Schott Tagesliturgie
Montag
18
September 2023
- Montag der 24. Woche im Jahreskreis
- Hl. Lambert
- Lesejahr: A I, StB: IV. Woche
MONTAG DER 24. WOCHE
IM JAHRESKREIS
TAGESGEBET
Gott.
Du bist uns nahe,
noch bevor wir zu dir kommen.
Du bist bei uns,
noch bevor wir uns aufmachen zu dir.
Sieh deine Gemeinde, die auf dich schaut:
Sieh unsere Sehnsucht nach Glück,
unseren Willen zum Guten
und unser Versagen.
Erbarme dich unserer Armut und Leere.
Fülle sie mit deinem Leben, mit deinem Glück,
mit deiner Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 314, 25)
Oder ein anderes Tagesgebet
Jahr I
Zur Lesung Die Ordnung des Gottesdienstes ist die erste, wenn auch nicht die
einzige Sorge dieses Briefs. Dem Bekenntnis zu dem einen Gott, der alle
Menschen zum Heil beruft, und zu dem einen Mittler Jesus Christus, der sich
„für alle“ zum Opfer hingab, entspricht der Universalismus im Gebet der Gemeinde.
Für „alle Menschen“ soll die Gemeinde bitten und danken, auch für die
staatliche Obrigkeit. Für den (heidnischen) Herrscher und seine Beamten zu
beten war auch im späten Judentum Brauch (z.B. Esra 6,10 für den persischen
Großkönig). Die Begründung klingt nach „christlicher Bürgerlichkeit“, wie sie
auch an anderen Stellen der Pastoralbriefe zu spüren ist (vgl. 1 Tim 2,15; 3,4-5). Doch wäre es nicht richtig, hier schon von einer Verbürgerlichung des
Christentums zu sprechen; für eine solche fehlten die inneren wie die äußeren
Voraussetzungen. Überdies hätte eine „verbürgerlichte“ christliche Gemeinde in
damaliger Zeit nicht für den Kaiser. sondern zum Kaiser beten müssen, und
gerade davon kann nicht die Rede sein. - Zu 2,1-2: Bar 1,11; Röm 13,1-7; Tit
3,1.- Zu 2,5-6: Hebr 8,6; Mt 20,28; 2 Kor 5,15; Gal 1,4; Eph 5,2. - Zu
2,7: Apg 9,15; Gal 2,7; 2 Tim 1,11.
ERSTE Lesung |
1 Tim 2, 1-8 |
Ich fordere auf zu Bitten und Gebeten für alle Menschen, denn Gott will, dass alle gerettet werden
Lesung aus dem ersten Brief des
Apostels Paulus an Timotheus
1Vor
allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und
zwar für alle Menschen,
2für
die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit
und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.
3Das
ist recht und gefällt Gott, unserem Retter;
4er
will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit
gelangen.
5Denn:
Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch
Christus Jesus,
6der
sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten
Zeit,
7als
dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde - ich sage die Wahrheit und
lüge nicht -, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit.
8Ich
will, dass die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei
von Zorn und Streit.
Antwortpsalm |
Ps 28 (27), 1ab u. 2.7.8-9 (R: 6) |
R Der Herr sei gepriesen, |
(GL neu 651, 3) |
|
1ab Zu dir rufe ich, Herr, mein Fels. |
IV. Ton |
Wende dich nicht schweigend ab von
mir!
2 Höre mein lautes Flehen, wenn ich zu dir
schreie,
wenn ich die Hände zu deinem
Allerheiligsten erhebe. - (R)
7
Der Herr ist meine Kraft und mein
Schild,
mein Herz vertraut ihm.
Mir wurde geholfen. Da jubelte mein
Herz;
ich will ihm danken mit meinem Lied. - (R)
8 Der Herr ist die Stärke seines Volkes,
er ist Schutz und Heil für seinen
Gesalbten.
9 Hilf deinem Volk, und segne dein Erbe,
führe und trage es in Ewigkeit! - R
Jahr II
Zur Lesung Die Situation einer
Gemeinde offenbart sich in ihrem Gottesdienst. Die Christen von Korinth
feierten zwar Eucharistie, aber bei dem vorausgehenden gemeinsamen Mahl
kränkten die wohlhabenden Gemeindemitglieder die ärmeren durch ihre Rücksichtslosigkeit.
Diesem Missstand, den Paulus unerträglich findet, verdanken wir die älteste
Niederschrift der apostolischen Überlieferung von der Einsetzung der
Eucharistie. Im Zusammenhang geht es also weniger um die Lehre als um die
Praxis. Man kann nicht sakramentale Gemeinschaft mit Christus haben und
gleichzeitig die Bruderliebe verletzen, den Bruder missachten, für den Christus
gestorben ist. Das Sakrament ist Gabe des Heils; das Heil aber geschieht in der
Begegnung mit dem Herrn, der bei seiner Wiederkunft alle richten wird, und zwar
danach, ob sie den „Leib des Herrn (V. 29) geehrt haben - im Sakrament und im
Bruder. - Mt 26,26-29; Mk 14,22-25; Lk 22,14-20; Mt 25,31-46; Lk 22,24-27;
Joh 6,26-59; 2 Kor 1,18-20; Offb 21,3-6; 22,17.20.
ERSTE Lesung |
1 Kor 11, 17-26.33 |
Wenn es Spaltungen unter euch gibt, ist das, was ihr tut, keine Feier des Herrenmahls mehr
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther
Brüder!
17Wenn
ich schon Anweisungen gebe: Das kann ich nicht loben, dass ihr nicht mehr zu
eurem Nutzen, sondern zu eurem Schaden zusammenkommt.
18Zunächst
höre ich, dass es Spaltungen unter euch gibt, wenn ihr als Gemeinde
zusammenkommt; zum Teil glaube ich das auch.
19Denn
es muss Parteiungen geben unter euch; nur so wird sichtbar, wer unter euch treu
und zuverlässig ist.
20Was
ihr bei euren Zusammenkünften tut, ist keine Feier des Herrenmahls mehr;
21denn
jeder verzehrt sogleich seine eigenen Speisen, und dann hungert der eine,
während der andere schon betrunken ist.
22Könnt
ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder verachtet ihr die Kirche
Gottes? Wollt ihr jene demütigen, die nichts haben? Was soll ich dazu sagen?
Soll ich euch etwa loben? In diesem Fall kann ich euch nicht loben.
23Denn
ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der
Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot,
24sprach
das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies
zu meinem Gedächtnis!
25Ebenso
nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in
meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!
26Denn
sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod
des Herrn, bis er kommt.
33Wenn
ihr also zum Mahl zusammenkommt, meine Brüder, wartet aufeinander!
Antwortpsalm |
Ps 40 (39), 7-8.9-10.17 (R: vgl. 1 Kor 11, 26b) |
R Verkündet den Tod des Herrn, bis er kommt! - R |
(GL neu 201, 1) |
7 An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, |
VI. Ton |
Brand- und Sündopfer forderst du
nicht.
Doch das Gehör hast du mir
eingepflanzt;
8
darum sage ich: Ja, ich komme.
In dieser Schriftrolle steht, was an
mir geschehen. - (R)
9 Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht
mir Freude,
deine Weisung trag‘ ich im Herzen.
10 Gerechtigkeit verkünde ich in großer
Gemeinde,
meine Lippen verschließe ich nicht;
Herr, du weißt es. - (R)
17
Alle, die dich suchen, frohlocken;
sie mögen sich freuen in dir.
Die dein Heil lieben, sollen immer
sagen:
Groß ist Gott der Herr. - R
Jahr I und II
Ruf vor dem Evangelium |
Vers: vgl. Joh 3, 16a.15 |
Halleluja.
Halleluja.
So
sehr hat Gott die Welt geliebt,
dass
er seinen einzigen Sohn hingab,
damit
jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
Halleluja.
Zum Evangelium Der Hauptmann von Kafarnaum, ein Heide, beschämt die Vertreter der
Synagoge durch seinen Glauben an Jesus und an die heilende Kraft seines Wortes.
Das Wort Jesu über den Glauben dieses Heiden konnte für das jüdische Ohr eine
gewisse Härte haben; Lukas hat sie dadurch gemildert, dass er den Hauptmann als
einen gütigen und ehrfürchtigen Menschen und einen „Freund unseres Volkes“
darstellt. Der heidnische Leser des Evangeliums aber soll von ihm die
Hochschätzung des jüdischen Glaubens lernen. Lukas zeigt sich hier wie auch
sonst als der ökumenische Evangelist, der mehr das Verbindende und Versöhnende
als das Trennende betont. - Mt 8,5-13; Joh 4,46-53.
Evangelium |
Lk 7, 1-10 |
Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
In jener Zeit
1als
Jesus seine Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein.
2Ein
Hauptmann hatte einen Diener, der todkrank war und den er sehr schätzte.
3Als
der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu
ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten.
4Sie
gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du
seine Bitte erfüllst;
5denn
er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut.
6Da
ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war,
schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn
ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst.
7Deshalb
habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich
nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.
8Auch
ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich
nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu
meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
9Jesus
war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den
Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen
solchen Glauben gefunden.
10Und
als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten,
stellten sie fest, dass der Diener gesund war.
FÜRBITTEN
Zu
Jesus Christus, der inständiges Bitten erhört, wollen wir beten:
Für
die Kirche: dass in ihr das Vertrauen auf deine Hilfe wachse. (Stille) Christus, höre uns.
A.: Christus, erhöre uns.
Für
alle, die nicht glauben: dass sie zum Licht der Wahrheit gelangen. (Stille) Christus, höre uns
Für
die alten Menschen: dass du ihnen Geborgenheit gibst. (Stille)
Christus, höre uns
Für
unsere Gemeinde: dass wir erlangen, was du verheißen hast. (Stille) Christus, höre uns
Gott, unser Vater, unser Leben ruht in deiner Hand. Erhöre unsere Bitten durch Christus, unseren Herrn.
A.: Amen.
„Fürbitten heißt alle zu Gott
mitnehmen, die uns am Herzen liegen, alle, die wir kennen, oder alle, von denen
wir wissen, dass sie eines Menschen bedürfen, der sie vor Gott hin mitnimmt. Es
heißt aber auch: diesen Menschen selbst näher kommen. Es gibt nicht nur ein
Kennen von Mensch zu Mensch, sondern auch ein Kennen auf dem Umweg über die
Augen Gottes. Das Licht Gottes fällt gleichsam auf das Gesicht des Menschen
neben mir und macht es klarer, deutlicher, verständlicher. Fürbitten heißt
auch: die Gnade empfangen, lieben zu können. Indem ich mit einem anderen
Menschen zusammen vor Gott stehe und er mir verständlicher wird, entsteht Liebe
zu ihm. Ich beginne, mit ihm zu leben, mich mit ihm zu ängstigen, mit ihm zu
trauern, mich mit ihm zu freuen, mit ihm zu hoffen“ (Helmut Gollwitzer).