Schott Tagesliturgie

Vierter Adventssonntag  B

 

Auf einer früheren Stufe der Offenbarung mochte die Macht als das erscheinen, was die Gottheit vom „schwachen, sterblichen“ Menschen unterscheidet. Dann aber geschah es, dass Gott seine Macht und Größe in der Schwachheit offenbarte: in der Geburt Jesu, in seinem Leiden und Sterben. Wenn wir dem Geheimnis Gottes näher kommen wollen, müssen wir umdenken: auf Macht und Größe verzichten, um in der Ohnmacht, etwa durch kleine Taten der Liebe, die Macht Gottes kennen zu lernen.

 

 

Eröffnungsvers

Vgl. Jes 45, 8

Tauet, ihr Himmel, von oben!

Ihr Wolken, regnet herab den Gerechten!

Tu dich auf, o Erde, und sprosse den Heiland hervor!

 

 

Tagesgebet

Allmächtiger Gott,

gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.

Durch die Botschaft des Engels

haben wir die Menschwerdung Christi,

deines Sohnes, erkannt.

Führe uns durch sein Leiden und Kreuz

zur Herrlichkeit der Auferstehung.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

 

 

Zur 1. Lesung Gott hat Israel aus Ägypten herausgeführt und im Land Kanaan eingepflanzt. Und er hat David als König von Israel bestätigt. Nun will David für die Bundeslade, das Zeichen der Gegenwart Gottes, einen Tempel bauen. Aber Gott braucht keinen Tempel aus Stein; er ist an allen Orten und für alle Menschen da. Dagegen wird Gott für David ein „Haus“ bauen, das heißt, seiner Familie Bestand geben, bis die Zeit erfüllt ist: bis aus der Jungfrau Maria der wahre Thronerbe Davids geboren wird (vgl. Evangelium).

 

 

Erste Lesung

2 Sam 7, 1-5.8b-12.14a.16

Dein Haus und dein Königtum sollen durch mich auf ewig bestehen bleiben

Lesung aus dem zweiten Buch Samuel

1In jenen Tagen als König David in seinem Haus wohnte und der Herr ihm Ruhe vor allen seinen Feinden ringsum verschafft hatte,

2sagte er zu dem Propheten Natan: Ich wohne in einem Haus aus Zedernholz, die Lade Gottes aber wohnt in einem Zelt.

3Natan antwortete dem König: Geh nur und tu alles, was du im Sinn hast; denn der Herr ist mit dir.

4Aber in jener Nacht erging das Wort des Herrn an Natan:

5Geh zu meinem Knecht David, und sag zu ihm: So spricht der Herr: Du willst mir ein Haus bauen, damit ich darin wohne?

8bIch habe dich von der Weide und von der Herde weggeholt, damit du Fürst über mein Volk Israel wirst,

9und ich bin überall mit dir gewesen, wohin du auch gegangen bist. Ich habe alle deine Feinde vor deinen Augen vernichtet, und ich will dir einen großen Namen machen, der dem Namen der Großen auf der Erde gleich ist.

10Ich will meinem Volk Israel einen Platz zuweisen und es einpflanzen, damit es an seinem Ort sicher wohnen kann und sich nicht mehr ängstigen muss und schlechte Menschen es nicht mehr unterdrücken wie früher

11und auch von dem Tag an, an dem ich Richter in meinem Volk Israel eingesetzt habe. Ich verschaffe dir Ruhe vor allen deinen Feinden. Nun verkündet dir der Herr, dass der Herr dir ein Haus bauen wird.

12Wenn deine Tage erfüllt sind und du dich zu deinen Vätern legst, werde ich deinen leiblichen Sohn als deinen Nachfolger einsetzen und seinem Königtum Bestand verleihen.

14aIch will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein.

16Dein Haus und dein Königtum sollen durch mich auf ewig bestehen bleiben; dein Thron soll auf ewig Bestand haben.

 

 

Antwortpsalm

Ps 89 (88), 2-3.20a u. 4-5.27 u. 29 (R: 2a)

 

R Von den Taten deiner Huld, o Herr, will ich ewig singen. - R

(GL neu 60, 1)

2

Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen,

bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.

VI. Ton

3

Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig;

deine Treue steht fest im Himmel. - (R)

20a

Einst hast du in einer Vision zu deinen Frommen gesprochen:

4

„Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten

und David, meinem Knecht, geschworen:

5

Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand,

und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf. - (R)

27

Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du,

mein Gott, der Fels meines Heiles.

29

Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren,

mein Bund mit ihm bleibt allzeit bestehen.“

R Von den Taten deiner Huld, o Herr, will ich ewig singen.

 

 

Zur 2. Lesung In der Verkündigung des Evangeliums wird die Absicht Gottes offenbar; alle Menschen, alle Völker sind zum Glauben berufen. Gott schließt niemand aus, seine erbarmende Liebe umfasst alle. Das lässt sich nicht an den Ereignissen der Geschichte ablesen; für den Apostel Paulus war es die große Offenbarung, die seinem Leben einen neuen Sinn gegeben hat: für die Heidenvölker Bote des Evangeliums zu sein. Davon kann er nur mit Staunen und großer Ehrfurcht sprechen.

 

 

2. Lesung

Röm 16, 25-27

Das Geheimnis, das seit ewigen Zeiten unausgesprochen war, wurde jetzt offenbar

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

25Ehre sei dem, der die Macht hat, euch Kraft zu geben - gemäß meinem Evangelium und der Botschaft von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung jenes Geheimnisses, das seit ewigen Zeiten unausgesprochen war,

26jetzt aber nach dem Willen des ewigen Gottes offenbart und durch prophetische Schriften kundgemacht wurde, um alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen.

27Ihm, dem einen, weisen Gott, sei Ehre durch Jesus Christus in alle Ewigkeit! Amen.

 

 

Ruf vor dem Evangelium

Vers: vgl. Lk 1, 38

Halleluja. Halleluja.

Maria sagte:

Siehe, ich bin die Magd des Herrn;

mir geschehe nach deinem Wort.

Halleluja.

 

 

Zum Evangelium  Über alle Untreue der Menschen hinweg hat Gott seine Verheißung wahr gemacht. Sie erfüllt sich in Jesus, dem Sohn Davids. Gott braucht dazu keine äußeren Machtmittel, aber er braucht die Zustimmung der Jungfrau, die er dazu erwählt hat, die Mutter des Erlösers zu werden. Maria hört das Wort des Gottesboten und spricht das Ja der demütigen Magd des Herrn.

 

 

Evangelium

Lk 1, 26-38

Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

26Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret

27zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

28Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

29Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

30Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

31Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.

32Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

33Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

34Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

35Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

36Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.

37Denn für Gott ist nichts unmöglich.

38Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

 

Glaubensbekenntnis

Fürbitten: Advent

 

 

Zur Eucharistiefeier Gottes Wort und Gottes Geist stehen am Anfang der neuen Schöpfung. Wenn wir, wie Maria, dem Wort Gottes Raum geben in unserem Leben, wird der Geist Gottes auch uns erfüllen und heiligen. Das Sakrament, das wir empfangen, ist dafür das große, mächtige Zeichen.

 

 

Gabengebet

Herr, unser Gott,

wir legen die Gaben auf den Altar.

Heilige sie durch deinen Geist,

der mit seiner Kraft

die Jungfrau Maria überschattet hat.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Präfationen vom Advent

 

 

Kommunionvers

Jes 7, 14

Seht, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären.

Sein Name ist Immanuel, Gott mit uns.

 

 

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,

du hast uns in diesem Mahl das Heil zugesagt

und uns schon jetzt Anteil daran gegeben.

Lass uns das Kommen deines Sohnes in Freude erwarten

und mache uns umso eifriger in deinem Dienst,

je näher das Fest seiner Geburt heranrückt.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Für den Tag und die Woche

Wozu auf den warten,  der schon gekommen ist? Ist der Advent nicht ein Abschnitt des Kirchenjahres „als ob“? Ein unaufrichtiges Vormachen, ein alljährliches Kinderspiel? „Nein, denn er ist in dir noch nicht wieder geboren. Und du bist neu. Du bist anders als vor einem Jahr. Du siehst anders als vor einem Jahr. Du hörst anders als vor einem Jahr. Du denkst anders als vor einem Jahr. Er muss in dir neu geboren werden.“ (Mieczyslaw Malinski)

 

Schott Tagesliturgie

 

Perikopen

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Amt für Kirchenmusik Augsburg


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