15. November

Hl. Leopold

Markgraf

 

Leopold III., Markgraf von Österreich, genannt „der Fromme“, „der Milde“, der „Freigebige“, 1075 geboren, wurde von Bischof Altmann von Passau erzogen. 1105 heiratete er Agnes, die Tochter Kaiser Heinrichs IV. Die Bischöfe Otto von Freising und Konrad II. von Salzburg entstammten dieser Ehe. In seiner mehr als vierzigjährigen Regierungszeit hat Leopold, mitten in einer wirren Zeit, die Grundlagen für die künftige Größe Österreichs geschaffen. Er stiftete das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz bei Wien, das Chorherrenstift Klosterneuburg und die Benediktinerabtei Klein-Mariazell. Leopold war ein Mann des Glaubens und des Gebets, aber auch ein Herrscher, der zu regieren verstand. Er starb auf der Jagd am 15. November 1136.

 

Commune-Texte:

Messformulare für heilige Männer

Schriftlesungen für heilige Männer

 

 

Tagesgebet

Allherrschender Gott,

du hast dem heiligen Markgrafen Leopold

für die Ausübung seines Amtes

die Gaben deines Geistes geschenkt.

Hilf uns, unsere Pflichten treu zu erfüllen,

und nimm uns einst auf in dein himmlisches Reich.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur Lesung Das Lob der Weisheit in diesem Abschnitt wird eingeleitet durch das Wort „Wohl dem Mann, der ...“ (andere Übersetzung: Selig der Mensch, oder: Glücklich der Mensch, der ...). Es ist die gleiche Glückwunschformel, mit der im Matthäusevangelium die Bergpredigt beginnt: „Selig, die arm sind vor Gott“ (Mt 5,3). Worin die Weisheit besteht, wird an dieser Stelle nicht gesagt. Sicher ist sie nicht nur die Kunst zu leben oder die Lust am Spekulieren: weise ist der Mensch, der weiß, was er vor Gott ist, und ahnt, was Gott für ihn und für alle Geschöpfe ist. Diese Weisheit wird hier gelobt wegen ihrer Wirkungen im Leben des Menschen (Gesundheit, Leben, Reichtum, Ehre, Friede) und wegen ihres Ursprungs: Gott selbst wäre nicht Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, ohne die Weisheit. - Zu 3,13-15: Ps 1; 112; Spr 8,11. - Zu 3,16-18: Dtn 5,33; Sir 4,12; Gen 2,9; 3,22.24; Offb 2,7. - Zu 3,19-20: Spr 8,22-31.

 

 

ERSTE Lesung

Spr 3, 13-20

Wohl dem Mann, der Einsicht gewonnen hat

Lesung aus dem Buch der Sprichwörter

13Wohl dem Mann, der Weisheit gefunden, dem Mann, der Einsicht gewonnen hat.

14Denn sie zu erwerben ist besser als Silber, sie zu gewinnen ist besser als Gold.

15Sie übertrifft die Perlen an Wert, keine kostbaren Steine kommen ihr gleich.

16Langes Leben birgt sie in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichtum und Ehre;

17ihre Wege sind Wege der Freude, all ihre Pfade führen zum Glück.

18Wer nach ihr greift, dem ist sie ein Lebensbaum, wer sie festhält, ist glücklich zu preisen.

19Der Herr hat die Erde mit Weisheit gegründet und mit Einsicht den Himmel befestigt.

20Durch sein Wissen brechen die tiefen Quellen hervor und träufeln die Wolken den Tau herab.

 

 

Antwortpsalm

Ps 112 (111), 1-2.3-4.5-6.7 u. 9 (R: vgl. 1a)

          R Selig der Mensch, der den Herrn fürchtet und ehrt. - R

  (GL neu 61, 1)

1        Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt

VI. Ton

          und sich herzlich freut an seinen Geboten.

2        Seine Nachkommen werden mächtig im Land,

          das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet. - (R)

3        Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus,

          sein Heil hat Bestand für immer.

4        Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht:

          der Gnädige, Barmherzige und Gerechte. - (R)

5        Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,

          der das Seine ordnet, wie es recht ist.

6        Niemals gerät er ins Wanken;

          ewig denkt man an den Gerechten. - (R)

7        Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung;

          sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.

9        Reichlich gibt er den Armen,

          sein Heil hat Bestand für immer;

          er ist mächtig und hoch geehrt. - R

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Joh 15, 9b.5b

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Bleibt in meiner Liebe!

Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Die Nähe Jerusalems und des Paschafestes haben die Hoffnung der Menschenmenge erhitzt: das Reich Gottes ist nahe, jetzt muss der „Sohn Davids“ sich als König Israels offenbaren. Das Gleichnis von dem anvertrauten Geld (zehn Goldstücke, „Minen“) will klarstellen, dass die Zeit noch nicht gekommen ist. Der Königssohn des Gleichnisses bekommt die Königskrone, aber erst, wenn er von seiner großen Reise zurückkehrt. (Das Gleichnis erinnert an Archelaus, den Sohn des Herodes; er war nach Rom gereist, um sich von Kaiser Augustus den Königstitel geben zu lassen.) In der Zwischenzeit verwalten die Diener (die Jünger) das Vermögen ihres Herrn. Das Interesse des Gleichnisses liegt beim dritten der Diener. Er hat das Vermögen seines Herrn nicht verschleudert, er hat überhaupt nichts Böses getan, und doch wird ihm gesagt: „Du bist ein schlechter Diener.“ Wo liegt seine Schuld? Er hat sich von seinem Herrn distanziert, er hatte nur Furcht, kein Vertrauen; der Herr und seine Sache blieben ihm fremd. Weil er seinen Herrn für hart hielt, wird er hart gerichtet. Es genügt also nicht, Gott zu gehorchen, nur weil er der Mächtigere ist; das wäre ein toter Gehorsam. Es gibt kein Leben ohne Vertrauen, ohne Liebe. - Mt 25,14-30; 2 Petr 3,4; 2 Tim 2,12; Lk 16,10.

 

 

Evangelium

Lk 19, 12-26

Ein Mann von vornehmer Herkunft

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit erzählte Jesus das folgende Gleichnis:

12Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde zu erlangen und dann zurückzukehren.

13Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie Geld im Wert von zehn Minen und sagte: Macht Geschäfte damit, bis ich wiederkomme.

14Da ihn aber die Einwohner seines Landes hassten, schickten sie eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann unser König wird.

15Dennoch wurde er als König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn jeder bei seinen Geschäften erzielt hatte.

16Der erste kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine zehn Minen erwirtschaftet.

17Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger Diener. Weil du im Kleinsten zuverlässig warst, sollst du Herr über zehn Städte werden.

18Der zweite kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine fünf Minen erwirtschaftet.

19Zu ihm sagte der König: Du sollst über fünf Städte herrschen.

20Nun kam ein anderer und sagte: Herr, hier hast du dein Geld zurück. Ich habe es in ein Tuch eingebunden und aufbewahrt;

21denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesät hast.

22Der König antwortete: Aufgrund deiner eigenen Worte spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewusst, dass ich ein strenger Mann bin? Dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe?

23Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei der Rückkehr mit Zinsen abheben können.

24Und zu den anderen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die zehn Minen hat.

25Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn.

26Da erwiderte er: Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

 

 

Fürbitten

Zu Jesus Christus, dem der Vater alle Macht gegeben hat, wollen wir beten:

Gib, dass die Christen in Österreich nach deinen Weisungen leben

A.: Herr, erhöre unser Gebet.

Mach den Regierenden bewusst, dass sie dir verantwortlich sind.

Öffne die Herzen der Menschen für die Not ihrer Schwestern und Brüder.

Nimm die Verstorbenen auf in dein Reich.

Herr, unser Gott, du hast dem heiligen Markgrafen Leopold die Krone des Lebens verliehen. Vollende auch unser Leben in deiner Herrlichkeit durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

Perikopen

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