24. Juni

Geburt des hl. Johannes des Täufers

Hochfest

 

Johannes der Täufer ist außer Maria der einzige Heilige, dessen leibliche Geburt in der Liturgie gefeiert wird, und zwar seit dem 5. Jahrhundert am 24. Juni, sechs Monate vor der Geburt Jesu. Aus dem Bericht des Lukasevangeliums (Lk 1) wird entnommen, dass Johannes schon vor seiner Geburt geheiligt wurde, damals, als Maria zu Elisabet kam. Die ungewöhnlichen Ereignisse bei seiner Geburt weisen auf die Bedeutung des Johannes in der Heilsgeschichte hin. Er steht an der Schwelle vom Alten zum Neuen Bund; er war dazu berufen, durch seine Predigt von der Gottesherrschaft und seinen Ruf zur Umkehr das Volk auf das Kommen Jesu vorzubereiten. Jesus selbst empfing von ihm die Bußtaufe. Die ersten Jünger Jesu kamen aus dem Kreis der Johannesjünger. Johannes selbst verstand sich als den Rufer in der Wüste, den Vorläufer des Größeren, der nach ihm kommen sollte. Jesus aber nennt ihn den Größten unter allen Menschen, gleichsam den wieder gekommenen Elija (Mt 11,8.11.14).

 

Am Vorabend

Aus pastoralen Gründen ist es erlaubt, die Texte der Messe „Am Tag“ zu nehmen.

Eröffnungsvers

Lk 1, 15.14

Johannes wird groß sein vor Gott,

und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein;

viele werden sich über seine Geburt freuen.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Allmächtiger Gott,

führe deine Kirche auf dem Weg des Heiles

und gib uns die Gnade,

den Weisungen Johannes‘ des Täufers zu folgen,

damit wir zu dem gelangen,

den er vorausverkündet hat,

zu unserem Herrn Jesus Christus, deinem Sohn,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

Zur 1. Lesung  Die Berufung Jeremias zum Propheten erfolgte im dreizehnten Jahr des Königs Joschija, also um das Jahr 626 v. Chr. Wie bei keinem anderen Propheten ist bei Jeremia das persönliche Leben aufs engste mit der prophetischen Verkündigung verbunden. Das zeigt sich schon im Bericht über seine Berufung. Jesaja hatte gerufen: Sende mich! (Jes 6,8). Jeremia hatte Bedenken und Einwände, ähnlich wie Mose sie gehabt hatte. Jeremia war jung und schüchtern, und im Verlauf der nächsten vierzig Jahre wurde ihm das Prophetenamt nicht leichter, sondern immer noch schwerer. Aber Jahwe nimmt die Sendung nicht zurück; sie ist beschlossen, noch ehe Jeremia geboren wurde. Ich sende dich - du wirst gehen - du wirst verkünden: das sind Befehle. Zum Befehl kommt die Zusage: „Ich bin mit dir, um dich zu retten.“ Mit diesem Wort als einziger Ausrüstung betritt der Prophet seinen Weg. - Jer 49,1.5; Gal 1,15; Ex 3,11-12; Dtn 18,18; Ez 2,6; 2 Sam 23,2; Jes 59,21; Jer 18,7-10; 31,28.

 

 

ERSTE Lesung

Jer 1, 4-10

Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen

Lesung aus dem Buch Jeremia

In den Tagen Joschijas, des Königs von Juda,

4erging das Wort des Herrn an mich:

5Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.

6Da sagte ich: Ach, mein Gott und Herr, ich kann doch nicht reden, ich bin ja noch so jung.

7Aber der Herr erwiderte mir: Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden.

8Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir um dich zu retten - Spruch des Herrn.

9Dann streckte der Herr seine Hand aus, berührte meinen Mund und sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund.

10Sieh her! Am heutigen Tag setze ich dich über Völker und Reiche; du sollst ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen, aufbauen und einpflanzen.

 

 

Antwortpsalm

Ps 71 (70), 5-6.7-8.15 u. 17 (R: vgl. 6ab)

          R Vom Mutterleib an bist du mein Beschützer, o Gott;

(GL neu 431)

          dir gilt mein Lobpreis allezeit. - R

5        Herr, mein Gott, du bist meine Zuversicht,

IV. Ton

          meine Hoffnung von Jugend auf.

6        Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich,

          vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer;

          dir gilt mein Lobpreis allezeit. - (R)

7        Für viele bin ich wie ein Gezeichneter

          du aber bist meine starke Zuflucht.

8        Mein Mund ist erfüllt von deinem Lob,

          von deinem Ruhm den ganzen Tag. - (R)

15      Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden

          und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag;

          denn ich kann sie nicht zählen.

17      Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf,

          und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten. - R

 

 

Zur 2. Lesung Die Situation des Christen umfasst seltsame Gegensätze: Wir haben den geschichtlichen Jesus nicht gesehen, und dennoch lieben wir ihn; wir sehen den verherrlichten Christus jetzt noch nicht, und doch glauben wir an ihn; wir leben in Not und Gefahr, aber unser Leben ist voll von „unsagbarer Freude“ (1 Petr 1,8). Der Glaube, aus dem diese Freude kommt, ist mehr als ein Vorgang in unserem Denken; Ziel dieses Glaubens ist nicht eine philosophische Wahrheit, sondern das „Heil“: die Rettung des ganzen Menschen, die volle Gemeinschaft mit Christus. Er ist Anfang und Mitte der Geschichte, er ist auch ihr Ziel. - Von den Propheten des Alten Bundes hat als letzter Johannes der Täufer auf Christus hingewiesen. Johannes brauchte nicht mehr, wie etwa Daniel (Dan 9,4), darüber zu grübeln, zu welchem Zeitpunkt der Messias kommen würde; er konnte mit dem Finger auf den Gekommenen zeigen. Die ganze Größe Christi und seiner Erlösungstat konnte freilich auch Johannes nur undeutlich erkennen. Da sind wir, die wir in der Zeit „nach Christus“ leben, die Glücklicheren (vgl. Mt 11,11). - Zu 1,8-9: Joh 20,29; 2 Kor 4,8-10. - Zu 1,10-12: Ps 22; Jes 53; Eph 3,10.

 

 

ZWEITE Lesung

1 Petr 1, 8-12

Nach diesem Heil haben die Propheten gesucht und geforscht

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus

Brüder!

8Ihr habt Jesus Christus nicht gesehen, und dennoch liebt ihr ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt in unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude,

9da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet: euer Heil.

10Nach diesem Heil haben die Propheten gesucht und geforscht, und sie haben über die Gnade geweissagt, die für euch bestimmt ist.

11Sie haben nachgeforscht, auf welche Zeit und welche Umstände der in ihnen wirkende Geist Christi hindeute, der die Leiden Christi und die darauf folgende Herrlichkeit im Voraus bezeugte.

12Den Propheten wurde offenbart, dass sie damit nicht sich selbst, sondern euch dienten; und jetzt ist euch dies alles von denen verkündet worden, die euch in der Kraft des vom Himmel gesandten Heiligen Geistes das Evangelium gebracht haben. Das alles zu sehen ist sogar das Verlangen der Engel.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers : vgl. Joh 1, 7; Lk 1, 17

Halleluja. Halleluja.

Er kam als Zeuge,

um Zeugnis abzulegen für das Licht

und das Volk für den Herrn zu bereiten.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Der Evangelist Lukas berichtet, wie die anderen Evangelisten, über das Auftreten Johannes‘ des Täufers (Lk 3); er erzählt aber auch, als einziger Evangelist, die Kindheitsgeschichte des Johannes, und zwar als einen Teil der Kindheitsgeschichte Jesu. Zwischen dem Vorläufer und Wegbereiter Johannes und dem Größeren, der nach ihm kommt, besteht - das will Lukas verdeutlichen - keine Rivalität, sondern von Anfang an eine enge Verbundenheit, ja sogar Blutsverwandtschaft. In der Darstellungsweise schließt sich Lukas an alttestamentliche Modelle an; auch im Alten Testament wird von der Ankündigung außerordentlicher Geburten berichtet. Im Licht von Mal 3,23-24 erscheint Johannes als der Bote und Prophet, der dem kommenden Herrn die Wege bereitet. Sein Name „Johannes“ bedeutet „Gott ist gnädig“. - 1 Chr 24,19; 1 Sam 1; Num 6,2-3; Lk 7,33; Mt 17,13.

 

 

Evangelium

Lk 1, 5-17

Sie wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

5Zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester namens Zacharias, der zur Priesterklasse Abija gehörte. Seine Frau stammte aus dem Geschlecht Aarons; sie hieß Elisabet.

6Beide lebten so, wie es in den Augen Gottes recht ist, und hielten sich in allem streng an die Gebote und Vorschriften des Herrn.

7Sie hatten keine Kinder, denn Elisabet war unfruchtbar, und beide waren schon in vorgerücktem Alter.

8Eines Tages, als seine Priesterklasse wieder an der Reihe war und er beim Gottesdienst mitzuwirken hatte,

9wurde, wie nach der Priesterordnung üblich, das Los geworfen, und Zacharias fiel die Aufgabe zu, im Tempel des Herrn das Rauchopfer darzubringen.

10Während er nun zur festgelegten Zeit das Opfer darbrachte, stand das ganze Volk draußen und betete.

11Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars.

12Als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es befiel ihn Furcht.

13Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben.

14Große Freude wird dich erfüllen, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen.

15Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken, und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein.

16Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren.

17Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen.

 

Glaubensbekenntnis

Fürbitten, siehe Messtexte Am Tag

 

 

Gabengebet

Herr und Gott,

zum Fest des heiligen Johannes

bringen wir unsere Gaben dar.

Hilf uns, im täglichen Leben zu verwirklichen,

was wir am Altar in heiligen Zeichen begehen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Präfation

Johannes als Vorläufer Christi

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und am Fest des heiligen Johannes das Werk deiner Gnade zu rühmen. Du hast ihn geehrt vor allen, die je eine Frau geboren hat, schon im Mutterschoß erfuhr er das kommende Heil, seine Geburt erfüllte viele mit Freude. Als Einziger der Propheten schaute er den Erlöser und zeigte hin auf das Lamm, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Im Jordan taufte er Christus, der seiner Kirche die Taufe geschenkt hat, so wurde das Wasser zum heiligen Quell des ewigen Lebens. Bis an sein Ende gab Johannes Zeugnis für das Licht und besiegelte mit dem Blut seine Treue. Darum preisen wir dich mit allen Engeln und Heiligen und singen vereint mit ihnen das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig ...

 

 

Kommunionvers

Lk 1, 68

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!

Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen.

 

 

Schlussgebet

Herr, unser Gott,

du hast uns gestärkt mit dem Brot des Lebens.

Die mächtige Fürsprache des heiligen Johannes

begleite unser ganzes Leben.

Sie erwirke uns einst

das Erbarmen des Weltenrichters,

den er als das Opferlamm für unsere Sünden

vorausverkündet hat,

unseres Herrn Jesus Christus,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

Am Tag

Eröffnungsvers

Joh 1, 6-7; Lk 1, 17

Ein Mensch trat auf, der von Gott gesandt war;

sein Name war Johannes.

Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht

und das Volk für den Herrn bereitzumachen.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Gott,

du hast den heiligen Johannes den Täufer berufen,

das Volk des Alten Bundes

Christus, seinem Erlöser, entgegenzuführen.

Schenke deiner Kirche die Freude im Heiligen Geist

und führe alle, die an dich glauben,

auf dem Weg des Heiles und des Friedens.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung In der Lesung aus Jes 49 spricht der „Knecht Gottes“, eine prophetische Gestalt, von der im zweiten Teil des Buches Jesaja wiederholt die Rede ist. Wer damit gemeint war, ist schwer zu sagen. Der Anfang der heutigen Lesung erinnert an den Propheten Jeremia (Jer 1,5; vgl. gestrige Lesung). Wie ein scharfes Schwert (Jes 49,2) sind die Worte, die er im Auftrag Gottes zu sprechen hat. Seine Aufgabe ist hart, der Erfolg der gering (49,4). Er erleidet die Entmutigung, die keinem Propheten und keinem Seelsorger erspart bleibt. Nicht vom Erfolg kann er leben, sondern allein vom Wort seines Gottes, vom Glauben an seine Berufung. Der Auftrag, der in 49,6 erneuert wird, reicht über die Grenzen des eigenen Volkes hinaus; allen Völkern soll der „Knecht“ die Wahrheit bringen und das Heil, das von Gott kommt (vgl. 49,7-9a). - Es liegt nahe, diesen Text wenigstens teilweise auf Johannes den Täufer zu beziehen. der nach Lk 1 schon vor seiner Geburt berufen und geheiligt wurde. Auch Jesus selbst hat in den prophetischen Worten über den Knecht seinen eigenen Weg vorgezeichnet gesehen. - Gal 1,15; Hebr 4,12; Offb 1,16; Lk 1,76-77; Jes 53,10-12; Joh 17,4.

 

 

ERSTE Lesung

Jes 49, 1-6

Ich mache dich zum Licht für die Völker

Lesung aus dem Buch Jesaja

1Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt.

2Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher.

3Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.

4Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott.

5Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt, und mein Gott war meine Stärke.

6Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

 

 

Antwortpsalm

Ps 139 (138), 1-3.13-14.15-16 (R: vgl. 14a)

          R Ich danke dir, Herr:

(GL neu 433, 1)

          du hast mich wunderbar gestaltet. - R

1        Herr, du hast mich erforscht, und du kennst mich.

VIII. Ton

2        Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir.

          Von fern erkennst du meine Gedanken.

3        Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt;

          du bist vertraut mit all meinen Wegen. - (R)

13      Du hast mein Inneres geschaffen,

          mich gewoben im Schoß meiner Mutter.

14      Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast.

          Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. - (R)

15      Als ich geformt wurde im Dunkeln,

          kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde,

          waren meine Glieder dir nicht verborgen.

16      Deine Augen sahen, wie ich entstand,

          in deinem Buch war schon alles verzeichnet. - R

 

 

Zur 2. Lesung In allen Städten, wohin Paulus auf seinen Missionsreisen kam, wandte er sich zuerst an die dortigen Juden. Er will dieses Volk, an dessen besondere Berufung er glaubt, zum Christus führen. Er besucht die Synagoge, wo das Gesetz des Mose und die Propheten gelesen werden, und versucht, den versammelten Juden und „Gottesfürchtigen“ den Sinn der Schrift zu erschließen. Er geht dabei von dem aus, was er mit seinen Zuhörern gemeinsam hat, und das ist nicht wenig. Er spricht von der Herausführung Israels aus Ägypten und der Erwählung des Königs David, dann von Johannes dem Täufer und von Jesus, dem verheißenen Retter aus dem Hause Davids. Johannes, der Freund (Joh 3,29) und Wegbereiter, hat seine Zuhörer nie darüber im Unklaren gelassen, dass Jesus der Größere war. - Ps 89,21; 1 Sam 13,14; Jes 44,28; Mal 3,1-2; Lk 3,16.

 

 

ZWEITE Lesung

Apg 13, 16.22-26

Vor dem Auftreten Jesu hat Johannes Umkehr und Taufe verkündigt

Lesung aus der Apostelgeschichte

16In der Synagoge von Antiochia in Pisidien stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört!

22Gott erhob David zum König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird.

23Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt.

24Vor dessen Auftreten hat Johannes dem ganzen Volk Israel Umkehr und Taufe verkündigt.

25Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin.

26Brüder, ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen! Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Lk 1, 76

Halleluja. Halleluja.

Du wirst Prophet des Höchsten heißen;

denn du wirst dem Herrn vorausgehen und ihm den Weg bereiten.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Die Erzählung von der Geburt und der Beschneidung des Vorläufers gipfelt in der Namengebung (vgl. Lk 1,13). „Gott ist gnädig" bedeutet dieser Name, oder genauer: „Gott hat sich als gnädig erwiesen“. Die Eltern und Verwandten des Johannes betrachten seine Geburt als Geschenk der Gnade Gottes. Sie wissen noch nicht, was Gott mit diesem Kind vorhat; aber sie spüren, dass etwas Großes in Gang gekommen ist. Staunende Freude erfüllt die Menschen, die in dem kleinen menschlichen Ereignis die Nähe Gottes erfahren. - Gen 17,12; Lk 2,21; Jes 32,3; Lk 2,40; Mt 3,1.

 

 

Evangelium

Lk 1, 57-66.80

Sein Name ist Johannes

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

57Für Elisabet kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt.

58Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr.

59Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.

60Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.

61Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.

62Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle.

63Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.

64Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott.

65Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.

66Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.

80Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag,

an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.

 

Glaubensbekenntnis

 

 

Fürbitten

Im fürbittenden Gebet rufen wir zu Jesus Christus, dessen Kommen der heilige Johannes der Täufer dem Volk Israel verkündete:

Für die ganze Kirche: mache sie bereit, den Weg der Buße zu gehen. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich. Herr, erbarme dich.

Für alle, die über andere Macht haben: lass sie Gottes Gebot achten. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

Für die verfolgten Christen: bewahre sie vor Zweifel und Mutlosigkeit. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

Für unsere Gemeinde: gib, dass wir freimütig unseren Glauben bekennen. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

Herr, unser Gott, auf die Fürsprache des heiligen Johannes des Täufers wecke in uns die Erwartung auf das Kommen deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.     A.: Amen.

 

 

Gabengebet

Herr, unser Gott,

in Freude legen wir unsere Gaben auf deinen Altar

am Geburtsfest des heiligen Vorläufers Johannes.

Er hat angekündigt, dass der Erlöser kommt,

und als er gekommen war, auf ihn gezeigt,

auf Jesus Christus, deinen Sohn,

der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

Präfation

Johannes als Vorläufer Christi

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und am Fest des heiligen Johannes das Werk deiner Gnade zu rühmen. Du hast ihn geehrt vor allen, die je eine Frau geboren hat, schon im Mutterschoß erfuhr er das kommende Heil, seine Geburt erfüllte viele mit Freude. Als Einziger der Propheten schaute er den Erlöser und zeigte hin auf das Lamm, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Im Jordan taufte er Christus, der seiner Kirche die Taufe geschenkt hat, so wurde das Wasser zum heiligen Quell des ewigen Lebens. Bis an sein Ende gab Johannes Zeugnis für das Licht und besiegelte mit dem Blut seine Treue. Darum preisen wir dich mit allen Engeln und Heiligen und singen vereint mit ihnen das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig ...

 

 

Kommunionvers

Lk 1, 78

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes

hat uns besucht das aufstrahlende Licht aus der Höhe.

 

 

Schlussgebet

Herr, unser Gott,

am Geburtstag Johannes‘ des Täufers

hast du deine Kirche zum Festmahl des Lammes geladen

und sie mit Freude erfüllt.

Gib, dass wir Christus,

den Johannes vorausverkündigt hat,

als den erkennen,

der uns das ewige Leben erworben hat,

der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

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