Schott Tagesliturgie

FREITAG DER 29. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Gütiger Gott.

Bei dir ist Freude über jeden Menschen,

der umkehrt und Buße tut.

Denn du bist der Vater, der für alle ein Herz hat.

Lass uns darauf vertrauen

und deinem Ruf folgen.

Hilf uns,

dass auch wir einander vergeben,

wie du uns vergibst.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 315, 27)

               

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Die verzweifelte Situation des Menschen wird in diesem Abschnitt dahin gekennzeichnet, dass er zwar das Gesetz Gottes und das Gute auch tun möchte, stattdessen aber das Böse tut, das er gar nicht tun will. - Dieser schwierige Text ist sehr verschieden ausgelegt worden. Von welchem Menschen ist hier die Rede, und was wird über ihn ausgesagt? Dass Paulus („Ich“) hier nicht einfach von seiner persönlichen Erfahrung (vor oder nach der Bekehrung) spricht, kann als sicher gelten. Er spricht vom Menschen, der unter dem Gesetz steht, dem Gesetz der Vernunft, des Gewissens, oder dem Gesetz des Mose, also von demselben Menschen, den er in Röm 1,18 - 3,20 gezeichnet hat (vgl. 2,15; 3,20) Diesem Menschen ist das Gesetz Gottes nicht völlig fremd, aber ohne die Kraft des auferstandenen Christus und seines Geistes ist der Mensch der Gefangene des Todes. Erst „durch Jesus Christus, unseren Herrn“ (V. 25) wird er frei, um der Stimme des inneren Menschen, dem Gesetz Gottes, zu folgen und Gott zu danken. - Zu 7,18: Gen 6,5; 8,21; Phil 2,13. - Zu 7,22-23: Eph 3,16; Gal 5,17; 1 Petr 2,11. - Zu 7,24: Apg 3,17; Röm 8,10; 12,1-2. - Zu 7,25: 1 Kor 15,57.

 

 

ERSTE Lesung

Röm 7, 18-25a

Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten?

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

18Ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen.

19Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will.

20Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, dann bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die in mir wohnende Sünde.

21Ich stoße also auf das Gesetz, dass in mir das Böse vorhanden ist, obwohl ich das Gute tun will.

22Denn in meinem Innern freue ich mich am Gesetz Gottes,

23ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefangen hält im Gesetz der Sünde, von dem meine Glieder beherrscht werden.

24Ich unglücklicher Mensch! Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten?

25aDank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!

 

 

Antwortpsalm

Ps 119 (118), 66 u. 68.76-77.93-94 (R: 68b)

          R Herr, lehre mich deine Gesetze! - R

(GL neu 312, 7)

66      Lehre mich Erkenntnis und rechtes Urteil!

II. Ton

          Ich vertraue auf deine Gebote.

68      Du bist gut und wirkst Gutes.

          Lehre mich deine Gesetze! - (R)

76      Tröste mich in deiner Huld,

          wie du es deinem Knecht verheißen hast.

77      Dein Erbarmen komme über mich, damit ich lebe;

          denn deine Weisung macht mich froh. - (R)

93      Nie will ich deine Befehle vergessen;

          denn durch sie schenkst du mir Leben.

94      Ich bin dein, errette mich!

          Ich frage nach deinen Befehlen. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung Weisungen und Mahnungen bilden den zweiten Hauptteil des Epheserbriefs (Kap. 4-6). Es sind die Forderungen, die sich aus der Berufung des Christen (4,1) ergeben. Wenn die Kirche der Leib Christi ist (1,23) und von seinem Geist lebt, ist die Einheit geradezu das Wesensgesetz ihrer Existenz. Auf ihr liegt in der heutigen Lesung das Schwergewicht. Wie der Friede gewahrt wird, sagt Vers 2; es sind keine leichten Forderungen. Die Demut war in der griechischen Welt so wenig geschätzt wie in der heutigen; immer schon kam man weiter ohne sie, oder meinte es wenigstens. Tatsächlich lebt die Demut nur von der Hoffnung und von der Liebe. Einander in Liebe ertragen: auch in stumpfer Resignation oder verborgener Abneigung kann man einander ertragen, aber das entspricht nicht der Berufung des Christen. In den Versen 4-6 sind zweimal drei Einheitsrufe aneinander gereiht: 1. ein Leib - ein Geist - eine Hoffnung: das ist die Kirche; 2. ein Herr - ein Glaube - eine Taufe: das ist der Ursprung, aus dem die eine Kirche ständig neu geboren wird. Der Geist ist es, der die Kirche zusammenhält und ihr die Kraft der Hoffnung gibt (V. 4); der Herr wohnt durch den Glauben und die Taufe im Herzen der Kirche; der Vater ist der allgegenwärtige und allwirksame eine Gott, zu dem sich das neue Gottesvolk ebenso bekennt wie das alte. - Zu 4,1-3: Röm 12,16; Kol 3,12-14; Gal 5,22-23; Phil 2,3; Mt 11,29; Joh 13,14-16. - Zu 4,4-6: 1 Kor 12,13; Eph 2,18; Röm 8,26-27; 2 Kor 13,13; Phil 2,1; Dtn 6,4.

 

 

ERSTE Lesung

Eph 4, 1-6

Ein Leib, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser

Brüder!

1Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.

2Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe,

3und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.

4Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist;

5ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,

6ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

 

 

Antwortpsalm

Ps 24 (23), 1-2.3-4.5-6 (R: vgl. 6)

          R Aus allen Völkern hast du sie erwählt,

(GL neu 46, 1)

          die dein Antlitz suchen, o Herr. - R
1        Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt,

II. Ton

          der Erdkreis und seine Bewohner.

2        Denn er hat ihn auf Meere gegründet,

          ihn über Strömen befestigt. - (R)

3        Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn,

          wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?

4        Der reine Hände hat und ein lauteres Herz,

          der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. - (R)

5        Er wird Segen empfangen vom Herrn

          und Heil von Gott, seinem Helfer.

6        Das sind die Menschen, die nach ihm fragen,

          die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs. - R


 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Mt 11, 25

Halleluja. Halleluja.

Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde;

du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Mit dem „Heute“ Jesu (Lk 4,21) ist die Menschheit in eine neue Stunde ihrer Geschichte eingetreten, die entscheidende letzte Stunde: die Herrschaft Gottes ist zu euch gekommen (Lk 11,20). Dieses Kommen bedeutet letzte Krise der Geschichte und zugleich ihre Vollendung. Alles hängt davon ab, ob der Mensch die Zeichen dieser Zeit erfasst. Den Jüngern ist es gegeben, die Zeichen zu verstehen; der Volksmenge wirft Jesus vor, sie sei unfähig, die Zeichen der Zeit zu deuten. Welche Zeichen? Wer von Jesus Zeichen fordert, erhält kein anderes als seine Bußpredigt (Lk 11,29-30). Dem Sehenden aber sind die Taten und Worte Jesu Zeichen genug; er weiß: das „Gnadenjahr des Herrn“ ist angebrochen (Lk 4,18), Gott bietet durch Jesus Vergebung und Versöhnung an. Wer klug ist, nimmt das Angebot an, solange es noch „Zeit“ ist. - Mt 16,2-3; Lk 19,44; Mt 5,25-26.

 

 

Evangelium

Lk 12, 54-59

Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten?

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:

54Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen. Und es kommt so.

55Und wenn der Südwind weht, dann sagt ihr: Es wird heiß. Und es trifft ein.

56Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten?

57Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?

58Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen. Sonst wird er dich vor den Richter schleppen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen.

59Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

 

 

FÜRBITTEN

Jesus Christus, der uns durch seinen Tod erlöste, bitten wir:

Für alle, die in einem Orden leben: gib ihnen Beständigkeit auf dem Weg in deiner Nachfolge.

A.: Herr, erhöre uns.

Für alle, die Macht und Einfluss haben: hindere sie, Arme und Wehrlose auszunützen.

Für alle, die ungerecht verfolgt werden: sei ihnen eine Zuflucht, und rette sie.

Für alle, die in unserer Gemeinde leben: hilf uns, die Fehler und Schwächen anderer zu ertragen.

Gütiger Vater, dein Sohn hat für uns sein Leben hingegeben. Schenke uns dein Erbarmen durch ihn, Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Was uns in der Tiefe  brennend verzehrt, ist das Verlangen, Christus für die Welt zu leben.

Was uns zutiefst bewegt, ist der Mensch, sein Aufstieg zu Gott, sein geistlicher Aufstieg und gleichzeitig sein menschlicher Aufstieg.

Und was uns mehr denn je in Bewegung hält, ist das Suchen nach Kommunikation mit dem Menschen von heute. Wer ist das eigentlich, dieser Mensch in einer aus den Fugen geratenen und pluralistischen Gesellschaft? Der Mann der Kybernetik oder der Bauer aus Indien?

Gemeinsam den größten Fragen unseres Jahrhunderts gegenübergestellt, lernen wir, über das, was uns zur Gewohnheit geworden ist, hinauszuschauen. Eines Tages werden wir erwachen und merken, dass unser Geist und unser Herz weiter geworden sind. Ohne unser Wissen hat sich unsere Sicht verändert; Christus hat sie verklärt. Wach auf, der du schläfst, steh auf von den Toten(Roger Schutz).

Schott Tagesliturgie

 

Perikopen

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