19. März

Hl. Josef

Bräutigam der Gottesmutter Maria

Hochfest

 

Der hl. Josef wird von den Evangelisten Matthäus und Lukas erwähnt. Nach beiden Evangelien war Josef davidischer Abstammung: das Bindeglied zwischen dem davidischen Königshaus und dem Messias. Die Stationen seines Lebens sind bekannt. Er war ein Mann des Glaubens und des Vertrauens, Mitwisser göttlicher Geheimnisse, ein großer Schweiger. Als liebevoller Gatte der Jungfrau Maria hat er an Jesus die Stelle des Vaters vertreten. Wie lange Josef gelebt hat, wissen wir nicht; das letzte Mal wird er bei der Osterwallfahrt mit dem zwölfjährigen Jesus erwähnt. Die öffentliche Verehrung des hl. Josef beginnt im Abendland erst im 14./15. Jahrhundert. Im römischen Kalender steht sein Fest seit 1621. Pius IX. erklärte ihn zum Schutzpatron der Kirche.

 

Der Mann, der dient

„Josef - er ist der Mann am Rande, im Schatten. Der Mann der schweigenden Hilfe. Der Mann, in dessen Leben Gott dauernd eingreift mit neuen Weisungen und Sendungen.

Immer neue Weisungen und neue Sendungen, neuer Aufbruch und neue Ausfahrt ... Er ist der Mann, der ging. Das ist sein Gesetz: der dienstwillige Gehorsam. Er ist der Mann, der dient. Dass ein Wort Gottes bindet und sendet, ist ihm selbstverständlich. Die dienstwillige Bereitschaft, das ist sein Geheimnis.“ (A. Delp)

 

 

Eröffnungsvers

 Vgl. Lk 12, 42

Seht, das ist der treue und kluge Hausvater,

dem der Herr seine Familie anvertraut,

damit er für sie sorge.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Allmächtiger Gott,

du hast Jesus, unseren Heiland,

und seine Mutter Maria

der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut.

Höre auf seine Fürsprache

und hilf deiner Kirche,

die Geheimnisse der Erlösung treu zu verwalten,

bis das Werk des Heiles vollendet ist.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung König David will für die Lade Gottes ein Haus bauen, einen Tempel, Gott verwehrt es ihm durch den Propheten Natan. Gott braucht kein Haus aus Stein, und er will nicht nur an einem Ort verehrt werden. Wichtiger als der Bau eines Tempels ist der Fortbestand des Hauses David. David erhält die Verheißung, dass Gott ihm ein „Haus“ bauen, d. h. seinem Königtum ewigen Bestand geben wird. Die Verheißung geht zunächst auf Salomo, den Sohn und Nachfolger Davids, wurde aber schon früh in messianischem Sinn gedeutet. Wenn die Zeit erfüllt ist, wird aus der Jungfrau Maria, der Tochter Davids, der wahre Erbe des Thrones geboren werden. - 1 Chr 17; Ps 132; 89; Lk 1,32-33.

 

 

ERSTE Lesung

2 Sam 7, 4-5a.12-14a.16

Der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben (Lk 1,32)

Lesung aus dem zweiten Buch Samuel

4Das Wort des Herrn erging an Natan:

5aGeh zu meinem Knecht David, und sag zu ihm: So spricht der Herr:

12Wenn deine Tage erfüllt sind und du dich zu deinen Vätern legst, werde ich deinen leiblichen Sohn als deinen Nachfolger einsetzen und seinem Königtum Bestand verleihen.

13Er wird für meinen Namen ein Haus bauen, und ich werde seinem Königsthron ewigen Bestand verleihen.

14aIch will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein.

16Dein Haus und dein Königtum sollen durch mich auf ewig bestehen bleiben; dein Thron soll auf ewig Bestand haben.

 

 

Antwortpsalm

Ps 89 (88), 2-3.4-5.27 u. 29 (R: Lk 1, 32b)

          R Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. - R

(GL neu 60,1)

2        Von den Taten deiner Huld Herr, will ich ewig singen,

VI. Ton

          bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.

3        Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig;

          deine Treue steht fest im Himmel. - (R)

4        „Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten

          und David, meinem Knecht, geschworen:

5        Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand,

          und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf. - (R)

27      Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du,

          mein Gott, der Fels meines Heiles.

29      Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren,

          mein Bund mit ihm bleibt allzeit bestehen.“ - R

 

 

Zur 2. Lesung Paulus unterscheidet zwei Seiten des Alten Testaments: das Gesetz und die Verheißung. Die Verheißung ist älter als das Gesetz, und sie allein gibt dem Menschen Hoffnung. Denn es gibt keinen Menschen, der das Gesetz vollkommen erfüllen und dadurch vor Gott „gerecht“ sein kann. Für die Erfüllung und Verheißung aber bürgt das Wort Gottes. Im Geschehen zwischen Gott und dem Menschen gibt es diese zwei Möglichkeiten, zwei Linien: 1. Gesetz - Übertretung - Zorn Gottes, und 2. Verheißung - Glaube - Gnade. Abraham hat der Verheißung geglaubt, nicht weil diese alle Wahrscheinlichkeit für sich gehabt hätte - das hatte sie ganz und gar nicht -, sondern weil er sich auf Gottes Macht und Treue verließ. Glauben gibt es nur als Glauben an den Gott, „der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft“ (V. 17). Mit einem solchen Glauben wird Gott als Gott geehrt. - Gen 15,5-6; 17,4-8; 22,17-18; Gal 3,29; Jes 48,13; Ps 33,9.

 

 

ZWEITE Lesung

Röm 4, 13.16-18.22

Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

13Abraham und seine Nachkommen erhielten nicht aufgrund des Gesetzes die Verheißung, Erben der Welt zu sein, sondern aufgrund der Glaubensgerechtigkeit.

16Deshalb gilt: «aus Glauben», damit auch gilt: «aus Gnade». Nur so bleibt die Verheißung für alle Nachkommen gültig, nicht nur für die, welche das Gesetz haben, sondern auch für die, welche wie Abraham den Glauben haben.

17Nach dem Schriftwort: Ich habe dich zum Vater vieler Völker bestimmt, ist er unser aller Vater vor Gott, dem er geglaubt hat, dem Gott, der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft.

18Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt, dass er der Vater vieler Völker werde, nach dem Wort: So zahlreich werden deine Nachkommen sein.

22Darum wurde der Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

In der Fastenzeit:

Vers: vgl. Ps 84 (83), 5

Dein ist die Ehre, dein ist die Macht, Christus, Herr und Erlöser. - R

Selig, die in deinem Hause wohnen, Herr,

die dich loben allezeit.

Dein ist die Ehre, dein ist die Macht, Christus, Herr und Erlöser.

 

In der Osterzeit:  

Vers: vgl. Ps 84 (83), 5

Halleluja. Halleluja.

Selig, die in deinem Hause wohnen, Herr,

die dich loben allezeit.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Der Stammbaum am Anfang des Matthäusevangeliums ist nicht als Beitrag zur Ahnenforschung gemeint, sondern als theologische Aussage über Jesus und über den Sinn der Geschichte Israels. Jesus ist der Christus, der Messias, und seine Geschichte ist es, die durch alle Geschlechterfolgen hindurch das eigentlich Bewegende war. Er ist der Verheißene, seit David und seit Abraham. In ihm hat die Geschichte Israels ihr Ziel erreicht, an ihm wird sich der weitere Weg Israels und aller Völker entscheiden. - Der Abschnitt Mt 1,18-23 steht unter der zentralen Aussage: „Gott ist mit uns“ (1,23; vgl. dazu Mt 28,20). Der Evangelist zitiert die Weissagung Jes 7,14, um das Geheimnis der Menschwerdung als schöpferisches, rettendes Eingreifen Gottes zu kennzeichnen. - Josef war „gerecht“, das heißt in der Sprache der Bibel auch: Er war gütig. Deshalb wollte er Maria, deren Geheimnis er nicht verstand, im Frieden entlassen. Aber dann wurde er selbst zum Mitwisser und Gehilfen des göttlichen Werkes. Im Gegensatz zu Ahas (Jes 7,12) nimmt Josef das Zeichen und den Auftrag Gottes an; er wird der gesetzliche Vater Jesu und gibt ihm als solcher auch den Namen Jesus, der bedeutet: Jahwe rettet. - Lk 1,27.35; Ps 130,7-8.

 

 

Evangelium

Mt 1, 16.18-21.24a

Josef tat, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

16Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.

18Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.

19Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

20Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.

21Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

24aAls Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.

 

Oder:

Evangelium

Lk 2, 41-51a

Einführung   Mit der Erzählung vom zwölfjährigen Jesus im Tempel beschließt Lukas die Kindheitsgeschichte Jesu. Während Johannes, „der Vorläufer“, sich in der Wüste auf seine Mission vorbereitet (Lk 1,80), offenbart Jesus bereits seine „Weisheit“. Der Zwölfjährige hat sich mit seinen Eltern auf den Weg nach Jerusalem, zum Tempel Gottes, gemacht; aber dann hat er in eigener Verantwortung den Weg des Selbstverständlichen verlassen. Drei Tage ist er im „Haus seines Vaters“ geblieben, mitten unter den Lehrern im Tempel, hörend, fragend, und zwar kritisch fragend, so dass die Gesetzeslehrer beunruhigt waren (vgl. 2,46-47). Der Zwölfjährige beginnt, über seine Eltern, seine Lehrer und auch seine angestammte Religion hinauszuwachsen. Aber noch ist seine Zeit nicht gekommen. Er kehrt nach Nazaret zurück und übt im Gehorsam gegen seinen irdischen Vater den größeren Gehorsam ein, der ihn bis zur Hingabe seines Lebens führen wird. - Ex 12,24-27a; Dtn 16,1-8.

 

Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

41Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem.

42Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach.

43Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten.

44Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten.

45Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.

46Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen.

47Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten.

48Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht.

49Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?

50Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte.

51aDann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam.

 

Glaubensbekenntnis

 

 

Fürbitten

Zu Jesus Christus, der aus dem Geschlechte Davids stammt, rufen wir voll Vertrauen:

Für die heilige Kirche Gottes: lass sie dein Wort in Treue bewahren. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

A.: Christus, erbarme dich. Herr, erbarme dich.

Für alle, die für andere verantwortlich sind: lass sie uneigennützig für sie sorgen. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

Für die Sterbenden: lass sie heimgehen in Frieden. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

Für unsere Kinder: lass ihre Eltern gütig und umsichtig sein. - Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.

Herr, unser Gott, auf die Fürsprache des heiligen Josef nimm uns unter deinen beständigen Schutz durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

Gabengebet

Herr, unser Gott,

der heilige Josef hat deinem ewigen Sohn,

den die Jungfrau Maria geboren hat,

in Treue gedient.

Lass auch uns Christus dienen

und dieses Opfer mit reinem Herzen feiern.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Präfation

Josef in der Heilsgeschichte

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und am Fest des heiligen Josef die Wege deiner Weisheit zu rühmen. Denn ihm, dem Gerechten, hast du die jungfräuliche Gottesmutter anvertraut, ihn, deinen treuen und klugen Knecht, bestellt zum Haupt der Heiligen Familie. An Vaters statt sollte er deinen eingeborenen Sohn beschützen, der durch die Überschattung des Heiligen Geistes empfangen war, unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit, beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten. Die Himmel und die himmlischen Kräfte und die seligen Serafim feiern dich jubelnd im Chore. Mit ihrem Lobgesang lass auch unsere Stimmen sich vereinen und voll Ehrfurcht rufen: Heilig ...

 

 

Kommunionvers

Mt 25, 21

Komm, du guter und getreuer Knecht;

nimm teil am Festmahl deines Herrn.

 

 

Schlussgebet

Herr, unser Gott,

du hast uns am Fest des heiligen Josef

um deinen Altar versammelt

und mit dem Brot des Lebens gestärkt.

Schütze deine Familie und erhalte in ihr deine Gaben.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

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