Schott Tagesliturgie
Dienstag
3
Oktober 2023
- Dienstag der 26. Woche im Jahreskreis
- Lesejahr: A I, StB: II. Woche
DIENSTAG DER 26.
WOCHE IM JAHRESKREIS
TAGESGEBET
Allmächtiger, ewiger Gott,
deinem Willen gehorsam,
hat unser Erlöser Fleisch angenommen,
er hat sich selbst erniedrigt
und sich unter die Schmach des Kreuzes gebeugt.
Hilf uns,
dass wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen
und an seiner Auferstehung Anteil erlangen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus. (MB [8])
Oder ein anderes Tagesgebet
Jahr I
Zur Lesung Das neue Jerusalem, das Sacharja ankündigt; ist keine verschlossene
Stadt, noch weniger ein Getto (vgl. 2,15). Am der Ende Spruchsammlung (Kap. 8)
stehen zwei Verheißungen über die weltweite Ausdehnung der Gottesherrschaft.
Die erste Verheißung (V. 20-22) sieht die Völker nach Jerusalem wallfahren, um
dem einen Gott zu huldigen. Der Universalismus Sacharjas bleibt also immer noch
an die geographische Gegebenheit gebunden, die für ihn ebenso wie für Jesaja
und Micha nur Jerusalem heißen kann. In der zweiten Verheißung (V. 23) sind es
nicht Völker, sondern einzelne Menschen, freilich in sehr großer Zahl sich der
Jahwereligion anschließen. Auch das wird in einem zeitbedingten Bild gesehen;
aber es handelt sich nicht mehr um einen irgendwie politisch-nationalen
Anschluss, sondern: Gott ist mit euch, deshalb wollen mit euch gehen. - 1 Kön
8,41-43; Tob 13,11; Jes 2,2-5; Mi 4,1-5; 1 Kor 14,25.
ERSTE Lesung |
Sach 8, 20-23 |
Viele Völker werden kommen, um in Jerusalem den Herrn der Heere zu suchen
Lesung
aus dem Buch Sacharja
20So
spricht der Herr der Heere: Es wird noch geschehen, dass Völker herbeikommen und
die Einwohner vieler Städte.
21Die
Einwohner der einen Stadt werden zur andern gehen und sagen: Wir wollen gehen,
um den Zorn des Herrn zu besänftigen und den Herrn der Heere zu suchen. - Auch
ich will hingehen. -
22Viele
Völker und mächtige Nationen werden kommen, um in Jerusalem den Herrn der Heere
zu suchen und den Zorn des Herrn zu besänftigen.
23So
spricht der Herr der Heere: In jenen Tagen werden zehn Männer aus Völkern aller
Sprachen einen Mann aus Juda an seinem Gewand fassen, ihn festhalten und sagen:
Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört: Gott ist mit euch.
Antwortpsalm |
Ps 87 (86), 2-3.4.5 u. 7 (R: vgl. Sach 8, 23) |
R Gott ist mit uns. - R |
(GL neu 76, 1) |
2 Der Herr liebt Zion, seine Gründung auf heiligen Bergen; |
I. Ton |
mehr als all seine Stätten in Jakob
liebt er die Tore Zions.
3 Herrliches sagt man von dir,
du Stadt unseres Gottes. - (R)
4 Leute aus Ägypten und Babel
zähle ich zu denen, die mich kennen;
auch von Leuten aus dem Philisterland,
aus Tyrus und Kusch
sagt man: Er ist dort geboren. - (R)
5 Von Zion wird man sagen:
Jeder ist dort geboren.
Er, der Höchste, hat Zion gegründet.
7 Und sie werden beim Reigentanz singen:
All meine Quellen entspringen in dir. - R
Jahr II
Zur Lesung Mit einer Verwünschung beginnt die heutige Lesung, und sie schließt mit
einer quälenden Frage: Warum? Wozu? Ijob ist nicht der Erste, der den Tag
seiner Geburt verflucht; Jeremia hat es mit ähnlichen Worten getan, als er
eines Tages sein Prophetenschicksal beklagte. Ijob, der Mann, dem alles
zerschlagen wurde, wünscht, er wäre nie geboren, oder er wäre gleich bei seiner
Geburt gestorben. Dann nimmt seine Auflehnung die Form bitterer Fragen an. Der
Mensch fragt nach dem Warum des Leides: er betrachtet es weder als normal noch
als notwendig mit der menschlichen Existenz selbst gegeben. Es muss einen
Grund, eine Ursache haben. Und hier öffnet sich der Abgrund des Problems: die
Ursache kann letzten Endes nur „er“ sein, der den Menschen „von allen Seiten
einschließt“ (V. 23). - Jer 20,14-18; Koh 4,2; 6,3. - Zu 3,20-23: Sir 41,2; Offb 9,6; Klgl 3,7.
ERSTE Lesung |
Ijob 3, 1-3.11-17.20-23 |
Warum schenkt Gott dem Elenden Licht?
Lesung
aus dem Buch Ijob
1Ijob
tat seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag.
2Ijob
ergriff das Wort und sprach:
3Ausgelöscht
sei der Tag, an dem ich geboren bin, die Nacht, die sprach: Ein Mann ist
empfangen.
11Warum
starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied
nicht gleich?
12Weshalb
nur kamen Knie mir entgegen, wozu Brüste, dass ich daran trank?
13Still
läge ich jetzt und könnte rasten, entschlafen wäre ich und hätte Ruhe
14bei
Königen, bei Ratsherren im Land, die Grabkammern für sich erbauten,
15oder
bei Fürsten, reich an Gold, die ihre Häuser mit Silber gefüllt.
16Wie
die verscharrte Fehlgeburt wäre ich nicht mehr, Kindern gleich, die das Licht
nie geschaut.
17Dort
hören Frevler auf zu toben, dort ruhen aus, deren Kraft erschöpft ist.
20Warum
schenkt er dem Elenden Licht und Leben denen, die verbittert sind?
21Sie
warten auf den Tod, der nicht kommt, sie suchen ihn mehr als verborgene
Schätze.
22Sie
würden sich freuen über einen Hügel; fänden sie ein Grab, sie würden
frohlocken.
23Wozu
Licht für den Mann auf verborgenem Weg, den Gott von allen Seiten einschließt?
Antwortpsalm |
Ps 88 (87), 2-3.4-5.6.7-8 (R: 3a) |
R Lass mein Gebet zu dir dringen! - R |
(GL neu 307, 5) |
2 Herr, du Gott meines Heils, |
I. Ton |
zu dir schreie ich am Tag und bei
Nacht.
3 Lass mein Gebet zu dir dringen,
wende dein Ohr meinem Flehen zu! - (R)
4 Denn meine Seele ist gesättigt mit Leid,
mein Leben ist dem Totenreich nahe.
5 Schon zähle ich zu denen, die
hinabsinken ins Grab,
bin wie ein Mann, dem alle Kraft
genommen ist. - (R)
6
Ich bin zu den Toten hinweggerafft,
wie Erschlagene, die im Grabe ruhen;
an sie denkst du nicht mehr,
denn sie sind deiner Hand entzogen. - (R)
7
Du hast mich ins tiefste Grab gebracht,
tief hinab in finstere Nacht.
8 Schwer lastet dein Grimm auf mir,
all deine Wogen stürzen über mir
zusammen. - R
Jahr I und II
Ruf vor dem Evangelium |
Vers: vgl. Mk 10, 45 |
Halleluja.
Halleluja.
Der
Menschensohn ist gekommen, um zu dienen
und
sein Leben hinzugeben als Lösepreis für viele.
Halleluja.
Zum Evangelium Das Lukasevangelium hält sich im Großen und Ganzen an den Aufbau des
Markusevangeliums, den auch Matthäus übernommen hat. Mit Lk 9,51 beginnt aber
eine große Einschaltung des Lukas, der so genannte Reisebericht, der etwa ein
Drittel dieses Evangeliums ausmacht (9,51 - 19,27). Ziel dieser Reise ist
Jerusalem (V 51), über ihre Dauer ist nichts Genaues auszumachen. Die Reise
nach Jerusalem beginnt im Anschluss an die Leidensweissagung von 9,44. In
Jerusalem, nirgendwo anders, muss der Menschensohn getötet werden (Lk 13,33),
und dort wird er auferweckt werden. Jesus geht seinen Weg mit großer Entschiedenheit,
vergleichbar mit Elija, als er von der Erde weggenommen werden sollte (2 Kön
2). Aber hier ist mehr als Elija; Jesus lässt kein Feuer vom Himmel regnen, wie
es Elija tat (2 Kön 1,10.12). Sein Geist ist von anderer Art. - Lk 18,31; 19,28; Mt 19,1; Mk 10,1.
Evangelium |
Lk 9, 51-56 |
Er
entschloss sich, nach Jerusalem zu gehen
+ Aus dem heiligen
Evangelium nach Lukas
51Als
die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte,
entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen.
52Und er
schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten
eine Unterkunft für ihn besorgen.
53Aber
man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.
54Als
die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir
befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?
55Da
wandte er sich um und wies sie zurecht.
56Und
sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.
FÜRBITTEN
Jesus
Christus wurde unser Bruder, damit wir Kinder Gottes werden. Zu ihm wollen wir
beten:
Für unseren Papst und alle Bischöfe: behüte und bestärke sie in ihrem
Dienst. (Stille) Herr, erbarme dich.
A.: Christus, erbarme dich.
Für
alle, die ein öffentliches Amt haben: lass sie zum Wohl aller beitragen. (Stille) Herr, erbarme dich.
Für
alle Notleidenden: nimm dich ihrer an, und gib ihnen Hoffnung. (Stille) Herr, erbarme dich.
Für
unsere Gemeinde: hilf, dass bei uns Verständnis und Vertrauen zunehmen. (Stille) Herr, erbarme dich.
Herr, unser Gott, du hast deinen Sohn uns Menschen gleichgemacht. Erhöre unser Gebet durch ihn, Christus, unseren Herrn. A.: Amen.
„Dadurch, dass Ijob alles,
was er erlebt und erleidet, auf Gott beziehen muss, werden seine Leiden nur
noch größer und abgründiger. Denn das Schlimmste sind für Ijob ja gar nicht
seine juckenden Schwären, seine geschäftlichen Verluste und seine
Familientragödie. Dagegen könnte vielleicht noch ein stoischer Gleichmut
helfen. Das Aufwühlende und Quälende bei ihm kommt erst dadurch zustande, dass
er Gott nicht mehr begreift, dass er irre an ihm wird und dadurch ins Leere und
in die Sinnlosigkeit stürzt ... Wer Gott einmal begegnet ist, kann gar nicht
mehr anders, als sich ständig und in allen Situationen so mit ihm auseinander
zu
setzen:
ihm einerseits zu danken für viele Erfüllungen in seinem Leben; andererseits
aber auch zu protestieren, wenn Gott zu versagen scheint; ihn zu bitten, wenn
wir Wünsche haben, aber ihn auch zu warnen, falls er sie nicht erfüllen sollte“
(Helmut Thielicke).