Freitag der 4. Osterwoche

 

Eröffnungsvers

Offb 5, 9-10

Herr, du hast uns durch dein Blut erkauft

aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Völkern und Nationen,

und du hast uns für unseren Gott zu Königen und Priestern gemacht.

Halleluja.

 

 

Tagesgebet

Allmächtiger Gott,

dir verdanken wir unsere Freiheit und unser Heil,

denn du hast uns

durch das kostbare Blut deines Sohnes erlöst.

Lass uns aus deiner Kraft leben

und unter deinem beständigen Schutz geborgen sein.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur Lesung   Die Missionspredigt der apostolischen Zeit, wie sie in der Apostelgeschichte überliefert wird, folgt einem gleich bleibenden Grundschema, erhält aber durch die jeweilige Situation und die Person des Redenden ihre besonderen Akzente (vgl. Pfingstpredigt des Petrus: 2,14-36, und die Rede des Stephanus: 7,2-53). Paulus geht in seiner Rede von dem aus, was er mit seinen Zuhörern gemeinsam hat; er gibt einen kurzen Abriss der Heilsgeschichte, von der Erwählung Abrahams und der Herausführung aus Ägypten bis auf Johannes den Täufer und Jesus, den verheißenen Retter (V. 16-25). Dann wendet er sich werbend und bittend an seine „Brüder“ (V. 26), die Söhne Abrahams. Ihnen gilt hier und heute „das Wort des Heils“ (vgl. 11,14): die Botschaft von Jesus, dem Christus, den Gott aus dem Grab auferweckt hat. In V. 27 deutet Paulus das Geheimnis an, das über der Geschichte Israels liegt: die Einwohner Jerusalems und ihre Führer haben Jesus verurteilt, sie haben aber damit die Worte der Propheten erfüllt. - Apg 5,20; 2,23; 3,17-18; Lk 18,31; 1 Kor 1,18-31; 15,3.

 

 

ERSTE Lesung

Apg 13, 26-33

Gott hat die Verheißung erfüllt, indem er Jesus auferweckt hat

Lesung aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen, als Paulus nach Antiochia in Pisidien gekommen war, sagte er in der Synagoge:

26Brüder, ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen! Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt.

27Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Führer haben Jesus nicht erkannt, aber sie haben die Worte der Propheten, die an jedem Sabbat vorgelesen werden, erfüllt und haben ihn verurteilt.

28Obwohl sie nichts fanden, wofür er den Tod verdient hätte, forderten sie von Pilatus seine Hinrichtung.

29Als sie alles vollbracht hatten, was in der Schrift über ihn gesagt ist, nahmen sie ihn vom Kreuzesholz und legten ihn ins Grab.

30Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt,

31und er ist viele Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm zusammen von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren und die jetzt vor dem Volk seine Zeugen sind.

32So verkünden wir euch das Evangelium: Gott hat die Verheißung, die an die Väter ergangen ist,

33an uns, ihren Kindern, erfüllt, indem er Jesus auferweckt hat, wie es schon im zweiten Psalm heißt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.

 

 

Antwortpsalm

Ps 2, 6-7.8-9.10-11 (R: 7bc)

          R Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt. - R

GL neu 32,1

             Oder:

          R Halleluja. - R

6        „Ich selber habe meinen König eingesetzt

I. Ton

          auf Zion, meinem heiligen Berg.“

7        Den Beschluss des Herrn will ich kundtun.

          Er sprach zu mir: „Mein Sohn bist du

          Heute habe ich dich gezeugt. - (R)                                  -

8        Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe,

          die Enden der Erde zum Eigentum.

9        Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule,

          wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.“ - (R)

10      Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht,

          lasst euch warnen, ihr Gebieter der Erde!

11      Dient dem Herrn in Furcht,

          und küsst ihm mit Beben die Füße. - R

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Joh 14, 6

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium   Die Jünger haben Mühe, zu begreifen, was Jesus mit seinem Weggehen meint: „Wir wissen nicht, wohin du gehst“ (V. 5). Sie haben Angst. Gegen die Angst gibt es nur ein Mittel: „Glaubt an Gott, und glaubt an mich!“ (V. 1). Der Glaube, den Jesus fordert, ist Vertrauen und Hoffnung. Die Trennung ist keine endgültige; im Haus des Vaters, d. h. im Reich Gottes, ist Platz für alle. Thomas möchte eine direkte, unverhüllte Auskunft über das Ziel und den Weg Jesu, der ja auch der Weg des Jüngers sein wird. Jesus nennt das Ziel nur nebenbei: „zum Vater“, zur bleibenden Gemeinschaft mit Gott. Dorthin gibt es einen einzigen Weg: Ich bin der Weg. Jesus ist der Weg, weil er die Wahrheit sucht, der Weg ist nicht vom Ziel getrennt; wer ihn geht, wer die Wahrheit sucht, der hat, weil er Jesus hat, auch das Leben, jetzt schon. - Joh 10,28-30; 12,26; 8,31-32.40; 5,21; 11,25-26; Hebr 10,19-22; Joh 8,19; 12,45; 2 Kor 4,4.

 

 

Evangelium

Joh 14, 1-6

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

1Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!

2Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?

3Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

4Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.

5Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?

6Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

 

 

Fürbitten

Wir bitten Jesus Christus, unseren Herrn, der uns den Weg in das Haus des Vaters zeigt:

Befreie die Herzen der Gläubigen von Angst und Sorge.

A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

Lass die Menschen dich suchen und bei dir Ruhe finden.

Neige dich allen zu, die deine Hilfe brauchen.

Gib, dass wir in deinem beständigen Schutz geborgen sind.

Denn du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Auf dich setzen wir unsere Hoffnung. Dir sei Dank und Ehre in Ewigkeit.

A.: Amen.

 

 

Gabengebet

Gütiger Gott,

nimm unsere Gaben an

und gewähre uns deinen Schutz,

damit wir die Taufgnade,

die wir empfangen haben, nicht verlieren

und zur ewigen Freude gelangen,

die du für uns bereitet hast.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Präfationen für die Osterzeit

 

 

Kommunionvers

Röm 4, 25

Wegen unserer Verfehlungen wurde Christus hingegeben,

wegen unserer Rechtfertigung wurde er auferweckt. Halleluja.

 

 

Schlussgebet

Gütiger Gott,

bewahre dem Volk der Erlösten

deine Liebe und Treue.

Das Leiden deines Sohnes hat uns gerettet,

seine Auferstehung erhalte uns in der Freude.

Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

 

 

„Das Haus des Vaters  ist der Vater selbst. In diesem Haus ist zunächst nur der Sohn daheim, der von Natur und daher ewig beim Vater ist. Er ist dort daheim, sonst niemand. Allen andern muss der Ort bereitet werden. Er kann nur bereitet werden durch den Sohn ..., der einer aus uns geworden ist und als einer aus uns nun ‚hingeht‘. Er ist der erste Mensch, der so bei Gott sein kann, und er macht diesen Ort, diese Wohnung, dieses Haus prinzipiell allen Menschen zugänglich. Wer sich zu ihm hält, wer an ihn glaubt, für den ist der Weg offen. Sein Gehen ist also weniger ein Fortgehen als ein Vorausgehen. Er hört ja nicht auf, einer von uns zu sein. Er konnte es nur auf Erden werden, aber er bleibt es nun auch für immer im Himmel. Und so sehr ist er einer aus uns geworden, dass er nun auch ganz und gar für uns ist, alles, was er ist. Ist er beim Vater, in der Herrlichkeit des Vaters, so ist er es eben auch für uns: er zieht uns nach“ (Eugen Walter).

 

 

Perikopen

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