33. Sonntag im Jahreskreis

 

Wir wissen nicht, wann der Tag des Herrn, der Tag des Endes und der Vollendung kommen wird. Aber er kommt, und für den Einzelnen kommt er bald. Bis dahin ist Zeit der Arbeit, des treuen Dienstes. Treu sein heißt aber nicht, konservieren, was man hat. Es heißt: mit den Gaben, die wir empfangen haben, arbeiten; an dieser Arbeit wachsen und reifen; uns bereitmachen, alles daranzugeben, um alles zu gewinnen.

 

 

Eröffnungsvers

Vgl. Jer 29, 11.12.14

So spricht der Herr:

Ich sinne Gedanken des Friedens und nicht des Unheils.

Wenn ihr mich anruft, so werde ich euch erhören

und euch aus der Gefangenschaft von allen Orten zusammenführen.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Gott, du Urheber alles Guten,

du bist unser Herr.

Lass uns begreifen, dass wir frei werden,

wenn wir uns deinem Willen unterwerfen,

und dass wir die vollkommene Freude finden,

wenn wir in deinem Dienst treu bleiben.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung   Am Schluss des Buches der Sprichwörter steht das Lob der Frau. Die gute, tüchtige Frau wird geradezu als menschliche Verwirklichung der Frau Weisheit dargestellt, von der in früheren Kapiteln die Rede war. Eine solche Frau ist liebende Gattin, sorgende Hausfrau, ein wirklicher Schatz, das Glück ihres Hauses. Sie besitzt die wahre Weisheit; das ehrfürchtige Wissen um Gottes Größe und Nähe bestimmt ihr ganzes Leben. Ihr Glück besteht im Helfen und Schenken; darin ist sie Gott selbst ähnlich.


ERSTE Lesung

Spr 31, 10-13.19-20.30-31

Sie schafft mit emsigen Händen

Lesung aus dem Buch der Sprichwörter

10Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert.

11Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie, und es fehlt ihm nicht an Gewinn.

12Sie tut ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens.

13Sie sorgt für Wolle und Flachs und schafft mit emsigen Händen.

19Nach dem Spinnrocken greift ihre Hand, ihre Finger fassen die Spindel.

20Sie öffnet ihre Hand für den Bedürftigen und reicht ihre Hände den Armen.

30Trügerisch ist Anmut, vergänglich die Schönheit; nur eine gottesfürchtige Frau verdient Lob.

31Preist sie für den Ertrag ihrer Hände, ihre Werke soll man am Stadttor loben.

 

 

Antwortpsalm

Ps 128 (127), 1-2.3.4-5 (R: vgl. 1a)

          R Selig die Menschen, die Gottes Wege gehen! - R

(GL neu 43,1)

1        Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt

V. Ton

          und der auf seinen Wegen geht!

2        Was deine Hände erwarben, kannst du genießen;

          wohl dir, es wird dir gut ergehn. - (R)

3        Wie ein fruchtbarer Weinstock ist deine Frau

          drinnen in deinem Haus.

          Wie junge Ölbäume sind deine Kindern

          rings um deinen Tisch. - (R)

4        So wird der Mann gesegnet,

          der den Herrn fürchtet und ehrt.

5        Es segne dich der Herr vom Zion her.

          Du sollst dein Leben lang das Glück Jerusalems schauen. - R

 

 

Zur 2. Lesung Der Christ hat Zukunft und Hoffnung. Das bestimmende Ereignis der Zukunft, das bereits in die Gegenwart hereinragt, ist der Tag des Herrn (1 Thess 5,2). In der gegenwärtigen Welt gibt es Licht und Finsternis; der Tag des Herrn wird es offenbar machen, wer zum Licht gehört. Die Getauften gehören nicht mehr der Nacht, sondern dem Tag, der Christus ist. Auch ihnen muss gesagt werden: Seid wach und nüchtern! Glaube, Liebe und Hoffnung sind notwendig, wenn die Welt (samt den Christen) nicht in Trunkenheit und falscher Sicherheit untergehen soll.

 

 

ZWEITE Lesung

1 Thess 5, 1-6

Der Tag des Herrn soll euch nicht wie ein Dieb überraschen

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher

1Über Zeit und Stunde, Brüder, brauche ich euch nicht zu schreiben.

2Ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht.

3Während die Menschen sagen: Friede und Sicherheit!, kommt plötzlich Verderben über sie wie die Wehen über eine schwangere Frau, und es gibt kein Entrinnen.

4Ihr aber, Brüder, lebt nicht im Finstern, so dass euch der Tag nicht wie ein Dieb überraschen kann.

5Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis.

6Darum wollen wir nicht schlafen wie die anderen, sondern wach und nüchtern sein.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Joh 15, 4a.5b

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.

Wer in mir bleibt, der bringt reiche Frucht.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Jeder Mensch hat Gaben und Fähigkeiten, mit denen er arbeiten kann und für die er verantwortlich ist. Wichtig ist am Ende nicht, wie viel er bekommen, sondern was er damit getan hat, ob er ein treuer Verwalter war. Ein kluger Verwalter weiß, dass seine Zeit begrenzt ist. Im Gleichnis Jesu ist die Zeit scheinbar lang, niemand weiß den Tag und die Stunde, wann der Herr kommen wird. Aber diese ganze Zeit läuft auf die große Stunde zu, und von ihr wird sie gerichtet.

 

 

Evangelium

Mt 25, 14-30

Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen; nimm teil an der Freude deines Herrn!

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:

14Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an.

15Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab.

16Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu.

17Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu.

18Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld des Herrn.

19Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen.

20Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen.

21Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

22Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen.

23Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

24Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;

25weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.

26Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe.

27Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten.

28Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat!

29Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

30Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

Oder:

KURZFASSUNG

Mt 25, 14-15.19-21

Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen; nimm teil an der Freude deines Herrn!

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:

14Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an.

15Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab.

19Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen.

20Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen.

21Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

Glaubensbekenntnis

Fürbitten: Im Jahreskreis

 

 

Zur Eucharistiefeier Christus hat uns viel anvertraut: sein Wort, seine Wahrheit, das lebendige Brot. Und die Gaben des Geistes. Die kostbare Zeit unseres Lebens aber ist uns gegeben, damit wir lernen, an seine Liebe zu glauben und ihm zu danken.

 

 

Gabengebet

Herr, unser Gott,

die Gabe, die wir darbringen,

schenke uns die Kraft, dir treu zu dienen,

und führe uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis

 

 

Kommunionvers

Ps73 (72), 28

Gott nahe zu sein ist mein Glück.

Ich setze mein Vertrauen auf Gott, den Herrn.

 

Oder:

Mk 11, 23-24

So spricht der Herr:

Amen, ich sage euch: Betet und bittet, um was ihr wollt,

glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt,

dann wird es euch zuteil.

 

 

Schlussgebet

Barmherziger Gott,

wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt

und sein Gedächtnis begangen.

Die heilige Gabe,

die wir in dieser Feier empfangen haben,

helfe uns,

dass wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern

Christus nachfolgen,

der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

Für den Tag und die Woche

Übung und Wagnis

Dieses Leben ist nicht ein Wesen, sondern ein Werden,

nicht eine Ruhe, sondern eine Übung: (M. Luther)

Wir werden durch die Ereignisse der Zeit

von Erprobung zu Erprobung, von Erfahrung zu Erfahrung,

von Experiment zu Experiment getrieben:

Nos autem experimentis volvimur. (Augustinus)

 

 

Perikopen

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