8. September

Mariä Geburt

Fest

 

Das Fest Mariä Geburt entstand im Orient, wahrscheinlich aus dem Kirchweihfest der St.-Anna-Kirche in Jerusalem, die als Ort der Geburt Mariens gilt; nach anderer Überlieferung ist Maria in Nazaret geboren. Im Westen nennt Papst Sergius (687-701) als die vier Marienfeste, die in Rom gefeiert werden: Verkündigung, Aufnahme in den Himmel, Geburt und „Begegnung“ (= Mariä Lichtmess). Vom Datum der Geburt Mariens aus (das kein historisches Datum ist) wurde auch das Datum ihrer Empfängnis (8. Dezember) festgesetzt. Die Tatsache, dass das Fest dieser Geburt liturgisch gefeiert wird, setzt den Glauben voraus, dass Maria heilig, d. h. ohne Erbsünde, geboren wurde; vgl. Fest der Geburt Johannes‘ des Täufers (24. Juni).

 

 

Eröffnungsvers
Voll Freude feiern wir das Geburtsfest der Jungfrau Maria,

aus ihr ist hervorgegangen die Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, unser Gott.


Ehre sei Gott

 


Tagesgebet
Barmherziger Gott,

öffne deinen Gläubigen

die Schätze der himmlischen Gnade.

Die Geburt des Erlösers aus Maria

war für uns der Anfang des Heiles;

das Geburtsfest seiner allzeit jungfräulichen Mutter

festige und mehre den Frieden auf Erden.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Zur Lesung  Der Prophet Micha war ein jüngerer Zeitgenosse des Jesaja. In dem Buch, das nach ihm benannt ist, wechseln Gerichtsdrohungen mit Heilsweissagungen. Die Heilsweissagung in Kap. 5,1-4a setzt das Gericht über Jerusalem und das davidische Königshaus als bereits geschehen voraus. Die Könige auf dem Thron Davids haben ihre Sendung nicht erfüllt; nun wird Jahwe einen neuen Herrscher berufen, nicht aus Jerusalem, sondern aus Betlehem. Der Prophet redet den Familienverband der Efratiter an, aus dem einst der König David hervorgegangen war. Von dort, aus Betlehem, wird auch der neue David, der Retter, kommen. Er wird dem neuen Volk Gottes den Frieden bringen, den die Könige von Jerusalem ihrem Volk nicht geben konnten. - Gen 49,10; Jes 9,5; 7,14; 32,18; Jer 23,6; Mt 2,6; Joh 7,42.

 


ERSTE Lesung

Mi 5, 1-4a

Aus dir wird der hervorgehen, der über Israel herrschen soll

Lesung aus dem Buch Micha

So spricht der Herr:

1Du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen.

2Darum gibt der Herr sie preis, bis die Gebärende einen Sohn geboren hat. Dann wird der Rest seiner Brüder heimkehren zu den Söhnen Israels.

3Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des Herrn, im hohen Namen Jahwes, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit leben; denn nun reicht seine Macht bis an die Grenzen der Erde.

4aUnd er wird der Friede sein.

 

 

Oder:

ERSTE Lesung

Röm 8, 28-30

Einführung  Das Menschenleben steht nicht nur in dem engen Raum zwischen Geburt und Tod; es hat einen ewigen Ursprung und ein ewiges Ziel. Gott hat uns im Voraus erkannt (= erwählt) - vorausbestimmt - berufen - gerecht gemacht - verherrlicht. Mit dieser Aussagenreihe werden die Dimensionen unseres Lebens verdeutlicht. Von Ewigkeit her sind wir zur Teilhabe an Wesen und Gestalt des Sohnes vorausbestimmt (Röm 8,29). Das ist unsere „Verherrlichung“, von der Paulus sagt, sie sei bereits geschehen (8,29). Der Geist, der seit der Taufe in uns wohnt, hat uns zu Söhnen Gottes gemacht, und er wird das, was er begonnen hat, auch vollenden. „Wir wissen“, sagt der Apostel (8,28); nach dem Maß unseres Glaubens und unserer Liebe wissen wir, dass unser Leben - durch Leiden und Tod hindurch - seinem Ziel entgegengeführt wird. Wir wissen es auch, wenn wir auf das Leben derer schauen, die Gott, seine ewige Absicht verwirklichend, bereits vollendet und verherrlicht hat. - Eph 1,3-14; 3,11; Kol 1,18; Phil 3,21.

 

Die Gott im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus bestimmt

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

28Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind;

29denn alle, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei.

30Die aber, die er vorausbestimmt hat, hat er auch berufen, und die er berufen hat, hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.

 

 

Antwortpsalm

Ps 13 (12), 6ab.6cd (R: Jes 61, 10)

          R Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. - R

(GL neu 625, 4 oder 649, 5)

6ab    Herr, ich baue auf deine Huld,

VIII. oder VII. Ton

          mein Herz soll über deine Hilfe frohlocken. - (R)

6cd    Singen will ich dem Herrn,

          weil er mir Gutes getan hat. - R

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

Selig bist du, Jungfrau Maria, und allen Lobes überaus würdig.

Denn aus dir ging hervor die Sonne der Gerechtigkeit,

Christus, unser Gott.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Der Stammbaum am Anfang des Matthäusevangeliums ist nicht als Beitrag zur Ahnenforschung gemeint, sondern als theologische Aussage über Jesus und über den Sinn der Geschichte Israels. Jesus ist der Christus, der Messias, und seine Geschichte ist es, die durch alle Geschlechterfolgen hindurch das eigentlich Bewegende war. Er ist der Verheißene, seit David und seit Abraham. In ihm hat die Geschichte Israels ihr Ziel erreicht, an ihm wird sich der weitere Weg Israels und aller Völker entscheiden. - Der Abschnitt Mt 1,18-23 steht unter der zentralen Aussage: „Gott ist mit uns“ (1,23; vgl. dazu Mt 28,20). Der Evangelist zitiert die Weissagung Jes 7,14, um das Geheimnis der Menschwerdung als schöpferisches, rettendes Eingreifen Gottes zu kennzeichnen. - Josef war „gerecht“, das heißt in der Sprache der Bibel auch: er war gütig. Deshalb wollte er Maria, deren Geheimnis er nicht verstand, im Frieden entlassen. Aber nun wird er selbst zum Mitwisser und Gehilfen des göttlichen Werkes. Im Gegensatz zu Ahas (Jes 7,12) nimmt Josef das Zeichen und den Auftrag Gottes an; er wird der gesetzliche Vater Jesu und gibt ihm als solcher auch den Namen Jesus. der bedeutet: Jahwe rettet. - Lk 1,27.35; Ps 130,7-8.

 

 

Evangelium

Mt 1, 1-16.18-23

Das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

1Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams:

2Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern.

3Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram,

4Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon.

5Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai,

6Isai der Vater des Königs David. David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war.

7Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa,

8Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija.

9Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija,

10Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija.

11Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft.

12Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiël, Schealtiël von Serubbabel,

13Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor.

14Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud,

15Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob.

16Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.

18Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.

19Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

20Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.

21Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

22Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat:

23Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

 

 

Oder:

Kurzfassung

Mt 1, 18-23

Das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

18Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.

19Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

20Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.

21Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

22Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat:

23Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

 

 

Fürbitten

Mit Vertrauen beten wir zu Jesus Christus, der durch die Geburt Marias seine Menschwerdung vorbereitete:

Gib, dass alle Christen das Geburtsfest der Jungfrau Maria mit dankbarer Freude feiern.

A.: Herr, erhöre unser Gebet.

Segne die Arbeit der Menschen, die für die neugeborenen Kinder sorgen.

Schenke den werdenden Müttern, die in Not sind, Mut zum Leben und hilfreichen Beistand.

Erfülle alle Frauen, die sich auf die Geburt ihres Kindes vorbereiten, mit freudiger Erwartung.

Barmherziger Gott, du hast die Jungfrau Maria gesegnet mehr als alle anderen Frauen. Auf ihre Fürbitte schenke uns deine Gnade durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

Gabengebet

Herr, unser Gott,

dein eingeborener Sohn komme uns zu Hilfe

in seiner großen Liebe zu uns.

Seine Geburt hat die Jungfräulichkeit der Mutter

nicht gemindert, sondern geheiligt.

Durch seine Menschwerdung heilige auch uns.

Nimm von uns alle Schuld

und mache dir unsere Gabe wohlgefällig.

Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

 

 

Präfation

Maria, die auserwählte Mutter des Erlösers

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu danken und am Fest der seligen Jungfrau Maria das Werk deines Erbarmens zu rühmen. Du hast sie aus allen Menschen erwählt und gesegnet vor allen Frauen. In ihr leuchtete auf die Morgenröte der Erlösung, sie hat uns Christus geboren, die Sonne der Gerechtigkeit. Durch ihn preisen dich deine Erlösten und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig ...

 

 

Kommunionvers

Jes 7, 14; Mt 1, 21

Seht, die Jungfrau wird einen Sohn gebären.

Er wird sein Volk von den Sünden erlösen.

 

 

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, du hast deine Gemeinde

mit dem heiligen Sakrament gestärkt.

Erfülle uns mit Freude am Geburtsfest der seligen Jungfrau Maria,

denn sie ist die Morgenröte des Heiles

und das Zeichen der Hoffnung für die ganze Welt.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Feierlicher Schlusssegen

Gott, der allmächtige Vater, segne euch durch den Erlöser der Welt, unseren Herrn Jesus Christus, den Sohn der jungfräulichen Mutter Maria.

A.: Amen.

Sie hat den Urheber des Lebens geboren; ihre mütterliche Fürsprache erwirke euch Gottes Hilfe.

A.: Amen.

Euch und allen, die heute das Fest ihrer Geburt begehen, schenke Gott die wahre Freude und den ewigen Lohn.

A.: Amen.

 

Oder:

Euch und allen, die heute ihr Gedächtnis begehen, schenke Gott die wahre Freude und den ewigen Lohn.

A.: Amen.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn + und der Heilige Geist.

A.: Amen.

V.: Gehet hin in Frieden.

A.: Dank sei Gott, dem Herrn.

 

 

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