Achtzehnter Sonntag – im Jahreskreis

Die Werbung sagt uns jeden Tag, was wir alles kaufen müssen, um modern zu sein. Sie sagt uns aber nicht, was wir brauchen, um Menschen zu sein. Der moderne Mensch ist noch lange nicht der neue Mensch, wie Gott ihn haben will. Der neue Mensch lässt sich weder auf das Diesseits einschränken noch auf das Jenseits vertrösten. Er ist nicht damit zufrieden, dass er „noch“ lebt; er weiß, dass er „schon“ lebt: das ewige Leben hat schon begonnen.

EröffnungsversPs 70 (69), 2.6

Gott, komm mir zu Hilfe; Herr, eile, mir zu helfen.
Meine Hilfe und mein Retter bist du, Herr, säume nicht.

Ehre sei Gott

Tagesgebet

Gott, unser Vater,
steh deinen Dienern bei
und erweise allen, die zu dir rufen,
Tag für Tag deine Liebe.
Du bist unser Schöpfer
und der Lenker unseres Lebens.
Erneuere deine Gnade in uns, damit wir dir gefallen,
und erhalte, was du erneuert hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

ZUR 1. LESUNG   Der Weg Israels durch die Wüste (und der Weg des Gottesvolkes durch die Jahrhunderte) ist gekennzeichnet durch die Führung und Fürsorge Gottes, zugleich aber durch das immer wiederkehrende Murren des Volkes. Im Murren ist Unzufriedenheit, Vorwurf und auch Bitte enthalten. Gott lässt auch diese Form der Bitte immer wieder gelten. Gott wirkt seine Wunder, indem er irdische Wirklichkeiten in seinen Dienst nimmt; auch bei den Sakramenten des Neuen Bundes ist es nicht anders. Dadurch erweist er sich als der Herr über die Schöpfung.

Erste LesungEx 16, 2–4.12–15

Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen

Lesung
aus dem Buch Éxodus.

In jenen Tagen
2 murrte die ganze Gemeinde der Israeliten
in der Wüste gegen Mose und Aaron.
3Die Israeliten sagten zu ihnen:
Wären wir doch im Land Ägypten
durch die Hand des Herrn gestorben,
als wir an den Fleischtöpfen saßen
und Brot genug zu essen hatten.
Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt,
um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen.
4Da sprach der Herr zu Mose:
Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen.
Das Volk soll hinausgehen,
um seinen täglichen Bedarf zu sammeln.
Ich will es prüfen,
ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht.
12Ich habe das Murren der Israeliten gehört.
Sag ihnen:
In der Abenddämmerung werdet ihr Fleisch zu essen haben,
am Morgen werdet ihr satt werden von Brot
und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr, euer Gott, bin.
13Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager.
Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager.
14Als sich die Tauschicht gehoben hatte,
lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges,
fein wie Reif, auf der Erde.
15Als das die Israeliten sahen,
sagten sie zueinander: Was ist das?
Denn sie wussten nicht, was es war.
Da sagte Mose zu ihnen:
Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.

AntwortpsalmPs 78 (77), 3–4b.23–24.25 u. 54 (Kv: vgl. 24b)

Kv Der Herr gab ihnen Brot vom Himmel. – KvGL 657, 3

3Was wir hörten und erfuhren, *
was uns die Väter erzählten,
4abdas wollen wir ihren Kindern nicht verbergen, *
sondern dem kommenden Geschlecht erzählen. – (Kv)
23Er gebot den Wolken droben *
und öffnete die Tore des Himmels.
24Er ließ Manna auf sie regnen als Speise, *
er gab ihnen Korn vom Himmel. – (Kv)
25Jeder aß vom „Brot der Starken“; *
er sandte Nahrung, sie zu sättigen.
54Er brachte sie in sein heiliges Gebiet, *
zum Berg, den seine Rechte erworben hat. – Kv

ZUR 2. LESUNG   Von Christus lernen wir, wie der neue Mensch beschaffen ist, der Mensch nach der Idee Gottes und seinem eigenen Bild. „Verblendung und Begierde“ hatten den Menschen zugrunde gerichtet, in Christus aber beginnt eine neue Menschheit. Ihre Kennzeichen sind: Wahrheit, Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Zweite LesungEph 4, 17.20–24

Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Éphesus.

Schwestern und Brüder!
17Das also sage ich und beschwöre euch im Herrn:
Lebt nicht mehr wie die Heiden in ihrem nichtigen Denken!
20Ihr habt Christus nicht so kennengelernt.
21Ihr habt doch von ihm gehört
und seid unterrichtet worden, wie es Wahrheit ist in Jesus.
22Legt den alten Menschen
des früheren Lebenswandels ab,
der sich in den Begierden des Trugs zugrunde richtet,
23und lasst euch erneuern durch den Geist in eurem Denken!
24Zieht den neuen Menschen an,
der nach dem Bild Gottes geschaffen ist
in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit!

Ruf vor dem EvangeliumVers: vgl. Mt 4, 4b

Halleluja. Halleluja.
Nicht nur vom Brot lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.
Halleluja.

ZUM EVANGELIUM   Die wunderbare Brotvermehrung war ein Zeichen. Die Menschen aber, die Jesus nachliefen, hatten vom wirklichen Sinn des Wunders nicht viel begriffen. Sie wollten satt werden; weiter dachten sie nicht. Jesus weist sie und uns auf die größere Gabe hin: Er selbst ist die Gabe Gottes für das Leben der Welt. Dieses Brot kann man auf keine Weise verdienen, man kann es nur als Gabe Gottes empfangen, wenn man sich glaubend der Wirklichkeit Gottes öffnet.

EvangeliumJoh 6, 24–35

Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit,
24 als die Leute sahen,
dass weder Jesus noch seine Jünger
am Ufer des Sees von Galiläa waren,
stiegen sie in die Boote,
fuhren nach Kafárnaum
und suchten Jesus.
25Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden,
fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen?
26Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch:
Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt,
sondern weil ihr von den Broten gegessen habt
und satt geworden seid.
27Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt,
sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt
und die der Menschensohn euch geben wird!
Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
28Da fragten sie ihn:
Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
29Jesus antwortete ihnen:
Das ist das Werk Gottes,
dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
30Sie sagten zu ihm:
Welches Zeichen tust du denn,
damit wir es sehen und dir glauben?
Was für ein Werk tust du?

31Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen,
wie es in der Schrift heißt:
Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.
32Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch:
Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben,
sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
33Denn das Brot, das Gott gibt,
kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.
34Da baten sie ihn:
Herr, gib uns immer dieses Brot!
35Jesus antwortete ihnen:
Ich bin das Brot des Lebens;
wer zu mir kommt,
wird nie mehr hungern,
und wer an mich glaubt,
wird nie mehr Durst haben.

Glaubensbekenntnis 

Fürbitten

ZUR EUCHARISTIEFEIER   Hunger und Durst sind Bilder der Sehnsucht: Sehnsucht nach Glück und Sinn, nach erfülltem Leben, nach Heil. Gott kommt uns entgegen; dem Dürstenden gibt er sich als das lebendige Wasser, dem Hungernden als das wahrhaftige Brot. – Herr, gib uns immer dieses Brot.

Gabengebet

Barmherziger Gott, heilige diese Gaben.
Nimm das Opfer an,
das dir im Heiligen Geist dargebracht wird,
und mache uns selbst zu einer Gabe,
die für immer dir gehört.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

KommunionversWeish 16, 20

Herr, du hast uns Brot vom Himmel gegeben,
das allen Wohlgeschmack in sich enthält.

Oder:Joh 6, 35

So spricht der Herr:
Ich bin das Brot des Lebens,
wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern,
und wer an mich glaubt, wird nicht mehr Durst haben.

Schlussgebet

Barmherziger Gott,
in den heiligen Gaben empfangen wir neue Kraft.
Bleibe bei uns in aller Gefahr
und versage uns nie deine Hilfe,
damit wir der ewigen Erlösung würdig werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE

Du hast deine Wohnung unter uns genommen Gott,
und überall, wo Menschen leben, bist du zugegen;
an deiner Gnade klammern wir uns an.
Lass uns also deine Gegenwart ehren
und wecke in uns die Weisheit und Kraft,
einander aufzubauen zu einer Stadt auf Erden,
zum Leib Christi,
zu einer Welt, die bewohnbar ist heute und für immer. (Huub Oosterhuis)

 

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