Schott Tagesliturgie

MONTAG DER 25. WOCHE IM JAHRESKREIS

 

TAGESGEBET

Gott, unser Heil,

in deiner wunderbaren Vorsehung hast du bestimmt,

dass das Reich Christi sich über die ganze Erde ausbreiten soll.

Du willst, dass alle Menschen

von ihrer Schuld erlöst und gerettet werden.

Lass deine Kirche leuchten

als Zeichen des allumfassenden Heiles.

Hilf ihr,

das Geheimnis deiner Liebe zu verkünden

und es an den Menschen wirksam zu machen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 1017)

 

Oder ein anderes Tagesgebet

 

 

Jahr I

Zur Lesung Die Bücher Esra und Nehemia bilden ursprünglich Fortsetzung des zweiten Chronikbuches; 1-2 Chronik und Esra-Nehemia sind ein einziges riesiges Geschichtswerk, das von Adam bis zur Neugründung der jerusalemischen Gemeinde nach dem Exil reicht. Die Bücher Esra und Nehemia sind etwa zwischen 430 und 400 v. Chr. entstanden. Der Verfasser hat die Geschichte seiner Zeit nicht nur berichtet, sondern auch theologisch gedeutet. Gleich der erste Satz (Esra 1,1) bezeichnet den Erlass über die Heimkehr der Juden als die Erfüllung einer prophetischen Verheißung (Jer 29,10). Einst hatte Gott durch Nebukadnezzar das Gericht an Juda-Jerusalem vollzogen; derselbe Gott gab dem Perserkönig Kyrus gleich im ersten Jahr, nachdem er Babel erobert hatte (539/38), den Entschluss ins Herz, die Rückkehr der Juden und den Wiederaufbau des Tempels zu gestatten. Ein königliches Dekret dieses Inhalts muss es wohl gegeben haben; die Frage bleibt offen, ob das Dekret hier in seinem ursprünglichen Wortlaut wiedergegeben ist. - 2 Chr 36,22-23; Jer 25,11-12; Sach 1,12; Jes 45,1.

 

 

ERSTE Lesung

Esra 1, 1-6

Jeder, der zum Volk des Herrn gehört, soll nach Jerusalem hinaufziehen und das Haus des Herrn aufbauen

Lesung aus dem Buch Esra

1Im ersten Jahr des Königs Kyrus von Persien sollte sich erfüllen, was der Herr durch Jeremia gesprochen hatte.  Darum erweckte der Herr den Geist des Königs Kyrus von Persien, und Kyrus ließ in seinem ganzen Reich mündlich und schriftlich den Befehl verkünden:

2So spricht der König Kyrus von Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Reiche der Erde verliehen. Er selbst hat mir aufgetragen, ihm in Jerusalem in Juda ein Haus zu bauen.

3Jeder unter euch, der zu seinem Volk gehört - sein Gott sei mit ihm -, der soll nach Jerusalem in Juda hinaufziehen und das Haus des Herrn, des Gottes Israels, aufbauen; denn er ist der Gott, der in Jerusalem wohnt.

4Und jeden, der irgendwo übrig geblieben ist, sollen die Leute des Ortes, in dem er ansässig war, unterstützen mit Silber und Gold, mit beweglicher Habe und Vieh, neben den freiwilligen Gaben für das Haus Gottes in Jerusalem.

5Die Familienoberhäupter von Juda und Bénjamin sowie die Priester und Leviten, kurz alle, deren Geist Gott erweckte, machten sich auf den Weg, um nach Jerusalem zu ziehen und dort das Haus des Herrn zu bauen.

6Alle ihre Nachbarn unterstützten sie in jeder Weise mit Silber und Gold, mit beweglicher habe und mit Vieh sowie mit wertvollen Dingen, abgesehen von dem, was jeder für den Tempel spendete.

 


Antwortpsalm

Ps 126 (125), 1-2b.2c-3.4-5.6 (R: 3)

          R Großes hat der Herr an uns getan.

(GL neu 69, 1)

          Da waren wir fröhlich. - R
1        Als der Herr das Los der Gefangenschaft Zions wendete,

IX. Ton

          da waren wir alle wie Träumende.

2ab    Da war unser Mund voll Lachen

          und unsere Zunge voll Jubel. - (R)

2cd    Da sagte man unter den andern Völkern:

          „Der Herr hat an ihnen Großes getan.“

3        Ja, Großes hat der Herr an uns getan.

          Da waren wir fröhlich. - (R)

4        Wende doch, Herr, unser Geschick,

          wie du versiegte Bäche wieder füllst im Südland.

5        Die mit Tränen säen,

          werden mit Jubel ernten. - (R)

6        Sie gehen hin unter Tränen

          und tragen den Samen zur Aussaat.

          Sie kommen wieder mit Jubel

          und bringen ihre Garben ein. - R

 

 

Jahr II

Zur Lesung Der erste Teil des Buches der Sprichwörter (Kapitel 1-9) ist eine lange Einleitung, in der ein Vater seinem Sohn verschiedene Ratschläge und Mahnungen gibt. Die heutige Lesung enthält in ihrem ersten Teil (V. 27-31) Mahnungen, im zweiten Teil (V. 32-34) die Begründung dieser Mahnungen. Das Verhalten gegen den Nächsten wird in negativer Form beschrieben: kein hartes Herz, kein böses, verleumderisches Wort, keine neidischen Gedanken, keine Gewalt. Grund und Norm des Verhaltens gegenüber dem Nächsten soll der Blick auf Gott sein, in biblischer Sprache: die Furcht vor Gott. Auf die Frage „Wer ist mein Nächster?“ könnte man dieser Lesung die Antwort entnehmen: Gott ist dein Nächster (vgl. V. 32), wenn du dem Mitmenschen „Nächster“ bist. - Jak 2,15-16; Lk 10,25-37; Spr 23,17; Ps 37,1; Sir 11,21; Ps 125,5. - Zu 3,34: Ps 18,28; Sir 3,18-20; Jak 4,6; 1 Petr 5,5.

 

 

ERSTE Lesung

  Spr 3, 27-35

Der Ränkeschmied ist dem Herrn ein Gräuel

Lesung aus dem Buch der Sprichwörter

27Mein Sohn, versag keine Wohltat dem, der sie braucht, wenn es in deiner Hand liegt, Gutes zu tun.

28Wenn du jetzt etwas hast, sag nicht zu deinem Nächsten: Geh, komm wieder, morgen will ich dir etwas geben.

29Sinne nichts Böses gegen deinen Nächsten, der friedlich neben dir wohnt.

30Bring niemand ohne Grund vor Gericht, wenn er dir nichts Böses getan hat.

31Beneide den Gewalttätigen nicht, wähle keinen seiner Wege;

32denn ein Gräuel ist dem Herrn der Ränkeschmied, die Redlichen sind seine Freunde.

33Der Fluch des Herrn fällt auf das Haus des Frevlers, die Wohnung der Gerechten segnet er.

34Die Zuchtlosen verspottet er, den Gebeugten erweist er seine Gunst.

35Die Weisen erlangen Ehre, die Toren aber häufen Schande auf sich.

 

 

Antwortpsalm

Ps 15 (14), 2-3.4.5 (R: 1b)

          R Herr, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg? - R

(GL neu 34, 1)

2        Der makellos lebt und das Rechte tut;

VI. Ton

          der von Herzen die Wahrheit sagt

3        und mit seiner Zunge nicht verleumdet;

          der seinem Freund nichts Böses antut

          und seinen Nächsten nicht schmäht; - (R)

4        der den Verworfenen verachtet,

          doch alle, die den Herrn fürchten, in Ehren hält;

          der sein Versprechen nicht ändert,

          das er seinem Nächsten geschworen hat; - (R)

5        der sein Geld nicht auf Wucher ausleiht

          und nicht zum Nachteil des Schuldlosen Bestechung annimmt.

          Wer sich danach richtet,

          der wird niemals wanken.

          R Herr, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg?

 

 

Jahr I und II

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Mt 5, 16

Halleluja. Halleluja.

Euer Licht soll vor den Menschen leuchten,

damit sie eure guten Werke sehen

und euren Vater im Himmel preisen.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Die Geheimnisse des Reiches Gottes sind Jüngern anvertraut (V. 10), das soll aber nicht heißen, dass sie in diesem kleinen Kreis bleiben sollen. Die Lampe soll leuchten, dazu wird sie angezündet. Die Botschaft Jesu ist noch in Gleichnissen verborgen (V. 17), aber sie soll und wird öffentlich bekannt werden. Vers 17 ist eine Deutung zu Vers 16, und aus beiden folgert Vers 18 die Mahnung: „Gebt acht, dass ihr richtig zuhört!“ Nur wer die Botschaft richtig gehört und in sich aufgenommen hat, kann sie anderen weitergeben. Der Rest von Vers 18 ist kein soziales Programm; auf sozialer Ebene ist es geradezu der große Skandal: Wer hat, dem wird gegeben ... Jesus spricht vom Glauben und von der Erkenntnis; auch hier gibt es unerbittliche Gesetze des Wachstums wie des Scheiterns. Wer die Erkenntnis hat, der wird darin wachsen, vorausgesetzt, dass er mit gutem und aufrichtigem Herzen hört (V. 15) und sich das Gehörte zu Eigen macht, d. h. sich dem Gehörten zu Eigen gibt. - Zu 8,16: Mk 4,21; Lk 11,33; Mt 5,15. - Zu 8,17: Mk 4,22; Lk 12,2; Mt 10,26. - Zu 8,18: Mk 4,24-28; Lk 19,26; Mt 13,12; 25,29.

 

 

Evangelium

Lk 8, 16-18

Man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit sprach Jesus:

16Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen.

17Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt.

18Gebt also acht, dass ihr richtig zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.

 

 

FÜRBITTEN

Zu Jesus Christus, der bei uns bleibt bis zum Ende der Welt, wollen wir beten:

Bestärke die Seelsorger, dass sie die Gläubigen zu deiner Nachfolge aufrufen.

A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

Bewahre die Völker der Erde vor Krieg, Hunger und jeglichem Unheil.

Richte alle auf, die durch Krankheit und Not gebeugt sind.

Komm uns zu Hilfe, und erfülle deine Verheißungen.

Allmächtiger Gott, auf dein Wort können wir uns verlassen. Erhöre unser Gebet durch Christus, unseren Herrn.     A.: Amen.

 

 

„Wer seinem Nächsten zu Hilfe kommt in seinem Leid, es sei geistlich oder weltlich, dieser Mensch hat mehr getan als derjenige, der von Köln bis Rom bei jedem Meilenstein ein Münster errichtet aus reinem Gold, dass darin gesungen und gebetet werde bis zum Jüngsten Tag. Denn so spricht der Sohn Gottes: Ich habe meinen Tod nicht gelitten eines Münsters wegen und auch nicht um des Singens und Betens willen, sondern um des Menschen willen“ (Albert der Große, gest. 1280).

 

Schott Tagesliturgie

 

Perikopen

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