Heilige Woche – Karwoche

Palmsonntag

Das Reich Gottes, das Jesus verkündet hat, ist für die Armen. Er selbst hat in Armut und Schwachheit gelebt. Der Hosannajubel des Palmsonntags ändert daran nichts. Jesus weiß, bald wird er diese ganze Menge gegen sich haben. Auch die Jünger werden ihn alleinlassen. Jesus ist ein armer und demütiger Messias. Jeder Triumphalismus der Kirche ist somit eine Verfälschung seiner Botschaft und ein Ärgernis.

Feier des Einzugs Christi in Jerusalem

Die Gemeinde versammelt sich, wenn es möglich ist, an einem Ort außerhalb der Kirche. Die Gläubigen tragen Zweige in den Händen.

Zur Eröffnung kann man folgenden Vers singen oder einen anderen geeigneten Gesang:

Hosanna dem Sohne Davids!Mt 21, 9
Gepriesen, der kommt im Namen des Herrn,
der König von Israel. Hosanna in der Höhe!

Der Priester begrüßt die Gemeinde mit etwa folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern!
In den Tagen der Fastenzeit haben wir uns auf Ostern vorbereitet; wir haben uns bemüht um die Bekehrung unseres Herzens und um tätige Nächstenliebe. Heute aber sind wir zusammengekommen, um mit der ganzen Kirche in die Feier der österlichen Geheimnisse unseres Herrn einzutreten.
Christus ist in seine Stadt Jerusalem eingezogen; dort wollte er Leiden und Tod auf sich nehmen, dort sollte er auch auferstehen.
Mit Glauben und innerer Hingabe begehen wir das Gedächtnis seines Einzugs. Wir folgen dem Herrn auf seinem Leidensweg und nehmen teil an seinem Kreuz, damit wir auch Anteil erhalten an seiner Auferstehung und seinem Leben.

Dann spricht der Priester:

Allmächtiger, ewiger Gott,
segne diese (grünen) Zweige,
die Zeichen des Lebens und des Sieges,
mit denen wir Christus, unserem König, huldigen.
Mit Lobgesängen begleiten wir ihn in seine heilige Stadt;
gib, dass wir durch ihn zum himmlischen Jerusalem gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Oder:

Allmächtiger Gott,
am heutigen Tag – huldigen wir Christus in seinem Sieg
und tragen ihm zu Ehren (grüne) Zweige in den Händen.
Mehre unseren Glauben und unsere Hoffnung,
erhöre gnädig unsere Bitten
und lass uns in Christus
die Frucht guter Werke bringen.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Er besprengt (ohne Begleitgebet) die Zweige mit Weihwasser.

ZUM EVANGELIUM   Als Festpilger und als Messias zieht Jesus in Jerusalem ein. Ein junger Esel ist sein königliches Reittier. Er kommt im Namen und Auftrag Gottes und nimmt die Huldigung der Volksmenge an. Das Johannesevangelium betont stärker als Markus die königliche Würde Jesu; es spricht von Palmzweigen, wo Markus nur Grasbüschel nennt.

Aber Jesus ist einsam, er weiß, was kommen wird. Selbst seine Jünger haben den Einzug in Jerusalem erst später in seiner ganzen Tragweite verstanden.

EvangeliumMk 11, 1–10

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

Es war einige Tage vor dem Paschafest Sprich: Pas-chafest..
1Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen,
nach Bétfage und Betánien am Ölberg,
schickte Jesus zwei seiner Jünger aus.
2Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt;
gleich wenn ihr hineinkommt,
werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden,
auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat.
Bindet das Fohlen los
und bringt es her!
3Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?,
dann antwortet: Der Herr braucht es;
er lässt es bald wieder zurückbringen.
4Da machten sie sich auf den Weg
und fanden außen an einer Tür an der Straße
ein Fohlen angebunden
und sie banden es los.
5Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen:
Wie kommt ihr dazu, das Fohlen loszubinden?
6Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus gesagt hatte,
und man ließ sie gewähren.
7Sie brachten das Fohlen zu Jesus,
legten ihre Kleider auf das Tier
und er setzte sich darauf.
8Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg aus,
andere aber Büschel,
die sie von den Feldern abgerissen hatten.
9Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen:
Hosanna!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!
10Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David,
das nun kommt.
Hosanna in der Höhe!

Oder:

EvangeliumJoh 12, 12–16

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit
12 hörte die große Volksmenge,
die sich zum Paschafest eingefunden hatte,
Jesus komme nach Jerusalem.
13Da nahmen sie Palmzweige,
zogen hinaus, um ihn zu empfangen,
und riefen:
Hosanna!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn,
der König Israels!
14Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf –
wie es in der Schrift heißt:
15 Fürchte dich nicht, Tochter Zion!
Siehe, dein König kommt;
er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin.
16Das alles verstanden seine Jünger zunächst nicht;
als Jesus aber verherrlicht war,
da wurde ihnen bewusst, dass es so über ihn geschrieben stand
und dass man so an ihm gehandelt hatte.

Nach dem Evangelium kann eine kurze Homilie gehalten werden.

Zur Prozession

Liebe Brüder und Schwestern!
Wie einst das Volk von Jerusalem Jesus zujubelte, so begleiten auch wir jetzt den Herrn und singen ihm Lieder.

Während der Prozession:

Kehrvers 1 mit Psalm 24 (23)

Die Kinder von Jerusalem trugen Zweige in den Händen. / Sie zogen dem Herrn entgegen und riefen: / Hosanna in der Höhe!

Oder:

Kehrvers 2 mit Psalm 47 (46)

Die Kinder von Jerusalem / legten ihre Kleider über den Weg und riefen: / Hosanna dem Sohne Davids. / Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.

Diese Kehrverse können zwischen den Versen des Psalmes wiederholt werden.

Hymnus auf Christus, den König

Kv Ruhm und Preis und Ehre / sei dir, Erlöser und König! / Jubelnd rief einst das Volk / sein Hosianna dir zu. – Kv
Du bist Israels König, / Davids Geschlechte entsprossen, / der im Namen des Herrn / als ein Gesegneter kommt. – Kv
Dir lobsingen im Himmel / ewig die seligen Chöre; / so auch preist dich der Mensch, / so alle Schöpfung zugleich. – Kv
Einst mit Zweigen in Händen / eilte das Volk dir entgegen; / so mit Lied und Gebet / ziehen wir heute mit dir. – Kv
Dort erklang dir der Jubel, / als du dahingingst zu leiden; / dir, dem König der Welt, / bringen wir hier unser Lob. – Kv
Hat ihr Lob dir gefallen, / nimm auch das unsre entgegen, / großer König und Herr, / du, dem das Gute gefällt. – Kv

Beim Einzug in die Kirche singt man folgenden Antwortgesang (oder ein entsprechendes Lied):

Ch: Gepriesen, der kommt im Namen des Herrn!
A: Gepriesen, der kommt im Namen des Herrn!
Ch: Als das Volk hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, da zogen sie ihm entgegen. Sie trugen Palmzweige in den Händen und riefen: Hosanna, hosanna, hosanna in der Höhe.
A: Hosanna, hosanna, hosanna in der Höhe.

Als Abschluss der Prozession wird das Eröffnungsgebet der Messe gesprochen.

Messe

Nur wenn keine Prozession stattgefunden hat:

Eröffnungsvers

Sechs Tage vor dem Osterfest kam der Herr in die Stadt Jerusalem.
Da liefen ihm Kinder entgegen
mit Palmzweigen in den Händen und riefen:
Hosanna in der Höhe!
Sei gepriesen, der du kommst als Heiland der Welt.
Ps 24 (23), 9–10
Ihr Tore, hebt euch nach oben,
hebt euch, ihr uralten Pforten;
denn es kommt der König der Herrlichkeit.
Wer ist der König der Herrlichkeit?
Der Herr der Heerscharen,
er ist der König der Herrlichkeit.
Hosanna in der Höhe!
Sei gepriesen, der du kommst als Heiland der Welt.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott,
deinem Willen gehorsam,
hat unser Erlöser Fleisch angenommen,
er hat sich selbst erniedrigt
und sich unter die Schmach des Kreuzes gebeugt.
Hilf uns,
dass wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen
und an seiner Auferstehung Anteil erlangen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

ZUR 1. LESUNG   In Jesaja 42 (vgl. 6. Januar) wurden die Berufung des Gottesknechts und seine Ausrüstung mit dem Geist Gottes beschrieben. Ein zweites Lied vom Gottesknecht (Jes 49, 1–6) zeigt die Schwere seiner Mission. Das dritte Lied (die heutige Lesung) zeichnet ihn als den vollkommenen Jünger und treuen Propheten, der nicht zurückweicht vor Spott und Verfolgung.

Erste LesungJes 50, 4–7

Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen, doch ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate (Drittes Lied vom Gottesknecht)

Lesung
aus dem Buch Jesája.

4Gott, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern,
damit ich verstehe,
die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort.
Jeden Morgen weckt er mein Ohr,
damit ich höre, wie Schüler hören.
5Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.
Ich aber wehrte mich nicht
und wich nicht zurück.
6Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen,
und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen.
Mein Gesicht verbarg ich nicht
vor Schmähungen und Speichel.
7Und Gott, der Herr, wird mir helfen;
darum werde ich nicht in Schande enden.
Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel;
ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

AntwortpsalmPs 22 (21), 8–9.17–18.19–20.23–24 (Kv: 2a)

Kv Mein Gott, mein Gott,GL 293
warum hast du mich verlassen? – Kv

8Alle, die mich sehen, verlachen mich, *
verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
9„Wälze die Last auf den Herrn! /
Er soll ihn befreien, *
er reiße ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat!“ – (Kv)
17Denn Hunde haben mich umlagert, /
eine Rotte von Bösen hat mich umkreist. *
Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.
18Ich kann all meine Knochen zählen; *
sie gaffen und starren mich an. – (Kv)
19Sie verteilen unter sich meine Kleider *
und werfen das Los um mein Gewand.
20Du aber, Herr, halte dich nicht fern! *
Du, meine Stärke, eile mir zu Hilfe! – (Kv)
23Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, *
inmitten der Versammlung dich loben.
24Die ihr den Herrn fürchtet, lobt ihn; /
all ihr Nachkommen Jakobs, rühmt ihn; *
erschauert vor ihm, all ihr Nachkommen Israels! – Kv

ZUR 2. LESUNG   Aus der Gottesherrlichkeit ist der Sohn in die tiefste Erniedrigung hinabgestiegen. Er hat den Kreuzestod auf sich genommen. Sein Gehorsam war Liebe zum Vater und Liebe zu den Menschen. Ihn, den Erniedrigten, hat Gott zum Kyrios, zum Herrn über Zeiten und Welten gemacht. Auf ihn sollen wir schauen, an ihm uns orientieren: „Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht“ (Phil 2, 5).

Zweite LesungPhil 2, 6–11

Christus Jesus erniedrigte sich; darum hat ihn Gott über alle erhöht

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philíppi.

6Christus Jesus war Gott gleich,
hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein,
7sondern er entäußerte sich
und wurde wie ein Sklave
und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen;
8er erniedrigte sich
und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
9Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen,
der größer ist als alle Namen,
10damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde
ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu
11und jeder Mund bekennt:
„Jesus Christus ist der Herr“ –
zur Ehre Gottes, des Vaters.

Ruf vor der PassionVers: vgl. Phil 2, 8b–9

Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit! – Kv
Christus war für uns gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.
Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit!

ZUR PASSION   In Jerusalem muss sich das Geschick Jesu erfüllen, am jüdischen Osterfest, dem Fest der Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft. Vermutlich war es der 7. April des Jahres 30. – Im Leiden und Sterben Jesu wird sichtbar, was die ganze Zeit über verhüllt blieb: Jesus ist der Menschensohn und Gottesknecht, Messiaskönig, Gottes Sohn. Er selbst bestimmt den Augenblick seiner Verhaftung, er gibt das Signal für das Todesurteil, er stirbt bewusst und frei. Aber der Einzige, der ihn, den Gekreuzigten, als Sohn Gottes bekennt, ist der römische Offizier, ein Heide.

PassionMk 14, 1 – 15, 47

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus

E = Evangelist, † Worte Jesu, S = Worte sonstiger Personen

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Markus.

Der Todesbeschluss der Hohepriester und Schriftgelehrten

14, 1E Es war zwei Tage vor dem Pascha Sprich: Pas-cha.

und dem Fest der Ungesäuerten Brote.

Die Hohepriester und die Schriftgelehrten

suchten nach einer Möglichkeit,
Jesus mit List in ihre Gewalt zu bringen, um ihn zu töten.

2Sie sagten aber:
S Ja nicht am Fest,
damit es im Volk keinen Aufruhr gibt!

Die Salbung im Haus Simons des Aussätzigen

3E Als Jesus in Betánien

im Haus Simons des Aussätzigen zu Tisch war,
kam eine Frau
mit einem Alabastergefäß voll echtem, kostbarem Nardenöl,

zerbrach es

und goss das Öl über sein Haupt.

4Einige aber wurden unwillig
und sagten zueinander:
S Wozu diese Verschwendung?
5Man hätte das Öl um mehr als dreihundert Denáre verkaufen

und das Geld den Armen geben können.

E Und sie fuhren die Frau heftig an.
6Jesus aber sagte:
Hört auf!
Warum lasst ihr sie nicht in Ruhe?
Sie hat ein gutes Werk an mir getan.
7Denn die Armen habt ihr immer bei euch
und ihr könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt;
mich aber habt ihr nicht immer.
8Sie hat getan, was sie konnte.
Sie hat im Voraus meinen Leib für das Begräbnis gesalbt.
9Amen, ich sage euch:
Auf der ganzen Welt, wo das Evangelium verkündet wird,

wird man auch erzählen, was sie getan hat,
zu ihrem Gedächtnis.

Einer der Zwölf als Überläufer

10E Judas Iskáriot, einer der Zwölf, ging zu den Hohepriestern.
Er wollte Jesus an sie ausliefern.
11Als sie das hörten,

freuten sie sich

und versprachen, ihm Geld dafür zu geben.
Von da an

suchte er nach einer günstigen Gelegenheit,
ihn auszuliefern.

Die Vorbereitung des Paschamahls

12E Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote,

an dem man das Paschalamm zu schlachten pflegte,
sagten die Jünger zu Jesus:

S Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?
13E Da schickte er zwei seiner Jünger voraus
und sagte zu ihnen:
Geht in die Stadt;
dort wird euch ein Mensch begegnen,
der einen Wasserkrug trägt.
Folgt ihm,
14 bis er in ein Haus hineingeht;
dann sagt zu dem Herrn des Hauses:

Der Meister lässt dich fragen:

Wo ist der Raum,
in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann?

15Und der Hausherr

wird euch einen großen Raum im Obergeschoss zeigen,

der schon für das Festmahl hergerichtet

und mit Polstern ausgestattet ist.

Dort bereitet alles für uns vor!
16E Die Jünger machten sich auf den Weg

und kamen in die Stadt.

Sie fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte,
und bereiteten das Paschamahl vor.

Das Mahl

17E Als es Abend wurde,

kam Jesus mit den Zwölf.

18Während sie nun zu Tisch waren und aßen,

sagte Jesus:

Amen, ich sage euch:
Einer von euch wird mich ausliefern,
einer, der mit mir isst.
19E Da wurden sie traurig
und einer nach dem andern fragte ihn:
S Doch nicht etwa ich?
20E Er sagte zu ihnen:
Einer von euch Zwölf,

der mit mir in dieselbe Schüssel eintunkt.&LB_pfeilu;

21Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen,

wie die Schrift über ihn sagt.

Doch weh dem Menschen,

durch den der Menschensohn ausgeliefert wird!

Für ihn wäre es besser,

wenn er nie geboren wäre.

22E Während des Mahls nahm er das Brot

und sprach den Lobpreis;
dann brach er das Brot,
reichte es ihnen
und sagte:
Nehmt, das ist mein Leib.
23E Dann nahm er den Kelch,
sprach das Dankgebet,
gab ihn den Jüngern
und sie tranken alle daraus.
24Und er sagte zu ihnen:
Das ist mein Blut des Bundes,

das für viele vergossen wird.

25Amen, ich sage euch:
Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken

bis zu dem Tag,
an dem ich von Neuem davon trinke im Reich Gottes.

Die Ankündigung der Verleugnung

26E Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus.
27Da sagte Jesus zu ihnen:
Ihr werdet alle Anstoß nehmen;
denn in der Schrift steht:

Ich werde den Hirten erschlagen,

dann werden sich die Schafe zerstreuen.
28Aber nach meiner Auferstehung

werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.

29E Da sagte Petrus zu ihm:
S Auch wenn alle Anstoß nehmen –

ich nicht!

30E Jesus sagte ihm:
Amen, ich sage dir:
Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht,

wirst du mich dreimal verleugnen.

31E Petrus aber beteuerte:
S Und wenn ich mit dir sterben müsste –

ich werde dich nie verleugnen.

E Das Gleiche sagten auch alle anderen.

Das Gebet in Getsemani

32E Sie kamen zu einem Grundstück, das Getsémani heißt,
und er sagte zu seinen Jüngern:
Setzt euch hier,

während ich bete!

33E Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich.
Da ergriff ihn Furcht und Angst
34und er sagte zu ihnen:
Meine Seele ist zu Tode betrübt.
Bleibt hier und wacht!
35E Und er ging ein Stück weiter,
warf sich auf die Erde nieder
und betete, dass die Stunde, wenn möglich, an ihm vorübergehe.
36Er sprach:
Abba, Vater,
alles ist dir möglich.
Nimm diesen Kelch von mir!
Aber nicht, was ich will,

sondern was du willst.

37E Und er ging zurück

und fand sie schlafend.

Da sagte er zu Petrus:
Simon, du schläfst?
Konntest du nicht einmal eine Stunde wach bleiben?
38Wacht und betet,
damit ihr nicht in Versuchung geratet!
Der Geist ist willig,

aber das Fleisch ist schwach.

39E Und er ging wieder weg
und betete mit den gleichen Worten.
40Als er zurückkam,

fand er sie wieder schlafend,

denn die Augen waren ihnen zugefallen;
und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.

41Und er kam zum dritten Mal
und sagte zu ihnen:
Schlaft ihr immer noch und ruht euch aus?
Es ist genug.
Die Stunde ist gekommen;
siehe, jetzt wird der Menschensohn in die Hände der Sünder ausgeliefert.
42Steht auf,
wir wollen gehen!
Siehe, der mich ausliefert, ist da.

Die Gefangennahme

43E Noch während er redete,

kam Judas, einer der Zwölf,

mit einer Schar von Männern,

die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren;

sie waren von den Hohepriestern,

den Schriftgelehrten und den Ältesten geschickt worden.

44Der ihn auslieferte, hatte mit ihnen ein Zeichen vereinbart
und gesagt:
S Der, den ich küssen werde, der ist es.
Nehmt ihn fest,
führt ihn sicher ab!
45E Und als er kam,

ging er sogleich auf Jesus zu

und sagte:
S Rabbi!
E Und er küsste ihn.
46Da legten sie Hand an ihn

und nahmen ihn fest.

47Einer von denen, die dabeistanden,

zog das Schwert,

schlug auf den Diener des Hohepriesters ein
und hieb ihm das Ohr ab.
48Da sagte Jesus zu ihnen:
Wie gegen einen Räuber

seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen,
um mich festzunehmen.

49Tag für Tag war ich bei euch im Tempel und lehrte
und ihr habt mich nicht verhaftet;
aber so mussten die Schriften erfüllt werden.
50E Da verließen ihn alle

und flohen.

51Ein junger Mann aber,

der nur mit einem leinenen Tuch bekleidet war,
wollte ihm nachfolgen.

Da packten sie ihn;
52er aber ließ das Tuch fallen

und lief nackt davon.

Das Bekenntnis Jesu und die Verleugnung durch Petrus

53E Darauf führten sie Jesus zum Hohepriester
und es versammelten sich alle Hohepriester

und Ältesten und Schriftgelehrten.

54Petrus aber war Jesus von Weitem

bis in den Hof des Hohepriesters gefolgt;

nun saß er dort bei den Dienern
und wärmte sich am Feuer.

55Die Hohepriester und der ganze Hohe Rat

bemühten sich um Zeugenaussagen gegen Jesus,
um ihn zum Tod verurteilen zu können;

sie fanden aber nichts.
56Viele machten zwar falsche Aussagen gegen ihn,
aber die Aussagen stimmten nicht überein.
57Einige der falschen Zeugen, die gegen ihn auftraten, behaupteten:
58S Wir haben ihn sagen hören:

Ich werde diesen
von Menschenhand gemachten Tempel niederreißen

und in drei Tagen einen anderen aufbauen,

der nicht von Menschenhand gemacht ist.

59E Aber auch in diesem Fall stimmten die Aussagen nicht überein.
60Da stand der Hohepriester auf,
trat in die Mitte
und fragte Jesus:
S Willst du denn nichts sagen

zu dem, was diese Leute gegen dich vorbringen?

61E Er aber schwieg

und gab keine Antwort.

Da wandte sich der Hohepriester nochmals an ihn
und fragte:
S Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?
62E Jesus sagte:
Ich bin es.
Und ihr werdet den Menschensohn

zur Rechten der Macht sitzen
und mit den Wolken des Himmels kommen sehen.

63E Da zerriss der Hohepriester sein Gewand
und rief:
S Wozu brauchen wir noch Zeugen?
64Ihr habt die Gotteslästerung gehört.
Was ist eure Meinung?
E Und sie fällten einstimmig das Urteil:
S Er ist des Todes schuldig.
65E Und einige spuckten ihn an,
verhüllten sein Gesicht,
schlugen ihn
und riefen:
S Zeig, dass du ein Prophet bist!
E Auch die Diener schlugen ihn ins Gesicht.

66Als Petrus unten im Hof war,

kam eine von den Mägden des Hohepriesters.

67Sie sah, wie Petrus sich wärmte,
blickte ihn an
und sagte:
S Auch du warst mit diesem Jesus aus Nazaret zusammen.
68E Doch er leugnete
und sagte:
S Ich weiß nicht und verstehe nicht, wovon du redest.
E Dann ging er in den Vorhof hinaus.
69Als die Magd ihn dort bemerkte,

sagte sie zu denen, die dabeistanden, noch einmal:

S Der gehört zu ihnen.
70E Er aber leugnete wieder.
Wenig später sagten die Leute, die dort standen,

von Neuem zu Petrus:

S Du gehörst wirklich zu ihnen;
du bist doch auch ein Galiläer.
71E Da fing er an zu fluchen
und zu schwören:
S Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet.
72E Gleich darauf krähte der Hahn zum zweiten Mal
und Petrus erinnerte sich an das Wort,

das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht,
wirst du mich dreimal verleugnen.

Und er begann zu weinen.

Das Verhör vor Pilatus

15, 1E Gleich in der Frühe fassten die Hohepriester,

die Ältesten und die Schriftgelehrten,
also der ganze Hohe Rat,
über Jesus einen Beschluss.

Sie ließen ihn fesseln und abführen
und lieferten ihn Pilatus aus.
2Pilatus fragte ihn:
S Bist du der König der Juden?
E Er antwortete ihm:
Du sagst es.
3E Die Hohepriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor.
4Da wandte sich Pilatus wieder an ihn
und fragte:
S Willst du denn nichts dazu sagen?
Sieh doch, wie viele Anklagen sie gegen dich vorbringen.
5E Jesus aber gab keine Antwort mehr,
sodass Pilatus sich wunderte.
6Jeweils zum Fest

ließ Pilatus einen Gefangenen frei,

den sie sich ausbitten durften.
7Damals saß gerade ein Mann namens Bárabbas im Gefängnis,
zusammen mit anderen Aufrührern,

die bei einem Aufstand einen Mord begangen hatten.

8Die Volksmenge zog zu Pilatus hinauf
und verlangte, ihnen die gleiche Gunst zu gewähren wie sonst.
9Pilatus fragte sie:
S Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freilasse?
10E Er merkte nämlich,

dass die Hohepriester Jesus nur aus Neid
an ihn ausgeliefert hatten.

11Die Hohepriester aber wiegelten die Menge auf,

lieber die Freilassung des Bárabbas zu fordern.

12Pilatus wandte sich von Neuem an sie
und fragte:
S Was soll ich dann mit dem tun,

den ihr den König der Juden nennt?

13E Da schrien sie:
S Kreuzige ihn!
14E Pilatus entgegnete:
S Was hat er denn für ein Verbrechen begangen?
E Sie aber schrien noch lauter:
S Kreuzige ihn!
15E Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufriedenzustellen,

Bárabbas frei.

Jesus lieferte er,

nachdem er ihn hatte geißeln lassen,
zur Kreuzigung aus.

Die Verspottung Jesu durch die römischen Soldaten

16E Die Soldaten führten ihn ab,

in den Hof hinein, der Prätórium heißt,

und riefen die ganze Kohórte zusammen.
17Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um
und flochten einen Dornenkranz;
den setzten sie ihm auf
18und grüßten ihn:
S Sei gegrüßt, König der Juden!
19E Sie schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf
und spuckten ihn an,
beugten die Knie
und huldigten ihm.
20aNachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten,

nahmen sie ihm den Purpurmantel ab
und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.

Kreuzweg und Kreuzigung

20bE Dann führten sie Jesus hinaus,

um ihn zu kreuzigen.

21Einen Mann, der gerade vom Feld kam,

Simon von Kyréne,
den Vater des Alexander und des Rufus,
zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.

22Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Gólgota,
das heißt übersetzt: Schädelhöhe.
23Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war;
er aber nahm ihn nicht.
24Dann kreuzigten sie ihn.
Sie verteilten seine Kleider,

indem sie das Los über sie warfen,
wer was bekommen sollte.

25Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
26Und eine Aufschrift gab seine Schuld an:
Der König der Juden.
27Zusammen mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber,
28den einen rechts von ihm, den andern links.

Die Verspottung Jesu durch die Schaulustigen

29E Die Leute, die vorbeikamen,

verhöhnten ihn,

schüttelten den Kopf
und riefen:
S Ach, du willst den Tempel niederreißen
und in drei Tagen wieder aufbauen?
30Rette dich selbst
und steig herab vom Kreuz!
31E Ebenso verhöhnten ihn auch die Hohepriester
und die Schriftgelehrten
und sagten untereinander:
S Andere hat er gerettet,
sich selbst kann er nicht retten.
32Der Christus, der König von Israel!
Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen,
damit wir sehen und glauben.
E Auch die beiden Männer,

die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden,
beschimpften ihn.

(Hier stehen alle auf.)

Der Tod Jesu

33E Als die sechste Stunde kam,

brach eine Finsternis über das ganze Land herein –

bis zur neunten Stunde.
34Und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme:
Éloï, Éloï,
lema sabachtáni?,
E das heißt übersetzt:
Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?
35E Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten:
S Hört, er ruft nach Elíja!
36E Einer lief hin,
tauchte einen Schwamm in Essig,
steckte ihn auf ein Rohr
und gab Jesus zu trinken.
Dabei sagte er:
S Lasst,
wir wollen sehen, ob Elíja kommt und ihn herabnimmt.
37E Jesus aber schrie mit lauter Stimme.
Dann hauchte er den Geist aus.

Hier knien alle zu einer kurzen Gebetsstille nieder.

38E Da riss der Vorhang im Tempel in zwei Teile

von oben bis unten.

39Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand,

ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er:

S Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.

40E Auch einige Frauen sahen von Weitem zu,

darunter Maria aus Mágdala,
Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und Joses,
sowie Sálome;
41sie waren Jesus schon in Galiläa nachgefolgt

und hatten ihm gedient.

Noch viele andere Frauen waren dabei,

die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

Das Begräbnis Jesu

42E Da es Rüsttag war, der Tag vor dem Sabbat,

und es schon Abend wurde,

43 ging Josef von Arimathäa,

ein vornehmes Mitglied des Hohen Rats,

der auch auf das Reich Gottes wartete,

zu Pilatus

und wagte es, um den Leichnam Jesu zu bitten.
44Pilatus war überrascht,

als er hörte, dass Jesus schon tot sei.

Er ließ den Hauptmann kommen
und fragte ihn, ob Jesus bereits gestorben sei.
45Als er es vom Hauptmann erfahren hatte,

überließ er Josef den Leichnam.

46Josef kaufte ein Leinentuch,
nahm Jesus vom Kreuz,
wickelte ihn in das Tuch
und legte ihn in ein Grab,

das in einen Felsen gehauen war.

Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang des Grabes.

47Maria aus Mágdala aber

und Maria, die Mutter des Joses,
beobachteten, wohin er gelegt wurde.

Oder Kurzfassung:

PassionMk 15, 1–39

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus

E = Evangelist, † Worte Jesu, S = Worte sonstiger Personen

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Markus.

Das Verhör vor Pilatus

1E Gleich in der Frühe fassten die Hohepriester,

die Ältesten und die Schriftgelehrten,
also der ganze Hohe Rat,
über Jesus einen Beschluss.

Sie ließen ihn fesseln und abführen
und lieferten ihn Pilatus aus.
2Pilatus fragte ihn:
S Bist du der König der Juden?
E Er antwortete ihm:
Du sagst es.
3E Die Hohepriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor.
4Da wandte sich Pilatus wieder an ihn
und fragte:
S Willst du denn nichts dazu sagen?
Sieh doch, wie viele Anklagen sie gegen dich vorbringen.
5E Jesus aber gab keine Antwort mehr,
sodass Pilatus sich wunderte.

6Jeweils zum Fest

ließ Pilatus einen Gefangenen frei,
den sie sich ausbitten durften.

7Damals saß gerade ein Mann namens Bárabbas im Gefängnis,
zusammen mit anderen Aufrührern,

die bei einem Aufstand einen Mord begangen hatten.

8Die Volksmenge zog zu Pilatus hinauf
und verlangte, ihnen die gleiche Gunst zu gewähren wie sonst.
9Pilatus fragte sie:
S Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freilasse?
10E Er merkte nämlich,

dass die Hohepriester Jesus nur aus Neid
an ihn ausgeliefert hatten.

11Die Hohepriester aber wiegelten die Menge auf,

lieber die Freilassung des Bárabbas zu fordern.

12Pilatus wandte sich von Neuem an sie
und fragte:
S Was soll ich dann mit dem tun,

den ihr den König der Juden nennt?

13E Da schrien sie:
S Kreuzige ihn!
14E Pilatus entgegnete:
S Was hat er denn für ein Verbrechen begangen?
E Sie aber schrien noch lauter:
S Kreuzige ihn!
15E Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufriedenzustellen,

Bárabbas frei.

Jesus lieferte er,

nachdem er ihn hatte geißeln lassen,
zur Kreuzigung aus.

Die Verspottung Jesu durch die römischen Soldaten

16E Die Soldaten führten ihn ab,

in den Hof hinein, der Prätórium heißt,

und riefen die ganze Kohórte zusammen.
17Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um
und flochten einen Dornenkranz;
den setzten sie ihm auf
18und grüßten ihn:
S Sei gegrüßt, König der Juden!
19E Sie schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf
und spuckten ihn an,
beugten die Knie
und huldigten ihm.
20aNachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten,

nahmen sie ihm den Purpurmantel ab
und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.

Kreuzweg und Kreuzigung

20bE Dann führten sie Jesus hinaus,

um ihn zu kreuzigen.

21Einen Mann, der gerade vom Feld kam,

Simon von Kyréne,
den Vater des Alexander und des Rufus,
zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.

22Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Gólgota,
das heißt übersetzt: Schädelhöhe.
23Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war;
er aber nahm ihn nicht.
24Dann kreuzigten sie ihn.
Sie verteilten seine Kleider,

indem sie das Los über sie warfen,
wer was bekommen sollte.

25Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
26Und eine Aufschrift gab seine Schuld an:
Der König der Juden.
27Zusammen mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber,
28den einen rechts von ihm, den andern links.

Die Verspottung Jesu durch die Schaulustigen

29E Die Leute, die vorbeikamen,

verhöhnten ihn,

schüttelten den Kopf
und riefen:
S Ach, du willst den Tempel niederreißen
und in drei Tagen wieder aufbauen?
30Rette dich selbst
und steig herab vom Kreuz!
31E Ebenso verhöhnten ihn auch die Hohepriester
und die Schriftgelehrten
und sagten untereinander:
S Andere hat er gerettet,
sich selbst kann er nicht retten.
32Der Christus, der König von Israel!
Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen,
damit wir sehen und glauben.
E Auch die beiden Männer,

die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden,
beschimpften ihn.

(Hier stehen alle auf.)

Der Tod Jesu

33E Als die sechste Stunde kam,

brach eine Finsternis über das ganze Land herein –

bis zur neunten Stunde.
34Und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme:
Éloï, Éloï,
lema sabachtáni?,
E das heißt übersetzt:
Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?
35E Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten:
S Hört, er ruft nach Elíja!
36E Einer lief hin,
tauchte einen Schwamm in Essig,
steckte ihn auf ein Rohr
und gab Jesus zu trinken.
Dabei sagte er:
S Lasst,
wir wollen sehen, ob Elíja kommt und ihn herabnimmt.
37E Jesus aber schrie mit lauter Stimme.
Dann hauchte er den Geist aus.

Hier knien alle zu einer kurzen Gebetsstille nieder.

38E Da riss der Vorhang im Tempel in zwei Teile

von oben bis unten.

39Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand,

ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er:

S Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.

Glaubensbekenntnis

Fürbitten

ZUR EUCHARISTIEFEIER   „Sein Leben war das eines Menschen…, bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,7 f.) – Er kennt unser Leben, die inneren und äußeren Abgründe und Schmerzen, er ist ganz und gar einer von uns… Aber es bleibt nicht dabei: Die „Erhöhung“ des Menschensohns erhebt auch unser Leben in eine neue Dimension: Leid und Tod haben nicht mehr das letzte Wort.

Gabengebet

Herr, unser Gott,
schenke uns Verzeihung
durch das Leiden deines Sohnes.
Wir haben sie zwar durch unsere Taten nicht verdient,
aber wir vertrauen auf dein Erbarmen.
Darum versöhne uns mit dir
durch das einzigartige Opfer
unseres Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Präfation

KommunionversMt 26, 42

Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir nicht vorübergehen kann und ich ihn trinken muss, so geschehe dein Wille.

Schlussgebet

Herr, unser Gott,
du hast uns im heiligen Mahl gestärkt.
Durch das Sterben deines Sohnes
gibst du uns die Kraft,
das Leben zu erhoffen, das uns der Glaube verheißt.
Gib uns durch seine Auferstehung die Gnade,
das Ziel unserer Pilgerschaft zu erreichen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE

In den letzten Worten Jesu am Kreuz … liegt eine tiefe Wahrheit: Er ist unser aller Tod gestorben, ob wir schreiend oder still, wider Willen oder Gott ergeben sterben. Jeder stirbt seinen Tod, aber jeder stirbt in Gottes Schweigen hinein. Die letzte Antwort wird keinem hier gegeben. So stirbt Jesus jeden Tod mit. Das ist die letzte „Lektion“, die der Lieblingsschüler Gottes lernt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht“ (Joh 12,24). (Wilhelm Bruners)

 

P. Anselm Schott

Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben
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