5. Sonntag der Osterzeit

 

Wäre das Christentum nur eine Summe von Geboten und Lebensregeln, es wäre leichter zu begreifen, aber auch leichter zu ersetzen und zu erledigen. Aber Christus sagt: Ich bin. Er ist der Fels, das Fundament. Er ist auch der Weg, und er ist das Leben. Wer ihm folgt, geht sicher; er ist in der Wahrheit und Treue Gottes geborgen.

 

 

Eröffnungsvers

Ps 98 (97), 1-2

Singt dem Herrn ein neues Lied,

denn er hat wunderbare Taten vollbracht

und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.

Halleluja.

 

Ehre sei Gott

 

 

Tagesgebet

Gott, unser Vater,

du hast uns durch deinen Sohn erlöst

und als deine geliebten Kinder angenommen.

Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,

und schenke ihnen die wahre Freiheit

und das ewige Erbe.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung  In der Gemeinde von Jerusalem gab es neben den Judenchristen („Hebräer“) auch „Hellenisten“, Leute nichtjüdischer Abstammung, die auf dem Weg über das Judentum zum christlichen Glauben gelangt waren. Unter diesen gab es eine Anzahl Witwen, die sich aus Frömmigkeit in Jerusalem niedergelassen hatten und teilweise in Armut lebten. Für sie wurden als Vertrauensmänner der Gemeinde die Diakone aufgestellt; sie hatten keine besondere liturgische Funktion wie später in der Kirche, ihre Aufgabe war es vielmehr, im Geist Christi für die Witwen und überhaupt die Armen zu sorgen.

 

 

ERSTE Lesung

Apg 6, 1-7

Sie wählten sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit

Lesung aus der Apostelgeschichte

1In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die Hellenisten gegen die Hebräer auf, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden.

2Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen.

3Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen.

4Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben.

5Der Vorschlag fand den Beifall der ganzen Gemeinde, und sie wählten Stephanus, einen Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist, ferner Philippus und Prochorus, Nikanor und Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia.

6Sie ließen sie vor die Apostel hintreten, und diese beteten und legten ihnen die Hände auf.

7Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer; auch eine große Anzahl von den Priestern nahm gehorsam den Glauben an.

 

 

Antwortpsalm

Ps 33 (32), 1-2.4-5.18-19 (R: 22)

          R Lass deine Güte über uns walten, o Herr,

(GL neu 56,1)

             denn wir schauen aus nach dir. - R

             Oder: 

          R Halleluja. - R

1        Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn;

V. Ton

          für die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben.

2        Preist den Herrn mit der Zither,

          spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe! - (R)

4        Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig,

          all sein Tun ist verlässlich.

5        Er liebt Gerechtigkeit und Recht,

          die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn. - (R)

18      Das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren,

          die nach seiner Güte ausschaun;

19      denn er will sie dem Tod entreißen

          und in der Hungersnot ihr Leben erhalten. - R

 

 

Zur 2. Lesung   Christus ist der lebendige Eckstein des neuen Tempels, der Kirche Gottes. Er wurde weggeworfen, getötet, aber er lebt. Wer an ihn glaubt, wird wie er von Gott geehrt; er hat teil am Licht und Leben Gottes. Durch Christus sind wir Gott nahe und können ihm als eine heilige Priesterschaft das Opfer des Lobes und des Dankes darbringen.

 

 

ZWEITE Lesung

1 Petr 2, 4-9

Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus

Brüder!

4Kommt zum Herrn, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist.

5 Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen.

6Denn es heißt in der Schrift: Seht her, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein, den ich in Ehren halte; wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde.

7Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden,

8zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt. Sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt.

9Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.

           

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Joh 14, 6

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Die Jünger haben Mühe, den Weggang Jesu zu begreifen. Jesus tröstet sie: Ich komme wieder, ich hole euch heim zu mir. Auch das ist schwer zu verstehen. Thomas fragt nach dem Weg; Philippus bittet: Zeig uns den Vater. Jesus selbst ist der Weg, der Zugang zu Gott („die Tür“: Joh 10,9). Und er ist das Bild des Vaters; Gottes eigene Art, sein Wesen und seine Hinwendung zu den Menschen sind in Jesus sichtbar geworden.

 

 

Evangelium

Joh 14, 1-12

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

1Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!

2Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?

3Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

4Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.

5Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?

6Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

7Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

8Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.

9Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?

10Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.

11Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke!

12Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

 

Glaubensbekenntnis

Fürbitten: Osterzeit

 

 

Zur Eucharistiefeier   Jünger Jesu sein heißt die Nähe Jesu suchen und seinen Weg gehen. Es heißt immer neu ihm begegnen in seinem Wort und im Sakrament, im „Geheimnis des Glaubens“.

 

 

Gabengebet

Erhabener Gott,

durch die Feier des heiligen Opfers

gewährst du uns Anteil an deiner göttlichen Natur.

Gib, dass wir dich nicht nur als den einen wahren Gott erkennen,

sondern unser ganzes Leben nach dir ausrichten.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Präfationen für die Osterzeit

 

 

Kommunionvers

Joh 15, 1.5

So spricht der Herr:

Ich bin der wahre Weinstock, ihr seid die Rebzweige.

Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,

der bringt reiche Frucht. Halleluja.

 

 

Schlussgebet

Barmherziger Gott, höre unser Gebet.

Du hast uns im Sakrament

das Brot des Himmels gegeben,

damit wir an Leib und Seele gesunden.

Gib, dass wir

die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen

und als neue Menschen leben.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Für den Tag und die Woche

Du allein

Zu wem sollte ich rufen, Herr,

zu wem meine Zuflucht nehmen,

wenn nicht zu dir?

Alles, was nicht Gott ist,

kann meine Hoffnung nicht erfüllen.

Gott selbst verlange und suche ich;

an dich allein, mein Gott,

wende ich mich, um dich zu erlangen.

Du allein hast meine Seele erschaffen können,

du allein kannst sie aufs Neue erschaffen;

du allein hast ihr dein Bildnis einprägen könne,

du allein kannst sie umprägen

und ihr dein ausgelöschtes Antlitz wieder eindrücken,

welches ist Jesus Christus,

mein Heiland, der dein Bild ist

und das Zeichen deines Wesens. (Blaise Pascal)

 

 

Perikopen

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