Schott Tagesliturgie

MONTAG DER 29. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Gott, du Ursprung unseres Heils,

durch die Wiedergeburt in der Taufe

hast du uns gerecht gemacht

und uns befähigt, ewiges Leben zu empfangen.

Schenke uns die Fülle dieses Lebens

in deiner Herrlichkeit.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 179)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Dass Abraham durch Glauben gerecht wurde und durch Gesetzeswerke, geht nicht nur Abraham an, es betrifft „auch uns“ (V. 24). Abraham hatte, als Gott ihn für gerecht erklärte, nichts als seinen Glauben: das Wissen, dass er absolut nichts aufweisen konnte und dass Gott allein groß ist. Abraham glaubte an den Gott, der Tote lebendig macht (4,17); wir glauben an den, „der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat“ (V. 24). Der Glaube Abrahams schaut in die Zukunft. Unser Glaube ist auf Gottes Handeln in der Vergangenheit bezogen. Aber dieser Glaube an den Tod und die Auferweckung Jesu bringt uns Rechtfertigung und Rettung in der Gegenwart und in der Zukunft. Jetzt haben wir Frieden mit Gott (5,1). und wir erwarten mit der ganzen Schöpfung die endgültige Rettung, die volle Erlösung (Röm 8,18-25). - Zu 4,20: Hebr 6,13-15; 11,32-40; Joh 8,56. - Zu 4,21: Lk 1,35-38. - Zu 4,22: Gen 15,6. - Zu 4,23-25: Jes 53,6; Röm 8,32; 1 Kor 15,3-4; Kol 2,11-13.

 

 

ERSTE Lesung

Röm 4, 20-25

Der Glaube soll auch uns angerechnet werden, die wir an Gott glauben

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

20Er zweifelte nicht im Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde stark im Glauben, und er erwies Gott Ehre,

21fest davon überzeugt, dass Gott die Macht besitzt zu tun, was er verheißen hat.

22Darum wurde der Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet.

23Doch nicht allein um seinetwillen steht in der Schrift, dass der Glaube ihm angerechnet wurde,

24sondern auch um unseretwillen; er soll auch uns angerechnet werden, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat.

25Wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben, wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt.

 

 

Antwortpsalm

Lk 1, 68-69.70-71.72-73.74-75 (R: 68)

          R Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels,

(GL neu 631, 3 oder 62, 1)

          denn er hat sein Volk besucht. - R
68      Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!

IX. oder V. Ton

          Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;

69      er hat uns einen starken Retter erweckt

          im Hause seines Knechtes David. - (R)

70      So hat er verheißen von alters her

          durch den Mund seiner heiligen Propheten.

71      Er hat uns errettet vor unseren Feinden

          und aus der Hand aller, die uns hassen. - (R)

72      Er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet

          und an seinen heiligen Bund gedacht.

73      Er hat an den Eid gedacht,

          den er unserm Vater Abraham geschworen hat. - (R)

74      Er hat uns geschenkt,

          dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen

75      in Heiligkeit und Gerechtigkeit

          vor seinem Angesicht all unsre Tage. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung Gott hat seine Macht zuerst an Jesus Christus erwiesen: er hat ihm die Herrschaft über die ganze Schöpfung, über alle guten und bösen Mächte gegeben (1,20-23). Aber auch wir haben die Macht Gottes erfahren, die Macht der Barmherzigkeit. Denn wir waren Kinder des Zornes, wir waren tot (V. 1-3). Tot, von Gott und von aller Hoffnung auf Leben ausgeschlossen, ist der Mensch nicht von Natur aus, sondern infolge seiner eigenen, verhängnisvollen Entscheidung, die Sünde heißt. Das waren wir (V. 1-3); wir alle (V. 3) waren von den Begierden unseres Fleisches“ beherrscht; vielleicht waren (und sind) wir sehr anständige Menschen, aber gibt es auch anständiges, sogar religiöses und theologisch gebildetes Fleisch“. Gott aber (V. 4), das ist das Unbegreifliche, Gott hat uns dennoch geliebt. Er liebt das, was nicht liebenswert ist: das ist die erbarmende Liebe, die Gnade (V. 5). Und seine Liebe ist Tat: neue Schöpfungstat (V. 10). Was an Christus geschah, ist auch an uns geschehen: Auferweckung aus dem Tod, Erhöhung in den Himmel. Ist es wirklich geschehen? Die Erfahrung bestätigt es nicht; doch haben wir jetzt schon unseren eigentlichen Platz im Himmel, denn wir sind in Christus“ - nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann (V. 9). - Zu 2,1-3: Röm 5,12-14; 6,23: - Zu 2,4-10: 1 Petr 1,3; Tit 3,5; Kol 2,13; 3,1-4.

 

 

ERSTE Lesung

Eph 2, 1-10

Gott hat uns mit Christus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser

Brüder!

1Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden.

2Ihr wart einst darin gefangen, wie es der Art dieser Welt entspricht, unter der Herrschaft jenes Geistes, der im Bereich der Lüfte regiert und jetzt noch in den Ungehorsamen wirksam ist.

3Zu ihnen gehörten auch wir alle einmal, als wir noch von den Begierden unseres Fleisches beherrscht wurden. Wir folgten dem, was das Fleisch und der böse Sinn uns eingaben, und waren von Natur aus Kinder des Zorns wie die anderen.

4/5Gott aber, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr gerettet.

6Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben.

7Dadurch, dass er in Christus Jesus gütig an uns handelte, wollte er den kommenden Zeiten den überfließenden Reichtum seiner Gnade zeigen.

8Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft - Gott hat es geschenkt -,

9nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann.

10Seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus dazu geschaffen, in unserem Leben die guten Werke zu tun, die Gott für uns im Voraus bereitet hat.

 

 

Antwortpsalm

Ps 100 (99), 2-3.4-5 (R: 3b)

          R Er hat uns geschaffen,

(GL neu 56, 1)

          wir sind sein Eigentum. - R
2        Dient dem Herrn mit Freude!

V. Ton

          Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!

3        Erkennt: Der Herr allein ist Gott.

          Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,

          sein Volk und die Herde seiner Weide. - (R)

4        Tretet mit Dank durch seine Tore ein!

          Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!

          Dankt ihm, preist seinen Namen!

5        Denn der Herr ist gütig,

          ewig währt seine Huld,

          von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue. - R

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Mt 5, 3

Halleluja. Halleluja.

Selig, die arm sind vor Gott;

denn ihnen gehört das Himmelreich.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium In dem Abschnitt 12,13-34 hat Lukas Jesusworte zusammengestellt, die zur Frage Reichtum - Armut Stellung nehmen. Das Leben eines Menschen hängt nicht von seinem Vermögen ab (vgl. V. 15): den Satz muss sich der Jünger Jesu merken. Nur für die Armen ist die Botschaft Jesu eine „frohe Botschaft“. „Wo euer Schatz ist; da ist auch euer Herz“, heißt es am Ende des ganzen Abschnitts (12,34). Erbschaft, Ernte, Erfolg auf der ganzen Linie: alles gut, aber der Mensch gerät in die Gefahr, hart zu werden gegen die Mitmenschen und stumpf gegenüber dem Anspruch Gottes. Dann wird er zum „Narren“ (V. 20), zum „Toren“ nach anderer Übersetzung. Dieser Narr oder Tor ist ein praktischer Atheist, er sagt bei sich: Es gibt keinen Gott (Ps 14,1). Wenn der Mensch aus einem Besitzenden zu einem von seinem Vermögen Besessenen wird, dann ist er nicht mehr fähig, die Wirklichkeit Gottes zu begreifen, und verfehlt den Sinn seines Lebens. - Ps 49,17-21; Sir 11,14-19; Mt 6,19-21; Lk 16,9.19-31; 1 Tim 6,17-19; Offb 3,17f.

 

 

Evangelium

Lk 12, 13-21

Wem wird all das gehören, was du angehäuft hast?

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit

13bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen.

14Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?

15Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.

16Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.

17Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll.

18Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen.

19Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens!

20Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?

21So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

 

 

FÜRBITTEN

Zu Jesus Christus, der bei uns bleibt bis zum Ende der Welt, wollen wir beten:

Lehre alle Christen, nicht auf Geld und Besitz ihre Hoffnung zu setzen.

A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

Bewahre die Völker der Erde vor Krieg, Hunger und jeglichem Unheil.

Richte alle auf, die durch Krankheit und Not gebeugt sind.

Komm uns zu Hilfe, und erfülle deine Verheißungen.

Allmächtiger Gott, auf dein Wort können wir uns verlassen. Erhöre unser Gebet durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

Der Reiche kann nicht getröstet werden, wenn es mit ihm zu Ende geht, das macht seine Unseligkeit aus; sein Herz hat sich selbst getröstet mit irdischem Trost, es blieb kein Leerraum für Gott. Reichsein in dieser Welt ist der Drang und die immer zunehmende Fähigkeit, jeden Leerraum, der Leiden schaffen könnte, sofort mit irdischen Tröstungen auszufüllen. Reichtum als Haltung ist die Kunst der Ablenkung vom Schmerz; vom Leid, vom Tod. Je mehr sich einer darin übt, je reicher und überlegener er in dieser Welt ist oder zu sein trachtet, sei es materiell oder der Intelligenz nach, desto mehr erstirbt in seiner Seele die Fähigkeit zu leiden, und also die, getröstet zu werden, desto näher ist er der Verdammnis, der Trostlosigkeit als Dauerzustand. In dem Herzen des Menschen, der zu leiden verlernt, ist zuletzt auch kein Mitleid mehr möglich.

 

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