29. Juni

Hl. Petrus und hl. Paulus

Apostel

Hochfest

 

Nicht der Todestag der beiden Apostel wird heute gefeiert, sondern die vermutliche Übertragung ihrer Reliquien in die Katakombe an der Via Appia, nahe bei der heutigen Kirche San Sebastiano. Das heutige Fest wird zum ersten Mal im römischen Staatskalender von 354 erwähnt. Simon, Bruder des Andreas, stammte aus Betsaida in Galiläa, war verheiratet, von Beruf Fischer. Das war alles sehr normal und gewöhnlich, bis eines Tages Jesus von Nazaret diesen Fischer in seine Nachfolge und seinen Dienst berief. Er gab ihm den Namen Kephas = „Fels“ (woraus lat. Petrus wurde). In diesem Namen ist die künftige Sendung des Petrus ausgesprochen (vgl. Mt 16,13-20). Petrus wird in allen Apostelverzeichnissen als Erster genannt. Nach dem Weggang Jesu übernahm er die Führung der Gemeinde in Jerusalem. Er nahm auch den ersten Heiden in die Kirche auf (Apg 10,11). Sein Aufenthalt in Rom und sein Märtyrertod unter Kaiser Nero (zw. 64 und 67) können als historisch gesichert gelten.

Als Todesjahr des Paulus wird 67 genannt. Früher gab es am 30. Juni noch einen besonderen Gedenktag des Heiligen Paulus; er steht nicht mehr im neuen römischen Kalender (1970), dafür hat das Fest der Bekehrung des hl. Paulus (25. Januar) einen höheren Rang erhalten.

 

Am Vorabend

Aus pastoralen Gründen ist es erlaubt, die Texte der Messe „Am Tag“ zu nehmen.

Eröffnungsvers

Petrus, der Apostel,

und Paulus, der Lehrer der Völker,

sie haben uns dein Gesetz gelehrt, o Herr.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Herr, unser Gott,

durch die Apostel Petrus und Paulus

hast du in der Kirche den Grund des Glaubens gelegt.

Auf ihre Fürsprache hin

erhalte und vollende diesen Glauben,

der uns zum ewigen Heil führt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung Petrus und Johannes erscheinen in Apg 3 und 4 als die führenden Apostel. Als fromme Juden gehen sie zur Zeit des Abendopfers (15 Uhr) zum Tempel hinauf, um zu beten. Der Gelähmte, der an der so genannten Schönen Pforte saß, war auf dem Tempelplatz offenbar eine bekannte Gestalt. Den eigentlichen Tempelbezirk durften nach Lev 21,17-20 Blinde, Lahme und sonst wie körperlich Entstellte nicht betreten, so wenig wie die Heiden. Die Apostel haben kein Geld, aber sie besitzen die Kraft des Heiligen Geistes, um durch Wort und Tat zu bezeugen, dass Jesus lebt (Apg 1,8; 2,43; 5,12). Im Namen Jesu, des Nazoräers, heilen sie den Gelähmten. Das ist kein Zauber, keine Magie; es ist das Vertrauen auf Jesus, der Glaube an die machtvolle Gegenwart dessen, den Gott „zum Herrn und Messias gemacht hat“ (Apg 2,36). Nur wer daran glaubt, kann „im Namen Jesu“ auftreten, reden und beten (vgl. Apg 4,7-12). - Jes 35,4.6; Lk 7,21-22; Apg 4,8-10.

 

 

ERSTE Lesung

Apg 3, 1-10

Was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu, geh umher!

Lesung aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen

1gingen Petrus und Johannes um die neunte Stunde zum Gebet in den Tempel hinauf.

2Da wurde ein Mann herbeigetragen, der von Geburt an gelähmt war. Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels, das man die Schöne Pforte nennt; dort sollte er bei denen, die in den Tempel gingen, um Almosen betteln.

3Als er nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah, bat er sie um ein Almosen.

4Petrus und Johannes blickten ihn an, und Petrus sagte: Sieh uns an!

5Da wandte er sich ihnen zu und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen.

6Petrus aber sagte: Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher!

7Und er fasste ihn an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke;

8er sprang auf, konnte stehen und ging umher. Dann ging er mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott.

9Alle Leute sahen ihn umhergehen und Gott loben.

10Sie erkannten ihn als den, der gewöhnlich an der Schönen Pforte des Tempels saß und bettelte. Und sie waren voll Verwunderung und Staunen über das, was mit ihm geschehen war.

 

 

Antwortpsalm

Ps 19 (18), 2-3.4-5b (R: 5a)

          R Ihre Botschaft geht hinaus in die ganze Welt. - R

(GL 529, 6)

2        Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes,

II. Ton

          vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.

3        Ein Tag sagt es dem andern,

          eine Nacht tut es der andern kund. - (R)

4        Ohne Worte und ohne Reden,

          unhörbar bleibt ihre Stimme.

5ab    Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus,

          ihre Kunde bis zu den Enden der Erde. - R

 

 

Zur 2. Lesung Den Gemeinden von Galatien hat Paulus selbst das Evangelium gebracht. Nach ihm sind andere Missionare gekommen und haben die apostolische Autorität des Paulus in Frage gestellt. Paulus aber ist überzeugt, dass seine Sendung und Lehre ihren Ursprung in Jesus Christus hat, letzten Endes in der ewigen Absicht Gottes selbst. Aber wie kann er das seinen Gegnern beweisen? Er weist sie auf seine Vergangenheit hin: er war ein fanatischer Verfechter der jüdischen Religion und ein Verfolger der Christen gewesen. Ihn konnte nur Gott selbst bekehren (vgl. Apg 22,3-16), der ihn von Ewigkeit her zum Apostel der Heiden bestimmt hatte (vgl. Jer 1,5; Jes 49,1). Auf dem Weg nach Damaskus hat Christus ihn angerufen und ihn mit seinem Licht zugleich geblendet und erleuchtet.

 

 

ZWEITE Lesung

Gal 1, 11-20

Gott hat mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen

Lesung aus dem Brief an die Galater

11Ich erkläre euch, Brüder: Das Evangelium, das ich verkündigt habe, stammt nicht von Menschen;

12ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen oder gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangen.

13Ihr habt doch gehört, wie ich früher als gesetzestreuer Jude gelebt habe, und wisst, wie maßlos ich die Kirche Gottes verfolgte und zu vernichten suchte.

14In der Treue zum jüdischen Gesetz übertraf ich die meisten Altersgenossen in meinem Volk, und mit dem größten Eifer setzte ich mich für die Überlieferungen meiner Väter ein.

15Als aber Gott, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen hat, mir in seiner Güte

16seinen Sohn offenbarte, damit ich ihn unter den Heiden verkündige, da zog ich keinen Menschen zu Rate;

17ich ging auch nicht sogleich nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte dann wieder nach Damaskus zurück.

18Drei Jahre später ging ich nach Jerusalem hinauf, um Kephas kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm.

19Von den anderen Aposteln habe ich keinen gesehen, nur Jakobus, den Bruder des Herrn.

20Was ich euch hier schreibe - Gott weiß, dass ich nicht lüge.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Joh 21, 17

Halleluja. Halleluja.

Herr, du weißt alles;

du weißt, dass ich dich liebe.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Die dritte Erscheinung des Auferstandenen vor den Jüngern gilt vor allem dem Petrus, der als Führer der Jüngergruppe auftritt. Jesus bestätigt ihn in seiner Vorrangstellung, weist ihn aber auf die Grundvoraussetzungen hin, die der Träger des Hirtenamtes erfüllen muss: unbedingte Treue, Liebe. Erst als Jesus zum dritten Mal fragt: Liebst du mich?, begreift Petrus die Schwere der Verantwortung, die ihm aufgeladen wird, und seine eigene Unwürdigkeit. Das übervolle Netz, das doch nicht zerriss (21,11), war schon ein Hinweis auf die allumfassende Kirche. Petrus soll aber nicht nur Fischer sein; er ist auch der verantwortliche Hirt der ganzen großen Herde. Dem Apostel, der ihn dreimal verleugnet hat, und nicht etwa Johannes, dem Jünger der ungebrochenen Treue, hat Jesus das oberste Hirtenamt übertragen. - Lk 5,1-11; Joh 10; 15,14; Apg 20,28; 1 Petr 2,24-25; Joh 6,68-69; Mt 16,17-19; Lk 22,31-32; 2 Petr 1,14.

 

 

Evangelium

Joh 21, 1.15-19

Weide meine Lämmer! Weide meine Schafe!

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit

1offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.        

15Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!

16Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

17Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

18Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.

19Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

 

Glaubensbekenntnis

Fürbitten: siehe Fürbitten „Am Tag“

 

 

Gabengebet

Allmächtiger Gott,

das Martyrium der Apostel Petrus und Paulus

ist der Ruhm deiner Kirche.

An diesem festlichen Tag

bringen wir unsere Gaben zu deinem Altar.

Wenn wir auf unsere eigene Leistung schauen

und den Mut verlieren,

dann lass uns auf dein Erbarmen hoffen,

das sich an den Aposteln machtvoll erwiesen hat.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Präfation

Die verschiedene Sendung der Apostel Petrus und Paulus

In Wahrheit ist es würdig und recht, dich, allmächtiger Vater, in deinen Heiligen zu preisen und am Fest der Apostel Petrus und Paulus das Werk deiner Gnade zu rühmen. Petrus hat als Erster den Glauben an Christus bekannt und aus Israels heiligem Rest die erste Kirche gesammelt. Paulus empfing die Gnade tiefer Einsicht und die Berufung zum Lehrer der Heiden. Auf verschiedene Weise dienten beide Apostel der einen Kirche, gemeinsam empfingen sie die Krone des Lebens. Darum ehren wir beide in gemeinsamer Feier und vereinen uns mit allen Engeln und Heiligen zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit: Heilig ...

 

 

Kommunionvers

Joh 21, 15.17

Simon, Sohn des Johannes,

liebst du mich mehr, als diese mich lieben?

Herr, du weißt alles: du weißt, dass ich dich liebe.

 

 

Schlussgebet

Allmächtiger Gott

stärke uns durch die heiligen Geheimnisse

und erleuchte deine Kirche allezeit

durch das Wort der Apostel.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Am Tag

Eröffnungsvers

Die Apostel Petrus und Paulus haben die Kirche begründet;

sie haben den Kelch des Herrn getrunken,

nun sind sie Gottes Freunde.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Herr, unser Gott,

am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus

haben wir uns in Freude versammelt.

Hilf deiner Kirche,

in allem der Weisung deiner Boten zu folgen,

durch die sie den Glauben

und das Leben in Christus empfangen hat,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

Zur 1. Lesung Dem charakterlosen König Herodes Agrippa I. ging es nicht um die Religion, weder die jüdische noch die christliche, sondern darum, sein Ansehen bei den führenden Juden aufzubessern. In Jerusalem waren Jakobus, Kephas (Petrus) und Johannes die „Säulen“ der christlichen Gemeinde (Gal 2,9). Über die Hinrichtung des Jakobus berichtet die Apostelgeschichte nur ganz kurz (12,2). Dagegen wird die Gefangennahme und Befreiung des Petrus ausführlich erzählt. Petrus wurde während der Osterwoche verhaftet und sollte nach den Festtagen abgeurteilt werden. Das war zwischen den Jahren 41 und 44 n. Chr. In ihrer äußersten Not hat die Gemeinde keine andere Waffe als das Gebet. (Heute würden wir es vielleicht mit guten Beziehungen oder mit dem Druck der öffentlichen Meinung versuchen.) Die Befreiung ist allein Gottes Werk. Durch die Art der Darstellung rückt der Verfasser sie in die Reihe der großen Rettungstaten Gottes im Alten Bund. - Ex 18,10; Ps 106,10; Dan 3,95; Lk 1,68.71.74.

 

 

ERSTE Lesung

Apg 12, 1-11

Nun weiß ich, dass der Herr mich der Hand des Herodes entrissen hat

Lesung aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen

1ließ der König Herodes einige aus der Gemeinde verhaften und misshandeln.

2Jakobus, den Bruder des Johannes, ließ er mit dem Schwert hinrichten.

3Als er sah, dass es den Juden gefiel, ließ er auch Petrus festnehmen. Das geschah in den Tagen der Ungesäuerten Brote.

4Er nahm ihn also fest und warf ihn ins Gefängnis. Die Bewachung übertrug er vier Abteilungen von je vier Soldaten. Er beabsichtigte, ihn nach dem Paschafest dem Volk vorführen zu lassen.

5Petrus wurde also im Gefängnis bewacht. Die Gemeinde aber betete inständig für ihn zu Gott.

6In der Nacht, ehe Herodes ihn vorführen lassen wollte, schlief Petrus, mit zwei Ketten gefesselt, zwischen zwei Soldaten; vor der Tür aber bewachten Posten den Kerker.

7Plötzlich trat ein Engel des Herrn ein, und ein helles Licht strahlte in den Raum. Er stieß Petrus in die Seite, weckte ihn und sagte: Schnell, steh auf! Da fielen die Ketten von seinen Händen.

8Der Engel aber sagte zu ihm: Gürte dich, und zieh deine Sandalen an! Er tat es. Und der Engel sagte zu ihm: Wirf deinen Mantel um, und folge mir!

9Dann ging er hinaus, und Petrus folgte ihm, ohne zu wissen, dass es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah; es kam ihm vor, als habe er eine Vision.

10Sie gingen an der ersten und an der zweiten Wache vorbei und kamen an das eiserne Tor, das in die Stadt führt; es öffnete sich ihnen von selbst. Sie traten hinaus und gingen eine Gasse weit; und auf einmal verließ ihn der Engel.

11Da kam Petrus zu sich und sagte: Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich der Hand des Herodes entrissen hat und all dem, was das Volk der Juden erhofft hat.

 

 

Antwortpsalm

Ps 34 (33), 2-3.4-5.6-7.8-9 (R: vgl. 5b)

          R All meinen Ängsten hat mich der Herr entrissen. - R

(GL 148, 2)

2        Ich will den Herrn allezeit preisen;

IV. Ton

          immer sei sein Lob in meinem Mund.

3        Meine Seele rühme sich des Herrn;

          die Armen sollen es hören und sich freuen. - (R)

4        Verherrlicht mit mir den Herrn,

          lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.

5        Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört,

          er hat mich all meinen Ängsten entrissen. - (R)

6        Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,

          und ihr braucht nicht zu erröten.

7        Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.

          Er half ihm aus all seinen Nöten. - (R)

8        Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren,

          und er befreit sie.

9        Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;

          wohl dem, der zu ihm sich flüchtet! - R

 

 

Zur 2. Lesung Der Apostel Paulus hat nicht nur geredet und Briefe geschrieben. Er hat mit seinen Händen gearbeitet, er hat keine Anstrengung gescheut und keine Gefahr gefürchtet. Am Ende seines Lebens sind ihm die Hände gebunden; andere schreiben ihm vor, was er tun und nicht tun darf. Ein einsamer alter Mann, von allen im Stich gelassen. Und doch kennt er keine Bitterkeit, im Gegenteil: er ist voll Dank und voll Hoffnung. Er hat seinem Herrn die Treue gehalten, nun wartet er auf sein Kommen. Die Liebe war das Geheimnis dieses Apostellebens; sie ist das Geheimnis jedes fruchtbaren Lebens. Und die Liebe hat kein Ende (1 Kor 13,8). Das Opfer des eigenen Lebens wird der letzte Gottesdienst des Apostels sein (vgl. Röm 1,9 und 12,1). - Phil 3,4-16.

 

 

ZWEITE Lesung

2 Tim 4, 6-8.17-18

Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit

Lesung aus dem zweiten Brief an Timotheus

Mein Sohn!

6Ich werde nunmehr geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.

7Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten.

8Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sehnsüchtig auf sein Erscheinen warten.

17Aber der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft, damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Heiden sie hören; und so wurde ich dem Rachen des Löwen entrissen.

18Der Herr wird mich allem Bösen entreißen, er wird mich retten und in sein himmlisches Reich führen. Ihm sei die Ehre in alle Ewigkeit. Amen.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Mt 16, 18

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Du bist Petrus - der Fels -,

und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen,

und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Für die Jünger Jesu ist es wesentlich, seine Lehre zu verstehen, und dazu ist es auch notwendig, Klarheit über seine Person zu haben. Diese Klarheit zu schaffen ist der Zweck der Frage Jesu: Für wen halten die Leute den Menschensohn? „Die Leute“ - „ihr aber“ - ­„Simon Petrus“: das sind drei Stufen des Glaubens und des Erkennens. Im Markusevangelium lautet die Antwort des Petrus: „Du bist der Messias“ (Mk 8,29); bei Matthäus fügt er hinzu: „der Sohn des lebendigen Gottes“. Diese Antwort ist schon in Mt 14,33 vorbereitet, wo die Jünger in einer plötzlichen Helligkeit sagten: „Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn“. Auf Petrus und seinen Glauben baut Jesus seine Kirche; sie wird dem Ansturm der Todesmächte, den Nöten, die der Ankunft des Menschensohnes vorausgehen, nicht unterliegen. Aber es ist keine triumphierende Kirche, die Jesus gründet. Er selbst, der Menschensohn, muss „vieles erleiden und getötet werden“ (16,21); auch Petrus wird lernen müssen, nicht das zu denken, „was die Menschen wollen“, sondern „das, was Gott will“ (16,23). - Mk 8,27-29; Lk 9,18-20.

 

 

Evangelium

Mt 16, 13-19

Du bist Petrus, ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit,

13als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?

14Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.

15Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?

16Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!

17Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.

18Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

19Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

 

Für die Votivmessen zu Ehren des hl. Petrus werden die Lesungen vom 22. Februar genommen.

Für die Votivmessen zu Ehren des hl. Paulus werden die Lesungen vom 25. Januar genommen.

Glaubensbekenntnis

 

 

Fürbitten

Jesus Christus erbaute seine Kirche auf dem Fundament der Apostel. Zu ihm rufen wir:

Für unseren Papst und alle Bischöfe: mach sie nach dem Vorbild des heiligen Apostels Petrus zu treuen Hirten deines Volkes. - Lasset zum Herrn uns rufen: Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich. Herr, erbarme dich.

Für alle, die das Evangelium verkünden: gib ihnen den unermüdlichen Eifer des heiligen Apostels Paulus. - Lasset zum Herrn uns rufen: Herr, erbarme dich.

Für die Völker der Erde: erleuchte sie, dass sie deine Wahrheit erkennen. - Lasset zum Herrn uns rufen: Herr, erbarme dich.

Für unsere Gemeinde: hilf uns, an der Lehre der Apostel festzuhalten. - Lasset zum Herrn uns rufen: Herr, erbarme dich.

Herr, unser Gott, auf die Fürbitte der heiligen Apostel Petrus und Paulus lass uns dir nachfolgen und zur Vollendung des Lebens gelangen durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

Gabengebet
Herr und Gott,

in Gemeinschaft mit den Aposteln Petrus und Paulus

bitten wir dich:

Heilige unsere Gaben

und lass uns mit Bereitschaft und Hingabe

das Opfer deines Sohnes feiern,

der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 


Präfation

Die verschiedene Sendung der Apostel Petrus und Paulus

In Wahrheit ist es würdig und recht, dich, allmächtiger Vater, in deinen Heiligen zu preisen und am Fest der Apostel Petrus und Paulus das Werk deiner Gnade zu rühmen. Petrus hat als Erster den Glauben an Christus bekannt und aus Israels heiligem Rest die erste Kirche gesammelt. Paulus empfing die Gnade tiefer Einsicht und die Berufung zum Lehrer der Heiden. Auf verschiedene Weise dienten beide Apostel der einen Kirche, gemeinsam empfingen sie die Krone des Lebens. Darum ehren wir beide in gemeinsamer Feier und vereinen uns mit allen Engeln und Heiligen zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit: Heilig ...

 

 

Kommunionvers

Mt 16, 16.18

Petrus sagte zu Jesus:

Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.

Jesus erwiderte ihm:

Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.

 

 

Schlussgebet

Herr, unser Gott,

du hast uns durch das heilige Sakrament gestärkt.

Gib, dass wir im Brotbrechen

und in der Lehre der Apostel verharren

und in deiner Liebe ein Herz und eine Seele werden.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Perikopen

Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite
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