Schott Tagesliturgie

DONNERSTAG DER 30. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Allmächtiger Gott,

zu deiner Ehre und zum Heil der Menschen

hast du Christus

als ewigen Hohenpriester eingesetzt.

Er hat dir durch sein kostbares Blut

ein heiliges Volk erworben.

Gib, dass wir das Gedächtnis deines Sohnes

in Ehrfurcht feiern

und die Kraft seines Kreuzes

und seiner Auferstehung empfangen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 1095)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Durch den Glauben an Christus haben wir Frieden mit Gott und Hoffnung auf Herrlichkeit (Röm 5,1). Herrlichkeit heißt Leben, bleibende Gemeinschaft mit Gott. Dazu hat Gott uns vor aller Zeit erwählt und vorausbestimmt, dazu hat er uns durch Jesus Christus gerecht gemacht (8,29-30). Dadurch „wissen wir“, dass Gott uns, wenn wir ihn lieben, alles zum Guten führt (8,28). Die Leiden der gegenwärtigen Zeit beweisen nicht das Gegenteil: sie sind die Geburtswehen der Herrlichkeit. Eine große Sicherheit und Geborgenheit sprechen aus dem Schlussabschnitt des 8. Kapitels (und der drei vorausgehenden Kapitel). Vier Fragen dienen dazu, diese Sicherheit abschließend nochmals zu begründen: 1. Wer ist gegen uns? - Gott ist für uns. 2. Wer kann uns anklagen? - Gott spricht (macht) uns gerecht. 3. Wer kann uns verurteilen? - Christus, der Auferstandene, tritt für uns ein. 4. Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? - Diese Frage, nach der ersten die entscheidende, braucht eine längere Antwort, denn hier könnte es eine Unsicherheit geben. Es gibt Mächte der Höhe und der Tiefe, die uns von Christus trennen möchten und vielleicht auch könnten: sie können es nicht, weil die Liebe Christi größer ist als unsere Schwachheit und weil er der Herr ist (V. 39). - Zu 8,32: Röm 5,6-11; Joh 3,16. - Zu 8,33-34: Jes 50,8-9; Hebr 7,25. - Zu 8,36: Ps 44,23; 1 Kor 4,9; 2 Kor 4,11.

 

 

ERSTE Lesung

Röm 8, 31b-39

Keine Kreatur kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

31bIst Gott für uns, wer ist dann gegen uns?

32Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

33Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht.

34Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.

35Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?

36In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat.

37Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.

38Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten

39der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

 

 

Antwortpsalm

Ps 109 (108), 21-22.26-27.31-31 (R: 26)

          R Hilf mir, Herr, mein Gott,

(GL neu 229)

          in deiner Huld errette mich! - R
21      Du, Herr und Gebieter,

I. Ton

          handle an mir, wie es deinem Namen entspricht,

          reiß mich heraus in deiner gütigen Huld!

22      Denn ich bin arm und gebeugt,

          mir bebt das Herz in der Brust. - (R)

26      Hilf mir, Herr mein Gott,

          in deiner Huld errette mich!

27      Sie sollen erkennen, dass deine Hand dies vollbracht hat,

          dass du, o Herr, es getan hast. - (R)

30      Ich will den Herrn preisen mit lauter Stimme,

          in der Menge ihn loben.

31      Denn er steht dem Armen zur Seite,

          um ihn vor falschen Richtern zu retten. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung In diesem ganzen Abschnitt ist vom Kampf die Rede, den der Christ bestehen muss. Was ist das für ein Kampf? Die Antwort in Vers 12 ist für uns nicht ohne weiteres verständlich. Gewalten und Mächte, Beherrscher dieser finsteren Welt, böse Geister des himmlischen Bereichs: was soll man sich darunter vorstellen? Auf jeden Fall ist es kein Kampf gegen Menschen („Fleisch und Blut“). Der Christ muss mit einer Reihe von Feinden rechnen, die kaum fassbar und daher auch schwer angreifbar sind. Erscheinungsformen und Helfer jener Macht, die in der Schrift des Alten und Neuen Testaments den Namen Teufel oder Satan hat. In der Beschreibung des Kampfes und der Waffen fließen Bild und Wirklichkeit ineinander. Die Waffen sind, ohne Bild: Wahrheit, Gerechtigkeit, Friede, Glaube, Heil, Geist, Wort Gottes. Hier sind ungleiche Größen aneinander gereiht; aber „die Kraft und Macht des Herrn“ (6,10) ist in ihnen allen. Standhalten ist die Losung (V. 14), von Sieg und Triumph ist nicht die Rede. Am Schluss steht die eindringliche Mahnung zum Gebet und zur Wachsamkeit. „Jederzeit beten“ setzt voraus, dass das Gebet für den Christen nicht eine Sonderübung ist; es gibt keine gebetslose, profane Zeit, das wäre in Wahrheit verlorene Zeit. Beten sollen wir für alle Getauften („Heiligen“, V. 18), besonders aber für jene, die als Boten und Zeugen in vorderster Front stehen wie der Apostel. - Zu 6,10-17: Jes 52,17; Ps 35,1-3; Jes 11,5; 1 Thess 5,8; Jes 49,2. - Zu 6,18-20: Phil 4,6; 1 Tim 2,1; 5,5; Kol 4,2-4.

 

 

ERSTE Lesung

Eph 6, 10-20

Legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten könnt

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser

Brüder!

10Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn!

11Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt.

12Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs.

13Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt.

14Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an

15und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen.

16Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen.

17Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes.

18Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen,

29auch für mich: dass Gott mir das rechte Wort schenkt, wenn es darauf ankommt, mit Freimut das Geheimnis des Evangeliums zu verkünden,

20als dessen Gesandter ich im Gefängnis bin. Bittet, dass ich in seiner Kraft freimütig zu reden vermag, wie es meine Pflicht ist.

 

 

Antwortpsalm

Ps 144 (143), 1-2c.9-10 (R: 1a)

          R Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist. - R

(GL neu 431)

1        Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist,

IV. Ton

          der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg.

2abc   Du bist meine Huld und Burg,

          meine Festung, mein Retter,

          mein Schild, dem ich vertraue. - (R)

9        Ein neues Lied will ich, o Gott, dir singen,

          auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,

10      der du den Königen den Sieg verleihst

          und David, deinen Knecht, errettest. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Lk 19, 38

Halleluja. Halleluja.

Gepriesen sei der König, der kommt im Namen des Herrn.

Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium Für Herodes war Jesus mehr als nur ein Fragezeichen. Er hatte den Wunsch, ihn zu sehen, hieß es in Lk 9,9; und jetzt: „Herodes will dich töten.“ Herodes wird Jesus sehen und verspotten (Lk 23,6-12), töten werden ihn andere. Das Urteil Jesu über Herodes steht nur bei Lukas. „Fuchs“ war auch damals kein Schmeichelname. Herodes ist schlau, verschlagen, aber doch nur ein Fuchs, kein Löwe. - Sich selbst stellt Jesus in die Reihe der Propheten; in Jerusalem und durch Jerusalem wird er sterben, so ist es ihm und dieser Stadt bestimmt. Er geht seinen Weg zu Ende, nichts kann ihn daran hindern. Der Tod wird sein Werk nicht vernichten, sondern vollenden. Auch Jerusalem wird seinen Weg zu Ende gehen und den letzten der Propheten töten. Gott wird dem Tempel sein Wort und seine Gegenwart entziehen: „Euer Haus wird euch selbst überlassen“: nun kann es zerstört werden. Erst am Ende der Tage, wenn „die Zeit kommt“, wird das bekehrte Israel Jesus grüßen als den, „der im Namen des Herrn kommt“. - Zu 13,31-33: Lk 12,50; Mt 16,21. - Zu 13,34-35: Lk 11,49-51; Mt 23,37-39; Joh 2,19-21; 7,34; 8,21; Jer 7,12-15; 12,7; 22,5.

 

 

Evangelium

Lk 13, 31-35

Ein Prophet darf nirgendwo anders als in Jerusalem umkommen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

31Zu jener Zeit kamen einige Pharisäer zu Jesus und sagten: Geh weg, verlass dieses Gebiet, denn Herodes will dich töten.

32Er antwortete ihnen: Geht und sagt diesem Fuchs: Ich treibe Dämonen aus und heile Kranke, heute und morgen, und am dritten Tag werde ich mein Werk vollenden.

33Doch heute und morgen und am folgenden Tag muss ich weiterwandern; denn ein Prophet darf nirgendwo anders als in Jerusalem umkommen.

34Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt.

35Darum wird euer Haus von Gott verlassen. Ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, in der ihr ruft: Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!

 

 

FÜRBITTEN

Jesus Christus, der uns an seinen Tisch geladen hat, bitten wir:

Mach alle Priester zu treuen Ausspendern der Geheimnisse Gottes.

A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

Hilf, dass unter den Menschen Verständnis und Vertrauen wachsen.

Gib den Hungernden ihren Anteil an den Gütern der Erde.

Wecke in unserer Gemeinde das Verlangen nach dem Brot des Lebens.

Vater im Himmel, nimm alle Menschen auf in dein Reich. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

So sehr wir wünschen und dahin wirken müssen, dass auch der öffentliche Einfluss der Kirche wächst, so muss unser Glaube doch davon durchdrungen sein, dass die Kirche mit ihrem Einfluss dann am weitesten und tiefsten reicht, wenn sie leidet und mitleidet in der Gleichförmigkeit mit ihrem Herrn, und dass immer dort, wo dies geschieht, je und je wie von ihrem Herzen aus der Geist in ihr zum Strömen kommt, um sich dem ganzen Leib mitzuteilen. Wo sie den Weg ihres Herrn geht, wo sie geringgeschätzt, bekämpft, verfolgt ist in dieser Welt, wo die Liebe das Letzte von ihr fordert, da erneuert sich in ihr die reine unverfälschte Sprache des Evangeliums, da brechen neue Quellen des Lebens in ihr auf, da findet sie neue, ungeahnte Wege des Apostolats und Zugänge zu den Herzen, da beginnt ihr Antlitz wieder zu leuchten vom Widerschein der kommenden Welt (Heinrich Spaemann).

Schott Tagesliturgie

 

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