nur soziale Konflikte; sie verdirbt den Menschen. Der Mensch ist wie ein tiefer Brunnen, er kann sich nur von seinem Grund her füllen. Auf dem Grund, in der tiefen Mitte des Menschen, geschieht Gottes Gegenwart. Er ist die Fülle.

 

 

Eröffnungsvers

Das Heil des Volkes bin ich - so spricht der Herr.

In jeder Not, aus der sie zu mir rufen, will ich sie erhören.

Ich will ihr Herr sein für alle Zeit.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Heiliger Gott,

du hast uns das Gebot der Liebe

zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen

als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.

Gib uns die Kraft,

dieses Gebot treu zu befolgen,

damit wir das ewige Leben erlangen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung Der Prophet Amos (8. Jh. v. Chr.) hat gegen die religiösen und sozialen Missstände in seinem Land angekämpft. In den Scheltreden, die er seinen Gerichtsdrohungen vorausschickt, entrollt sich uns das Bild einer reichen Oberschicht, die in ihrem Wohlstand gedankenlos und selbstsicher dahinlebt. Es geht dabei nicht nur um die Verletzung bestimmter Gebote, sondern um eine Gesamthaltung, die direkt dem widerspricht, was Jahwe, der Gott Israels, von seinem Volk erwartet.

 

 

ERSTE Lesung

Am 8, 4-7

Hört dieses Wort, die ihr sagt: „Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen“

Lesung aus dem Buch Amos

4Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt.

5Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen.

6Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.

7Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen: Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen.

 

 

Antwortpsalm

Ps 113 (112), 1-2.4-5.6-7.8-9 (R: vgl. 1a u. 7b)

          R Lobet der Herrn,

(GL 728, 1)

          der den Armen erhöht. - R
          (Oder: Halleluja.)
1        Lobet, ihr Knechte des Herrn,

II. Ton

          lobt den Namen des Herrn!

2        Der Name des Herrn sei gepriesen

          von nun an bis in Ewigkeit. - (R)

4        Der Herr ist erhaben über alle Völker,

          seine Herrlichkeit überragt die Himmel.

5        Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott,

          im Himmel und auf Erden? - (R)

6        Wer gleicht ihm, der in der Höhe thront,

          der hinabschaut in die Tiefe,

7        der den Schwachen aus dem Staub emporhebt

          und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt? - (R)

8        Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen,

          bei den Edlen seines Volkes.

9        Die Frau, die kinderlos war, lässt er im Hause wohnen;

          sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern. - R

 

 

Zur 2. Lesung In Kap. 2-3 des 1. Briefes an Timotheus stehen Hinweise zur Ordnung in der Gemeinde, an erster Stelle zum Gottesdienst. Für das Gebet stehen vier Wörter: Bitten, Gebete, Fürbitten, Danksagung. Durch die Häufung der Ausdrücke wird die Dringlichkeit des Gebets und auch seine umfassende Weite betont. Alles Gebet richtet sich an den einen Gott durch Jesus Christus, den Mittler zwischen Gott und den Menschen. Die Hände, die sich (nach alter Sitte) zum Gebet erheben, sind „rein“, wenn sie zur Tat der Liebe bereit sind - wie die ausgestreckten Hände des Gekreuzigten.

 

 

Zweite Lesung

1 Tim 2, 1-8

Ich fordere auf zu Bitten und Gebeten für alle Menschen, denn Gott will, dass alle gerettet werden

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an Timotheus

1Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen,

2für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.

3Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter;

4er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

5Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus,

6der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit,

7als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde - ich sage die Wahrheit und lüge nicht -, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit.

8Ich will, dass die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei von Zorn und Streit.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. 2 Kor 8, 9

Halleluja. Halleluja.

Jesus Christus, der reich war,

wurde aus Liebe arm.

Und durch seine Armut hat er uns reich gemacht.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Im Gleichnis vom ungerechten Verwalter lobt Jesus nicht die Gaunereien des Verwalters, sondern seine Klugheit: weil er wenigstens am Schluss die kritische Situation begriffen und entsprechend gehandelt hat. Klug ist (in diesem Zusammenhang), wer an den Tag der Rechenschaft denkt. Der Reichtum, auf den die Menschen sich verlassen, auch Mammon genannt, ist unzuverlässig und außerdem ungerecht: Niemand hat ein Recht auf Überfluss, so lange es die Armut gibt.

 

 

Evangelium

Lk 16, 1-13

Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit

1 sagte Jesus zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen.

2Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.

3Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich.

4Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.

5Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?

6Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib „fünfzig“.

7Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib „achtzig“.

8Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.

9Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht.

10Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen unrecht tut, der tut es auch bei den großen.

11Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?

12Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben?

13Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

 

Oder:

Kurzfassung

Lk 16, 10-13

Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

10Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen unrecht tut, der tut es auch bei den großen.

11Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?

12Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben?

13Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

 

Glaubensbekenntnis

Fürbitten: Im Jahreskreis

 

 

Zur Eucharistiefeier Wir feiern die heilige Eucharistie gemeinsam, wir essen alle von dem einen Brot und werden so zu dem einen Leib Christi. Wissen wir, dass wir es sind, und was wir einander schulden?

 

 

Gabengebet

Herr, unser Gott,

nimm die Gaben deines Volkes an

und gib, dass wir im Geheimnis

der heiligen Eucharistie empfangen,

was wir im Glauben erkennen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis

 

 

Kommunionvers

Ps 119 (118), 4-5

Herr, du hast deine Befehle gegeben, damit man sie genau beachtet.

Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet,

deinen Gesetzen zu folgen.

 

Oder:

Joh 10, 14

So spricht der Herr:

Ich bin der Gute Hirt, ich kenne die Meinen,

und die Meinen kennen mich.

 

 

SCHLUSSGEBET

Allmächtiger Gott,

du erneuerst uns durch deine Sakramente.

Gewähre uns deine Hilfe

und mache das Werk der Erlösung,

das wir gefeiert haben,

auch in unserem Leben wirksam.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE

Das Gute nicht tun heißt dem Bösen Raum geben, in sich selbst und in der Welt. In den Leerraum, der entsteht, wenn wir ein Werk nicht tun, das die Brüderlichkeit erfordert und das Gott getan haben will, stürzen sich alsbald die Mächte des Bösen. Denn es gibt keine neutrale Zone, es gibt nur Licht oder Finsternis. (H Spaemann)

 

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
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Liedvorschläge

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Amt für Kirchenmusik Augsburg


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